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Kathodenstrahlröhre für die Sendung oder den Empfang von zeilenweise
übertragenen, insbesondere farbigen Fernsehbildern Bei Kathodenstrahlröhren für
Fernsehzwecke benötigt man, wenn es sich um die Übertragung gewöhnlicher einfarbiger
Fernsehbilder handelt, eine nur annähernd zei@tpropo,rt@ionale Ablenkung in der
Zeilenvorschubrichtung oder in bestimmten Fällen auch einen Ablenkstrom bzw. eine
Ablenkspannung, die wenigstens annähernd nach einem bestimmten Gesetz gekrümmt sein
muß. Die für diese Fälle erforderlichen Ablenkströme bzw. -spannurigen lassen sich
mit bekannten :Mitteln erzeugen. Es ist auch schon vorgeschlagen worden, sägezahnförmige
Ablenkströme oder -spannengen derart zu erzeugen, daß die Anstiegstangente der langen
Sägezahnflanke stets konstant gehalten wird und daß, wenn während dieser Zeit der
zeitliche Differentialquotient des Sägezahnstromes oder der Sägezahnspannung sich
ändern sollte, eine Regelspannung auftritt, welche wieder für dieErreichung des
gewiinschtenBetrages desDifferentialquotienten sGrg t.
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Die Erfindung bezieht sich darauf, bei Kathodenstrahlröhren für die
Sendung oder den Empfang zeilenweise übertragener, insbesondere farbiger Fernsehbilder
die räumliche Lage des Anfangspunktes der Zeilenvorschubablenkung und bzw. oder
die Lage weiterer durch fernübertragene, vorzugsweise in den Zeilenpausen liegende
Zeitmarken kenntlicher Punkte auf dem Abtastschirim im Verlauf der A.blenkbewegung
mittels selbsttätig wirkender Einrichtungen derart zu regeln, daß diese
Punkte
mit bestimmten Stellen auf der abzutastenden Fläche zusammenfallen.
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Eine derartige Einrichtung ist beispielsweise für das folgende bekannte
Farbfernsehverfahrren anwendbar. Man kann farbige Fernsehbilder derart übertragen,
daß man auf einem Leuchtschirm einer Braunsehen Röhre Streifen aus verschiedenfarbig
leuchtenden Fluoreszenzmaterialien anbringt, «#o@l;ei diese Streife., die in den
für die Übertragung notwendigen Grundfarben fluoreszieren müssen, in zyklischer
Reihenfolge abwechseln. Eine solche Röhre kann dazu benutzt werden, ein in natürlichen
Farben ausgeführtes Bild senderseitig abzutasten, wobei das Licht des Kathodenstrahlflecks,
der der Reihe nach über alle Fluoreszenzstreifen hinwegläuft, durch ein Objektiv
auf das. Originalbild projiziert und das reflektierte Licht von Photozellen entsprechender
Farbempfindlichkeit aufgenommen wird. Auch auf der Empfangsseite kann unter Benutzung
einer derartigen Kathodenstrahlröhre ein Bild aufgebaut werden, wenn die Leuchtmassen:streifen
so schmal sind, daß sie in der üblichen Betrachtungsentfernung durch das Auge nicht
mehr, aufgelöst werden können. In ähnlicher Weise kann man farbige Fernsehbilder
übertragen, wenn man eine weiß leuchtende Fluoreszenzmasse auf Sender und Empfänger
verwendet und vor dem Leuchtschirm eine aus schmalen streifenförmigen Lichtfiltern,
die in der Zeilenrichtung liegen müssen, zusammengesetzte Filterschicht anbringt.
