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Vorrichtung zur fortlaufenden spannungslosen Naßbehandlung von Gewebebahnen
Gegenstand des Patents Nr. 850:287 ist eine Vorrichtung zur fortlaufenden spannungslosen
NaBbehandlung, vorzugsweise zum Kreppen von Gewebebahnen, bei der ein mit Stegen
besetztes elastisches Förderband mit seinem unteren, periodisch angehobenen und
gesenkten Trum durch ein Behandlungsbad geführt wird und mit -den Stegen auf der
dem Bade zugekehrtenUnterseite nach unten offene, vors dem darunterliegenden Bade
durch nichts getrennte Kammern bildet, in die die Gewebebahn, in losen Falten liegend,
nur durch den Auftrieb der Baöflüssigkeit mit ihren oberen Faltenscheiteln leicht
gegen .das Förderband gedrückt und hierbei von den Stegen, mitgenommen durch die
Badflüssigkeit, gezogen wird. Das Hauptpatent sieht ferner vor, daB die mit der
Gewebebahn in 'Berührung kommende Oberfläche des Förderbandes zur Erzielung einer
besseren Durchspülung des Gewebes zu profilieren, vorzugsweise mit. Noppen zu besetzen
ist.
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Die vorliegende Erfindung sieht vor, an Stelle einer Profilierung
der Oberfläche des Förderbandes zwischen dessen Stegen in geringer Entfernung vom
Förderbande eine Reihe elastischer Schnüre od.,dgl. zu spannen, die statt des Förderbandes
die. Anlage für die Faltenscheitel der Gewebebahn bilden. Dies hat nicht nur .den
Vorteil, daß die Scheitel der Gewebebahnfalten eine bessere Anlagefläche vorfinden,
als dies beispielsweise bei mit Noppen besetzten. Förderbändern der Fall ist,
sondern
auch den Vorteil,. daß die elastischen Schüre, die vorzugsweise aus Gummi hergestellt
werden, in ihren Bewegungen unabhängig von dem Förderbande sind, so däß die Elastizität
des Förderbandes derart bemessen werden kann, daß -dieses-bei seinem. periodischen
Heben und: Senken gis.. ein- 41e FjQtte durch das Gewebe saugende und drückende
Membran wirkt.
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In der Zeichnung ist eine Vorrichtung gemäß der Erfindung in einemAusführungsbeispiel
dargestellt, und zwar zeigt Fig. i - ein Schema einer Einrichtung zum fortlaufen-den
Kreppen von Gewebebahnen in Seitenansicht, Fig. 2 einen Schnitt durch die Vorrichtung
nach der Linie II-II der Fig. i, Fig. 3 im Schaubild eine -der Kammern des
Förderbandes.
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Der das kreppende Bad enthaltende Trog i ist durch eine in seinem
Unterteil fest eingescl4weißte Zwischenwand i9 in zwei Abteilungen i Und ia unterteilt.
An der Zwischenwand i9. ist eine .sich über die ganze Breite des Troges erstreckende
Wand 2i angelenkt, beispielsweise durch einen Weichgummistreifen. Die Seitenkanten
der Wand 21 sind mit Gummistreifen- gegen die Trogwand abgedichtet. Die Wand 21
ist durch einen nicht dargestellten, in der oberen Kante des Troges i eingerasteten
Hebel schwenkbar. Durch entsprechende Schrägstellung der Wand 2.i wird die Höhe
des Flottenspiegels eingestellt, die damit während -des Betriebes- konstant bleibt.
