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Einrichtung zur Steuerung des Drehmomentes von Wechselstrommotoren
Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zur Steuerung des Drehmomentes eines
wechselstromgespeisten Motors.
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Es ist oft vorteilhaft, insbesondere bei Wechselstrommotoren, das
maximale Drehmoment, welches dem Motor erteilt wird, in ein bekanntes Verhältnis
zu dem vollen Belastungsdrehmoment dieses Motors setzen und halten zu können. Diese
Möglichkeit ist für verschiedene Zwecke brauchbar.
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Wünscht man z. B. eine Zentrifuge od. dgl. in möglichst kurzer Zeit
zu beschleunigen, so ist es vorteilhaft, für den Motor das Drehmoment auf einen
bestimmten, sicheren Überbelastungswert bringen zu können und die Beschleunigung
bei gleichförmigen Bedingungen des Überbelastungsdrehmomentes vom Anlauf bis zum
Vollauf vor sich gehen zu lassen, ohne daß eine weitere manuelle Einstellung notwendig
ist. Dadurch wird die Zentrifuge in möglichst kurzer Zeit bei einer sicheren Belastung
des Motors beschleunigt.
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Bei Wechselstrommotoren, die mit ihren Arbeitsmaschinen durch Mittel
gekuppelt sind, welche eine bestimmte konstante Ausgangsgeschwindigkeit aufrechterhalten,
ist es häufig wünschenswert, das Drehmoment, welches der Motor den bei veränderlichen
Belastungen arbeitenden Maschinen erteilen kann, zu begrenzen und somit beim Anlauf
einen Schutz gegen eine übermäßige Überbelastung zu haben.
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Es ist auch nützlich, das Drehmoment in Fällen begrenzen oder steuern
zu können, wo plastische Stoffe, Leime od. dgl, gerührt werden. Hier kann
beim
Verdicken der Stoffe die Belastung infolge des Rührvorganges auf unerwünschte Werte
anwachsen, soweit der Motor in Frage kommt, wobei aber ein Abbremsen des Rührvorganges
zusammen mit der Einschränkung des Motordrehmomentes zugelassen werden kann, sofern
eine absolute Sicherheit gegeben ist, daß der Bewegungsvorgang nicht vollständig
zum Stillstand kommt.
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Die Erfindung erreicht alle diese Möglichkeiten. Sie besteht im wesentlichen
darin, daß der Wert eines einer Arbeitsmaschine erteilten Drehmomentes eines Wechselstrommotors
durch Verwendung einer elektromagnetischen Wirbelstromkupplung zwischen Motor und
Arbeitsmaschine gesteuert wird, wobei das Feld der W irbelstromkupplung durch Gleichstrom
aus Gleichrichtern erregt wird, die durch Gleichrichtung eines Teiles des Motorspeisestromes
gezündet werden, und das Feld der Wirbelstromkupplung erregen, indem eine Steuerspannung
aus einem anderen Teil des Motorkreises den Gittern der Gleichrichter abwechselnd
und genau festgesetzt zugeführt wird, um ihr Zünden und infolgedessen die Felderregung
der Wirbelstromkupplung zu unterbrechen, wenn der Stromwert in dem Wechselstromspeisekreis
des Motors auf einen gewissen Wert ansteigt.
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Die Erfindung wird an Hand der Zeichnungen weiter erläutert. Es zeigt
Fig. i einen schematischen Schnitt der einen Teil der Erfindung bildenden mechanischen
Einrichtung, Fig.2 eine Schaltungsanordnung zur Steuerung des Drehmomentes .gemäß
,der Erfindung, Fig.3 eine andere Schaltungsanordnung für die Steuerung des Drehmomentes.
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In Fig. i bezeichnet i die Kombination eines Elektromotors mit einer
elektromagnetischen Wirbelstromschlupfkupplung. 3 ist der Wechselstrommotor, .dessen
Rotor q. auf einer rotierenden Hülse 5 aufgekeilt ist. Die Hülse 5 ist auf Lagern
7 angebracht, welche auf einer Welle 9 angeordnet sind. Die Welle 9 bildet den angetriebenen
Teil und ist rotierend in den Lagern i i des Gehäuses 13 gelagert. Zwischen der
Hülse 5 und der Welle 9 ist eine elektromagnetische Wirbelstromschlupfkupplung 15
mit einer Wirbelstromtrommel 6 und einer Gleichstromfeldwicklung CL vorgesehen.