Eine an anderer Stelle beschriebene Möglichkeit zur Übertragung farbiger Fernsehbilder,
bei welcher die Erfindung gleichfalls angewendet werden kann, besteht darin, daß
man mittels einer Linsenrasterplatte derjenigen Art, wie sie beim Linsenrästerfarbfilmverfahren
benutzt wird, eine Abbildung der farbigen Originalbildfläche in einer Ebene herstellt
und den drei hinter jeder Rasterlinse auftretenden Helligkeitsverteilungen je eine
Zeile einer Fernsehübertragungseinrichtung zuordnet. Amf der Empfangsseite kann
man dann in derjenigen Fläche, in welcher die fernübertragenen, den einzelnen Grundfarben
entsprechenden Zeilen wiedergegeben werden, verschiedenfarbig flüoTeszierende Leuchtmassen
anordnen, so, daß jede fernübertragene Zeile in ihrer richtigen Grundfarbe erscheint
und dann mittels einer Linsenrasterplatte, die für eine Gruppe zusammengehöriger
Zeilen eine Rasterlinse aufweist, wieder eine Mischung der in den einzelnen Grundfarben
wiedergegebenen Bildzeilen erzeugen. Statt dessen kann man auch im Empfänger sämtliche
Bildzeilen auf einer weiß leuchtenden Empfangsbildfläche wiedergeben und mittels
eines Projektionsobjektivs, das mit einer Farbsegmemtscheibe ausgerüstet ist, erst
auf dem Projektionsschirm wieder ein mehrfarbiges Empfangsbild erzeugen.
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In derartigen Fällen kommt es nun offenbar in höchstem Grade darauf
an, daß der Verlauf der Ablenkbewegung in der Zei1e2nvorrschubrichtung sich genauestens
der Lage der Leuchtmassenstreifen b:zw. Farbfilterstr eifen oder der Lage der Rasterlinsen
anpaßt. Um eine Vorstellung von der Arbeitsweise der Erfindung zu gewinnen, sei
zunächst an Hand der Abb. 1 bis 3 erläutert, wie man die räumliche Lage des Anfangspunktes
der Zeilenvorschubablenkung überwachen und laufend neu einstellen kann.
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In Abb. 1 ist eine Kathodenstrahlröhre io dargestellt, welche auf
einem ebenen durchsichtigen Schirmträger'i i einen Leuchtschhnm besitzt, der aus
einzelnen Streifen 12 bis 17 verschiedenfarbig leuchtenden Materials zusammengesetzt
ist. In der Abb. 2 ist dieser Leuchtschirm in der Aufsicht dargestellt. Die Streifen
12 und 15 mögen in roter Farbe, die Streifen 13 und 16 in grüner und die Streifen
14 und 17 in blauer Farbe fluoreszieren. Die Zeilenrichtung ist durch den Pfeil
18 angedeutet. Am rechten Rand des. Leuchtschirmes befindet sich ein Lichtfilter,
ig, welches nur das grüne Fluoreszenzlicht hindurchläßt, das rote und das blaue
dagegen absorbiert. Wenn die Schirmfläche nach Abb. 2 mittels des Kathodenstrahls
abgetastet wird, wird somit, wenn der Fluoreszenzfleck auf den Streifen 12, 14,
15 und 17 hinter dem Lichtfilter ig verschwindet, kein Licht durch das Filter 1g
mehr hindurchtreten,während dagegen, wenn die Streifen 13 und 16 abgetastet werden,
auch durch das Filter 1g noch Licht hindurchtritt. Es sei nun zunächst angenommen,
daß auf dem Leuchtschirm gemäß ABb. 2 der Kathadenstrahlfleck mit den einzelnen
Leuchtmassenstreifen 12 bis 17 sich genau decken möge, so daß bei jeder Zeilenbewegung
ein Streifen vollständig abgetastet wird. Bei einer Röhre nach Abb. i oder 2 wird
also, wenn das durch die Farbfilterscheibe ig hindurchfallende Licht auf eine Photozelle
fällt, im Anschluß an die grüne Zeile 13 ein bestimmtes Signal erzeugt werden, während
im Anschluß an die rote Zeile 12 und die blaue Zeile 14 kein Signal erzeugt wird.
