DE910535C - Regenerativverfahren zur Durchfuehrung kurzzeitiger endothermer Gasreaktionen - Google Patents

Regenerativverfahren zur Durchfuehrung kurzzeitiger endothermer Gasreaktionen

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DE910535C DEH9233A DEH0009233A DE910535C DE 910535 C DE910535 C DE 910535C DE H9233 A DEH9233 A DE H9233A DE H0009233 A DEH0009233 A DE H0009233A DE 910535 C DE910535 C DE 910535C
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01JCHEMICAL OR PHYSICAL PROCESSES, e.g. CATALYSIS OR COLLOID CHEMISTRY; THEIR RELEVANT APPARATUS
    • B01J38/00Regeneration or reactivation of catalysts, in general
    • B01J38/04Gas or vapour treating; Treating by using liquids vaporisable upon contacting spent catalyst
    • B01J38/12Treating with free oxygen-containing gas

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Description

  • Regenerativverfahren zur Durchführung kurzzeitiger endothermer Gasreaktionen Die Erfindung betrifft ein Regenerativverfahren mit abwechselnden Produktions- und Aufheizstufen und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens. Ein Teil der für die endothermische Reaktion der Produktionsstufe erforderlichen Wärme wird durch teilweise Verbrennung der Ausgangsstoffe, wie Kohlenwasserstoffe und Ammoniak, gewonnen. Der für die endothermische Reaktion erforderliche Wärmeausgleich wird in dem feuerfesten Regenerativofen durch die vorhergehende Aufheizstufe aufgespeichert.
  • Mit dem vorliegenden Verfahren können Kohlenwasserstoffe einschließlich Erdgas in ein Heizgas geringer Dichte, welches an Stelle von Erdgas und anderer teurer Brennstoffe für städtische und industrielle Heizzwecke treten kann, umgewandelt und andere;Produkte endothermischer Gasreaktionen einschließlich Acetylen, Hydrazin und aromatischen Verbindungen, z. B. Benzol, hergestellt werden.
  • Es ist bereits eine feuerfeste Regenerativvorrichtung und ein Verfahren vorgeschlagen worden, wobei eine gleiche Vereinigung endothermischer und exothermischer Gasreaktionen in kontinuierlicher Weise durchgeführt wurde, um einen ununterbrochenen Strom an erzeugtem Gas zu schaffen.
  • Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird ein viel kleinerer relativer Anteil an Sauerstoff benutzt, als er bei dem obenerwähnten kontinuierlichen Verfahren erforderlich ist. Infolgedessen wird ein Gas von viel höherem Heizwert erhalten. Dieser Vorteil ist besonders auffallend, wenn Luft als Sauerstoffquelle benutzt wird infolge des entsprechend niedrigeren Stickstoffgehaltes in dem Gas.
  • Der erhöhte Heizwert des erfindungsgemäßen Verfahrensproduktes gegenüber ähnlichen Produkten ist von großer Wichtigkeit bei der Erzeugung von Heizgas niederer Dichte von angemessen hohem Heizwert, welches an Stelle von Erdgas für städtische und industrielle Heizzwecke verwendet werden soll.
  • Das Regenerativverfahren besteht aus einem Zyklus, welcher eine Produktionsstufe und eine Aufheizstufe umfaßt, wobei diese Stufen in geeigneten Zeiträumen sich abwechseln.
  • Eine Mischung eines exotherm verbrennbaren Ausgangsstoffs und Sauerstoff oder eines freien Sauerstoff enthaltenden Gases wird durch die Kanäle einer ersten Regenerativmasse, die zuvor auf eine solche Temperatur erhitzt wurde, daß thermische Änderung des Ausgangsmaterials auf diesem Durchgang eingeleitet wird, von ihrem kühleren zum heißeren Ende geleitet. Hierdurch wird eine thermische Spaltung des verbrennbaren Ausgangsmaterials bewirkt. Die derartig erhaltene Mischung wird in eine Verbrennungs- und Spaltzone geleitet, worin die zuvor eingeleitete thermische Spaltung durch die gleichzeitige` Verbrennungsreaktion zu Ende geführt wird. Das hierdurch erzeugte Gasgemisch wird durch Durchleiten durch eine zweite Regenerativmasse von ihrem heißeren zum kühleren Ende abgeschreckt, welche zuvor in gleicher Weise wie die erste Regenerativmasse erhitzt wurde.