Die Wicklung CL ist von einem auf die Welle 9 aufgekeilten gezahnten Rotor
8 gehalten. Die Wicklung ist mit Schleifringen 17 verbunden, über welche zur Erregung
der Wicklung der Strom zugeführt wird. Dadurch erhält man eine magnetische Schlupfkupplung.
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In Fig. 2 "ist L1, L2, L3 ein dreiphasiger Wechselstromkreis, welcher
"den Wechselstrommötor 3 speist. CL ist wiederum die Wicklung der Schlupfkupplung,
welche bei Magnetisierung der Kupplung eineGleichstromkupplungslast darstellt. DenGleichstrom
hierfür erhält man aus einem Paar gasgefüllter dreielektrodiger Gleichrichterröhren
RT mit Heizkathoden, welche eine halbe Welle des Wechselstromes gleichrichten.
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AT ist ein Anodentransformator, welcher den Strom für die Gleichstromlastwicklung
der Kupp-Jung liefert und dessen Primärwicklung mit den Leitungen L1 und L2 des
Wechselstromspeisekreises verbunden ist. Die Anoden A der Röhren RT sind mit den
beiden Enden der Sekundärwicklung des Transformators AT verbunden.
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Die Kathoden K der beiden Röhren werden von einem Heizfadentransformator
gespeist, dessen Primärwicklung ebenfalls Strom aus den Leitungen L1 und L2 erhält.
Der Transformator KT wird durch einen Rheostaten FR eingestellt.
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G sind die Gitter der Röhren RT. Die Widerstände BR sind Gitterstrombegrenzungswiderstände,
so daß die Gitterströme maximal auf einem niedrigen Wert von 2 oder 3 Mikroampere
gehalten werden. Ein geeigneter Wert für die Widerstände BR ist 5o ooo Ohm.
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Die Enden der Sekundärwicklung des Transformators KT sind mit den
Kathoden K der Gleichrichterröhren RT verbunden.
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Die Mittelpunkte des Anodentransformators AT und .des Kathodentransformators
KT sind über die Gleichstromwicklung CL der Kupplung miteinander verbunden.
Somit kann durch die Wicklung CL Gleichstrom fließen, wenn- zwischen den Mittelpunkten
des Transformators AT und des Transformators XT und durch die Gleichrichterröhren
RT abwechselnd Strom fließen kann, je nachdem die Röhren RT durch die Gitter G gezündet
oder gelöscht werden. Die Art und Weise dieses Stromflusses wird weiter unten beschrieben.
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GT ist ein Gittertransformator, welcher praktisch keinen Strom liefert,
sondern in der Hauptsache Wechselpotentiale an die Gitter G zur abwechselnden Zündung
oder Löschung der Röhren RT legt. Seine Primärwicklung ist ebenfalls, wie gezeigt,
mit den Speiseleitungen L1 und L2 verbunden, wobei ein auf die Geschwindigkeit ansprechendes
Steuermittel GV in die Speiseleitung L2 eingeschaltet sein kann.
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Die Spannung der Sekundärwicklung des Gittertransformators GT beträgt
ungefähr ioo Volt. Sie kann entsprechend den Erfordernissen der Schaltung eingestellt
werden. Die Widerstände GB, von welchen jeder beispielsweise io ooo Ohm beträgt
und: die in Serie liegen, sind zur Sekundärwicklung des Transformators GT parallel
geschaltet, um den Strom in,der Sekundärwicklung auf einem niedrigen Wert zu halten.
Die Potentiale an den beiden Enden der beiden in Serie liegenden Widerstände GB
werden an die Gitter G über die Widerstände BR gelegt. Der Mittelpunkt der Widerstände
GB ist mit dem Mittelpunkt des Heizdrahttransformators KT verbunden, wodurch
eine Beziehung vom Gitterzum Kathodenpotential hergestellt ist.
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In der Motorleitung L3 befinden sich eine oder zwei Drahtwindungen
W, welche als Primärwicklung für den Stromtransformator LT dienen. Er ist
ein Serienhaupttransformator mit einer höheren Spannung in seiner Sekundärwicklung.