Das von den farbigen Leuchtstreifen i2 bis 17 in Abb. 2 herrührende Licht kann zur
Abtastung eines mehrfarbigen Originalbildes verwendet werden, indem man mittels
eines Objektivs den Kathodenstrahlfleck auf das Originalbild abbildet und das von
diesem reflektierte Licht mit entsprechend farbempfindlichen Photozellen aufnimmt.
Das Fluoreszenzlicht, welches von dem grünen Streifen 13 herrührt und das Lichtfilter
1g passiert hat, wird von einer besonderen Photozelle aufgenommen und deren Ausgangsstrom
mit den Ausigangsströmen der übrigen zusammengesetzt.
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In der Abb. 3 ist mit 2o eine Empfangsröhre bezeichnet, welche auf
einem durchsichtigen Schirmträger 21 Leuchtmassen:streifen in derselben zyklischen
Anordnung, wie an Hand der Abb. 2 erläutert, besitzt. Die obersten drei Streifen
sind mit i2' bis 1q.' bezeichnet und entsprechen den Streifen 12 bis 14 in Abb.
2. Die Abb. 4 läßt erkennen, daß ani Rand des Leuchtschirmes eine Blende 22 angebracht
ist, welche die Stelle rechts neben dem Streifen. 13' bedeckt und die in Abb. 4
senkrecht schraffierten Stellen 23 und 24 rechts neben den Streifen 12' und 14'
frei läßt. Unterhalb der Stelle 24 befindet sich ebenfalls eine Blende 25. Die Anordnung
nach Abb. 3 arbeitet in der Weise, daß,
wenn das Signal, welches
vom Streifen 13 in Abb.2 herrührt und durch das Lichtfilter i9 hindurchgegangen
ist, auf den Streifen 13' in Abb. 3 fällt, keine der beiden Photozellen 26 und 27
belichtet wird. Liegt jedoch der Anfangspunkt der Zeilenvorschubablenkung zu weit
oben, so fällt Licht durch das Rechteck 23 in Abb. 4 hindurch und erreicht die Photozelle
27, währepd dagegen, wenn der Anfangspunkt der Zeiienvorschubablenkung zu
weit unten liegt, durch, -die Fläche 2!4 in Abb. 4 Licht hindurchfällt lind die
Photozelle 26 erreicht. Diese beiden Photozellen sind hinsichtlich ihrer Ausgangsspannungen
gegeneinandergeschaltet, so daß am Punkt 28, je nachdem, ob die eine oder andere
Zelle belichtet ist, ein positives bzw. negatives Potential gegen Erde auftritt.
Der Sägezahngenerator für die Zeilenvorschubablenkung in der Röhr-.2:.-besteht in
bekannter Weise aus einem Kondensator 29, einem Aufladewiderstand 30 und
einer Röhre 3i zur Entladung des Kondensators, deren Gitter die Impulse 3z zur Erzeugung
der Säge,zahnspannung fürdieZeilenvorschubablenkung zugeführt werden. Die Röhre
31 möge dabei den Kondensator 29 bei jedem Zeilenimpuls 32 mit einer konstanten
Elektrizitätsmenge entladen, was beispielsweise durch die Anwendung eines mit den
Zeilenimpulsen 32 gespeisten Sperrschwingers für die Röhre 31 sichergestellt werden
kann. Der Anfangspunkt der Zeilenvorschubablenkung wird dann vermöge des Potentials
am Punkt 28 gegenüber Erde stets so eingeregelt, daß der Zeileninhalt, welcher vom
Leuchtmassenstreifen 13 in Abb. 2 stammt, mit dem Leuchtmassenstreifen 13 in Abb.
3 und 4 zur Deckung kommt. Somit ist also gezeigt, wie man unter der Vorraussetzung
von Signalen, die im Anschluß an eine bestimmte Bildzeile am Anfang der Zeilenvorschubablenkung
gegeben werden, auf der Empfangsseite dafür sorgen kann, daß derAnfangspunkt derZeilenvorschubablenkung
immer an einer bestimmtem Stelle des Wiedergabeschirmes liegt.
