DE870544C - Verfahren und Praeparat zur Erzeugung einer wasserabweisenden Ausruestung auf Fasermaterialien - Google Patents

Verfahren und Praeparat zur Erzeugung einer wasserabweisenden Ausruestung auf Fasermaterialien

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DE870544C
DE870544C DEC3186A DEC0003186A DE870544C DE 870544 C DE870544 C DE 870544C DE C3186 A DEC3186 A DE C3186A DE C0003186 A DEC0003186 A DE C0003186A DE 870544 C DE870544 C DE 870544C
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Description

Es wurde gefunden, daß man Fasermaterialien wasserabweisend ausrüsten kann, wenn man sie mit Lösungen von Abkömmlingen von Methylolaminotriazinen, die mindestens einen aliphatischen Rest mit mindestens 4 Kohlenstoffatomen enthalten und von andern wasserabstoßenden Verbindungen, wie Paraffin, Wachsen oder Fettstoffen in organischen Lösungsmitteln, behandelt, gegebenenfalls unter Zusatz von sauren oder säureabspaltenden Katalysatoren, und wenn man das so behandelte Fasermaterial, gegebenenfalls nach dem Entfernen der Lösungsmittel, einer Hitzebehandlung, vorzugsweise bei 125 bis 1500, unterwirft.
Als Abkömmlinge von Methylolaminotriazinen, die mindestens einen aliphatischen Rest mit mindestens 4 Kohlenstoffatomen enthalten, können beispielsweise Ester von aliphatischen Carbonsäuren mit Methylolaminotriazinen herangezogen werden. Diese Ester können sich beispielsweise von folgenden Carbonsäuren ableiten: Laurin-, Palmitin-, Stearin-, Behen-, Öl- oder a-Bromstearinsäure; ferner von aliphatisch-aromatischen, wie Benzoesäuren, die durch höhermolekulare aliphatische Reste substituiert sind. Als Methylolaminotriazine, von denen sich die erfindungsgemäß anzuwendenden Abkömmlinge ableiten können, seien beispielsweise folgende genannt: Methylol verbindungen des 2,4,6-Triamino-i,3,5-triazins, gewöhnlich Melamin genannt, beispielsweise Mono-, Di-, Tri-, Tetra-, Penta- oder Hexamethylolmelamin;
Methylolveribindungen von solchen Abkömmlingen des Melamins, die noch mindestens eitle Aminogruppe enthalten, z. B-. Methylolverbindungen von Melam, Meiern, Ammelin, Ammelid oder von halogensubstituierten Aminotriazinen wie 2-Chlor-4,6-diamino-i,3,5-triazin; ferner Methylolverbindungen von Guanaminen, wie z. B. von Benzoguanamin, Acetoguanatnin oder Formoguanamin. Die oben angeführten Ester können sich aber nicht nur ίο von den erwähnten Methylolaminotriazinen, sondern auch von deren Äthern mit niedrigmolekularen aliphatischen Alkoholen, wie Methylalkohol oder Butylalkohol, ableiten, z.B. von Methyläthern von Methylolmelarninen mit 4 bis 6 Methylolgruppen, in welchen 2 bis 5 Methylolgruppen veräthert sind. Solche Äther können beispielsweise durch Erhitzen der Methylolmelamine mit den Alkoholen in Gegenwart geringer Mengen Mineralsäuren in bekannter Weise erhalten werden. Die angeführten Ester von Methylolaminotriazinen und deren Äthern mit niedrigmolekularen aliphatischen Alkoholen können in bekannter Weise, z.B. durch Erhitzen der Carbonsäuren mit den Methylolaminotriazinen oder deren Äthern, gegebenenfalls unter vermindertem Druck, erhalten werden.
Als Abkömmlinge von Methylolaminotriazinen, die mindestens einen aliphatischen .Rest mit mindestens 4 Kohlenstoffatomen enthalten, können auch Äther aus höhermolekularen aliphatischen Alkoholen, z. B. Butyl-, Dodecyl-, Cetyl- oder Octadecylalkohol einerseits und aus den angeführten Methylolaminatriazinen oder deren teilweise mit niedrigen aliphatischen Alkoholen verätherten Derivaten andererseits herangezogen werden.