Überschüssige Flotte läuft über den Rand der Schrägwand 2i in die der Trogabteilung
i vorgeschaltete Trogabteilung ia. In dieser wird der Flottenspiegel während des
Betriebes etwa ein Drittel niedriger gehalten als in der Trogabbeiliung i. Ist die
Zuspeise der Flotte zu groß, so daß der Flottenspiegel in der Abteilung ia zu hoch
steigt, so läuft die Flotte aus dem Überlaufstutzen 22 ab. In dem Trog i sind zwei
Förderbändertrommeln 6, 6' gelagert, von denen die eine über eine Schaltkammer 15
von dem Antrieb 16 fortgeschaltet wird. Hierdurch wird eine über die Trommel gespannte,
mit Stegen 12 besetzte endlose Gummidecke 7 in Umlauf versetzt. Die Stege können
aus Metall oder einem anderen gegenüber der Badflüssigkeit unempfindlichen Werkstoff
bestehen und bilden zusammen mit der Gummidecke in der Badfiiissigkeit nach unten
offene Kammern. Am Einlaufende der Bandförderung 6, 6', .7 ist ein der Rundung des
Förderbandes 7 folgendes gewölbtes Leibblech 5 angeordnet.
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Damit das Gewebe in der Flotte gut durchgearbeitet und von der Flotte
umspült wird, wird zwischen den Stegen jeder Kammer in geringer Entfernung von dem
Förderband 7 eine Anzahl Gummischnüre 31 gespannt.
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Eine Schaukelvorrichtung 1s7, idie aus einem Exzenter oder einem zweiarmigen
Schwenkhebel besteht, ist über ein angedeutetes Gestänge i8 mit zwei Querverbinddungsstangen
i9 verbunden, auf derenUnterseite zweiLeitschienen27 befestigt sind, die bei ,der
Schaukelbewegung -des zweiarmigen Schwenkhebels 17 in kurzen Intervallen auf und
nieder bewegt werden. Auf der Rückseite des elastischen Förderbandes 7 sind in Abständen
eine Anzahl U-Stücke 28 befestigt, die bei dem Umlauf des Förderbandes 7 mit ihren
freien Schenkeln zwischen den Schenkeln der Leitschiene 27 hindurchlaufen und durch
die wechselseitige Auf- und Niederbewegung -des Gestänges das elastische Förderband
in kurzen Intervallen. auf und nieder bewegen. Die Schaukelvorrichtung ist, wie
sich aus der Zeichnung ergibt, derart angeordnet, daß sie den in der Flotte befindlichen
Teil des elastischen Förderbandes, der sich jeweils zwischen den beiden Fördertrommeln
6, 6' befindet, auf und nieder bewegt. In den Fördertrommeln vorgesehene ringförmige
Ausnehmungen-29, 30 dienen als Rillen für den Durchgang der U-Stücke 28 beim Umlauf
des Förderbandes.
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. Die B'adflüssigkeit wird durch eine Umlaufpumpe io und eine Berieselungsbrause
i i in Umlauf gehalten; die Umlaufpumpe saugt die Badfiüssigkeit unten aus dem Bade
ab und führt sie der Berieselungsbrause i i am Wareneinlauf zu" Ein der Pumpe vorgeschaltetes
Sieb 13 reinigt die von der Pumpe angesaugte- Flotte von den größten-Verunreinigungen.
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Über dem Trog i sind. die mit dem Antrieb 16 gekoppelten Förderrollen
2 und 3 sowie ein Flottenabstreifer 8: angebracht. Der über dem Wareneinlauf angeordnete
Ableger 9 bewirkt das Ablegen der- Ware mit kurzen Falten in die Flotte. Zum Entleeren,
des Troges dient das Ablaßventil 1q..
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Der Antrieb der Vorrichtung erfolgt über ein Wechselgetriebe, wobei
- .die Förderrollen 2 und 3 sowie das Förderband 7 in einem bestimmten übersetzungsverhältnis
zueinander stehen. Die Geschwindigkeit der Förderrolle 3, aber auch der Vorschub
des Förderbandes 7 kann in gewissen Grenzen zur Hauptgeschwindigkeit der Förderrolle
2 geändert werden. Hierdurch wird dem Längeneingang verschiedener Warensorten Rechnung
getragen. Die Vorschubzeit des Förderbandes 7 bostimmt die Einwirkungszeit der Flotte
auf das Gewebe.