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Es sollen zunächst einige Einrichtungen besprochen werden, welche
dazu dienen können, auf der Empfangsseite eine große Anzahl von Punkten im Verlauf
der Ablenkbewegung mit bestimmten Stellen der abzutastenden Fläche zur Deckung kommen
zu lassen. Es sei dabei wieder vorausgesetzt, daß sich auf der Sendestelle ein Schirm
nach Abb. 2 befindet, wobei nicht nur bei der ersten grünen Bildzeile 13, sondern
auch bei der nächsten 16 und allen folgenden grünen Bildzeilen ein besonderes Signal
erzeugt wird, während bei den roten und blauen Bildzeilen kein derartiges Signal
auftritt.
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Die Kathodenstrahlröhre auf der Empfangsseite enthält einen Fluoreszenzschirm
nach Abb. 5 a, der wieder aus farbigen Leuchtmasse@nstreifen zusammengesetzt ist,
die mit 12' bis 17' bezeichnet sind. Die Amplitude der Ablenkspannung für die Zeilenkoordinate
soll dabei derart gewählt sein, daß nur die im Anschluß an die grüne Bildzeile auf
der Sendeseite erzeugten Signale in die punktiert umrandete Fläche 33 hineinfallen,
während bei den roten und blauen Bildzeilen in der Zeit, in welcher der Kathodenstrahl
die Fläche 33 überstreicht, die Bildsignalspannung Null übertragen wird, so, daß
der empfangsseitige Kathodenstrahl dann auch die Stromstärke Null besitzt. Die Randfläche
33 wird empfangsseitig mit einem Farbfilter bedeckt, welches im grünen Spektralbereich
eine steile Flanke aufweist, den blauen Spektralbereich möglichst unigehindert hindurchläßt
und den roten absorbiert. In der Abb. 5 b ist über der senkrecht angeordneten Abszissenachse
x, welche der Lichtwellenlänge entspricht, die horizontale Ordinatenachse y dargestellt,
welchedie Transparenz des Filters bedeutet. Wenn nun im Empfänger die Bildzeile,
welche den Zeilen 13 und 16 im Sender entspricht, mit den Leuchtmassenstreifen 13'
und 16' zur Deckung kommt, erhält eine Photozelle, die in Abb. 8 mit 34 bezeichnet
ist, einen mittleren Strom. Weicht dagegen die Zeilenlage im Empfänger von der Sollage
nach oben ab, so -entsteht rotes Fluoreszenzlicht (vom Leuchtmassenstreifen z2',
15'), und die 34 wird schwach oder gar nicht belichtet. Wenn. im Empfänger die Zeile
von der Solllage nach unten abweicht, entsteht blaues Fluores-. zenzlicht (vom Leuchtmassenstreifen
14', 17'), und die Photozelle 34 erhält mehr Licht als bei richtiger Zeilenlage.
Am Widerstand 35 im Kreis der Photozelle 34 bildet sich also ein Spannungsabfall,
der bei der richtigen Zeilenlage einen mittleren Wert hat, bei einer Abweichung
in der einen Richtung ab- und bei einer Abweichung in der anderen Richtung zunimmt.
Diese Spannung kann an den Klemmen 36, 37 abgenommen werden. Die Photozelle 34 .muß
von der Empfangsröhre 2o in Abb. 8 in so großem Abstand angeordnet werden, daß für
alle Zeilen die, Entfernung vom Leuchtschirm zur Photozelle annähernd gleich groß
ist.
