DE890785C - Verfahren und Vorrichtung zum Verdichten von feinkörnigem Brennstoff in Schwel- oder Koksöfen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Verdichten von feinkörnigem Brennstoff in Schwel- oder KoksöfenInfo
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Classifications
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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- C10B—DESTRUCTIVE DISTILLATION OF CARBONACEOUS MATERIALS FOR PRODUCTION OF GAS, COKE, TAR, OR SIMILAR MATERIALS
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Description
Bekanntlich läßt sich aus Gas- und Gasflammkohlen in den meisten Fällen nur dann ein brauchbarer
Koks herstellen, wenn das Schüttgewicht der Kohle 'durch Verdichten erhöht wird. Die Verdichtung
der Kohle erfolgt dabei meistens durch eine maschinell angetriebene Stampfeinrichtung.
Dieses Stampfen macht keine Schwierigkeiten, wenn die Breite der Verkokungs- oder Schwelkammern
nicht zu gering ist. Anders liegen die Verhältnisse aber, wenn man, wie beim ,Schwelen nach dem
Heizflächenverfahren, mit schmalen Schwelzellen arbeitet, um aus den genannten Kohlen einen hochwertigen
Koks herzustellen. Die konstruktive Ausbildung der Stampfeinrichtung wird außerdem noch
dadurch kompliziert, 'daß in einem Ofen in der
Regel mehrere Schwelzellen dicht nebeneinander liegen. Diese müssen zur gleichen Zeit gestampft
werden, damit beim Füllen des Ofens nicht zuviel Zeit verloren' wird. Eine zu lange Fülldauer würde
außerdem zu Gasbelästigungen führen. Wegen der sehr unterschiedlichen, physikalischen Beschaffenheit
der Kohle macht ferner auch der gleichmäßige Kohleneintrag in die langen und schmalen Schwelzellen
Schwierigkeiten. Der gleichmäßige Kohleneintrag ist aber die Voraussetzung für ein gleichmäßiges
Füllen, Stampfen und Verdichten der Kohle sowie für die Ersparung von Planierungsarbeiten
am Schluß des Füll Vorgangs.
Es ist ferner bereits versucht worden, die Kohle durch Einschleudern in die Sctiwelzellen zu verdichten.
Es hat sich aber dabei herausgestellt, daß es sehr schwierig ist, die Kohleteilchen durch die
.Schleuderräder angesichts der verhältnismäßig geringen Breite der Zellen so zu lenken, daß nicht ein
Teil der kinetischen Energie der Kohleteilchen durch das Anprallen an die Schwelzellenwände aufgezehrt
wird. Außerdem ist bei diesem Verfahren die gleichmäßige Verteilung der Kohle über die
Länge der Schwelzellen schwierig zu erreichen.
Erfindungsgemäß verdichtet man den feinkörnigen Brennstoff in Schwel-' oder Koksöfen, indem
man ihn den Oienfcammern durch ein Rohr frei fallend aus einer Höhe von mehreren Metern,
ίο gemessen von der Oberkante der Ofenkammern, vorzugsweise aus einer Höhe von etwa 4 bis 10 m,
zuführt. Die einzelnen Kohleteilchemi erhalten hierdurch
eine so große Fallenergie, daß sie sich beim Aufprall in der Ofenkammer eng aneinander
lagern und einen dichten Kohlekuchen ergeben. Bei gleicher Masse ist die Fallenergie der Fallhöhe
verhältndsgleich. Damit die Kohle während des freien Falls nicht streut, wird sie durch ein Fallrohr,
das nach Möglichkeit über die ganze Länge den gleichen Querschnitt hat, geführt.
In der Zeichnung sind zwei Ausführ-ungsbeispiele einer Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens schematisch dargestellt, und zwar zeigen
Abb. ι und 2 bzw. Abb. 3 und 4 je ein Ausführungsbeispiel
in Vorder- bzw. Seitenansicht.
Bei der Vorrichtung nach Abb. 1 und ß, die für
den Sturz der Kohle aus großer Höhe, z. B. 1IO m, vorgesehen ist, ist über den Schwelzellen 1 auf einer
Stützkonstruktion 2 der Kohlenbunker 3 verfahrfoar, unter dessen durch eine Klappe verschließbarer
Austrittsöffnung das lotrechte Rohr 4 fest verbunden
mit dem Kohlenbunker angeordnet ist. Das Rohr 4, durch das die Kohle aus dem Bunker in
die Schwelzellen fällt, hat rechteckigen Querschnitt und eine lichte Breite a, die zweckmäßigerweise
etwas kleiner gewählt wird als die obere Breite b
der Füllöffnung der ,Schwelzelle. Da die Breite c
des· Rohres im vorliegenden Fall geringer ist als die Länge d der Füllöffnung der Schwelzelle 1, muß
der Bunker 3 mit dem Fallrohr 4 über jeder Füllöffnung in deren Längsrichtung verschiebbar sein,
damit die gesamte Schwelzelle mit Kohle gefüllt
werden kann. Der Bunker mit dem Fallrohr muß außerdem quer zu der vorerwähnten Richtung verschiebbar
sein, damit auch die Nachbarzellen mit Kohle gefüllt werden können. Zu diesem Zweck ist
der Bun'k&r mit dem Fallrohr auf einem Wagen 5 gelagert, der auf Schienen 6 verfahrbar ist und
selbst Schienen 7 trägt, auf denen, der Bunker mit dem Fallrohr verfahrbar und gegenüber dem
Wagen 5 verschiebbar ist. Das Fallrohr 4, das vorzugsweise eine Länge von etwa 4 bis 10 m hat, gemessen
von der Oberkante der ßchwelzelle, ist durch Streben 8 gegen den Wagen 5 abgesteift.