Parallel zu ihr befindet sich das einstellbare Potentiometer P, welches von Hand
verstellt werden kann. Diese Verstellung -erfolgt in Übereinstimmung mit dem Ablesen
des Amperemeters Atll, welches in der
Motorleitung L3 eingeschaltet
ist, so daß man jederzeit sich vergewissern kann, wie hoch der Strom ist und/oder
mit welchem Drehmoment der Motor 3 arbeitet.
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Ein Widerstand RL von io ooo Ohm ist im Potentiometerkreis und parallel
zur Sekundärwicklung des Transformators GT eingeschaltet, so daß der Transformator
LT zur Sekundärwicklung des Transformators GT nicht kurzgeschlossen werden
kann.
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Der Gittertransformator GT baut ein Potential auf, welches auf der
zusammengesetzten Welle der beiden Leitungen L1 und L2 beruht. Da die elektrische
Welle der Leitung L3 des Motorkreises immer i8o° außer Phase mit den entsprechenden
zusammengesetzten Wellen der beiden Leitungen L1 und L2 ist, ist das durch den Transformator
LT
aufgebaute Potential immer i8o° außer Phase mit dem durch den Transformator
GT aufgebauten Potential, d. h. beide Phasen wirken entgegen. Das Potential des
Transformators GT bewirkt, daß die Gitter G abwechselnd die Röhren RT für
den Stromdurchgang zünden oder löschen, je nachdem ob jedes Gitter G positiv oder
negativ wird.
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Das Potential vom Transformator LT erhält einen in Übereinstimmung
mit der Einstellung des Potentiometers P entsprechenden Wert, so daß es zuerst das
eine und dann das andere Potential an den Widerständen GB genau ausgleichen
wird. Da das durch den Transformator LT gelieferte Potential proportional
ist dem Stromfluß in den Leitungen des Motorkreises (insbesondere in der Leitung
LS), kann es nicht auf den notwendigen Wert zum Ausgleich der Potentiale an den
Enden der Widerstände GB steigen, wenn nicht der Stromfluß durch die Leitung
L3 und'infolgedessen zum Motor selbst groß genug ist, daß er ein solches Ausgleichspotential
erzeugen kann. Solange also der Strom des Wechselstrommotors wertmäßig geringer
ist als der notwendige Stromwert zur Erzeugung des Ausgleichspotentials an den Widerständen
GB, werden die Gitter G der Gleichrichterröhren RT ununterbrochen zünden und die
volle Gleichstromerregung für die Kupplungswicklung CL liefern. Dies dauert
so lange, bis der Strom im Motor einen Wert erreicht, der im Potentiometer P ein
Ausgleichspotential für die Sekundärwicklung des Transformators GT aufbauen kann.
Die Gitter G werden weiterhin die Röhren zünden und CL erregen, bis der Unterschied
zwischen den von den Transformatoren LT und GT gelieferten Potentialen einen
bestimmten Wert hat. Die Gitter G werden weiterhin die Röhren mit derselben Geschwindigkeit
zünden, unabhängig von einer anfangenden Annäherung an den Ausgleichswert, d. h.
bis der genaue Wert im wesentlichen erreicht ist. Das Amperemeter AM zeigt
also mit einem hohen Maß von Genauigkeit den Wert des Drehmomentes entsprechend
einer Konstanten an, bei welchem die Unterbrechung der Erregung der Kupplungswicklung
CL erfolgt.
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Aus obigen Ausführungen ergibt sich, daß die Gleichrichterröhren
RT nicht zünden werden und somit keinen Gleichstrom für die Kupplungswicklung
CL liefern, wenn sie nicht durch die Potentialanlegung vom Gittertransformator
GT hierzu angeregt werden. Ist das Potential vom Gittertransformator GT durch das
Potentiometer P ausgeglichen, so werden die Röhren RT nicht zünden. Da das
Potentiometer P eingestellt werden kann, kann die Zündung der Röhren bei irgendeinem
Stromwert in der Leitung L3 unterbrochen werden.
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Es braucht das Potentiometer P in seiner Einstellung nicht stehenzubleiben,
wenn die Beschleunigung der Arbeitsmaschine auf der Welle 9 fortschreitet. Es kann
z. B. das Drehmoment stetig in Abhängigkeit von der Zeit erhöht oder vermindert
werden, wofür eine geeignete Zeitmeßeinrichtung zu verwenden ist.
