DE90162C - - Google Patents

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DE90162C
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    • G10MUSICAL INSTRUMENTS; ACOUSTICS
    • G10FAUTOMATIC MUSICAL INSTRUMENTS
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 51: Musikalische Instrumente.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 3. Juni 1896 ab.
Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung zusammenlegbarer Notenschablonen für mechanische Musikwerke. Die Schablonen bestehen aus gelenkig verbundenen rechteckigen Tafeln aus Karton oder dergl. Die Verbindung dieser Tafeln ist eine derartige, dafs sie bei ihrem Heraustreten aus dem Musikwerk sich selbsttätig zusammenlegen und alsdann einen parallelepipedischen Block mit rechteckigen Flächen bildet, welcher den erreichbar - kleinsten Raum einnimmt und dessen auf einander folgende Blätter wie die Kanten bei einem Accordeonbalg auf einander gelegt sind.
Beiliegende Zeichnung veranschaulicht die verschiedenen Phasen des Herstellungsverfahrens.
Man nimmt von dem Karton oder seinem Ersatzmaterial ein langes Band A (Fig. 1 und 2), welches an Breite diejenige des fertigen Blattes ein wenig übertrifft, mifst in der Längsrichtung des Bandes eine Strecke x-y (Fig. 2) gleich der Breite eines Blattes oder des Blockes, welchen man aus den Blättern zusammenstellen will, ab und macht nach der zu den Längenrändern des Bandes normalen Linie y- ^ mit einem Messer einen Einschnitt bis zur Mitte der Dicke des Bandes. Dann zerschneidet man das Band A nach der Linie u-v, welche der Linie y -% parallel ist und von ihr einen Abstand gleich einer Blattbreite hat, und trennt dadurch das Doppelblatt ab (Fig. 1 und 2) los. Hierauf leimt man auf die mit dem Einschnitt y-% versehene Fläche des Doppelblattes, und zwar nur quer über die Enden des Einschnittes zwei kleine Streifen c und d aus Gewebe oder einem' sonstigen Verstärkungsstoffe, wobei man dafür Sorge trägt, dafs die Streifen in ihrer Mitte, also über dem Einschnitte, etwas angehoben werden oder hohl liegen, derart, dafs sie eine Art Auge oder Hohlleiste c1 und d1 bilden, welche nicht mit dem Blatte verleimt ist. Sodann schlägt man die Blätter α und b so zur Aufeinanderlage um, dafs der Einschnitty-% und die Bänder c und d nach aufsen kommen (Fig. 3 und 4), und bringt das Doppelblatt unter Benutzung der Gelenklinie y-\ als Richtungslinie mit Messer und Winkelmafs genau in eine rechteckige Form, wobei man die definitiven Abmessungen des zu gewinnenden Blockes streng einhält (Fig. 5 und 6). In derselben Weise fertigt man eine beliebige Anzahl von solchen Doppelblättern a1 b1 aus dem Bandet, und legt sie dann so auf einander, dafs die Gelenklinien y-\ abwechselnd auf der einen und der entgegengesetzten Seite liegen, wie in Fig. 7 angedeutet ist. Darauf leimt man die Berührungsflächen je zweier benachbarten Doppelblätter auf einander, so wie es durch starke Zwischenlinien in Fig. 8 veranschaulicht ist. Wenn man in dieser Weise die gewünschte Anzahl von Doppelblättern über einander gelegt und auf einander geleimt hat, so bleibt am Grunde und am Gipfel des Blockes ein einfaches Blatt einfacher Dicke übrig (Fig. 8). Diese beiden einfachen Blätter werden abgeschnitten und man erhält den definitiven Block, welcher ein regelmäfsiges Parallelepipedon mit rechteckigen Flächen darstellt. Die Blätter dieses Blockes haben sämmtlich eine doppelte Dicke des verwendeten Materialbandes A und
sind nach Art der Kanten eines Accordeonbalges über einander gelegt.
Fig. 9 zeigt die Blattreihe halb gestreckt, um die wechselseitige Anordnung der Gelenke mit den in die Gelenköffnungen eingeschalteten Hohlleisten c1 d1 der Bänder cd sichtbar zu machen. Es leuchtet ein, dafs das Zusammenklappen zweier auf einander folgenden Blätter in einem bestimmten Sinne sehr leicht ist, während es in entgegengesetzter Richtung unmöglich ist, infolge der Gegeneinanderstützung der beiden Schnittflächen im Augenblicke des Ueberschreitens der Flachstreckung und auch infolge des Widerstandes, welchen die in die Schnittfugen geschalteten Bandaugen c1 und dl dieser Bewegung entgegensetzen.
Die Fig. io zeigt die Blattreihe ganz in die Ebene gestreckt, wie für den Fall, dafs sie durchlocht werden soll oder sich im' Arbeitsgange innerhalb eines mechanischen Musikinstrumentes befindet.
Fig. 11 veranschaulicht eine Blattreihe, welche durch dasselbe Herstellungsverfahren gewonnen ist, wobei jedoch jedes Einzelblatt drei Dicken des Kartonmaterials A (Fig. i) umfafst.
Es genügt hierzu, ein einfaches Blatt χ zwischen die benachbarten, noch nicht zusammengeleimten Flächen / und I1 zweier auf einander folgenden Doppelblätter einzuschalten und dann die durch die Blätter / und Z1 und das einfache Blatt χ gebildeten drei auf einander folgenden Lagen unter einander zu verleimen.
Nach Heraustritt aus dem Musikinstrumente faltet sich die Notenschablone beim Einfallen in einen entsprechenden Aufnahmebehälter selbstthätig, was nicht eintreten würde, wenn das Umklappen eines Blattes auf das andere in beiden Richtungen vor sich gehen könnte.
Die Erfinder wenden jedoch gewöhnlich eine oberhalb des Sammelbehälters angeordnete Art Schüttelvorrichtung an, welche dafür sorgt, dafs die selbsttätige Faltung regelrecht vor sich geht. Dem Mifsstande, dafs diese Vorrichtung im Laufe der Zeit infolge ihrer Schlagbewegungen die Gelenke abnutzt oder zerreifst, wirken die erwähnten Gewebebänder c d entgegen.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung zusammenlegbarer Notenschablonen für mechanische Musikwerke, dadurch gekennzeichnet, dafs man rechteckige Tafeln aus Karton oder dergl. in der Mitte bis zur halben Dicke einschneidet, über den Einschnitt Bänder aus Gewebe oder dergl. unter Ausbauchung ihrer über dem Schnitte liegenden Mitte aufleimt und darauf -die zusammengeklappten Doppelblätter unter Lagerung der Gelenkkanten abwechselnd nach entgegengesetzten Seiten auf einander leimt.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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