DE855318C - Chirurgisches Instrument, insbesondere Katheter, und Verfahren zu seiner Herstellung - Google Patents

Chirurgisches Instrument, insbesondere Katheter, und Verfahren zu seiner Herstellung

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DE855318C DER3075D DER0003075D DE855318C DE 855318 C DE855318 C DE 855318C DE R3075 D DER3075 D DE R3075D DE R0003075 D DER0003075 D DE R0003075D DE 855318 C DE855318 C DE 855318C
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Description

  • Chirurgisches Instrument, insbesondere Katheter, und Verfahren zu seiner Herstellung Die bisher bekannten chirurgischen Instrumente, die zur Einführung in enge Körperhöhlen des Kranken bestimmt sind, wie Katheter, Bougies und Sonden aller Art, werden entweder aus Gummi hergestellt oder aus einem mit Lack überzogenen elastischen Gewebe. Die aus Gummi bestehenden Geräte sind verhältnismäßig weich und können deshalb bei manchen Krankheiten nicht verwendet werden, beispielsweise wenn die Sonde durch stark gekrümmte oder verengte Kanäle oder mit mehreren Richtungsänderungen eingeführt werden maul3 die für diesen Zweck bisher gebriiuchlichen sogenannten Lackkatheter lassen sich zwar mit der hierfür erforderl ichen Steifigkeit und Elastizität herstellen, die Ilerstellung gestaltet sich aber infolge der Xotwendigkeit der Verwendung eines Stützgewehes für den Lack ziemlich umständlich und zeitraubend und erfordert im allgemeinen etwa zwei Monate.
  • Gemäß der Erfindung werden derartige Instrumente unter Vermeidung eines Stützgewel>es aus kunstharzähnlichen Stoffen gefertigt, welchen durch Beimischung eines Weichmachers etwa die den Lackkathetern eigentümliche Steifigkeit und Elastizität verliehen wird. Diese Instrumente können also in allen jenen Fällen mit Vorteil verwendet werden, für welche hisher Lackkatheter verwendet werden mußten. Sie lassen sich aber viel einfacher und billiger und vor allem in viel kürzerer Zeit her- stellen als diese. Die Ausgangsmasse besteht hierbei aus einer geeigneten Kunststoffmasse nach Art von Kunstharz, wie solche in verschiedenen Zusammensetzungen im Handel erhältlich sind, und einem mit dieser innig gemischten Weichmacher, wobei das Mischungsverhältnis im einzelnen je nach dem Verwendungszweck und je nach der Wandstärke des Gerätes bestimmt wird. Zur Erzielung größerer Glätte kann der Masse in an sich bereits bekannter Weise eine kleine Menge von Magnesia beigegeben werden.
  • Die Herstellung von Kathetern dieser Art erfolgt in der Weise, daß die Masse zunächst möglichst gründlich gemischt und sodann aus ihr mittels einer Schlauchspritzmaschine bekannter Art ein endloser Schlauch mit dem gewünschten Innen- und Außendurchmesser gepreßt wird, dessen Wandstärke jener der gewebten elastischen Katheter entspricht. Dieser Schlauch wird sodann in der Länge der einzelnen Instrumente entsprechende Einzelstücke aufgeteilt, worauf in einem Abstand von etwa I cm von dem vorderen Ende das Auge in Gestalt einer ovalen Öffnung eingefräst und diese Öffnung sodann geschliffen und poliert wird. Das hintere Ende des Rohrstückes wird unter entsprechender Erwärmung, vorzugsweise über einem Dorn, aufgeweitet und dann in dieser Form erkalten gelassen, so daß an dem fertigen Instrument eine konisch aufgeweitete, trichterförmige Öffnung gebildet wird, in welcher die Spritze gut angesetzt werden kann.
  • Das Rohrende, in welchem sich das Auge befindet, wird durch einen massiven Pfropfen aus gleichem Werkstoff verschlossen, der mittels eines Klebemittels festgemacht wird. Kopf und Auge des Katheters werden nach Fertigstellung und Trocknung geschliffen und poliert. Die übrigen Teile brauchen nicht besonders bearbeitet zu werden, da sie von selbst genügend glatt sind.
  • Die Herstellung eines solchen Katheters erfordert einen Zeitraum von nur etwa 2 bis 3 Tagen im Gegensatz zu der obenerwähnten Fertigungszeit von etwa 2 Monaten für Lackkatheter.
  • Die Herstellung sogenannter Mercierkathaeter mit umgehogener Spitze erfolgt im wesentlichen in ähnlicher Weise. Nach Herstellung der trichterförmigen Offnung am hinteren Rohrende wird hierbei mittels eines weichen biegsamen Metallstahes an dem dieser gegenüberliegenden Ende eine Mercierkrümmung angebogen. Darauf läßt man das Rohr längere Zeit erkalten und zieht dann den Metallstab heraus. Sodann wird in dem umgebogenen Teil eine ovale Offnung eingefräst und diese Öffnung geschliffen und poliert. Die Spitze des Rohres wird sodann wie bei dem eingangs beschriebenen geraden Katheter verschlossen.
  • Zum Zwecke der Herstellung von sogenannten Ureterkathetern wird ein feines Rdhr von I bis 4 mm äußerem Durchmesser auf eine Länge von etwa 80 cm aus einer entsprechenden Mischung gespritzt, sodann wird dieses Rohr in gleicher Weise bearbeitet, wie 4ließ bei Herstellung der geraden Katheter beschrieben ist. Damit diese Katheter röntgenfähig werden, wird der Masse aus Kunstharz, Weichmacher und Magnesia feinster Metallstaub, beispielsweise Wismutstaub, Bariumstaub oder Zinkoxyd, beigemischt. I)ie Alenge dieser Beimischung richtet sich nach der Wandstärke des Katheters und nach dem gewünschten Grade der Röntgenfähigkeit. Zwecks Erleichterung der Einführung können diese Katheter an ihrer Außenfläche in Abständen von je I cm mit feinen schmalen oder breiten Markierungsringen oder -strichen versehen werden.
  • In ähnlicher Weise werden auch Bougies aus dem gleichen Werkstoff hergestellt, nur mit dem Unterschied, daß in diesem Falle ein massiver Strang aus der Maschine gepreßt vird, der dann in entsprechende Längen zerschnitten wird, worauf die vorderen Enden in der üblichen Form zugeschliffen und mit einer olivenförmigen Spitze versehen werden.
  • Der zur Herstellung der Instrumente dienenden Kunstmasse können nach Belieben Farben beigemischt werden, durch welche jeweils die gewünschte Tönung des fertigen Erzeugnisses erzielt werden kann.
  • Je ein Ausführungsbeispiel eines Katheters und eines Bougies nach der Erfindung ist in der Zeichnung in schematischer Form dargestellt.
  • Fig. I zeigt einen Katheter teils in Ansicht. teils im Schnitt, Fig. 2 in ähnlicher Darstellung ein Bougie.
  • In beiden Fällen ist das Instrument der Länge nach unterbrochen dargestellt.
  • Der Katheter nach Fig. I besteht im wesentlichen aus einem schlauchartigen Rohr I, das ohne Stützgewebe aus einer gleichmäßigen Masse aus Kunstharz und Weichmacher mit etwas Magnesiazusatz gepreßt ist. Nahe dem vorderen Ende befindet sich das ausgefräste Auge 2, die Endöffnung selbst ist durch einen massiven Pfropfen verschlossen und das Ende an der Spitze 3 rundgeschliffen. Das hintere Ende 4 ist konisch aufgeweitet und bildet einen Trichter zum Ansatz der Spritze.
  • Das Bougie nach Fig. 2 besteht aus einem massiven Strang 5 von gleichmäßigem Querschnitt, dessen vorderes Ende 6 zugeschliffen ist und eine olivenförmige Spitze 7 bildet.
  • PATENTAXSI'RÜCHE: 1. In Körperhöhlungen einzuführendes Instrument, insbesondere Katheter, Bougie od. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß es ohne Stützgewebe aus einem kunstharzähnlichen Stoff gefertigt ist, welchem durch Beimischung eines Weichmachers etwa die Elastizität und Steifigkebt der bekannten Lackinstrumente mit Stützgewebe verliehen ist.