  • Zur Aufheizung wird eine verbrennbare Mischung eines Heizgases und Sauerstoff oder eines freien Sauerstoff enthaltenden Gases durch die Kanäle der zweiten feuerfesten Regenerativmasse von ihrem kühleren zum heißeren Ende geleitet. Diese Gasmischung wird dabei auf Zündtemperatur erhitzt, gezündet und in die Verbrennungs- und thermische Spaltzone geleitet, worin die Verbrennungsreaktion im wesentlichen vollendet wird. Die heißen Verbrennungsgase werden durch die Kanäle der ersten Regenerativ masse von ihrem heißeren zum kühleren Ende geleitet.
  • Die Produktions- und Aufheizstufe wechseln miteinander in geeigneten Zeiträumen ab. Im allgemeinen ist eine Zeit von etwa i bis q. Sekunden für die Aufheizstufe angemessen. Vorzugsweise dauert die Aufheizstufe i bis z Sekunden. Die Produktion kann so lange durchgeführt werden, bis die Temperatur der feuerfesten Masse unterhalb der für den wirkungsvollen Betrieb erforderlichen fällt. Im allgemeinen kann sich die Produktionsstufe über eine Zeit von etwa i Minute, vorzugsweise während etwa 3o bis ioo Sekunden, erstrecken.
  • Im einzelnen wird in den Fällen der Verwendung z. B. eines Kohlenwasserstoffs als Ausgangsmaterial für die Erzeugung eines Heizgases, Acetylens od. dgl. der Kohlenwasserstoff zuerst in nichtbrennbaren Verhältnissen mit Luft oder einem anderen Sauerstoff enthaltenden Gas gemischt und die Mischung auf die beginnende thermische Spalttemperatur des Kohlenwasserstoffs durch Durchleiten durch die Kanäle einer ersten Regenerativmasse erhitzt. In dieser Weise wird eine brennbare Mischung erhalten, welche Kohlenstoff und Wasserstoff zusätzlich zu dem Ausgangskohlenwasserstoff enthält. Die Verbrennung dieses Kohlenstoffs und Wasserstoffs zusammen mit einem kleineren Anteil des ursprünglichen Kohlenwasserstoffs erzeugt die zur Förderung der endothermischen Spaltreaktion erforderliche Wärme. Die durch Abschrecken des so erhaltenen Produkts frei werdende Wärme wird in der zweiten Regenerativmasse aufgespeichert und in Verbindung mit der dieser Masse beim Aufheizen mitgeteilten Wärme benutzt, um zusätzliche Mengen der Ausgangsmischung auf die Spalttemperatur des Kohlenwasserstoffs zu erhitzen.
  • Dabei wird nur ein verhältnismäßig kleiner Anteil des Kohlenwasserstoffs oder des anderen verbrennbaren Ausgangsmaterials, gewöhnlich nicht mehr als etwa io bis ao %, durch die begrenzte Verbrennungsreaktion verbraucht. Der Rest des Ausgangsmaterials wird durch die infolge einer solchen Verbrennung frei werdende Wärme in wirkungsvoller Weise gespalten oder in anderer Weise thermisch verändert. Die fühlbare Wärme der gesamten Gasmischung wird demgemäß zur Steigerung der Entzündungstemperatur der Verbrennungsreaktion, welche oberhalb derjenigen für die Einleitung der thermischen Veränderung des Ausgangsmaterials notwendigen liegt, benutzt. Die durch das Kühlen des Produkts frei werdende Wärme wird zusammen mit der durch die Aufheizstufe erzeugten verwendet, um zusätzliche Mengen von Ausgangsmaterial auf die Umwandlungstemperatur zu bringen.
  • Für die Aufheizstufe kann im wesentlichen jedes exotherm verbrennbare Heizgas gebraucht werden. Es ist jedoch wichtig, daß das Heizgas mit einem sauerstoffhaltigen Gas in brennbaren Verhältnissen vermischt ist.
  • Die Regenerativmassen, durch welche die gasförmigen Ausgangsstoffe geleitet werden, müssen so erhitzt werden, daß ein Temperaturgefälle darin vorhanden ist. Die Ausgangsstoffe sollen auf eine solche Temperatur erhitzt werden, daß Spaltung bei dem Durchgang durch die erste Regenerativmasse eintritt. Daher soll das heißere Ende der Regenerativmasse eine Temperatur von über etwa 9oo°, vorzugsweise iooo bis i3oo° besitzen. Das kältere Ende der Regenerativmasse hat als Folge des Ofenbetriebs gewöhnlich eine Temperatur von etwa ioo bis i5o°.