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Die Stromzuführung zum Wechselstrommotor 3 ist eine Funktion des durch
den Motor gelieferten Drehmomentes gemäß einer bestimmten Beziehungsgleichung. Im
gewöhnlichen Drehzahlbereich des Motors, in welchem der Motor nicht zu sehr belastet
ist, handelt es sich um eine fast direkte Proportion. Deswegen ist mit einem ausreichenden
Maß von Genauigkeit die Ablesung,des Amperemeters fast die direkte Ablesung des
Drehmomentes entsprechend einem konstanten Multiplikator. Ist der Motor außerhalb
seines gewöhnlichen Drehzahlbereiches überlastet, kann das Amperemeter speziell
in Drehmomenteinheiten umgeeicht werden.
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Untersuchungen haben ergeben, daß der Motor, wenn beispielsweise das
normale Vollastdrehmoment des Motors ioo Ampere beträgt und der Motor angelassen
wird, während das Potentiometer P eingestellt wird, bis das Amperemeter ioo Ampere
anzeigt, fortfahren wird, nicht über ioo Ampere zu ziehen. Ferner wird er Motor
sehr wenig unter diesem Wert ununterbrochen ziehen, bis er voll beschleunigt ist.
Dies bedeutet z. B. im Fall einer Zentrifuge, daß der Motor dauernd den maximalen,
fest bestimmten zulässigen Wert des Drehmomentes benutzt, d. h. die Arbeitsmaschine
wird in möglichst kurzer Zeit beschleunigt, und diese Beschleunigungszeit kann durch
Einstellurig des Potentiometers P gesteuert werden.
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Wie im Ausführungsbeispiel gezeigt, kann ein Steuermittel G1 in Verbindung
mit dem angetriebenen Teil der Kupplung 15 benutzt werden. Solch ein Steuermittel
ist in der Fig. i, auf der Welle 9 befestigt, dargestellt. Seine Funktion ist die
Steuerung der Kontakte eines Kohlestabes od. dgl., um sie beim Anwachsen der Geschwindigkeit
oder umgekehrt zu öffnen.
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Der Kontaktkreis des Steuermittels GTl ist über eine der Leitungen,
nämlich L2, mit dem Transformator verbunden und besteht beispielsweise aus einem
zu einem geeigneten Kondensator parallel liegenden Widerstand. Der Widerstand liegt
auch parallel zu den bei N schematisch angedeuteten Kontakten. Die Kontakte werden
geöffnet, wenn die Welle 9 eine Übergeschwindigkeit aufweist. Somit vermindert das
Steuermittel GTl in einfacher Weise
den Strom und bewirkt, daß das
Potential des Transformators GT abgeschaltet wird, wenn die Kupplungswelle g zur
Übergeschwindigkeit neigt, und wieder angelegt wird, wenn die Kupplungswelle g wieder
bei der gewünschten Geschwindigkeit läuft. Der Wattverbrauch des Steuermittels Gh
ist sehr klein, insofern er dem sehr kleinen Strombetrag entspricht, der in dep
Widerständen GB zu fließen hat.
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Wenn auch die Röhren RT einzeln eine halbe Welle gleichrichten, so
bewirken sie doch zusammen eine Vollweggleichrichtung.
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Ein Voltmeter VM kann zur Feststellung der Spannungsbedingungen im
Kathodenkreis benutzt werden.
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Fig. 3 zeigt einen elektronischen Kreis, wie bereits beschrieben.
Er verwendet aber zur Steuerung Gleichstrom statt Wechselstrom, außerdem vier gas-oder
quecksilberdampfgefüllte Röhren RT, RT2, RT3 und RT4 für den Betrieb der Wicklung
CL. Die beiden Außenröhren RT' und RT4 haben eine höhere Anodenspannung als die
beiden Innenröhren und übernehmen gewöhnlich den Betrieb, bis eine, z. B. die Röhre
RT4, ausfällt. Beim Ausfall der Röhre RT4 greift die Röhre RT3 ein, bis die Röhre
RT4 wieder in Ordnung gebracht ist. RT2 und RT3 sind also Ersatzröhren für RT' und
RT4.