Als Abkömmlinge von Methylolaminotriazinen, die mindestens einen aliphatischen Rest mit mindestens 4 Kohlenstoffatomen enthalten, kann man auch Kondensationsprodukte von Methylolamiden von höhermolekularen Carbonsäuren mit den angeführten Methylolaminotriazinen oder deren von niedrigmolekularen Alkoholen sich ableitenden Äthern heranziehen. Für die Herstellung dieser Kondensationsprodukte können N-Methylolamide der oben angeführten Carbonsäuren benutzt werden. Die Herstellung dieser Kondensationsprodukte kann in bekannter Weise erfolgen; man kann z. B. die Ausgangsstoffe in Gegenwart von Kondensationsmitteln, wie Borsäure, auf 50 bis ioo° erhitzen, wobei es zweckmäßig ist,, die bei der Umsetzung entstehende flüchtige Oxyverbindung (Wasser oder niedrigmolekulare Alkohole) durch Anwendung von vermindertem Druck aus dem Reaktionsgemisch zu entfernen. Werden bei dieser Umsetzung Aminptr-iazinabkömmlinge mit freien Methylolgruppen als Ausgangsstoffe verwendet, so ist es noch zweckmäßiger, bei der Umsetzung ein Hilfslösungsmittel, wie Benzol oder Toluol, anzuwenden, welches es ermöglicht, das Reaktionswasser fortlaufend als azeotrope Mischung aus dem Reaktionsgemisch zu entfernen. Man.kann z. B. so vorgehen, daß man 'die Umsetzung beim Siedepunkt des Hilfslösungsmitters vornimmt und das im Rückflußkühler; kondensierte Destillat vor der Rückleitung in das Reaktionsgefäß einen Wasserabscheider passieren läßt, welcher das abgespaltene Wasser zurückhält.
Als weiterhin anzuwendende wasserabstoßende Verbindung eignet sich besonders Paraffin. Man kann aber auch Wachse, wie Bienenwachs, ferner Fettstoffe, z. B, Ester von höhermolekularen Fettsäuren, wie Montansäure, heranziehen.
Unter den sauren Katalysatoren seien als Beispiele Ameisensäure, Essigsäure und Chloressigsäure angeführt, und unter den säureabspaltenden Weinsäurediäthylester und Triacetin.
Als organische Lösungsmittel kommen für die Zwecke der vorliegenden Erfindung beispielsweise flüssige Kohlenwasserstoffe, wie Benzin, ferner halogenierte Kohlenwasserstoffe, wie Trichloräthylen oder Tetrachlorkohlenstoff oder deren Mischungen, in Betracht. .
Zur Herstellung der Imprägnierlösungen kann man 1 Gewichtsteil der erfindungsgemäß anzuwendenden Produkte in 10 bis 200 Teilen des organischen Lösungsmittels lösen und gegebenenfalls dem Katalysator zufügen. .
Die Imprägnierung des Fasermaterials kann nach den üblichen Verfahren, z. B. durch Tauchen, vorzugsweise mit nachfolgendem Abschleudern oder Abquetschen zur Entfernung des überschüssigen Imprägnierungsmittels, vorgenommen werden.
Das imprägnierte Fasermaterial wird hierauf in üblicher Weise vom Lösungsmittel befreit und anschließend einer Hitzebehandlung, vorzugsweise bei 125 bis 1500, unterworfen. Die Dauer der Hitzebehandlung richtet sich nach der angewandten Temperatur und kann z. B. 5 bis 30 Minuten betragen.
Nach dem vorliegenden Verfahren können natürliche und künstliche Fasermaterialien, wie Garne oder Gewebe, z. B. solche aus Baumwolle oder regenerierter Cellulose, ausgerüstet werden.
Die gemäß vorliegendem Verfahren erzeugte wasserabweisende Ausrüstung, gemessen mit der Wasserdruckprobe, ist auch nach der Wäsche noch deutlich erkennbar.
In den nachfolgenden Beispielen bedeuten Teile Gewichtsteile. Das Verhältnis zwischen Gewichtsund Volumteilen ist gleich wie dasjenige zwischen dem Kilogramm und dem Liter. Die Temperaturen sind in Celsiusgraden angegeben.
