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Anordnung zum Betrieb von Brennschneidmaschinen In der neuzeitlichen
Fertigungstechnik kommt (lern autogenen Schneidverfahren eine besondere Bedeutung
zu. Durch die Verwendung hochentwickelter Brennschneidmaschinen, die eine erschütterungsfreie
Brennerführung und eine unbedingte Gleichmäßigkeit des Hretmervorschubes gewährleisten.
ist e; heute möglich, Trennschnitte durchzuführen die allen Anforderungen an Genauigkeit,
Nlaßhaltigkeit und glatte Schnittfläche, wie sie früher nur durch spangehende Verformung
erreicht werden konnten, vollauf entsprechen und somit keinerlei mechanischer Nachbearbeitung
mehr bedürfen. Die Verstellung derartiger autogener Trennschnitte i;t außerdem in
wesentlich kürzerer Zeit möglich und ferner auch billiger als die mechanischen Verfahren
durch Schmieden, Fräsen, Hobeln u. dgl.
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Die Brennschneidmaschinen werden bekanntlich je nach der Art ihres
Verwendungsbereiches in ortsbewegliche Maschinen, die an das zu bearbeitende Werkstück
herangebracht werden, sowie in ortsfeste Maschinen, bei denen umgekehrt das Werkstück
an die Maschine herangebracht werden muß, unterschieden. Die ortsfesten Maschinen
weisen den ortsbeweglichen gegenüber den wesentlichen Vorteil auf, dali hei ihnen,
insbesondere bei Verwendung geeigneter Führungseinrichtungen, wie Schablonen od.
dgl., der Brenner zuverlässig erschütterungsfrei und gleichmäßig bewegt werden kann
und dadurch NIaßsclinitte finit hoher Toleranzforderung hergestellt
werden
können, wogegen ein maßhaltiges Schneiden vor allem kleiner Werkstücke nach Schablone
mit Hilfe von ortsbeweglichen Maschinen nicht ohne weiteres möglich ist. Andererseits
sind die ortsfesten Maschinen, eben auf Grund ihres konstruktiv durchgebildeten
Aufbaues, verhältnismäßig teuer und können somit infolge der hohen Anschaffungskosten
für Mittel- und Klein- sowie für Handwerksbetriebe praktisch kaum in Frage kommen.
Dadurch wird aber die Einführung des maßhaltigen Autogenschnittes mit seinen Vorteilen
gerade in kleinen Betrieben außerordentlich erschwert, wenn nicht gar unmöglich
gemacht.
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Die vorliegende Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, eine Anordnung
zu schaffen, die es ermöglicht, die Vorteile der bekannten ortsbeweglichen Brennschneidmaschinen,
also insbesondere deren Handlichkeit und preiswerte Anschaffung, mit den Vorzügen
einer ortsfesten Maschine vor allem der Möglichkeit, einwandfreie Maßschnitte zu
liefern, in einer besonders zweckmäßigen Weise zu vereinigen. Erfindungsgemäß geschieht
dies dadurch, daß eine ortsbewegliche Maschine beliebiger Bauart lösbar an einem
ortsfesten Maschinenständer befestigt wird, derart, daß die auf diese Weise gebildete
Einheit nunmehr.als ortsfeste Brennschneidmaschine mit den dieser Maschinenart eigenen
Vorzügen wirkt.
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Durch eine solche Anordnung kann jede als ortsbewegliche Maschine
gebaute Brennschneidmaschine mittels einfacher Befestigung an dem Maschinenständer
angebracht werden und bildet so in der Verbindung von Maschine und Ständer eine
ortsfeste Schneidmaschine, mit der Werkstücke üblicher Abmessungen nach Schablone
mit der von Maschinenschnitten verlangten Maßgenauigkeit geschnitten werden können.