  • Es ist klar, daß die feuerfesten Regenerativmassen vor Einleitung des Verfahrens vorerhitzt sein müssen, um das vorerwähnte Temperaturgefälle darin zu schaffen, so daß die zuerst durchgeführte Verfahrensstufe vollendet werden kann. Dieses Vorerhitzen kann in beliebiger Weise ausgeführt werden. Üblicherweise sind die benutzten feuerfesten Regenerativöfen für diesen Zweck mit einer Heizvorrichtung versehen. Eine Betriebsart besteht in dem Erhitzen der zweiten Regenerativmasse in einer solchen Weise, das die in der Aufheizstufe verwendete verbrennbare Gasmischung zu Beginn des Durchgangs von ihrem kühleren zum heißeren Ende entzündet wird und daß dann das Aufheizen begonnen wird. Die feuerfeste Regenerativmasse muß daher in einer solchen Weise aufgeheizt werden, daß das kühlere Ende eine Temperatur von etwa ioo°, vorzugsweise 75 bis 15o°, und das heißere Ende von etwa iioo'°, vorzugsweise 95o bis 115o°, besitzt.
  • Das Regenerativverfahren nach der Erfindung unterscheidet sich in auffallender Weise von den bisherigen Verfahren, bei welchen die verwendeten Regenerativmassen auf eine Temperatur oberhalb derjenigen erhitzt werden mußten, welche zumEinleiten des Spaltens erforderlich war. Dabei mußte die Regenerativmasse mindestens so heiß wie die erzeugten Gase sein und diese Masse mußte allein die erforderliche Wärme nicht nur zur Einleitung, sondern auch zur Fortpflanzung der exothermischen Spaltreaktion liefern. Solche Verfahren waren notwendigerweise mit übermäßigem Wärmeverlust verbunden.
  • Im Gegensatz zu diesem bekannten Verfahren sind bei dem vorliegenden Verfahren die Gasprodukte beim Entstehen wesentlich heißer als die Regenerativmassen, mit welchen sie in Berührung kommen. Die Regenerativmasse ist also immer auf einer wesentlich niedrigeren Temperatur als die maximale Gastemperatur. Ferner sind in der eigentlichen Spaltphase die endothermisch und exothermisch vor sich gehenden Reaktionen im wesentlichen im Gleichgewicht. Daher ist kein merklicher Wärmeverlust in der Produktionsstufe vorhanden. Es wird somit ein Betrieb bei hohen Temperaturen ohne ernstliche nachteilige Wirkung auf die Feuerfestigkeit der Regenerativ masse ermöglicht.
  • Das erfindungsgemäße Regenerativverfahren eignet sich hervorragend für das Arbeiten bei Unter-oder überatmosphärischem Druck. Demgemäß ist das neue Verfahren nicht nur geeignet für die Herstellung von Heizgas und ungesättigten Kohlenwasserstoffen aus gesättigten Ausgangsstoffen, sondern kann auch mit Vorteil verwendet werden, um andere Reaktionen auszuführen, welche die Bildung von Produkten exothermer Reaktionen durch gleichzeitige exotherme Verbrennung und das endothermische Produkt erzeugende Reaktionen einschließen. So kann unteratmosphärischer Druck zur Herstellung von Acetylen oder Hydrazin aus Ammoniak, Stickoxyd aus Luft und von anderen Produkten angewendet werden, welche außergewöhnlich rasches Abschrecken zwecks Verhinderung ihrer Zersetzung erfordern. Solche Reaktionen werden vorzugsweise bei einem Druck von etwa o,2 bis o,8 Atmosphären absolut durchgeführt. Es ist klar, das sowohl Verweilzeit wie Abschreckzeit der Gase in dem Ofen in direktem Verhältnis zur Verringerung des Drucks der der Behandlung unterworfenen Gase unter den atmosphärischen verringert werden kann.
  • In ähnlicher Weise wird das Arbeiten bei überatmosphärischem Druck für die Gewinnung von höheren Olefinen und flüssigen Brennstoffen aus höhermolekularenAusgangsstoff enangewendet. Ein bevorzugter Bereich überatmosphärischer Druckanwendung liegt bei etwa 2 bis 5 Atmosphären. Durch die Benutzung solch überatmosphärischen Drucks können längere Reaktions- und Abschreckzeiten erzielt werden, welche für die Herstellung dieser Stoffe von Bedeutung sind.
