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Bremseinrichtung für Anhängerfahrzeuge Gegenstand des Patents 861361
ist eine Bremseinrichtung für Anhängerfahrzeuge, die durch eine vom Zugfahrzeug
aus gesteuerte, durch Druckmittel bewirkte Bremsung entsprechend ihrem Leergewicht
und durch eine durch die Deichselkräfte zwischen Zug- und Anhängerfahrzeug bewirkte
Bremsung entsprechend ihrer jeweiligen Last abgebremst werden. Der Erfindung liegt
die Aufgabe zugrunde, bei einer solchen Bremseinrichtung die Bremse für die Hinterräder
des Anhängerfahrzeuges so zu gestalten, daß ihr Anbau auch unter schwierigen Einbaubedingungen
einwandfrei möglich ist. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, da,ß
die durch Druckmittel bewirkte Bremsung auf die Vorder- und Hinterräder und die-
von den Deichselkräften zwischen Zug- und Anhängerfahrzeug bewirkte Bremsung nur
auf die Vorderräder einwirkt.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Hierbei trägt das Anhängerfahrzeug i die Zuggabel 3, an deren Kopf die Stange 7
längs verschiebbar gelagert ist. Diese zur Auflaufbremseinrichtung des Anhängers
gehörende Stange ist an das Zugfahrzeug 9 angekuppelt und stützt sich in Fahrtrichtung
mittels einer Feder i i am Kopf der Zuggabel ab.
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Die Stange 7 ist gelenkig mit einer weiteren Stange 13 verbunden,
welche in den Zylinder 15 hineinragt. In diesem zur Druckmittel-, in vorliegendem
Fall Druckluftbremseinrichtung gehörenden Zylinder ist der Kolben 17 gelagert, dessen
Kolbenstange
i9 zum 'Hebel 21 an der Bremstrommel des Vorderrades des Anhängers führt. Ein gleicher
Hebel der Bremstrommel des zweiten Vo-rderrades ist über nicht dargestelltes Gestänge
ebenfalls mit der Kolbenstange i9 verbunden.. Kolben 17 und Gestängeteil 13 kommen
an der Stelle 23 in kraftschlüssige Verbindung miteinander. Der Kolben 17 ist auf
seiner dem Raum 25 zugekehrten Seite von Druckluft beaufschlagt, welche über die
Anhängersteuerleitung 27 von der Druckluftbremsanlage des Zugfahrzeuges 9 zugeführt
wird. Die Anhängersteuerleitung 27 ist bei 29 an das Leitungssystem des Zugwagens
angekuppelt. Die .andere Seite des Kolbens 17 steht unter Einfluß der Feder 31.
Der Zylinder 15 ist um den Punkt 33 schwenkbar an der Zuggabel 3 gelagert, Von der
Anhängersteuerleitung 27 führt vor ihrer Einmündung in den Zylinderraum 25 eine
weitere Leitung 70 zu einem zweiten dem Zylinder 15 parallel geschalteten
Zylinder 72, welcher einen Kolben 74 enthält, der über ein Gestänge 76 die, Bremshebel
(wovon der Hebel 78 sichtbar ist) an den Bremstrommeln der Hinterräder des Anhängerfahrzeuges
i betätigt. Der Kolben 74 steht auf seiner dem Zylinderraum 8o zugekehrten Seite
unter dem Druck der Steuerleitung 70, also dem gleichen Druck, wie, ' er -im Raum
25 des. Zylinders 15 herrscht. Die andere. Seite des Kolbens 74 wird durch die Feder
82 beeinflußt. In die Anhängersteuerleitung 70 ist eine Drosselstelle 84
eingeschaltet, durch welche ein gewünschtes Nacheilen der Abbremsung der Hinterräder
gegenüber derjenigen der Vorderräder des Anhängerfahrzeuges erzielt werden soll.
Diese Aufeinanderfolge der Bremswirkungen bildet jedoch keine grundsätzliche Voraussetzung
bei der erfindungsgemäßen Bremseinrichtung, sondern, wird nur bei Bedarf gewählt.
In anders gelagerten Betriebsfällen, kann daher die Drossel 84 auch weggelassen
werden.
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Die Wirkungsweise der beschriebenen Bremseinrichtung ist folgende:
Im ungebremsten Fahrzustand überträgt sich die Zugkraft des Fahrzeuges 9 über die
Stange 7 und die Feder i i auf die Gabel 3 und damit auf das Anhängerfahrzeug i.