Es ist somit eine über das normale Anwendungsgebiet von ortsbeweglichen Schneidinaschinen
erheblich hinausgehende Einsatzmöglichkeit einer solchen nunmehr ortsfesten Maschine
gegeben, so daß im Hinblick auf den gegenüber den üblichen ortsfesten Brennschneidmaschinen
verhältnismäßig geringen Anschaffungspreis auch mittlere und kleinere stahlverarbeitende
Betriebe sowie Handwerksbetriebe in die Lage versetzt werden, sich auf diese Weise
eine ortsfeste Schneidmaschine zu beschaffen. Dadurch wird einem dringenden Bedürfnis
derartiger Betriebe auf uneingeschränkte Einführung des Autogenschneidens entsprochen,
um sich so ebenfalls der Vorteile dieses neuzeitlichen Arbeitsverfahrens gegenüber
der seither üblichen Formgebung eines Werkstückes durch Schmieden, Fräsen, Hobeln
u. dgl. bedienen zu können.
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Im inzelnen wird die Anordnung beispielsweise so getroffen, daß die
ortsbewegliche Maschine lösbar an einem zweckmäßig als Gelenkarm ausgebildeten Tragarm
des Maschinenständers befestigt wird. Die zur Führung des Brenners entlang der zu
schneidenden Kante dienende Schablone wird dabei auswechsel- und in ihrer Lage einstellbar
vorteilhaft an einem oberhalb des Tragarmes für die Maschine angebrachten Schwenkarm
vorgesehen, während die an der Schablone entlang laufende Magnetrolle nebst derenAntriebsübertragungsteilen
fest an dem Tragarm angeordnet ist.
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Die Lage der Magnetrolle bzw. deren Antriebsübertragungsteile am Tragarm
ist sinngemäß derart zu wählen, daß die mittel- oder unmittelbar mit der Magnetrollenwelle
in Verbindung stehenden Kupplungsglieder nach dem Befestigen der ortsbeweglichen
:Maschine am Tragarm mit den an der Maschine vorgesehenen, entsprechend gleichartigen
Kupplungsgliedern ordnungsgemäß in Eingriff kommen, wobei letztere vorteilhaft mittel-
oder unmittelbar von der Laufradwelle der Maschine angetrieben werden.
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Durch eine derartige Anordnung wird es weiterhin ermöglicht, daß die
den Vorschub der ortsbeweglich arbeitenden Schneidmaschine bewirkenden Triebwerksteile
sowie deren Schalt- und Regelorgane nach der Befestigung der Maschine am Ständer
nunmehr dem Antrieb der Magnetrolle dienen. Es sind also keinerlei zusätzliche Getriebeteile
od: dgl. erforderlich, sondern die ursprünglich ortsbewegliche Maschine ist nach
ihrem Anbau an den Ständer als ortsfeste Maschine sofort betriebsfertig.
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Um das Anbringen und Lösen der Maschine am bzw. vom Maschinenständer
möglichst einfach und zeitsparend zu gestalten, wird die Maschine zweckmäßig lediglich
mit Hilfe einer einzigen, entsprechend bemessenen Halteschraube an einem Flansch
des Tragarmes befestigt. An Stelle einer Bohrung für die Halteschraube können am
Flansch vorteilhaft auch ein oder mehrere Schlitze vorgesehen sein, die eine genaue
Lageeinstellung der Maschine zwecks Sicherung des einwandfreien Kupplungseingriffes
gestatten. Dies ist vor allem dann von Bedeutung, wenn ortsbewegliche Maschinen
unterschiedlicher Bauart befestigt werden sollen, was auf diese Weise ohne bauliche
Veränderung des Ständers bzw. des an diesem sitzenden Halteflansches und/oder der
Maschine ermöglicht wird. Gegebenenfalls kann zu diesem Zweck auch noch eine der
jeweiligen Maschinenart entsprechende Zwischenplatte od. dgl. zwischen Halteflansch
und Maschine eingesetzt werden, um so jede ortsbewegliche Maschine in dem angestrebten
Sinn mit dem sie aufnehmenden Ständer zu einer ortsfesten Brennschneidmaschine kombinieren
zu können.
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An sich ist es bereits bekannt, Handbohrmaschinen im Bedarfsfall an
ortsfesten Ständern zu befestigen, um so ein ortsfestes Maschinenaggregat zu bilden.
