-
Schallaufnahme- und Verstärkungsgerät Für die Verstärkung der Mikrophonströme
werden in Schwerhörigengeräten fast ausschließlich sogenannte Mikrophonverstärker
benutzt. Diese bestehen aus einem Telephonsystem, durch welches die von dem Aufnahmemikrophon
beeinflußten Ströme fließen und welches die Membran eines kleinen Spezialkohlemikrophons
erregt, dessen Ströme dem eigentlichen Telephon zugeführt werden. Es sind Anordnungen
bekannt, bei denen der Mikrophonverstärker von dem die Schallwellen aufnehmenden
Mikrophon räumlich getrennt angeordnet ist. Die getrennte Anordnung von Mikrophonverstärker
und Aufnahmemikrophon besitzt jedoch gewisse Nachteile. So wird hierdurch die Zahl
der Einzelteile unvorteilhaft vergrößert. Weiterhin werden durch die bei getrennter
Anordnung notwendigen längeren Leitungen Störungen der Anlage begünstigt.
-
Es sind daher Geräte bekannt, die diese Nachteile nicht aufweisen
und bei denen Mikrophonverstärker und Aufnahmemikrophon als getrennte Teile in einem
gemeinsamen Gehäuse untergebracht sind. Die bekannten Anordnungen besitzen jedoch
trotzdem noch verschiedene Nachteile. So ist es zwar möglich, das Aufnahmemikrophon
z. iB. durch Verwendung von Sternelektroden so auszubilden, daß es in jeder beliebigen
Lage mit annähernd der gleichen Empfindlichkeit arbeitet, während jedoch
die
handelsüblichen Mikrophonverstärker nicht im gleichen :Maße -lageünäbhängig sind.
Bei Schwerhörigengerätenwird das Aufnahmemikrophon im allgemeinen an einem Kleidungsstück
getragen und infolgedessen durch die Körperbewegung in verschiedener Weise hin und
her bewegt bzw. geneigt. Bei Verwendung üblicher Mikrophonverstärker konnte es,
vorkommen, daß durch solche Neigbewegungen der Verstärker in eine Lage gebracht
wird, bei der er ungünstig oder unter Umständen überhaupt nicht mehr arbeitet, was
zu Störungen der Anlage führen konnte.
-
Es hat sich nun herausgestellt, daß bei den Bewegungen, denen das
Gerät im Betrieb ausgesetzt ist, bestimmte Kipprichtungen häufig auftreten, während
andere nur sehr selten erfolgen. Wenn nämlich das Schwerhörigengerät am Körper getragen
wird, so ist es üblich, dasselbe an einem' Kleidungsstück auf der Brust des Schwerhörigen
zu befestigen. Bei den auftretenden Körperbewegungen herrscht im allgemeinen die
Bewegung vor, bei der der Oberkörper nach vorn oder rückwärts geneigt wird. Andere
Bewegungen, wie ein seitliches Neigen des Oberkörpers, sind im allgemeinen seltener.
Hierdurch kann man zwischen einer hauptsächlichen Kippachse und einer untergeordneten
Kippachse des Gerätes unterscheiden. Die hauptsächliche Kippachse entspricht der
Neigung des Oberkörpers des Schwerhörigen nach vorn oder rückwärts.
-
Was das Aufnahmemikrophon anbetrifft, so,- ist es leicht möglich,
dasselbe so auszubilden, daß seine Empfindlichkeit weitgehend lageunabhängig ist.
Der Mikrophonverstärker darf jedoch im allgemeinen nur in ganz bestimmten Richtungen
gekippt werden, wenn nicht seine Leistung stark zurückgehen soll.
-
Es ist an sich bereits bekannt, eine gewisse Lageunabhängigkeit bei
einem Mikrophonverstärker zu erzielen. Bei dem bekannten Mikrophonverstärker ist
diese Lageunabhängigkeit jedoch nur bedingt und ergibt z. B. in waagerechter Lage
der Membran ein sehr ungünstiges Arbeiten, wenn nicht sogar ein völliges Aussetzen.
Weiterhin besitzt ein Mikrophonverstärker mit einer solchen in gewissen Grenzen
vorhandenen Lageun@äbhängigkeit Nachteile,-die in seiner geringenLeistu,ng begründet
;sintd. Wollte man, ähnlich wie es beim Aufnahmemikrophon üblich ist, Membran und
Gegenelektrode des Mikrophonverstärkers so ausbilden, daß eine große Lageunabhängigkeit
vorhanden ist, so käme man zu unerwünscht großen Abmessungen des Mikrophonverstärkers.