  • Gewisse wesentliche Beschränkungen müssen im Hinblick auf dieses Verfahren beachtet werden. Es ist erforderlich, daß die ursprüngliche Mischung in der Produktionsstufe einen Kohlenwasserstoff oder anderes Ausgangsmaterial und Sauerstoff in nicht brennbaren Verhältnissen enthält, um übermäßigen Verbrauch des Ausgangsmaterials durch Verbrennung auszuschließen. Ferner wird nur so viel Sauerstoff in der Produktionsstufe angewendet, wie erforderlich ist, um die für die Erzeugung des gewünschten Wärmespaltprodukts erforderliche Wärme zu erhalten. Luft, Sauerstoff oder Sauerstoff in Mischung mit unter den Reaktionsbedingungen inerten Gasen können gebraucht werden. Luft wird bevorzugt.
  • Allgemein gesprochen kann Luft mit niedrigmolekularen Kohlenwasserstoffen im Bereich der Verhältnisse von o,5 bis 2,5 Teilen Luft auf i Teil Kohlenwasserstoff (in Volumteilen) gemischt werden. Ähnliche Verhältnisse für Sauerstoff sind von o,1 bis 0,5 Teile Sauerstoff auf i Teil Kohlenwasserstoff.
  • Der bevorzugte Bereich der Verhältnisse von Sauerstoff oder Luft zur Verwendung zusammen mit den bevorzugten Ausgangsstoffen in der Produktionsstufe des Verfahrens beim Arbeiten unter atmosphärischem Druck sind in der Tabelle I zusammengestellt.
    Tabelle I
    Bevorzugter Bereich
    (Volumen pro Volumen
    Kohlenwasserstoff Kohlenwasserstoff)
    Sauerstoff I Luft
    Methan ... .. .. ....... 0,1 -0,4 0,5 -2,0
    Äthan .......... - ..... 0,1 -0,4 0,5 -2,0
    Propan ............... 0,1 -0,5 0,5 -2,5
    Butan ................ 0,15 -0,8 0,75-4,0
    Ätyhlen .............. 0,075--0,3 0,3 -1,5
    Propylen ............. 0,1 -0,4 0,5 -2,0
    Butylen .............. o,1 -0 ,5 0,5 -2,5
    Erdgas .. .. . . ......... 0,1 -0,4 0,5 -2,0
    Es ist also für den Erfolg des Verfahrens wesentlich, daß sowohl der Kohlenwasserstoff oder das andere Ausgangsmaterial und der Sauerstoff auf die Bedingungen der Spalt- oder Umwandlungstemperatur vorerhitzt werden. Der Zusatz von nichtvorerhitztem Sauerstoff oder sauerstoffhaltigem Gas zu dem auf die thermische Veränderungstemperatur erhitzten Ausgangsmaterial ist unbefriedigend.
  • Der verwendete Kohlenwasserstoff kann ein beliebiger sein, welcher gasförmig oder unter den Verfahrensbedingungen verdampft wird und thermischer Spaltung fähig ist. Daher können niedrigmolekulare Verbindungen, wie Methan, Äthan, die verschiedenen isomeren Propane, Butane, Hexane und deren Gemische, ebenso wie höhermolekulare Ausgangsstoffe, wie Octane und Decane und Benzin, verwendet werden. Auch ungesättigte Stoffe können benutzt werden. Niedrigmolekulare, gesättigte, normalerweise gasförmige Kohlenwasserstoffe, -,xie Propan und Butan, werden bevorzugt. Jedoch können auch vorerhitzte oder zerstäubte und mit Luft eingeführte flüssige Kohlenwasserstoffe gute Ausbeuten an höheren flüssigen Olefinen ergeben. Mitunter ist es erwünscht, etwas verdünnenden Wasserdampf zusammen mit dem Ausgangsmaterial und dem freien Sauerstoff enthaltenden Gas anzuwenden.
  • Es ist ferner wesentlich, daß ein kleiner Druckabfall, ein hoher Grad von Wärmeübertragung und eine kurze Kontaktzeit der die Behandlung erfahrenden Gase mit dem Regenerativofen in der Produktionsstufe des Verfahrens aufrechterhalten wird.