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Damit der Gewebeeinsprung laufend kontrolliert wird, wird die Geschwindigkeit
der Förderrollen 2 und 3 auf Tachometer 23 und -2q. übertragen. Die Förderrolle
2 fördert das Gewebe in, die Flotte. Die Förderrolle 3 führt das gekreppte Gewebe
aus der Flotte heraus. Die gleichbleibende Füllung des Troges i mit Gewebe wird
durch den zwangläufigen Transport der durch das Förderband 7 und die Stiege 12 gebildeten
Kammern gewährleistet. Die Füllung.des Troges i wird in dem Schwimmraum 26 überwacht.
Der Geschwindigkeitsunterschied der beiden Förderrollen 2, 3, der auf Grund des
Wareneinsprungs zwangläufig ensteht, wird durch die beiden Tachometer 23 und 2-q.
in Prozenten angezeigt: -Der -Geschwindigkeitsmesser 25 überwacht laufend die Einwirkungsdauer
der Flotte auf das Gewebe. Der Vorschub des Förderbandes 7 ist je nach
der
gewünschten Einwirkungsdauer zu regulieren. Die durch die Stege 12 und das Förderband
7 gebildeten, in der Badflüssigkeit nach unten offenen Kammern gewährleisten einen
zwangläufigen, aber schnellen Vorschub des in der Flotte schwimmenden Gewebes.
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Die Vorrichtung arbeitet wie folgt: Die Stoffbahn wird von der Rolle
oder vom Pack über die Leitrolle 4a in die Vorrichtung hinein und um die Leitrollen
4P, 4a und -4d ,durch die Flotte hindurchgeleitet. Die so vorgenetate Ware wird
von der Förderrolle 2 über den Ableger 9 auf das Leitblech 5 in der Flotte abgelegt.
Durch die aus dem Berieselungsrohr ausströmende Flotte wird der Stoff unter der
Badoberfläche gehalten. Diese wird durch die Zwischenwand r9, 2o, 21 in ihrer gewünschten
Höhe konstant gehalten.
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Die in geringer Entfernung über dem Förderbande 7 angeordneten Gummischnüre
3 1 bilden: zusammen mit den Stegen 12 des Förderbandes Kammern, in die sich
das Gewebe mit mehreren losen Falten derart einlegt, .daß es durch den Auftrieb
mit seinen oberen Faltenscheiteln gegen die Gummischnüre gedrückt und durch die
Stegwände während der gewünschten Einwnrkungszeit durch die Flotte gefördert wird.
Die Schaukelvorrichtung 17, 18 bewegt hierbei das Förderband in kurzen Intervallen
auf und nieder, wobei die Elastizität des Förderbandes derart bemessen ist, daß
bei dem periodischen Heben und Senken die Gummischnüre als Widerlager für die oberen
Scheitel der Gewebebahnfalten dienen und die Gummidecke des Förderbandes die Wirkung
einer Membran hat, die die Flotte durch das Gewebe saugt oder .drückt. Das Gewebe
kommt somit in außerordentlich innige Berührung mit der Flotte, ohne daß die lose
Faltung der Gewebebahn beeinträchtigt wird.
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Nach dem 'Durchgang durch die Flotte schwimmt die Stoffbahn in den
Schwimmraum 26 und wird über die Leitrolle 4e durch den Flottenabstreifer 8 der
Förderrolle 3 zugeleitet. Diese fördert die Stoffbahn zur Ablegestelle, worauf sie
weiterbehandelt werden kann. Die in Verbindung mit den Förderrollen 2, 3 und dem
Förderband 7 stehenden Tachometer 23, 24 und 25 überwachen den Einsprung des Gewebes
und die Einwirkung der Flotte auf dieses. '