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Verfahren und Vorrichtung zum Abnehmen der nach dem Tauchverfahren
hergestellten Formlinge von Faserstoffhohlkörpern, insbesondere aus Papiermasse
Gegen@standides Patents 883699 sindein Verfahren und eine Vorrichtung zum
Abnehmen der nach dem Tauchverfahren hergestellten Formlinge von Faserstoffhohlkörpern,
insbesondere aus Papiermasse, wobei der Formling auf der Außenwand der Form niedergeschlagen
ist. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Formen Formling und
Form aus dem die Faserstoffmasse enthaltenden Behälter herausgenommen und in die
Förm durch eine in deren Innern angeordnete Düse, deren trompetenförmig aufgestülpte
Öffnung in Bodennähe der Form ausmündet, Preßluft eingeführt wird, deren Strom den
Formling zuerst vom Boden und dann von den Seitenwänden der Form abhebt.
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Die Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens besteht im wesentlichen
aus einer um eine senkrechte Achse drehbare und in vertikaler Richtung verschiebbare
Traverse mit kreuzweise angeordneten Armen, die je eine oder mehrere gelochte Formen
tragen, welche abwechselnd in die Faser-"stoffmasse enthaltende Behälter eintauchen
und aus dem Behälter herausgezogen werden und nach der
Herstellung
der Formlinge durch Saugwirkung wieder aus dem Behälter herausgezogen werden, um
die Formlinge mittels Preßluft von den Formen abzustoßen.
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Die Formlinge werden nach der Formung unter der Wirkung von Preßluft
mit Hilfe einer Gegenform abgeformt.
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Es hat sich herausgestellt, daß es bei der auf diese Weise vorgenommenen
Abnahme der Formlinge wegen des durch die Saugwirkung verursachten Eindringens von
Fasern in die Sieblöcher der Formen vorkommen kann, daß die Wände oder der Boden
des Formlings verletzt werden bzw. zerreißen.
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Dieser Nachteil wird nun dadurch behoben, daß gemäß der Erfindung
während des Eintauchens der Formen in die im Behälter befindliche wäßrige Papiermasse
eine :derart geringe Saugwirkung ausgeübt wird, daß sich auf der Form zunächst eine
dünne Haut aus Papiermasse bildet, auf der sich bei anschließender Ausübung der
vollen Saugwirkung der Formling in der gewünschten Stärke niederschlägt.
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Die Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens besteht aus einer im Innern
der Form angeordneten Düse zur Einführung von Preßluft mit einer in Bodennähe der
Form sich befindlichen Düsenöffnung und einer zweiten, konzentrisch hierzu angeordneten
Saugdüse mit Vakuumanschluß, deren Öffnung sich zwischen dem Boden der Form und
der Preßluftdüsenöffnung befindet, wobei in der Vakuumanschlußleitung der Saugdüse
eiri Ventil mit Bohrung angeordnet ist, so daß auch bei geschlossenem Ventil während
der Dauer des Formens und des Abstoßens der Formlinge eine geringe Saugwirkung ausgeübt
werden kann.
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An Stelle einer die gelochte Form und den Formling beim Ausstoßvorgang
umgebenden hohlzylindrischen Gegenform, gegen deren Innenwand der Formling gedrückt
wird, kann als Gegenform ein zylindrischer Kern verwendet werden, der in eine entsprechend
-ausgebildete gelochte Form zweckmäßig von unten eingeführt wird, wobei zwischen
ihr und der Form ein Zwischenraum für den Formling bleibt.
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In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Vorrichtung gemäß der
Erfindung schematisch dargestellt.
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Abb. i zeigt die während des Formvorgangs eingetauchte Form und .
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Abb. 2 dieselbe Form während der Abnahme des Formlings; in Abb. 3
ist die Anordnung der Form für die Benutzung des Kernes als Gegenform in Eintauchstellung
dargestellt; Abb. 4, 5 und 6 zeigen die einzelnen Phasen der Abnahme des Formlings
aus der gemäß Abb. 3 ausgebildeten Form unter Verwendung eines zylindrischen Abformkernes.