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L1, L2, L3 in Fig. 3 ist wiederum der dreiphasige Speisekreis für
den Motor 3, und die Leitungen L1 und L2 speisen den Transformator AT. Die vier
Röhren RT', RT2, RT3 und RT4 sind mit der Sekundärwicklung des Transformators AT
an im gleichen Abstand voneinander liegenden Punkten paarweise auf .den gegenüberliegenden
Seiten der Mittelpunktsleitung für die Wicklung CL verbünden. Das andere Ende der
Wicklung CL ist mit den Mittelpunkten der Transformatoren KT verbunden, die
ebenfalls aus den Leitungen L1 und L 2 gespeist werden. K sind die Kathoden und
G die Gitter. Die Widerstände BR sind mit :den Gittern G verbunden. A sind die Anoden
der Röhren. Man sieht, daß die Hauptänderung in dem Hauptröhrenkreis das Vorhandensein
von vier Röhren ist, von welchen zwei normalerweise arbeiten. Der wichtigere Unterschied
ist die Verwendung von Gleichstrom im Steuerkreis an Stelle :des Wechselstromes
in den Fig. i und 2. Es werden drei Steuerkreise verwendet. Sie sind durch I, II
und III in gestrichelten Rechtecken gekennzeichnet.
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Der Grund für die Verwendung von Gleichstromsteuerkreisen ist in gewissen
Fällen die Vermeidung von Schaltungsschwierigkeiten wegen der Phasen, welche von
der möglichen Wirkung des Leistungsfaktors herrühren können oder von falschen Verbindungen,
die leicht gemacht werden können. Beispielsweise können bei Verwendung eines Steuermittels
GTl vorübergehende elektrische Vorgänge auftreten, welche den Monteur bei der richtigen
Phasenfeststellung des Kreises verwirren können. Die folgende Beschreibung befaßt
sich mit dem allgemeinen Drehmomentsteuerkreis und dem Steuermittelkreis, wie .er
bereits an Hand der Fig. 2 erläutert wurde. Für die verschiedenen Steuerzwecke wird
aber an Stelle der Wechselströme Gleichstrom benutzt.
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Den Steuerkreis I kann man als negativen Vorspannungskreis bezeichnen,
den Steuerkreis II als Vorspannungskreis für das Steuermittel und den Steuerkreis
III als Vorspannungskreis für das Drehmoment.
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Die negative Vorspannung wird durch das Potentiometer PT von iooo
Ohm eingestellt, so daß die beiden Außenröhren RT' und RT4 eine geringere negative
Vorspannung haben als die beiden Innenröhren RT2 und RT3. Somit arbeiten die beiden
Außenröhren immer, wenn nicht eine ausfällt. Hierfür hat man eine Grundsteuerung,
die bewirkt, daß die beiden Außenröhren immer arbeiten, unabhängig von irgendwelchen
vorübergehenden Vorgängen, welche, wenn auch unerwünscht, die beiden Innenröhren
in Tätigkeit setzen können. Die normale ununterbrochene Arbeit der beiden Außenröhren
RT' und RT4 ist also nicht nur durch die höhere Anodenspannung gesichert, sondern
auch durch eine geringere negative Gittervorspannung.
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Im Stromkreis I wird der Gleichstrom vom Gleichrichter R1 durch einen
aus den Kondensatoren 1.21 und 131 mit einer Drossel iii zwischen den Kondensatorverbindungen
in gewöhnlicher Weise bestehenden Filterkreis geleitet. Der Potentiometerwiderstand
PT ist eine stetige Belastung von sehr kleiner Größe für den Gleichrichter R1.
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Von Punkt 2g des Widerstandes PT wird eine negative Spannung von .beispielsweise
-i2 Volt abgenommen und den Gittern der Außenröhren RT' und RT4 zugeführt. Vom Punkt
28 wird eine größere negative Spannung von -i6 Volt abgenommen und den Gittern der
beiden Innenröhren RT2 und RT3 zugeführt. Normalerweise wird die durch den Steuerkreis
I zugeführte negative Vorspannung die Röhren am Zünden hindern, so daß kein Gleichstrom
der Kupplungswicklung CL zu-
geführt wird.
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Der Gleichrichter R2 im Steuerkreis II ist so beschaffen, daß Gleichstrom
nur erzeugt wird, wenn .die Kontakte N des Steuermittels GTl geschlossen sind. Es
kann zwar ein sehr kleiner Strombetrag vom Widerstand GR von 5ooo Ohm geliefert
werden, der aber in keiner Weise ausreicht, den Kreis zu beeinflussen. Der Widerstand
LR von io ooo Ohm liegt parallel zur Primärwicklung des Transformators 20, wodurch
die Belastung der Kontakte des Steuermittels gesteuert wird, damit sie Strom durchlassen
können und selbst sauber gehalten bleiben. Die positive Ausgangsklemme des Gleichrichters
R2 ist mit dem positiven Ausgangspunkt des Steuerkreises I an der Stelle 51 verbunden.