Die Stange 13 übt dabei keine Kraft auf den Kolben 17 aus. Letzterer steht auf seiner
einen Seite (Raum 25) unter dem höchsten Regeldruck in der Steuerleitung 2#7, wobei
die Kraft der Feder 31 überwunden ist und Kolben 17 sowie Gestänge i9, 21 ihre dem
gelösten Zustand der Bremsen an den Vorderrädern entsprechende Stellung einnehmen.
Der höchste Regeldruck herrscht auch im Leitungsabschnitt 70 und damit im
Raum 8o des Zylinders 72, so daß auch dessen Kolben 74 unter überwindung der Feder
82 das Gestänge 76, 78 in der Lösestellung hält. Wird an der Druckluftbremseinrichtung
des Zugfahrzeuges eine Bremsung eingeleitet, so sinkt damit gleichzeitig der Druck
in der Anhängersteuerleitung 27, 70 sowie in. den Zylinderräumen 25, 8o,
wodurch die Federn 31, 82 zur Wirkung kommen. Diese Federn drücken auf die Kolben
17 bzw. 74 und bewegen sie samt den Gestängeteilen i9. 21, 76, 78 unter Anlegen
der Bremsbacken an. die Trommeln der Vorder- und Hinterräder und Anziehen der Bremsen
z. B. bis zu einer der Abbremsung des leeren Anhängers entsprechenden Stellung.
Durch die, Drossel 84 im Leitungsabschnitt 7o kann dabei, wie schon erwähnt, ein.
gewisses Nacheilen der Abbremsung der Hinterräder gegenüber den Vorderrädern erzielt
werden. Die durch die Federn 31 bzw. 82 hervorgerufene Teilabbrernsung verhindert
jedoch noch nicht das Auflaufen des beladenen Anhängerfahrzeuges auf das Zugfahrzeug.
Bei diesem nun auftretenden, in seiner Stärke vom Geschwindigkeitsunterschied zwischen
Zug- und Anhängerfahrzeug und der Masse, also dem Beladungszustand des letzteren
abhängigen Auflaufvorgang bewegt sich das Gestänge 7,13 gegen die Kraft einer Feder
86 relativ zur Zuggabel 3 und damit auch zum Zylinder 15. Durch diese Relativbewegung
beeinflußt das Gestänge 13 kraftschlüssig den Kolben 17 mit der Folge eines weiteren
Anziehens der Bremsen der Vorderräder bis zu dem notwendigen Höchstbetrag. Damit
hört das Auflaufen des Anhängers auf das Zugfahrzeug auf, und das Gestänge bewegt
sich in seine gezeigte Anfangslage zurück. Beim Lösen. der Zugwagenbremse wird die
Anhängersteuerleitung 27, 7o zusammen mit den Räumen 25, 8o wieder auf den
höchsten Regeldruck aufgefüllt, wobei; die Kolben 17, 74 unter Überwindung der Federn
3,1, 82 bis zum völligen Lösen der Bremsen an Vorder- und Hinterrädern in ihre Ausgangsstellung
zurückkehren. An Stelle der gezeigten Federspeicherzylinder könnten auch sogenannte
Zweikammerzylinder verwendet werden, bei welchen die eine Seite des Kolbens unter
dem veränderlichen Druck derAnhängersteuerleitung steht, während die andere Seite
einem konstant zu haltenden Höchstdruck ausgesetzt ist. Außerdem ist es nicht notwendig,
das Gestänge 13 und den Kolben 17 gleichachsig anzuordnen. Die beiden. Teile könnten
z. B. auch völlig getrennt nebeneinanderliegen; wobei der Kolben 17 unter Federwirkung
wieder seine Teilabbremsung durchführt, worauf dann das. Gestänge der Auflaufbremse
ohne weitere Beeinflussung .des Kolbens die Bremsen der Vorderräder mit der lastabhängigen
Stärke anzieht.
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Die Ausbildung der Bremseinrichtung für die Hinterräder als Druckmittelbremse
bringt den Vorteil mit sich, daß ihre Anbringung auch bei kompliziert gestalteten
Unterbauten der Fahrzeuge ohne Schwierigkeiten möglich ist, nachdem der Bremszylinder
unmittelbar an den Hinterrädern gelagert werden kann und im übrigen nur die Steuerleitung
70 verlegt zu werden braucht.