DE90654C - - Google Patents

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DE90654C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01DCOMPOUNDS OF ALKALI METALS, i.e. LITHIUM, SODIUM, POTASSIUM, RUBIDIUM, CAESIUM, OR FRANCIUM
    • C01D1/00Oxides or hydroxides of sodium, potassium or alkali metals in general
    • C01D1/04Hydroxides
    • C01D1/20Preparation by reacting oxides or hydroxides with alkali metal salts

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
(LIMITED) in LONDON.
M 74487 geschützten Verfahren.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 4. Februar 1896 ab.
Der Gegenstand der vorliegenden Erfindung bezieht sich auf die Zerlegung von Alkalinitraten mittelst Eisenoxyd nach dem durch Patent Nr. 74487 geschützten Verfahren und besteht in einer rotirenden, geneigten Retorte mit Längsrippen, welche zur Beförderung der Ablösung von anhaftenden Theilen der Beschickung von der Retortenwand mit einer periodische Erschütterungen erzeugenden Vorkehrung versehen ist.
Bisher war man bestrebt, die Zerlegung des Nitrates dadurch zu bewirken, dafs die Mischung der Einwirkung der Hitze nicht allein von aufsen, sondern auch von innen unterworfen wird, indem man erhitzte Luft oder Luft und Dampf durch die Masse hindurchbläst. Alle Versuche jedoch, die Zerlegung der Mischung von Nitrat und Oxyd in der Gesammtmasse in einer feststehenden Retorte vorzunehmen, hatten das Ergebnifs, dafs der gröfsere Theil des Nitrates zum Schmelzen kam und sich in diesem Zustande im unteren Theile der Retorte ansammelte, so dafs die Mischung nicht mehr homogen und zum gröfsten Theile undurchdringbar für den Heizstrom war. Die Reaction fand infolge dessen nur sehr unvollständig und theilweise statt und war für den, industriellen Betrieb ungeeignet. Die Reaction war nicht allein eine unvollständige, wenn man versuchte, die Mischung in ihrer Gesammtmenge zu behandeln, sondern es wurde auch bei der Behandlung einer verhä'ltnifsmä'fsig geringen Menge gefunden, dafs diese durch Umkrückung bezw. Umdrehung in einer horizontalen, drehbaren Retorte beständig in Bewegung erhalten werden mufs, da die unzersetzten Theile nach und nach durch die festen Theile mehr und mehr isolirt werden, welche von der Zerlegung der der Hitze am meisten ausgesetzt gewesenen Theile herrühren, und infolge dessen nach und nach immer mehr der Einwirkung entzogen werden, so dafs das Fortschreiten der Reaction mehr und mehr verzögert wird und infolge dessen nur schwierig zu Ende zu führen ist.
Vermittelst der vorliegenden rotirenden, geneigten Retorte soll nun jeder einzelne Theil der Mischung an allen Seiten einer wiederholt erneuten Berührung mit den erhitzten Oberflächen unterworfen werden, so dafs die Bildung von Klumpen und zusammenhängenden Massen in der Mischung vermieden wird, die festen Endproducte der Zerlegung weggeführt werden und so die Hemmung der Reaction durch unzerlegte Theile verhindert wird. Die Reaction wird demnach unter Anwendung des Erfindungsgegenstandes vollkommener und vollständiger und ist von der gröfstmöglichen Entwickelung salpetrigsaurer Dämpfe begleitet. Die Zuführung der innigen Mischung von fein vertheiltem Eisenoxyd und Alkalinitrat wird dadurch bewirkt, dafs man die Mischung in losem pulverförmigen Zustand und in geringen Mengen in häufig wiederholte Berührung mit der auf Rothglut erhitzten Retortenoberfläche bringt, wobei die
an der Retorte festhaftenden Theile bei jeder Üebertragung von der einen heifsen Oberfläche zur anderen abgetrennt werden und die festen Zerlegungsproducte aus der Reactionszone fortgeführt und in dem Mafse, wie die Reaction fortschreitet, entfernt werden, so dafs sie nicht mechanisch die Reaction der noch unzersetzten Theile stören.
Beiliegende Zeichnung zeigt einen senkrechten Querschnitt einer gemäfs vorliegender Erflndung eingerichteten Retorte.
Die Retorte A, welche im Innern eines Ofens drehbar gelagert ist und daselbst auf Kirschrothglut erhitzt wird, ist in ihrem. Innern mit Längsrippen oder Vorsprüngen C versehen, um die Mischungstheile bei ihrer Umdrehung emporzuheben und sie wieder herabfallen zu lassen, und so dieselben wiederholt in Berührung mit frischen Oberflächen zu bringen. Die Retorte ist nur ein wenig geneigt angeordnet, um die Mischungstheile beim wiederholten Hin - und Zurückfallen quer durch die Retorte gleichzeitig, wie erwähnt, auch vorschreiten zu lassen, und wird an der Aufsenseite des Ofens durch Stirnrad- oder sonst geeigneten Zahnradeingriff in Antrieb versetzt. Aufserdem sitzen am Retortenumfang Daumen h, durch welche Hämmer H gehoben werden, die bei der Weiterdrehung der Retorte periodisch auf deren Wandung herabfallen, und zwar werden zwei Hämmer abwechselnd durch zwei Daumensätze in Antrieb gesetzt. Durch die Wirkung dieser zeitweiligen, von den Hammerschlägen herrührenden Erschütterungen bezw. Stöfse wird die kräftige Ablösung solcher Theile bewirkt, welche durch theilweises Schmelzen der Mischung an der Retortenwandung anzuhaften geneigt sind.
Eine Zuführungsvorrichtung mit Archimedesschnecke empfängt die Mischung aus einem Füllrumpf und führt sie gegen das oberste Retortenende mit einer Geschwindigkeit hin, welche gleich ist der Fortbewegungsgeschwindigkeit durch die Retorte. Die salpetrigsauren Dämpfe werden im Entstehungsmomente durch am unteren Retortenende eingeprefste Luft bezw. ein Luft- und Dampfgemisch durch ein Austrittsrohr am oberen Retortenende aus dem Retorteninnern zu den üblichen Condensatoren bezw. anderen, zur Wiedergewinnung der salpetrigsauren Dämpfe als Handelssalpetersäure geeigneten Vorrichtungen abgeleitet.
Das untere Retortenende erstreckt sich durch eine Stopfbüchse in eine mit einem Ausflufsstutzen versehene Kammer. Der Ausflufsstutzen führt in einen zur Aufnahme des festen, aber noch in pulverförmigem Zustande befindlichen Zerlegungsproductes geeigneten Behälter, und die in dem letzteren angesammelte Masse dient zugleich zum Verschlufs der Stutzenmündung gegen das Entweichen von Gas.
Das Endproduct der vollständigen Zerlegung ist ein Alkaliferrit, welches weiter durch Erhitzen mit Wasser zerlegt wird, wobei Eisenoxyd erhalten wird, welches wieder in den Procefs eingeführt wird, ferner Alkali, das in Lösung geht und durch Verdampfen in der üblichen Weise als kaustisches Alkali gewonnen wird.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Rotirende geneigte Retorte mit Längsrippen zur Zerlegung von Alkalinitrat mittelst Eisenoxyd nach dem durch Patent Nr. 74487 geschützten Verfahren, gekennzeichnet durch die Anordnung einer periodische Erschütterungen erzeugenden Vorkehrung zur Beförderung der Ablösung von anhaftenden Theilen der Beschickung von der Retortenwand.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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