Claims (1)

  1. 2. Instrument nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß der Kunststoffmasse zur Erzielung größerer Glätte ein geringer Anteil von Magnesia zugesetzt ist.
    3. Instrument nach den Ansprüchen I und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Kunststoffmasse Farbstoffe beigegebell sind.
    4. Ureterkatheter nach den Ansprüchen I bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Kunststoffmasse eine für Röntgenstrahlen undurchlässige Masse in feinster Staul>form beigemischt ist, I,eisl>ielsweise Wismut, Barium oder Zinkoxyd.
    5. Verfahren zur Herstellung von Kathetern aus kunstharznhnlichen Stoffen gemäß den Ansprüchen X bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß aus einer Masse, deren NIischungsverhältnis der gewünschten Wandstärke angepaßt ist, zunächst mittels einer Schlauchspritzmaschine ein endloses Rohr gepreßt, dieses sodann auf die erforderliche Länge abgeschnitten und dann nahe dem vorderen Ende das Auge ausgefräst und geschliffen und poliert und dieses Ende durch einen mit einem Klebstoff versehenen massiven Pfropfen aus gleicher Masse verschlossen wird, worauf der Kopf zugeschliffen und poliert i rd.
    6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das hintere Ende des Schlauchstückes erwärmt und sodann über einem kegelförmigen Dorn aufgeweitet und wieder erkalten gelassen wird.
    7. Verfahren zur Herstellung von Mercierkathetern gemäß den Ansprüchen 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst am hinteren Ende des erwärmten Rohrstückes eine trichterförmige Erweiterung gebildet, sodann in das Rohr ein weicher Metallstab eingeführt und mittels dieses das vordere Ende gebogen, nach dem Erkalten der Metallstab herausgezogen und daran anschließend das Auge eingefräst und die Spitze verschlossen, geschliffen und poliert werden.
    8. Verfahren zur Herstellung von Bougies nach den Ansprüchen I bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst ein massiver Strang von der gewünschten Stärke gespritzt und nach seiner Unterteilung das vordere Ende der einzelnen Stücke zugeschliffen und mit einer olivenförmigen Spitze versehen wird.
DER3075D 1942-08-14 1942-08-14 Chirurgisches Instrument, insbesondere Katheter, und Verfahren zu seiner Herstellung Expired DE855318C (de)

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DER3076D DE875709C (de) 1942-08-14 1943-06-08 Nieren-Katheter und Verfahren zu seiner Herstellung
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