" Be is ρ iel 1
Baumwollgabardine wird am Foulard mit einer Benzinlösung, enthaltend pro Liter 15 g Paraffin und 5 g des unten näher beschriebenen Stearinsäureesters, imprägniert, worauf man das Lösungsmittel verdunsten läßt und das 'Gewebe während 5 Minuten auf 1450 erhitzt. Auf diese Weise erzielt man eine wasserabstoßende Ausrüstung von erheblicher Waschbeständigkeit, was z. B. mit Hilfe eines Wasserdruckprüfers leicht nachgewiesen werden kann.
Der oben verwendete Stearinsäureester wurde analog den in der schweizerischen Patentschrift 251642 beschriebenen Estern hergestellt. Dabei wurde als Ausgangsmaterial nicht der im Bei-
spiel ι der schweizerischen Patentschrift 251 642 beschriebene Methylolmelamin-tnethyläther, sondern ein solcher verwendet, der sich nur dadurch von dem beschriebenen unterscheidet, daß der nach der Kondensation erhaltene filtrierte und auf etwa 99 0A eingeengte Sirup nicht in Benzol aufgenommen, sondern zwecks Entfernung des restlichen Salzes heiß filtriert wurde.
ι Teil dieses Methylolmelamin-methyläthers wird mit 1,3 Teilen Stearinsäure unter Vakuum voii etwa 30 mm Hg so lange auf etwa 2000 erhitzt, bis die Säurezahl des Produktes unter 10, vorzugsweise 5 bis 8, gesunken ist. Das Produkt besitzt einen Erweichungspunkt nach Krämer-Sarnow von unter 500 und ist mit Paraffin in der Wärme in jedem Verhältnis mischbar.
Beispiel 2
Man verfährt nach den Angaben im Beispiel 1, benutzt jedoch eine Benzinlösung, enthaltend pro Liter 10 g Paraffin und 10 g des im Beispiel 1 näher beschriebenen Stearinsäureesters.
Beispiel 3
Man verfährt nach den Angaben im Beispiel 1, benutzt jedoch eine Chloroformlösung, enthaltend pro Liter 10 g Paraffin und 10 g des unten näher beschriebenen Kondensationsproduktes. Auf diese Weise erzielt man eine Ausrüstung, die derjenigen des Beispiels 1 ähnlich ist.
Das obenerwähnte Kondensationsprodukt kann wie folgt hergestellt werden: 200 Teile eines etwa 3 Methoxygruppen aufweisenden Kondensationsproduktes aus Hexamethylolmelamin und Methyl- alkohol und 150 Volumteile Benzol werden-in einem Rührkolben zum Sieden des Lösungsmittels erhitzt. Die Badtemperatur wird nicht über 850 gesteigert. Das im Rückflußkühler kondensierte Destillat fließt vor der Rückleitung in das Reaktionsgefäß durch einen Wasserabscheider, aus welchem nur das Benzol in den Rührkolben zurückfließt. Gegen den Schluß der Entwässerung wird der Druck auf etwa 510 mm Quecksilbersäule vermindert. Die Entwässerung wird fortgesetzt, bis die im Wasserabscheider sich befindende Wassermenge kaum mehr zunimmt.
Darauf fügt man 162 Teile Stearinsäure-N-methylolamid aus handelsüblicher Stearinsäure hinzu und erhitzt in einem Bad von etwa 80 bis 85 ° bei einem Druck von etwa 510 mm Ouecksilbersäure während etwa 4 Stunden zum Sieden des Lösungsmittels. Während dieser Zeit werden etwa 10 Teile Wasser abgeschieden. Nach dem Abdestillieren des Lösungsmittels, was zweckmäßig unter vermindertem Druck vorgenommen wird, bildet das Reaktionsprodukt eine praktisch farblose, feste Masse.
B!eispiel4
Baumwollpopeline wird durch Tauchen mit einer Lösung imprägniert, die als Lösungsmittel eine Mischung von Benzin und Trichloräthylen im Verhältnis 1 : 1, ferner pro Liter 40 g Paraffin und 10 g der unten näher beschriebenen Harzlösung enthält. Das Gewebe wird so imprägniert, daß es 45 °/o seines Gewichtes Flüssigkeit aufnimmt, hierauf wird es während 15 Minuten bei 60 bis 700 getrocknet und anschließend io- Minuten auf 1250 erhitzt. Auf diese Weise erzielt man eine wasserabweisende Ausrüstung, die kochwaschbeständig ist.
