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Verfahren zum Einpegeln von Fernmeldeverbindungen
Fernmeldeverbindungen
müssen zur Kontrolle und Einstellung der vorgeschriebenen Übertragungseigenschaften
vor ihrer Inbetriebnahme und während des Betriebes eingepegelt werden. Zu diesem
Zweck ist es erforderlich, die Entzerrer und Dämpfungsregler so einzustellen, daß
am Empfangs ort die Restdämpfungskurve den vorgeschriebenen Wert und den vorgeschriebenen
Verlauf aufweist. Es ist bekannt, zur Feststellung der Übertragungseigenschaften
einer Verbindung den sogenannten Plegfelschreiber zu verwenden, mit dem es möglich
ist, die Spannung am Empfangsort in Abhängigkeit von der Frequenz aufzuzeichnen.
Zu diesem Zweck wird sendeseitig eine Spannung konstanter Amplitude und veränderlicher
Frequenz auf das System gegeben.
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Auf der Empfangsseite wird dabei synchron zu der sendeseitig vorgenommenen
Frequenzänderung ein Aufzeichnungsträger bewegt, auf dem die am Empfangsende vorhandenen
Amplituden aufgezeichnet werden. Diese Einrichtung hat den Nachteil, daß eine genaue
Synchronisierung des Empfängers mit dem Sender rerforderlich ist. Ein weiterer Nachteil
besteht darin, daß die Aufzeichnung der Restdämpfungskurve eine gewisse Zeit erfordert
und nach Einstellung der zur Korrektur vorgesehenen Entzerrer und Pegeiregler erneut
vorgenommen werden muß.
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Diese Nachteile werden durch das Verfahren gemäß der Erfindung dadurch
beseitigt, daß sendeseitig sämtliche Frequenzen des zu übertragenden
Frequenzbandes
mit gleicher und konstanter Amplitude gleichzeitig auf die Verbindung gegeben und
empfangsseitig die Frequenzen nacheinander dem einen Plattenpaar einer Braunschen
Röhre in einem bestimmten Rhythmus zugeführt werden, deren anderes Plattenpaar durch
eine andere Spannung im selblen Rhythmus gesteuert wird, und daß die Pegelung unter
Beobachtung der auf der Braunschen Röhre sichtbaren Dämpfungskurve so lange erfolgt,
bis diese die gewünschte Form aufweist. Da das Anlegen der den einzelnen Frequenzen
entsprechenden Spannungen an das eine Plattenpaar der Braunschen Röhre außerordentlich
schnell durchgeführt werden kann, ist es möglich, unter Ausnutzung der btekannten
Nachleuchteigenschaft des Bildes auf der Braunschen Röhre die gesamte Restdämpfungskurve
und deren durch die Pegelung herbeigeführte Änderungen während des Pegelvorganges
dauernd sichtbar zu machen, s'o daß les ohne Schwierigkeiten möglich ist, unter
Beobachtung dieser Restdämpfungskurve die Pegelung so durchzuführen, daß diese Kurve
den vorgeschriebenen Verlauf und die vorgeschriebene Amplitudenhöhe aufweist. Da
die in Betracht kommenden Frequenzen von der Sendeseite aus gleichzeitig übertragen
wer den und lediglich auf der Empfangsseite ein Abtasten der Frequenzen erfolgt,
ist eine Synchronisierung zwischen Sende- und Empfangsteil und damit die Übertragung
von besonderen Synchronisiergrößen nicht notwendig. Die Anlage vereinfacht sich
dadurch gegenüber den bekannten Pegelschneibern und ist daher überall da am Platze,
wo es darauf ankommt, möglichst schnell die Rlestdämpfungskurve leines Übertragungssystems
auf den vorgeschriebenen Wert einzustellen. Da dabei lediglich die Betätigung der
Dlämpfungs- und Entzerrungsregler unter Beobachtung der auf der Braunschen Röhre
sichtblaren Restdämpfungskurve vorgenommen zu werden braucht, kann dieses Verfahren
auch durch ungeschultes Personal ausgeübt werden. Das Verfahren ist daher für solche
Anlagen besonders geeignet, bei denen Verbindungen schnell durch Zusammenschaltung
der vorhandenen Übertragungsmittel aufgebaut werden müssen, wie dies beispielsweise
bei fahrbaren Verstärkeranlagen der Fall ist.
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Es ist bekannt, die Entzerrung einer Übertragungsleitung unter Beobachtung
von durch eine Braunsche Röhre angezeigten Kurven vorzunehmen, welche die Übertragungseigenschaften
des Systems erkennen lassen. Bei der bekannten Anordnung wird dem zu untersuchenden
System eine Spannungskurve ganz bestimmten Verlaufes, z. B. eine Reechteckkurve,
zugeführt und die Form der auf der Braunschen Röhre lentstehenden Kurve mit der
slendesleitig zugeführten Kurve verglichen. Die Entzerrungmittel werden dabei so
lange verstellt, bis die beiden Kurven übereinstimmen. In der Notwendigkeit, die
beiden Kurven zu vergleichen, ist ein beträchtlicher Nachteil gegenüber der Erfindung
zu erheblichen. Dabei ist zu berücksichtigen, daß sich die hohen Frequenzen bei
einer rechteckkurve im wesentlichen nur durch verhältnismäßig geringfügige Abrundungen
der Ecken auswirken, so daß Dämpfungsunterschiede bezüglich dieser Frequenzen nur
schwer zu erkennen sind. Außerdem ist es schwierig, mit Hilfe dieses Verfahrens
eine bestimmte Dlämpfungslcurve durch die Entzerrungsmittel einzustellen.