Seine negative Seite ist über den Punkt 114 und Widerstand TBB von 5ooo Ohm mit
dem Punkt g1 verbunden, der mit dem Punkt 8 i in Verbindung steht, auf welchem eine
negative Belastung des Widerstandes BB ruht, wenn die Kontakte des Steuermittels
geschlossen sind.
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Angenommen, die Kontakte des Steuermittels sind geöffnet, und es fließt
kein Strom im Gleichrichter R2. Der Gleichrichter R"- liefert einen
stetigen
Gleichstrom. Infolgedessen haben alle mit dem Punkt 51 im Steuerkreis I verbundenen
Leiter und Teile einen positiven Spannungswert, wobei kein beträchtlicher Strom
fließen kann infolge des hohen Ohmwertes der Sperrwiderstände BR in den Gitterleitungen
der Röhre. Ein im wesentlichen gleichförmiger positiver Spannungszustand wird in
all diesen Leitern und Teilen herrschen. Die Kathoden K der Röhren haben einen positiven
Spannungswert, während die Gitter jeder Röhre, die mit den Punkten 28 und 29 des
Potentiometers PT verbunden sind, sämtlich einen normalen und stetigen negativen
Spannungswert aufweisen, so daß die Röhren am Zünden verhindert werden.
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Angenommen, die Kontakte des Steuermittels im Steuerkreis II sind
geschlossen. Es wird ein negatives Potential oder auch ein negativer Strom am Widerstand
TBB, dem Punkt 9 1 und Punkt 81 auftreten. Das Schließen der Kontakte des
Steuermittels bewirkt also eine Verminderung des positiven Potentials am Punkt 81.
Infolgedessen wird der Potentialunterschied zwischen den Kathoden K und den Gittern
G vermindert, so daß die Röhren zünden können. Der Widerstand BB hat einen ziemlich
hohen Ohmwert, z. B. io ooo Ohm, so daß sich dieses Potential nicht augenblicklich
ausgleichen kann. Infolgedessen verursacht das Schließen der Kontakte des Steuermittels
das Zünden der Röhren RZ'i und RT4. Das Auffallende bei diesen Röhren ist, daß sie
so lange zünden, wie ihr Anodenpotential im positiven Teil des Zyklus oder der evtl.
Sinuswelle liegt.
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Der Steuerkreis III wird vorn Transformator 23 gespeist. Die Primärwicklung
eines anderen Transformators 21 bildet eine induktive Belastung für den Stromtransformator
23. Der Transformator 21 speist den Gleichrichter R3. Ein Widerstand 22 von io Ohm
bildet eine konstante Belastung für die Ausgangsseite des Stromtransformators 21,
so daß zu keiner Zeit die Ausgangsseite unbelastet ist, unabhängig von der Einstellung
des Potentiometers P1.
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Das Potentiometer Pf von 25 Ohm kann so eingestellt werden, daß ein
bestimmtes Potential für die Unterbrechung der Zündung der Röhren in Abhängigkeit
vom Stromwert in Ampere in der Leitung L3 entsteht. Die positive Klemme des Gleichrichters
R3 ist über den Punkt gi mit dem Punkt 81 verbunden. In diesem Fall dient das positive
Potential des Gleichrichters R3 der Wiederherstellung des positiven Spannungszustandes
am Punkt 81. Der Widerstand TBB bildet in diesem Fall eine Belastung für den Gleichrichter
R3. Wegen seines Ohmwertes stellt er am Punkt gi ein relativ hohes positives Potential
her und hilft es aufrechterhalten. Der Widerstand TBB hat den halben Ohmwert des
Widerstandes BB. Der Grund ist, daß der Widerstand TBB einen genügend negativen
Spannungszustand über dem Punkt 51 am Punkt 8,1 und den Punkten 114 und gi zulassen
rnuß, so daß das Steuermittel arbeiten kann. Der Widerstand TBB gestattet auch das
Auftreten positiven Potentials vom Gleichrichter R3 am Punkt 81 über den Punkt gi
trotz der Belastung von TBB für den Gleichrichter R3. Wenn also der Strom in der
Speiseleitung Ls auf einen solchen Wert steigt, daß er eine positive Spannung im
Gleichrichter R3 hervorruft, so wird am Punkt 81 das Potential für Nichtzünden wiederhergestellt,
gleichgültig ob die Kontakte des Steuermittels GTl geöffnet oder geschlossen sind,
unddieRöhren werden nicht zünden. Somit wird die Steuerung der Geschwindigkeit durch
das Steuermittel außer Wirkung gesetzt durch die Steuerung für die Drehmomentvorspannung.