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In den Zeichnungen bedeutet i den EintauchbehäIter, 2 die verwendete
gelochte Form und 3 den durch Anhäufung der Papiermasse unter der Saugwirkung um
die Form herum gebildeten Formling. 4 ist die unmittelbar an die Druckluftleitung
5 angeschlossene Düse, 5 ist die Druckluftleitung, 6 ein die D.ruckluftleitung überwachendes
Ventil und 7 eine die Düse 4 gleichachsig umgebende, an den Deckel 8 der Form angeschweißte
zweite Düse, die gegebenenfalls mit der Leitung 9 der Saugpumpe ein Ganzes bildet.
io ist ein in die Leitung 9 eingeschaltetes Ventil, das mit einer kleinen Öffnung
i i versehen ist, die auch bei geschlossenem Ventil in der Vorrichtung einen gewissen
Unterdruck bestehen läßt.
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Die Wirkungsweise ist dabei die folgende: Beim Eintauchen in den Behälter
i sind die Ventile 6 und io geschlossen. Die Öffnung ii läßt während der Eintauchbewegung
einen schwachen Unterdruck bestehen, um die Form :2 mit einem feinen Papiermassehäutchen
zu umgeben. Sobald die Form die tiefste Stellung erreicht hat, wird das Ventil io
vollständig geöffnet, um die darauffolgende Formung durch Festkleben der Zellfasern
auf das Häutchen zu bewirken. Ist die für den Formling 3 gewünschte Stärke erreicht,
so wird nun das Ventil io geschlossen, und während der Aufwärtsbewegung der Form
2 erfolgt wegen der durch die Öffnung i i erzeugten schwachen Saugwirkung ein Absaugen
der sich in der Papiermasse und insbesondere in dem Bodenteil des Formlings befindenden
Wassertröpfchen.
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Darauf wird das auf Abb.2 dargestellte Abnehmen des Formlings vorgenommen.
Das Ventil 6 wird dabei geöffnet, die Druckluft strömt durch die Düse 4 kräftig
zu und dringt in die ringförmige Unterdruckkammer i2 ein, um die in der Kammer gegebenenfalls
noch enthaltenen Wassertröpfchen durch die Öffnung i i des Ventils io mitzunehmen.
Da 'die durch das Ventil 6 ,strömende Luftmenge viel größer ist als die durch die
Öffnung ii abfließende, so strömt ferner Druckluft durch die untere Öffnung
13 der Unterdruckkammer i2 und verursacht durch Einwirkung auf den Boden
des Formlings das Abheben desselben.
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Bei Verwendung einer besonderen Formvorrichtung für das Abformen des
Formlings erzeugt die durch die Öffnung i i ständig ausgeübte Saugwirkung nach der
Entspannung der Luft, nachdem das Ventil 6 geschlossen worden ist, ein schwaches
Andrücken des Formlings auf seine Form zwecks Herausnehmens aus oder Formverrichtung
und Absetzens auf den Boden der Trockenvorrichtung 14.
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Nach den Abb. 3, 4, 5 und 6 erfolgt die Formung mittels der in dem
hohlen Formträger 15 mit dem Boden nach oben angeordneten Form 2. Der Formträger
15 ist über die von dem Rohr 7 umgebene Düse 4 an die Zuleitung für Druckluft
und über das Rohr 7 an das Vakuum angeschlossen. Das Formen und die Abnahme des
Formlings erfolgt wie in Abb. i und 2 beschrieben; die verschiedenen Pfeile zeigen
die Strömwege der Druckluft und des Vakuums an. Nach dem Formen wird der Formling
auf einen seiner Innengestalt angepaßten Kern 16 gesetzt, wonach Andrücken und Abnahme
des Formlings in :der beschriebenen Weise erfolgen. Der abgehobene Formling wird
durch einen schwachen Unterdruck
in seiner Form gehalten und nachher
auf das Band der Trockenvorrichtung 1q. abgesetzt.