  • Die Verweilzeit der die Behandlung erfahrenden Gase in dem Teil der Regenerativ masse, worin die Gase auf die Spalttemperatur des Ausgangsmaterials erhitzt werden, soll etwa 0,3 X Sekunden nicht überschreiten, worin X den Druck in absoluten Atmosphären darstellt, bei welchem das Verfahren ausgeführt wird. Ein bevorzugter Bereich für diese Verweilzeit beträgt etwa 0,o5 X bis o,i X Sekunden. Es ist gleichfalls notwendig, daß dieVerweilzeit der die Behandlung erfahrenden Gase in dem Teil des Regenerativofens,worin die gleichzeitige Verbrennungs- und Spaltreaktion stattfindet, nicht etwa 0,o5 X Sekunden überschreitet. Ein bevorzugter Bereich dieser Verweilzeit liegt zwischen o,oi X und o,03 X Sekunden. Wenn die erzeugten Gase bei dem Durchleiten durch eine zweite Regenerativmasse abgeschreckt werden, bestehen die gleichen Grenzen der Verweilzeit, wie zuvor in bezug auf die anfängliche Heizstufe angegeben.
  • Bei der Gewinnung von Acetylen, Stickoxyd, Hydrazin u. dgl., die sehr kurze Verweilzeit in den Regenerativmassen und außergewöhnlich rasches Abschrecken erfordert, wird die Verweilzeit in einem der Verringerung des Arbeitsdrucks entsprechenden Grade vermindert. Wenn z. B. das Verfahren bei einem Druck von etwa 1/s Atmosphäre absolut ausgeführt wird, werden Verweil-und Abschreckzeit in den Regenerativmassen auf nicht über o,io Sekunden und die Verweilzeit in der Verbrennungszone auf nicht über 0,017 Sekunden verringert.
  • Wenn in gleicher Weise in einem Druckbereich von o,a bis o,8 Atmosphären absolut gearbeitet wird, so sind für die Extreme des Bereichs die entsprechenden kritischen Verweilzeiten in den zwei Regenerativ massen 0,2 X 0,3 oder 0,o6 Sekunden und 0,8 X 0,3 oder o,zq. Sekunden. Analoge Grenzen in bezug auf die Verweilzeit in der gleichzeitigen Spalt- und Verbrennungszone des Ofens sind o,:2 X 0,o5 oder o,ooi Sekunden und o,8 X 0,o5 oder 0,04 Sekunden. Bevorzugte Bereiche der Verweilzeit der die Behandlung erfahrenden Gase bei jedem besonderen Druck können in gleicher Weise auf der Grundlage der bevorzugten Bereiche für das Arbeiten bei atmosphärischem Druck berechnet werden.
  • Beim Arbeiten bei überatmosphärischem Druck zwecks Gewinnung von höheren flüssigen Olefinen, Aromaten u. dgl. werden längere Verweilzeiten angewendet. So kann bei einem Druck von z Atmosphären eine Verweilzeit von o,6 Sekunden benutzt «-erden.
  • Bei der Verwendung von Sauerstoff an Stelle von Luft kann die Verweilzeit der die Behandlung erfahrenden Gase im Ofen auf etwa die Hälfte von der wie beim gleichen Arbeiten unter Verwendung von Luft erforderlichen verringert werden. So kann die Verweilzeit beim atmosphärischen Druck bei Verwendung von Sauerstoff auf wenige Tausendstel einer Sekunde verringert werden. Analoge Veränderungen in der Verweilzeit können vorgenommen werden, wenn andere an freiem Sauerstoff reichere oder ärmere Gase als Luft benutzt werden. Um die Möglichkeit der überlastung des Ofens bei Verwendung von an Sauerstoff ungewöhnlich reichen Gasen zu vermeiden, wird die Verringerung der Verweilzeit besser durch Verringerung des Drucks als durch Vergrößerung des Durchsatzes bewirkt.
  • Die Verringerung der Verweil- und Abschreckzeiten durch die Verringerung des Drucks in der Anlage können ohne merkliche Änderung im Druckabfall in der Regenerativmasse ausgeführt werden, weil nur die lineare Gasgeschwindigkeit und nicht die Massegeschwindigkeit vergrößert wird. Dieses Merkmal des beschränktenDruckabfalls stellt einen der auffallendsten Vorteile des Verfahrens dar.
  • Es ist notwendig, daß der Druckabfall in der Vorrichtung nicht etwa 0,35 kg/cm2 überschreitet. Ein bevorzugter Bereich liegt zwischen 0,07 und o, 18 kg/cm2.