Auf diese Weise kann der Kreis 3 für die Steuerung des Drehmomentes ein Arbeiten
der Röhren verhindern, wenn der Motorstrom durch Überbelastung überschritten wird.
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Der Steuerkreis sieht nicht nur Mittel für die Begrenzung des Drehmomentes
des Motors vor, sondern ist auch eine Sicherheit dafür, daß der Motor 3 nicht festfahren
kann, weil vielleicht das Steuermittel GTl auf eine hohe Geschwindigkeit gebracht
worden ist und in dieser Geschwindigkeit sorglos durch die Bedienungsperson gelassen
wird, die möglicherweise alle Kreise auf einmal einschalten kann, ohne sich zu vergewissern,
ob das Steuermittel auf Null zurückgebracht worden ist.
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Bei großen, mit Wirbelstromkupplungen gekuppelten Motoren können die
Trägheitsmomente des Rotors und der Kupplungsteile groß sein. Bei Anlegung der vollen
Erregung, wie es der Fall ist, wenn das Steuermittel in Ruhe ist und eine hohe Ausgangsgeschwindigkeit
in Betracht kommt, könnte der Motor 3 festfahren, weil er nicht genug Drehmoment
entwickeln kann, um die Massen so schnell zu beschleunigen, wie dies das Kuppeln
der Wirbelstromkupplung fordert. Der Steuerkreis III bietet einen Schutz für solch
ein Festfahren.
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Als Schutz für die Gleichrichterröhren kann ein Zeitverzögerungsrelais
in die Speiseleitung des Transformators AT eingeschaltet sein, so daß die Kontakte
SW &eöffnet bleiben, bis die Spule C anspricht. Dadurch wird die Zeit verzögert,
zu welcher die Anodenspannungen angelegt werden, auch wenn alle Kathodentransformatoren
bereits unmittelbar aus den Leitungen L' und L2 Strom erhalten haben. Somit werden
zuerst die Transformatoren KT erregt, und i Minute später werden erst die Kontakte
SW geschlossen.
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Es kann noch ein anderer Kontakt SWl in die eine Leitung des Stromtransformators
z3 zum Schutz des Gleichrichters R3 bei einer zu raschen Stromaufnahme durch den
Motor 3, wenn der Schalter LSW geschlossen wird, eingeschaltet sein. Bekanntlich
nehmen Induktionsmotoren einen siebenmal größeren Vollbelastungsstrom auf als normalerweise,
wenn sie parallel zur Leitung geschaltet sind. Dadurch kann möglicherweise der Gleichrichter
R3 infolge der ihm zugeführten übernormal hohen Spannungen durchbrennen. Aus diesem
Grunde liegt im Kreis des Transformators 23 der Kontakt SW1 eines Zeitverzögerungsrelais,
der eine Minute später schließt als die Kontakte des Schalters I_SW im Speisekreis,
so daß der Gleichrichter R3 nicht beschädigt werden kann. Der Kontakt
SWi
schließt zur selben Zeit wie die Kontakte SW eines Zeitverzögerungsrelais. Sie bilden
also Teile ein und desselben Zeitverzögerungsrelais.
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Das 7eitverzögerungsrelais mit seinen Kontakten SW und SWi ist nur
schematisch gezeigt, da -es sich um eine an sich bekannte Einrichtung handelt.
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Zusätzliche Vorteile der an Hand der Fig. 3 beschriebenen Gleichstromkreise
sind, daß keine Phasen für die Drossel i i i und für die anderen Kreiselemente zu
beachten sind. Es wurde auch gefunden, daß die Vakuumröhren bei Benutzung von Gleichstrom
stabiler sind. An Stelle der Gleichrichter R1, R2 oder R3 können auch Gleichrichtervakuumröhren
benutzt werden.