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Für die Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung
sind in den Fig. I und 2 zwei Ausführungsbeispiele schematisch dargestellt In Fig.
I bedeuten S, L und E den Sendeteil, die Übertragungsleitung, in die gegebenenfalls
ein Verstärker V eingeschaltet sein kann, und den Empfangsteil. Der auf der S'endeseite
vorgesehene Generator Gj sendet das darunter dargestellte Frequenzspektrum FS mit
konstanter Amplitude A aus.
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Das Frequenzspektrum erstreckt sich von der Frequenz f1 bis zur Frequenz
12 und entspricht dem über die Leitung zu übertragenden Frequenzband. Als Generator
G1 kommt irgendeine bekannte, für diesem Zweck geeignete Einrichtung in Frage, beispielsweise
ein rauschgenerator oder ein Generator, der eine rechteck- oder sägezahnförmige
Spannungskurve aufweist. Zur Erzeugung der konstanten Amplitude muß hinter einem
solchen Generator ein Frequenzabhängiger Amplitudenentzerrer vorgesehen werden.
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Auf der Enipfangsseite E gelangen die über die Leitung L zugeführten
Frequenzen in das Filtert, dessen schmaler Durchlaßbereich D innerhalb des Bereiches
von f1 bis 12 veränderbar ist. Der Amplitudenverlauf des Frequenzspektrums ist in
dem Filter durch das Frequenzspektrum ES' angedeutet.
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Dieser Verlauf entspricht der Restdämpfungskurve und ist in der Braunschen
Röhre anzuzeigen. Zu diesem Zweck wird die Ausgangsspannung des Filters F über einen
Gleichrichter G an das Plattenpaar P1 der Braunschen Röhre angelegt, das die vertikale
Auslenkung des Elektronenstrahles steuert.
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Die Ausgangsspannung eines Generators G2 wird an das andere, die horizontale
Auslenkung steuernde Plattenpaar P2 angelegt. Dlerselbe Generator steuert, wie durch
die Verbindung l angedeutet ist, die Lage der Durchlaßfrequenz f des Filters F.
Die Durchlaßbreite des Filters ist so gewählt, daß möglichst nur eine Frequenz loder
nur ein sehr schmaler Frequenzbereich durchgelassen wird. Die Schaltung ist so getroffen,
daß die horizontale Auslenkung des. Elektronenstrahles der Braunschen Röhre im selben
Rhythmus erfolgt wie die Verschiebung der Durchlaßfrequenz f des Filters F. Auf
diese Weise wird erreicht, daß die Leuchtkurve LK auf der Braunschen Röhre lein
getreues Abbild der Restdämpfungskurve am Eingang des Empfängerteiles darstellt.
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In Fig. 2 ist eine andere Ausführungsmöglichkeit des Empfängerteil,esE
dargestellt. Diie empfangene Spannung, deren Frequenzspektrum wie in Fig. 1 mit
FS' bezeichnet ist, wird einem Polpaar des Modulators M zugeführt. Ein anderes Polpaar
des Modulators M wird durch den Generator G3 gespeist, dessen Frequenz f3 durch
den die horizontale Auslenkung des Elektronenstrahles der Braunschen Röhre steuernden
Generator{22 verändert wird. Der Ausgang des Modulators wird dem Filter F zuge-
führt,
dessen Ausgang seinerseits über den Gleichrichter an dem die vertikale Auslenkung
steuernden Plattenpaar P1 liegt. Die Durchlaßfrequenz des Filters F ist konstant
f0 und der Durchlaßbereich D wie bei Fig. 1 möglichst schmal gewählt. Die dem Filter
F zugeführte Frequenz fO ist gleich /s # f, wobei f ein'e Frequenz innerhalb des
dem Empfänger zugeführten Spektrum f1-f2 ist. Bei konstanter Amplitude der Frequenz
f3 hängt die Amplitude der Spannung hinter dem Filter F bekanntlich nur von der
Amplitude der Frequenz f ab. Es ist also auch auf diese Weise möglich, lohne die
Verwendung eines Filters mit gesteuertem Durchlaßbereich auf der Braunschen Röhre
eine Leuchtkurve LK zu erzielten, die dem Verlauf der Restdämpfungskurve entspricht.
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Die in Abhängigkeit von der Beobachtung der Leuchtkurve vorzunehmende
Pegeiregelung kann an Dämpfungs- oder Entzerrungsreglern vorgenommen werden, die
in den Figuren nicht dargestellt sind und in üblicher Weise beispielsweise am L'eitungsverstärker
vorgesehen sein können.