Um eine gleichmäßige Beaufschlagung des Fallrohres zu erhalten, ist der Kohlenbunker durch Totrechte
Trennwände 9 unterteilt. Die schnelle Entleerung des Bunkers wird durch eine von einer
Antriebsvorrichtung 110 mechanisch betätigte Austragsvorrichtung iii unterstützt, die aus mit
jaloüsieartigen Leisten besetzten lotrechten Blechen besteht, die in lotrechter Ebene auf und ab bewegt
werden. Das Fallrohr 4 besitzt ein unteres Endstück 20, das in lotrechter Richtung verschiebbar
ist. Es genügt, dieses Endstück zu verschieben, wenn Ofenaufbauten der (Bewegung des Fallrohres
von einem zum anderen Ofen entgegenstehen oder ein möglichst nahes Heranbringen des Fallrohres
an die Füllöffnung der Zellen erwünscht ist.
Statt eines Fallrohres können auch mehrere Fallrohre, z. B. entsprechend der Zahl der Schwelzellen,
auf dem Wagen angeordnet sein.
Das Ausführungsbeispiel nach Abb. 3 und 4 veranschaulicht
eine Vorrichtung, bei der die Kohle aus etwa 5 m Höhe in die Ofenkammern gestürzt
wird. Wegen der dem ersten Ausführungsbeispiel gegenüber verringerten Fallhöhe ist es möglich,
den Aufgabebunker mit den lotrechten Fallrohren auf einem portalartig ausgebauten Wkgen. 12 unterzubringen,
der auf ,Schienen auf der Stützkonstruktion 13 der öfen verfahrbar ist. Der Aufgabebunker
besteht aus mehreren Behältern 14, und
zwar entspricht die Zahl der Behälter der Zahl der Schwelzellen (in dem dargestellten Ausführungsbeispiel
je sechs). Die einzelnen Behälter 14 sowie die dazugehörigen Fallrohre 4 erstrecken sich über
die gesamte Füllöffnung der Schwelzellen; ferner hat jeder Behälter ein Fassungsvermögen, das demjenigen
einer Schwelzelle entspricht. Die Be-Schickung geht dann in der Weise vor sich, daß die
Fallrohre über die Füllöffnungen der Schwelzellen eines Ofens gebracht und die Behälter 14 des
Kohlenbunkers in die Fallrohre entleert werden. Zwecks gleichmäßiger Beaufschlagung sind die Behälter
desKohlenbunkers durch lotrechte Wände 9 und die Fallrohre durch lotrechte Wände 15 unterteilt.
Die Beschickung und Verdichtung der Kohlenfüllung der Schwelzellen geht bei Verwendung der
Vorrichtung nach Abb. 3 und 4 infolge der großen Abmessungen der Fallrohre außerordentlich schnell
vonstatten, so daß diese Vorrichtung den bekannten Vorrichtungen, die die Kohle durch Stampfen
verdichten, weit überlegen ist.
Die Bemessung der Behälterinhal'te entsprechend dem Fassungsvermögen der Schwelzellen hat zur
Folge, daß die Schwelzellen ganz gleichmäßig gefüllt sind und ein Nachplanieren der gefüllten
Zellen von Hand sich erübrigt.
Bei Versuchen mit einem Fallrohr, das einen lichten Querschnitt von 920 X 60 mm hatte, wurde
in ,Schwelzellen gegenüber der normalen Schüttung folgende Abdichtung der Kohle erzielt: Bei einer
Länge 'des Fallrohres von 9,5 m '27% Verdichtung, bei einer Länge des Fallrohres von 5,3m 17%
Verdichtung. In beiden Fällen dauert das Füllen einer Schwelzelle von üblichen Abmessungen nur
13 bis 15 Sekunden; die aufzuwendende Arbeitszeit war also außerordentlich gering.
Claims (6)
- Patentansprüche:i. Verfahren zum Verdichten von feinkörnigem Brennstoff in Schwel- oder Koksöfen, dadurch gekennzeichnet, daß der Brennstoff den Ofenkammern durch ein Rohr frei fallend aus einer Höhe von mehreren Metern,gemessen von der Oberkante der Ofenkammern, vorzugsweise aus einer Höhe von etwa 4 bis 10 m, zugeführt wird.
- 2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen auf einer Stützkonstruktion über den öfen angeordneten, verschiebbaren bzw. verfahrbaren Aufgabebunker und ein unter ihm angeordnetes lotrechtes Fallrohr von etwa der Breite der Ofenkammern.
- 3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch-i und 2, gekennzeichnet durch einen portalartig ausgebildeten Wagen, der auf Schienen, die auf der Stützkonstruktion der Öfen verlegt sind, verfahfbar ist und einen Aufgabebunker und das Fallrohr trägt.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch'2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufgabebunker und das Fallrohr durch lotrechte Wände, die quer zu den Ofenkammerwänden verlaufen, unterteilt sind.
- 5. Vorrichtung nach Anspruch 2 bis· 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufgabebunker ein Fassungsvermögen hat, das demjenigen einer Ofenkammer entspricht, und sich, ebenso wie das Fallrohr, über die gesamte Füllöffnung der Ofenkammer erstreckt.
- 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufgabebunker aus mehreren Behältern besteht, von denen ein jeder ein Fassungsvermögen hat, das demjenigen einer Ofenkammer entspricht.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen© 5427 9.53
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE890785C true DE890785C (de) | 1953-08-13 |
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