Ein Zusammenbau von Aufnahmemikrophon und Mikrophonverstärker ist daher, wenn man
auf besonders kleine Abmessungen des Gerätes Wert legt, im allgemeinen nur bei Verwendung
eines lageunabhängigen Mikrophonverstärkers möglich.
-
Um bei einem Gerät mit lageunabhängiger Empfindlichkeit des Aufnahmemikrophons
die Lageunabhängigkeit desselben ausnutzen zu können, ohne dabei Gefahr zu laufen,
daß der Mikrophonverstärker in eine ungünstige.Arbeitslage gebracht wird, ist der
Mikrophonverstärker mit einem Schallaufnahmemikrophon in einem gemeinsamen ortsbeweglichen,
in verschiedener Richtung neigbaren Gehäuse erfindungsgemäß derart untergebracht,
daß die Membranebene des 1@-I'ikrophonverstärkers senkrecht zur hauptsächlichen
Kippachse des Gerätes und senkrecht zur Membranebene des Aufnahmemikrophons angeordnet
ist.
-
Auf diese Weise kann die Lageunabhängigkeit des Aufnahmemikrophons
im Gegensatz zu der bekannten Anordnung, bei der die Membran des Aufnahmemikrophons
und die Membran des Mikrophonverstärkers in einander parallelen Ebenen liegen, weitgehend
ausgenutzt werden. Ein weiterer Vorteil ergibt sich bei der Anordnung nach der Erfindung
noch dadurch, daß durch die aufeinander senkrecht 'stehetden Membranebenen des Mikrophonverstärkers
und des Aufnahmemikrophons trotz der großen Nähe der beiden Teile akustische Kopplungen
zwischen Mikrophonverstärker und A ufnalnnemi,kkrophon weitgehend. vermieden werden.
Durch die enge Nachbarschaft der beiden Membranen können, wenn diese in parallelen
Ebenen liegen, Schwingungen, die die Membran des Aufnahmemikrophons ausführt, sehr
leicht auf ,die Membran des Mikrophonverstärkers übertragen werden.. Damit besteht
die Gefahr von -Kop,plungen, die je nach Phasenlage der Wechselströme bzw. der mechanischen
Schwingungen Kopplungen .im ,positiven oder negativen Sinn hervorrufen können. Die
akustische Entkopplung der beiden Membranen läßtsich dadurch noch weiter verbessern,
@daß der in dem Gehäuse des Au,fna'hmemikrophons gelagerte Mikrophonverstärker von
dem Aufnahmemikrophon durch eine schallundurchlässige Wand getrennt ist. Es @iist
weiterhin zweckmäßig, die akustische Entkopplung noch dad urch zu erhöhen, daß,der
Mikrophonverstärker gegen das Gehäuse mit Hilfe von schallisolierenden Stoffen abgestützt
ist.
-
In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführung des Erfindungsgedankens
dargestellt (Fig. i und 2). Das Gehäuse i eines derartigen Gerätes ist durch eine
Zwischenwand in zwei Kammern 4 und 27 unterteilt. In der Kammer ist ein an sich
bekanntes Kohlemikrophon 5 mit Membran 8 untergebracht. In der Kammer 27 ist zwischen
zwei schalldämpfenden Lagerungen 28 ein an sich bekannter Mikrophonverstärker 25
derart angeordnet, daß seine Membranebene senkrecht zur Membranebene des Aufnahmemikrophons
liegt und daß sich die Membran des Mikrophonverstärkers immer senkrecht zu der hauptsächlichen,
durch die Drehung um die schwenkbaren Steckerstifte 29 festgelegten Kippachse befindet.
-
Dadurch, daß die Schwingungen der Membranen in ihren Komponenten senkrecht
aufeinander stehen und dadurch, daß der Mikrophonverstärker gegen das Gehäuse durch
schalldämpfende Mittel isoliert ist, wird. die gegenseitige Kopplungsmöglichkeit
weitgehend vermieden. Gemäß der weiteren Ausbildung der Erfindung ist der Mikrophonverstärker
in dem oberhalb der Mikrophonkapsel entstehenden Raum untergebracht, so daß sich
ein Gerät ergibt, das im Durchmesser nicht größer ist als das
Mikrophon
selbst und im oberen Teil nur um einen geringen Betrag dicker ist als dieses.