Indessen liegen gegenüber diesen rein mechanisch arbeitenden Einrichtungen die Verhältnisse
bei Brennschneidmaschinen, die lediglich als Führungsorgan für die Brenngas-Sauerstoff-Flamme
sowie den Schneidsauerstoffstrahl dienen, wesentlich anders, und es ergeben sich,
wie oben dargelegt, gerade in diesem Fall besondere Vorteile durch die lösbare Anbringung
einer normalerweise ortsbeweglichen Maschine an einem festen Maschinenständer. Die
Ausbildung dieses Maschinenständers als Gelenkarm sowie die Anordnung einerseits
der Schablone an einem oberhalb des Gelenkarmes angebrachten Schwenkarm und andererseits
der Magnetrolle
an dem Tragarm für die Maschine sind bauliche Merkmale,
die bei ortsfesten Brennschneidmaschinen üblicher Ausführung an sich bereits verwirklicht
sind und die im vorliegenden Fall lediglich in Abhängigkeit von der lösbaren Befestigung
einer ortsbeweglichen Maschine an einem festen Maschinenständer beansprucht werden.
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Die Zeichnung veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel der Anordnung
gemäß der Erfindung, und zwar zeigt Fig. i eine durch die Anbringung einer an sich
ortsbeweglichen Brennschneidmaschine an einem Maschinenständer gebildete ortsfeste
Brennschneidmaschine iin Schaubild, und Fig.2 eine Teilansicht zur Verdeutlichung
der Kupplung zwischen Maschine und Antriebswelle der Magnetrolle.
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Der zur Schaffung einer ortsfesten, Sc'hneidmaschine dienende Maschinenständer
i besteht aus (lein Ständerfuß 2 finit Dreipunktabstützung gegenüber der Grundfläche
sowie aus der lotrechten Ständersäule 3, an welcher der aus den beiden Gelenkteilen
4 und 5 gebildete Tragarm zur Anbringung der an sich ortsbeweglichen Schneidmaschine
6 drehbar gelagert ist. Die Befestigung der Maschine6 erfolgt an einem Flansch 7
des Gelenkteiles 5, und zwar mit Hilfe der Halteschraube 8, die, gegebenenfalls
durch lasten od. dgl. unterstützt, eine unverrückbare Lage der Maschine am Ständer
gewährleistet. Die Halteschraube 8 kann dabei statt durch eine Bohrung im Flansch
7 auch durch in diesem angebrachte Schlitze hindurchgeführt werden, um so gewisse
Einstellungsmöglichkeiten für die Maschine 6 zu gestatten. An dem Gelenltteil 5
ist außerdem seitlich der Anbringungsstelle der Maschine 6 die Magnetspule g befestigt,
an deren Oberseite die Magnetrolle io herausragt. Die Magnetrollenwelle i i, die
in einem Lager 12 am Flansch 7 geführt ist, trägt au ihrem unteren Ende ein Kegelrad
13, das mit einem entsprechenden Kegelrad 14 auf der verlängerten Laufradwelle 15
der Maschine 6 im Eingriff steht.
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Oberhalb des Tragarmes 4, 5 ist ein Schwenkarm 16 auf die Ständersäule
3 aufgesetzt, der zur Aufnahme der Schablone 17 dient, die in bekannter Weise aus@vechselbar
und in ihrer Lage gegenüber der an ihrer Kante ablaufenden Magnetrolle io genau
einstellbar ist.
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7wischen den beiden Schenkelenden des Ständerfußes 2 ist die Auflage
i8 für das zii bearbeitende Werkstück i9 angeordnet. Mittels der Stellschraube 2o
kann das Werkstück i9 bzw. #. der Maschinens iiiider i als solcher genau in die
richtige Stellung t, gegenüber der Waagerechten gebracht werden. Für den Ständer
wird dabei zweckmäßig eine Rohrkonstruktion gewählt, während die beiden Arme vorteilhaft
aus Leichtmetall gebildet sind, so daß der an sich ortsfeste Ständer, wie jede sonstige
Maschine, im Bedarfsfall auch an einen anderen Platz verbracht werden kann.