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Eine andere Ausführungsform für eine Empfangsröhre besteht darin,
d!aß man an einem Rand des Leuchtschirms, wie in Abb. 6 dargestellt, einen Graukeil
38 anordnet, der längs der vertikalen Leuehtsehirmkoordinate in Abt. 6 a die Transparenz
T besitzt, welche in Abb. 6b dargestellt ist. Das Licht, -welches !durch,den Graukeil
38 hindurchfällt und welches ausschließlich wieder von: den grünen Leuchtstreifen
13 und 16 in Verbindung mit dem Lichtfilter i9 in Abb. 2 herrührt, fällt wieder
auf die Photozelle 34 in Abb. 8 und erzeugt dort dieselben Schwankungen der Spannung
zwischen den Klemmen 36 und 37, wie an Hand der Abb. 5 erläutert.
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Man kann auch, wie in'Abb. 7 dargestellt, neben der Leuchtschirmfläche
keilförmige Blenden anbringen, die in Abb.7 senkrecht schraffiert sind und die von
den Blenden frei gelassenen Flächen, d. n. Dreiecke 39, 40, 41, mit einer beliebigen
Fluore@szenzmasse belegen. Auch bei einer solchen Anordnung ergeben sich in Abhängigkeit
von der Zeilenlage Belichtungsunterschiede für die Photozelle 34 und somit eine
Regelspannung zwischen den Klemmen 36 und 37.
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Eine andere Ausführungsform zur Gewinnung einer Regelspannung besteht
darin, daß man neben
dem Leuchtschirm eine Reihe von keilförmigen
Elektroden anordnet, wie sie in Abb. 7 senkrecht schraffiert angedeutet sind, wobei
die :schraffierten Flächenstücke einen großen Sekundärernissionsfaktor besitzen
mögen. Die Flächenstücke 39 bis 41 müssen dann einen kleinen Sekundäremissionsfaktor
aufweisen. Der Kathodenstrahl erzeugt dann beim Hinwegstreichen über die senkrecht
schraffierte Elektrode: einen Sekundäremissionsstro:m, der, wie in Abb. 9 dargestellt,
von einer besonderen kleinen Sekundäremissionsanode 42 aufgenommen werden und am
Widerstand 43 einen Spannungsabfall erzeugen kann, so daß zwischen den Klemmen 36
und 37 wieder eine Regelspannung entsteht ebenso wie zwischen :den genau bezeichneten
Klemmen in Abb, B.
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Man kann, wie an Hand der Abb. io und il erläutert werden soll, auch
mit zwei Photozellen arbeiten, deren Ausgangsspannungen gegeneinandergeschaltet
sind. Zu diesem Zweck wird auf dem Empfangsschirm ein doppelter Rand vorgesehen,
wie es Abb. io zeigt, und es werden auf dem ersten dieser Randstreifen lichtundurchlässige
Blenden angebracht, welche in der Höhe: der Leuchtstreifen 13' und 14' sowie 16'
und 17' liegen, während auf dem zweiten Randstreifen lichtundurchlässige Blenden
angebracht werden in der Höhe der Leuchtstreifen 12', i4' und 15', 16'. Die nicht
von den Blenden bedeckte Fläche der Randstreifen wird mit einheitlicher Leuchtmasse,
beispielsweise einer weiß leuchtenden Masse, bedeckt. Das im Anschluß an die grüne
Zeile gegebene Signal fällt dann, wenn auch im Empfänger die Zeile vollständig auf
den Streifen 1g', 16' usw. liegt, hinter die lichtundurchlässigen Blenden, so: daß
keine der beiden Photozellen 26 oder 27 belichtet wird. Ist jedoch die Zeilenlage
nicht vollkommen richtig, so wird j e nach dem Sinn der Abweichung die eine oder
die andere Photozelle 26 oder 27 belichtet, und an der Reihenschaltung der beiden
Belastungswiderstände dieser Photozelle ergibt sich eine Regelspannung, deren Vorzeichen
von dem Sinn der Abweichung abhängig ist.