  • Ein bereits vorgeschlagener Regenerativofen zur Durchführung des Verfahrens besitzt zwei Regenerativmassen mit einer Vielzahl ununterbrochener durch sie hindurchgehender Kanäle oder Schlitze. Jede dieser Regenerativmassen ist mit einem freien Raum an dem einen Ende der Kanäle zum Einlassen oder Abziehen der Gase vorgesehen. Die entgegengesetzten Enden der Regenerativmassen sind mit einer isolierten Verbrennungskammer verbunden, welche mit einer Heizeinrichtung versehen ist. Jeder der erwähnten freien Räume ist mit Gaseinlaß- und -abzugmitteln versehen, welche ihrerseits mit Mitteln verbunden sind, um ein Gas zu veranlassen, von dem erwähnten freien Raum einer Regenerativmasse durch ihre Kanäle oder Schlitze in und durch die Verbrennungszone und von dort durch die Kanäle der zweiten Regenerativmasse zu strömen. Es sind auch Mittel zur Umkehrung dieser Gasströme vorgesehen.
  • Beispiel i Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines Heizgases geringer Dichte, z. B. aus Propan und Luft, wird unter Bezugnahme auf Fig. i beschrieben. Fig. 2 stellt einen waagerechten Schnitt nach A-A der Fig. i dar.
  • Vor dem Einleiten der Spaltreaktion muß der Ofen vorerhitzt werden. Zu diesem Zweck werden Ventile 5? und _3,5 geöffnet und Ventile 12 und 27 geschlossen. Heizeinrichtung 9 wird dann in der Kammer 8 angestellt, so daß heiße Verbrennungsgase abwärts in parallelen Strömen durch die Kanäle .4 der feuerfesten Abteilungen 2 und 3 in die Gaseinlaß- und -abzugräume 6 und 7 zu strömen. Vom Gaseinlaß- und -abzugraum 6 gehen die Verbrennungsprodukte aus dem Ofen durch Leitung 50, Ventil 52 und Leitung 53. Vom Gaseinlaß- und -abzugraum 7 gehen die Verbrennungsprodukte aus dem Ofen durch Leitung 31. Ventil 55, Leitung 56 und Leitung 53. Während des Durchgangs durch die Kanäle 4 geben die heißen durch Heizeinrichtung 9 erzeugten Verbrennungsgase Wärme an die Regenerativabteilungen 2 und 3 ab. Die Verbrennungsgase verlassen den Ofen mit einer Temperatur von etwa ioo°. Der Vorerhitzungsvorgang wird fortgesetzt, bis der obere Teil beider Regenerativmauerwerke 2 und 3 eine Temperatur von über iooo°, vorzugsweise im Bereich von 1100 bis 1300° besitzt. Damit ist ein Temperaturgradient in den Regenerativabteilungen 2 und 3 im Bereich von etwa ioo° am kühleren Ende bis zu über iooo° am heißeren Teil geschaffen.
  • Am Ende der Vorheizzeit werden die Ventile 52 und 55 geschlossen und Ventile 12 und 27 geöffnet. Die Produktionsstufe wird dann durch Einführen von Luft durch Leitung 26, Ventil 25, Leitung 24, Strömungsmesser 23 und Leitung 22 in Mischer 16 eingeleitet. Gleichzeitig wird ein Kohlenwasserstoff, z. B. Propan, durch Leitung 21, Ventil 2o. Leitung i9, Strömungsmesser 18 und Leitung 17 in Mischer 16 eingeführt und mit der Luft in solchen Mengen vereinigt, daß das sich ergebende Gemisch etwa 6o Volumteile Propan und etwa 4o Volumteile Luft enthält. Die Mischung von Propan und Luft geht aus dem Mischer 16 durch Leitung i q, Dreiwegventil 14, Leitung 13, Ventil 12 und Leitung io in den Gaseinlaßraum 6 des Ofens. Die Mischung geht dann aufwärts durch die Kanäle 4 des Schachbrettmauerwerks 2. Dabei wird die Temperatur des Propans erhöht, bis am oberen Ende der Abteilung 2 eine ausreichende thermische Veränderung stattgefunden hat, um das Gasgemisch brennbar zu machen. Es wird dabei Kohlenstoff und Wasserstoff gebildet. Da jedoch ein Mangel an Sauerstoff vorhanden ist, wird nur ein Teil dieser verbrennbaren Stoffe verbraucht. Im Falle des Propans und ähnlicher Kohlenwasserstoffe gehen nur etwa 10 bis 20'/d in dieser Weise verloren. Der Rest des vorhandenen Propans ist ausreichend gespalten, teils durch die bei der Teilverbrennung frei werdende Wärme und teils durch die Wärme, welche in dem Mauerwerk durch die vorhergehende Aufheizung aufgespeichert wurde.