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Die Schneidmaschine 6 enthält in bekannter Weise das eingebaute Getriebe
nebst Tachometer 21, den Motorschalter 22, Regelwiderstand 23, die beiden Laufräder
24 sowie die Stützrolle 25. An der Seite sind die Absperrventile 26 für Brenngas
und Sauerstoff angebracht. An die Maschine angebaut ist die Brennerverstellung 27
mit dem Schneidbrenner 28.
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L'm die an sich ortsbewegliche Brennschneidinaschine 6 im Sinne der
vorliegenden Erfindung in ciiie ortsfeste Schneidmaschine zu verwandeln, wird die
Maschine 6 mittels der Halteschraube 8 am Flansch 7 des Gelenkarmes 5 des Ständers
i befestigt. und zwar unter Beachtung des Eingriffes der Kegelräder 13 und 14. Nach
Anschluß der Gasschläuche 32 und 33 sowie Einstecken des am Ständer i angebrachten
Motorkabels 29 in die Maschine 6 ist diese betriebsfertig.
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Sobald der Magnetschalter 3o eingeschaltet ist und so .der Spule 9
über das Kabel 31 Strom zufließt, wird die an ihrer Oberfläche scharf gerändelte
Magnetrolle io in bekannter Weise an die Eisenschablone 17 angezogen. Durch Einschalten
des Motorschalters 22 wird das Motorgetriebe in Anlauf gebracht und dessen Drehbewegung
nunmehr über die Laufradwelle 15 auf die Kegelräder i4 und 13 sowie die Magnetrollenwelle
i i und damit auf die Magnetrolle io übertragen, die infolgedessen -in der Kante
der Schablone 17 abläuft. Dadurch wird eine mit der Schablonenform genau übereinstimmende
Bewegung des Brenners 28 hervorgerufen. Die Ausführung dieser Brennerbewegung wird
dabei durch die zweiteilige Ausbildung des Gelenkarmes .I, 5 weitgehend begünstigt,
wobei der erschütterungsfreie Lauf der Rolle entlang der Schablone durch die Anordnung
von Kugellagern in den Gelenken des Armes 4, 5 gewährleistet wird. Die Brennergeschwindigkeit
kann entsprechend der zu schneidenden Werkstückstärke mittels des Regelwiderstandes
23 eingestellt und am Tachometer abgelesen werden.
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Somit kann also durch die lösbare Befestigung (Ici- an sich ortsbeweglichen
Maschine 6 am ortsfesten Ständer i eine als ortsfeste Brennschneidinaschine wirkende
Einheit geschaffen werden, die wie jede normale ortsfeste Schneidmaschine arbeitet,
dabei aber den Vorteil aufweist, daß ihre Anschaffungskosten lediglich um die unwesentlichen
Kosten des Maschinenständers höher liegen als die An-:;chaffungskosten der ortsbeweglichen
Maschine, also bei weitem nicht an die Kosten einer normalen ortsfesten Schneidmaschine
heranreichen. Zudem kann die am Ständer befestigte Maschine 6 jederzeit an diesem
abgenommen und sofort als ortsbewegliche Maschine benutzt werden, wenn sich dies
in einem oder anderen Fall als notwendig erweisen sollte. Es ist somit auch der
kleine Handwerksbetrieb in der Lage, sich die Vorteile des autogenen Maßschnittes
in vollem Umfang zunutze zu machen und mit einer an sich ortsbeweglichen billigen
Schneidinaschine durch deren ortsfeste Anordnung alle Arbeiten auszuführen, die
sonst nur mit einer großen ortsfesten und somit teuren Maschine durchgeführtwerden
konnten.
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Die Erfindung läßt sich sinngemäß in der verschiedensten Weise verwirklichen
und ist nicht auf
das dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt.
Sowohl die Ausbildung des Ständers als auch die Anordnung und Ausgestaltung der
die anzubringende Maschine und deren Führungseinrichtungen aufnehmenden Tragarme
sind durchaus beliebig und können in jeder zweckentsprechenden Form gewählt werden,
wie selbstverständlich auch die an sich ortsbewegliche Maschine selbst jede handelsübliche
Bauart aufweisen und die den Eingriff in die Magnetrollenwelle bewirkenden Kupplungslieder
an der im Einzelfall günstigsten Stelle an der Maschine angebracht sein können.