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Es war bisher vorausgesetzt worden, daß senderseitig eine Kathodenstrahlröhre
vorhanden ist, bei welcher alle: Zeilen sich mit den entsprechenden Leuchtmassenstreifen
decken. Wenn eine solche Kathodenstrahlröhre nicht zur Verfügung steht, kann man
auch eine Nipkowscheibe od. dgl. verwenden und am rechten Rand des Bildfensters
ein Farbfilter nach Art des Filters l9 in Abb:. 2 anbringen. Die Löcher der Nipk
owscheibe können mit Farbfiltern bedeckt werden, derart, daß das erste Loch ein
rotes, das zweite ein grünes und das dritte ein blaues Farbfilter erhält usw. Man
kann mit einer derartigen Nipkowscheibe dann sowohl ein mehrfarbiges Originalbild
abtasten als auch die im Anschluß an eine: bestimmte Farbzeile erforderlichen und
empfangsseitig zur Regeilung dienenden Signale erzengen.
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Es seien nun einige Ausführungsformen be-
schrieben, welche
es erlauben, den Verlauf der Bildablenkung bzw. Zeilenvorschubablenkun:g mit der
gewonnenen Regelspannung laufend zu beeinflussen. In der Abb. 12 ist ein an sich
bekannter Sägezahngenerator dargestellt, der aus einem Kondensator 44, einem dazu
parallel liegenden Entladungsrohr 45 und einer Laderöhre 46 besteht. Das Gitter
i dieser Laderöhre liegt an einer festen Vorspannung, und. auch für das Gitter 3
möge zunächst eine, feiste Vorspannung angenommen werden. Die beiden Schirmgitter
der Laderöhre 46 liegen auf festen positiven Potentialen. Die Erzeugung der Sägezahnspannung
für die Zailenvorschubablenkun.g d-r E.mpfangsröhre 2o geht derart vor sich, daß
der Kc-ndensator 44 üb,-r das Laderohr 46 mit einem konstanten Strom aufgeladen
wird und daher das Potential an seiner oberen Belegung zeitproportional zunimmt,
bis die Röhre 45 mittels eines S ynchronisierimPulses 32 stromdurchlässig gemacht
wird und den Kondensator 44 wieder entlädt. Die zeitproportionale Aufla.dung des
Kondensators 44 findet nur statt, wenn in der Röhre 46 sämtliche Gitter auf konstanten
Spannungen liegen. Wenn man jedoch eine Regelspannung, deren Gewinnung an Hand der
Abb. 5 bis 9 beischrieben wurde, zwischen die Klemmen 36 und 37 einfügt, kann man
die Ladungszunahme je Zeiteinheit am Kondensator und damit den Verlauf der Vertikalablenkung
beeinflus6en. Die Spannung am Kondensator 44 kann also unmittelbar, wie in Abb.
12 dargestellt, oder zur Symmetrierung über einen Gegentaktverstärker an die in
der Zeilenvorschubrichtung wirkenden Ablenlcplatten 47 der Braunsch.en Röhre gelegt
werden.
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Eine andere Ausführungsform ist in der Ab:b. 13 dargestellt. Bei dieser
wird eine Sägezahnspannung 4$, die in beliebiger Weise erzeugt werden kann, mit
der Regelspannung, die an den Klemmen 36, 37 liegt, in Reihe geschaltet und nach
Verstärkung in der Röhre 49 den Ablenkplatten 47 zugeführt. Der Widerstand5o ist
derAnoden-,viderstand derRöhre 49, und die Kondensatoren 51 :dienen gemeinsam mit
den Widerständen 52 dazu, die Anodengleichspannung von den Ablenkplatten 47 fernzuhalten.
Bei dieser Anordnung dient somit die Regelspannung ebenfalls dazu, die Tangente
der Spannung an den Ablenkplatten 47 laufend zu ändern.