  • Von den Kanälen 4. der Abteilung 2 geht die gasförmige Mischung in die Verbrennungs- bzw. Umwandlungskammer 8, wo die thermische Umwandlung im wesentlichen vollendet wird. Das so erzeugte gasförmige Gemisch geht abwärts durch Kanäle .4 der durch eine gasdichte Wand 5 von der Abteilung 2 getrennten Abteilung 3 und wird dabei abgeschreckt. Das Gasgemisch gibt Wärme an die Abteilung 2 während des Durchgangs ab. Von den Kanälen .1 der Abteilung .2 geht das erzeugte Geiniscn in Gaseinlaß- und -abzugkammer 7 und von dort aus dem Ofen heraus durch Leitung i i, Ventil 27, Leitung 28, Dreiwegventil 29, Leitung 42, Ventil 43, Leitung 44, Pumpe 45 und Leitung 46 zu einer nicht gezeigten Gasreinigungsanlage. Statt dessen kann das Gas von Ventil 29 durch Leitung 42, Umleitung 47, Umleitungsventi148 und Leitung 49 zu Leitung 46 und von da zur Gasreinigungsatilage geleitet werden.
  • Die Produktion wird in der angegebenen Weise für etwa i 'Minute durchgeführt, und dann werden Ventile 14 und 29 gleichzeitig so schnell wie möglich umgekehrt. Vorzugsweise wird diese Umkehrung im Bruchteil von i Sekunde ausgeführt. Nach Umkehrung der Ventile 14 und 29 wird die Aufheizung eingeleitet. Zu diesem Zweck wird Heizgas durch Leitung 36, Ventil 35, Leitung 34, Strömungsmesser 33 und Leitung 32 in Mischer 31 eingeführt. Gleichzeitig wird Luft durch Leitung 41, Ventil 4o, Leitung 39, Strömungsmesser 38 und Leitung 37 in Mischer 31 eingeleitet, wo sie mit dem Heizgas in solchen Verhältnissen vereinigt wird, daß völlige Verbrennung des Heizgases bewirkt werden kann. Die Mischung aus Heizgas und Luft wird dann durch Leitung 3o, Dreiwegventil 29, Leitung 28, Ventil 27 und Leitung i i in Gaseinlaß- und -alizugraum 7 geführt. Vom Gaseinlaß- und -abzugraum 7 geht die brennbare :Mischung aufwärts durch die Kanäle 4 der Regenerativmasse 3, worin Verbrennung eingeleitet wird. Die ;Mischung geht dann weiter in die Verbrennungskammer 8, worin die Verbrennung beendet wird. Die gasförmigen Verbrennungsprodukte werden dann nach unten durch die Kanäle 4 der Regenerativmasse 2 in die Gaseinlaß- und -abzugkammer 7 und von dort aus dem Ofen heraus durch Leitung io, Ventil 12, Leitung 13, Ventil 14 und Leitungen 54 und 53 zu einem nichtgezeigten Schornstein geleitet. Während des Durchgangs durch die Kanäle der Regenerativmasse 2 geben die Verbrennungsprodukte ihre Wärme ab und bringen die Masse auf eine angemessene Temperatur, um beginnende thermische Spaltung des Propans während der nächsten darauffolgenden Produktionsstufe zu bewirken. Diese Aufheizung wird für etwa i Minute durchgeführt.
  • Die Verweilzeit der Gase in der Produktionsstufe war etwa o,i Sekunden in jeder der Regenerativmassen und in der Verbrennungs- bzw. Umwandlungskammer etwa 0,o2 Sekunden. Das aus Propan erhaltene Gas zeigte einen Heiz-,vert von etwa gooo kcal/'2\'m3. Die Dichte des erzeugten Gases im Vergleich zu Luft war 0,79. Das Gas war ohne weiteres an Stelle von Erdgas für technische Heizzwecke zu verwenden. Es ist unmöglich, ein Heizgas solch niedriger Dichte mit den üblichen Verfahren zu erhalten. Die Zusammensetzung des erhaltenen Gases betrug in Volumprozent:
    Kohlendioxyd .............. i.o
    Acetylen . . .. .. . . . . .. . .. . . . . 2,5
    Äthylen ................... 22,7
    Propylen .................. 6,o
    Wasserstoff ... .. ........... 18,9
    Kohlenmonoxyd . . . .. . . . . . . . . . 4,5
    .Methan . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12,1
    Propan .................... ii,i
    Stickstoff ....... .. .. .. .. ... Z1.?,
    1 oo.o
    Das erfindungsgemäßeVerfahren kann ingleicher Weise sehr vorteilhaft zur Herstellung von Acetylen aus Erdgas verwendet werden.