Die oben verwendete Harzlösung besteht aus °/o eines Hexamethylolmelamin-n-butyläthers, der etwa 2 bis 4 n-Butyläthergruppen enthält und teilweise vorkondensiert ist, und aus 25 % n-Butanol.
An Stelle der oben beschriebenen Lösung kann man auch eine solche verwenden, die zusätzlich noch 0,5 ecm Eisessig pro Liter enthält.
Beispiel 5
Man verfährt nach Beispiel 4, verwendet aber eine Harzlösung, die aus 80 % eines Hexamethylolmelamin-n-butyläthers, der etwa 2 bis n-Butyläthergruppen enthält und hauptsächlich in monomerem Zustand vorliegt, und aus 20% n-Butanol besteht.
Statt der oben verwendeten Imprägnierlösung kann man auch eine solche verwenden, die noch 2 g pro Liter Weinsäurediäthylester enthält.

Claims (16)

  1. Patentansprüche:
    i. Verfahren zur Erzeugung einer wasserabweisenden Ausrüstung auf Fasermaterialien, dadurch gekennzeichnet, daß man sie mit Lösungen von Abkömmlingen von Methylolaminotriazinen, die mindestens einen aliphatischen Rest mit mindestens 4 Kohlenstoffatomen enthalten, und von andern wasserabstoßenden Verbindungen, wie Paraffin, Wachsen oder Fettstoffen in organischen Lösungsmitteln, behandelt, gegebenenfalls unter Zusatz von sauren oder säureabspaltenden Katalysatoren, und daß 1°° man das so behandelte Fasermaterial, gegebenenfalls nach dem Entfernen der Lösungsmittel, einer Hitzebehandlung, vorzugsweise bei 125 bis 1500, unterwirft.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Verbindungen, die mindestens einen aliphatischen Rest mit mindestens 4 Kohlenstoffatomen enthalten, Ester heranzieht, die sich von Fettsäuren mit mindestens 16 C-Atomen ableiten.
  3. 3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man Stearinsäureester heranzieht.
  4. 4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man Stearinsäureester von mindestens teilweise mit niedrigmolekularen aliphatischen Alkoholen verätherten Methylolmelaminen heranzieht.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man Kondensationsprodukte heranzieht, die sich von N-Methylolamiden von Fettsäuren mit mindestens 16 C-Atomen ableiten.
  6. 6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß man Kondensationsprodukte von Stearinsäure-N-methylolamid mit teilweise mit niedrigmolekularen aliphati-
    sehen Alkoholen verätherten Methylolmelaminen heranzieht. ■ '
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Verbindungen, die mindestens einen aliphatischen Rest mit mindestens 4 Kohlenstoffatomen enthalten, Äther heranzieht, die sich von aliphatischen Alkoholen mit mindestens 4 Kohlenstoffatomen ableiten.
  8. 8. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß man Äither des Butylalkohols heranzieht.
  9. 9. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß man als organisches Lösungsmittel Benzin benutzt.
  10. 10. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß man als Lösungsmittel eine Mischung von Trichloräthylen und Benzin verwendet.
  11. 11. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß man als andere wasserabstoßende Verbindung Paraffin benutzt.
  12. 12." Zur Ausführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 10 geeignetes Präparat, enthaltend mindestens eine der im Anspruch ι gekennzeichneten Verbindungen mit mindestens einem aliphatischen Rest mit mindestens 4 Kohlenstoffatomen und ferner mindestens eine andere wasserabstoßende Verbindung.
  13. 13. Präparat nach Anspruch 12, enthaltend einen Ester der in den Ansprüchen 2 bis 4 gekennzeichneten Art.
  14. 14. Präparat nach Anspruch 12, enthaltend ein- Kondensationsprodukt der in den Ansprüchen 5 und 6 gekennzeichneten Art.
  15. 15. Präparat nach Anspruch 12, enthaltend einen Äther der in den Ansprüchen 7 und 8 gekennzeichneten Art.
  16. 16. Präparat nach den Ansprüchen 12 bis 15, enthaltend als andere wasserabstoßende Verbindung Paraffin.
    Angezogene Druckschriften: Schweizerische Patentschrift Nr. 195 050; britische Patentschriften Nr. 466 015, 477 841; deutsche Patentschrift Nr. 729 231; österreichische Patentschrift Nr. 154 I2i2.
    ©5785 3.53
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