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Die Abb. 14 zeigt eine Ausführungsform, mit welcher dies auch bei
magnetischer Ablenkung möglich ist. In Abh. 14 ist der Kondensator wieder mit 44
bezeichnet, ein Aufladawiderstand mit 53 und die Röhre zur Entladung des Kondensators
wieder mit 45. In Reihe mit dem Ko:ndensato:r 44 ist sowohl ein kleiner Widerstand
54 gelegt als auch die Regelspannung an den Klemmen 36 und 37. Der Widerstand 54
dient in an sich bekannter Weise dazu, am Steuergitter der Röhre 55 einen Spannungsverlauf,
der in Abb. i5 dargestellt ist, herzustellen, bei dem ein streng säbrezahnförmige:r
Strom in der Ablenkspule 56 fließt. Durch die Regelspannung an den Klemmen 3C und
37 wird die Anstiegstangente dieses sägezahnförmigen Stromes nun wieder laufend
beeinflußt.
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Innerhalb des Erfindungsgedankens stellt es nun noch ein besonderes
Problem dar, den Verlauf der
Zeilenvorschubablenkung einer Kathodenstrahlsenderöhre,
die einen lichtempfindlichen Schirm besitzt, zu beeinflussen. Bei derartigen Röhren,
z. B. bei speichernden Bildfängerröhren, kann man nicht ohne weiteres eine Leuchtmasse
oder einen Leuchtmassenstreifen auf dem Rand des Abtasterschirmes anbringen.
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Als Beispiel für einen derartigen Fall soll eine Fernsehsendeeinrichtung
betrachtet werden, mit der farbige Bilder nach denn obenerwähnten Lin:senrasterfernsehverfahren
übertragen werden können. Die entsprechende Einrichtung ist in Abb. 1:6 dargesttällt.
57 bezeichnet das fernzuübertragende farbige Objekt, 58 eine Linse, die mit einer
Farbsegmentscheibe 59 ausgerüstet ist, und 6o eine Linsenrasterplatte, auf deren
Rückseite sich eine Photokathode 61 befindet, während die Speicherfläche mit 62
und die scgenannte Signalelektrode mit 63 bezeichnet sind. Speichernde Bildfänge:rröhren,
bei denen die Photokathode 61 von der Speicherfläche 62 getrennt ist und mittels
einer elektronenoptischen Einrichtung die von der Photokathode ausgehenden Photoelektronen
auf der Speicherfläche 62 zu einem scharfem Ladungsbild vereinigt werden, sind an
sich b-,kannt. Hinter jeder der Rasterlinsen bilden sich nun drei Streifen von verschiedener
Photoemission, welche dem Inhalt einer Zeile des farbigen Originals an den drei
Grundfarben entsprechen. Durch die erwähnte elektronenoptische Einrichtung entstehen
auf der Speicherfläche62 enlsprechendeLadun:gszeilen, und es ist notwendig, daß
bei der Abtastung dieses Ladungsbildes seitens des. Kathodenstrahls die Zeilenvorschub:ablenkung
exakt von Zeile zu Zeile: vor sich geht.- Neben dem Bildrahmen; in welchem das farbige
Objekt erscheint, wird, wie in Abb. 17 angedeutet, noch eine grün leuchtende Fläche
64 angebracht, so@ daß die grünen Farbzeilen je ein im Anschluß an den Zeileninhalt
gegebenes Signal erhalten, während die roten und blauen Farbzeilen an dieser Stelle
die Bildsi:gnalamplitude schwarz aufweisen.
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Es soll nun zunächst gezeigt werden, daß man mittels eines Kontrollrohres,
dessen Zeilenvorschubablenkung an sich keiner Korrektur bedürfen möge, die Regelspannung
für die laufende Nachregelung der Zeile-nvorschubablen:kung in der Bildfängerröhre
gewinnen kann. Die von der Signalplatte 63 abgenommenen Bildhelligkeitssignale werden
der Helligkeitssteuereilektroide der Kontrollröhre zugeführt, :deren Leuchtmassenstreifen
in Abb.18 wieder mit 12' bis 17' bezeichnet sind. Der Zeileninhalt wird dabei nur
Links von der senkrecht strichpunktierten Linie x-x wiedergegeben, während rechts
von dieser Linie nur die von der Fläche 64 in Abb.17 herrührenden Signale erzeugt
werden. Wenn man rechts von der Linie x-x wieder ein Farbfilter nach Art des Filters
33 in Abb. 5 a anbringt, kann :man von einer Photozeillenschaltung, entsprechend
der Abb. 8, eine Regelspannung abnehmen und zur Beeinflussung der Sägezahnspannung
an den Ablenkplatten 65 der Bildfängerröhre in Abb. 16 verwenden. Man kann jedoch
auch eine Kontrollröhre v er-,venden, die ihre eigene Zeilenvorschubablenkung regelt.