  • Beispiel 2 - Zum überwiegenden Teil aus Methan bestehendes Erdgas wurde dem Ofen in Verbindung mit Luft im Verhältnis von .45 Volumteilen Erdgas zu 55 Volumteilen Luft in der zuvor für die Gewinnung von Heizgas aus Propan beschriebenen Weise zugeführt. Aufheizung und Produktion wurden in gleicher Weise, wie im Beispiel i beschrieben, ausgeführt, außer das ein Vakuum von etwa 1/2 Atmosphäre im Ofen während der Produktion mittels Pumpe 45 aufrechterhalten wurde. Die Verweilzeit der die Behandlung erfahrenden Gase in jeder der Regenerativmassen war etwa o,o5 Sekunden und in der Verbrennungs- bzw. Umwandlungskammer etwa o,oi Sekunden.
  • Das gewonnene Gas hatte folgende Zusammensetzung in Volumprozenten:
    Kohlendioxyd .............. i, i
    Acetylen .................. 8,6
    Äthylen ................... 0,7
    Kohlenmonoxyd ............ 5,4
    Wasserstoff ................ =i6,8
    Methan ................... 4,4
    Stickstoff ................. 33,0
    100,0
    Die erhaltene Acetylenausbeute betrug etwa 48 °/o der theoretischen. Das Gas war mit Kohleteilchen nicht merklich verunreinigt. Schwierigkeiten, welche die Abtrennung der Kohle aus dem gewonnenen Acetylen begleiten, sind dadurch vermieden.
  • Dieses Verfahren bei unteratmosphärischem Druck kann in analoger Weise zur Gewinnung von Hydrazin aus Ammoniak, Stickstoff aus Luft u. dgl. durchgeführt werden. Beim Arbeiten mit überatmosphärischem Druck wird die Pumpe 13 umgangen und das Gas dem Ofen unter Druck zugeführt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Regenerativverfahren zur Durchführung kurzzeitiger endothermer Gasreaktionen, z. B. zur Erzeugung von Heizgasen kleiner Dichte aus Propan, von Acetylen aus Erdgas oder von Hydrazin aus Ammoniak, dadurch gekennzeichnet, daß eine nicht brennbare Mischung eines exotherm verbrennbaren Gases und eines freien Sauerstoff enthaltenden Gases durch die Kanäle einer zuvor auf eine zur Einleitung der Umwandlung genügenden Temperatur erwärmten ersten feuerfesten Regenerativmasse von ihrem kühleren zum heißeren Ende, die erzeugten Gase in eine Verbrennungs- oder Umiv andlungszone. in der die eingeleitete thermische Umwandlung zu Ende geführt wird, geleitet, die erhaltene Mischung von Umwandlungs- und Verbrennungsprodukten durch Durchleiten durch eine zweite zuvor gleich der ersten erhitzten Regenerativmasse vom heißeren zum kühleren Ende abgeschreckt wird, daß die Strömungsgeschwindigkeit derart gewählt wird, daß die Verweilzeit der Gase in jeder der beiden Regenerativmassen nicht etwa 0,3 X Sekunden, in der Verbrennungs- oder Umwandlungszone nicht etwa o,o5 X Sekunden überschreitet, wobei X den Druck in Atmosphären absolut darstellt, bei weichem das Verfahren ausgeführt wird, und der Querschnitt der Kanäle derart bestimmt wird, daß der Druckabfall der durch die erste und zweite Regenerativmasse hindurchgehenden Gase nicht etwa 0,35 kg/cm-' überschreitet. a. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß nach etwa 3o bis ioo Sekunden das gasförmige Ausgangsgemisch in die zweite Regenerativmasse eingeleitet wird.
DEH9233A 1950-07-26 1951-07-26 Regenerativverfahren zur Durchfuehrung kurzzeitiger endothermer Gasreaktionen Expired DE910535C (de)

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