Dies sei an Hand der Abb. ig und 2o erläutert. Von der Bildfängerröhre sollen wieder
dieselben Signale erzeugt werden, wie es für die Abb. 18 beschrieben wurde. Die
Kontrollröhre enthält nunmehr zwei Randstreifen, von denen jeder wieder mit einem
Farbfilter nach Art des Filters 33 in Abb. 5 a bedeckt werden möge. Diese beiden
Filter sind in Abb. ig mit 66 und 67 bezeichnest. Durch das Filter 66 hindurch wird
eine Pho:tozellenschaltung nach Abb. 8 beeinflußt, die auf :die Zeilenvorschubablenkung
der Kontroillröhre einwirkt und durch das Filter 67 hindurch ebenfalls eine Photozellensc
altung nach Abb. 8, die jedoch die Ablenkung in der Bildfängerröhre regelt. Die
von der grünen Randfläche 64 in Abb.17 herrührenden Signale mögen wieder rechts
von der strichpunktierten Linie y-y erscheinen, während die B:ildhelligkeitssignale
nur links von dieser Linie wiedergegeben werden. Wenn der Kathodenstrahlfleck in
der Kontrollröhre richtig auf dem grünen Leuchtstreifen entlang läuft, wie durch
die Lage des Flecks 68 in Abb. 1g angedeutet, geht die Zeilenvorschubablenkung in
der Kontrollröhre wie in der Bildfängerröhre unbeeinflußt vor sich. Wenn jedoch
der Kathodenstrahlfleck diejenige Lage zu den Leuchtzeilenstreifen einnimmt, wie
in Abb. 2;0, bei 69 angedeutet, wird sowohl in der Kontrollrähre wie in der Bildfängerröhre
die Ablenkung bieeinflußt, wodurch eine vollkommen richtige Deckung mit den Leuchtstreifen
in :der Kontrollröhre einerseits und mit den streifenförmigen Ladungsbildern auf
der Speicherfläche 62 andererseits sichergestellt wird.
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Wenn es sich um eine Braunsche Röhre für Projektions.zwecke handelt,
kann man die Pho:to:zellenschaItung nach Abb. 8 auch gegenüber dem Projektionsschirm
aufstellen. Dies sei an Hand der Abb. 21 erläutert, und zwar für den Fall eines
Empfängers für das Linsenrasterfarbfermsehverfahren, der mit einer Farbsegmentscheibe
am Projektionsobjektiv arbeitet. Die Empfangsröhre 7o besitzt eine Linsenra.sterplatte
71, hinter welcher die durch Punkte angedeuteten fernübertragenen Zeilen geschrieben
werden, während durch die Zusammenwirkung der Rasterlinsenschicht 71 des Projektionsobjektivs
72 und der Farbsegmentscheibe 73 auf der Projektionsfläche 74 die Farbzeilen wieder
in den natürlichen Farben erscheinen. Wenn die Zeilen auf der Leuchtmasse der Projektionsröhre
70 sich gegenüber den Rasterlinsen verlagern, ändert sich auch die Farbe
des grünen Randes auf der Projektionsfläche. Man kann somit, wenn das Licht von
diesem Randstreifen auf die Photozelle 34 fällt, .eine Regelspannung für die Zeile@nvo:rschubablenkung
der Projektionsröhre gewinnen, wenn sich vor dieser Photozelle 34 noch ein Filter
nach Art des Filters 33 in Abb. 5 a befindet.