DE855148C - Vorrichtung zum Entkeimen der Luft mittels UV-Strahlen in waehrend des Betriebes verdunkelten Raeumen - Google Patents
Vorrichtung zum Entkeimen der Luft mittels UV-Strahlen in waehrend des Betriebes verdunkelten RaeumenInfo
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Description
- Vorrichtung zum Entkeimen der Luft mittels UV-Strahlen in während des Betriebes verdunkelten Räumen Es ist bekannt, daß UV-Stralhlen imstande sind, Mikroorganismen zu töten. Man hat diesen Effekt in großem Umfang praktisch angewendet, um Räume, in denen sich viele Menschen gleichzeitig aufhalten, keimfrei zu machen, weil dort stets mit einer erheblichen Infektionsgefahr gerechnet werden muß.
- Als Strahlungsquellen hat man hierzu bisher vorzugsweise die Quecksilberniederdruckröhre benutzt, weil bei dieser etwa go bis 950/o als Ultraviolettstrahlung der Wellenlänge 254 mm und nur 5 bis IO°/o als Licht ausgesendet werden. Im allgemeinen stört das von der Quecksilberniederdruckröhre ausgesandte Licht nicht, da es sehr schwach ist. Es hat sich jedoch herausgestellt, daß der Betrieb solcher Lampen für Entkeimungszwecke in Kinos, Theatern u. dgl. Schwierigkeiten bereitet, weil diese Räume während der Vorstellung verdunkelt sind. Unter diesen Bedingungen stört aber auch das wenige, von den Quecksilberniederdruckröhren ausgesandte sichtbare Licht, weil dadurch z. B. die Umgebung des projizierten Bildes bzw. des Bühnenbildes aufgehellt und somit die Güte des Bildes wegen Herabsetzung der Kontraste beeinträchtigt wird.
- Es ist an sich bekannt, die Quecksilberhochdrucklampe in einem lichtdicht geschlossenen Gehäuse zu betreiben, dessen Lichtaustrittsöffnung mit einem für Ultraviolettstrahlung durchlässigen, für das sichtbare Licht aber praktisch undurchlässigen Glas, einem sogenannten Schwarz-UV-Glas, abgeschlossen ist. Quecksilberhochdrucklampen senden nun aber eine sehr starke sichtbare Strahlung aus, so daß man zur Beseitigung des von ihnen ausgesandten sichtbaren Lichtes ein verhältnismäßig strenges Filter verwenden muß. Diese Forderung ist insbesondere dadurch bedingt, daß man eine solche Vorrichtung zur Untersuchung oder Beobachtung von lichtschwachen Fluoreszenzerscheinungen verwendet. Hierbei würden aber auch verhältnismäßig schwache Spuren sichtbaren Lichtes sehr stören.
- Die bekannten Erfahrungen lassen sich aus den angegebenen Gründen nicht auf die vorliegende Erfindung übertragen. Da das von den Niederdrucklampen ausgesandte Licht an sich sehr schwach ist, kann man für die vorliegende Vorrichtung ein Filter verwenden, das viel durchlässiger im Sichtbaren ist als die bekannten Schwarzgläser, und das deshalb in Verbindung mit Quecksilberhochdrucklampen als vollkommen unzureichend zu bezeichnen ist.
- Die geringe Anforderung an das Filter wirkt sich insofern günstig aus, weil damit einerseits wegen der geringen Schichtdicke der Bedarf an dem teueren Glas erniedrigt und weil andererseits die Durchlässigkeit für das gewünschte kurzwellige Ultraviolett hochgehalten werden kann. Nur unter besonderen, die Fabrikation erschwerenden Bedingungen ist es nämlich möglich, eine hinreichend große Durchlässigkeit für das kurzwellige Ultraviolett bei 254 m,l4 zu erreichen.
- Bei der vorliegenden Erfindung handelt es sich, wie bereits gesagt, darum, das sichtbare Licht zu dämpfen, aber nicht vollständig zu beseitigen. Es ist daher nicht nötig, die Niederdrucklampe in ein geschlossenes Gehäuse einzubauen. Es genügt vielmehr, wenn die Strahlenquelle in Verbindung mit einem Reflektor betrieben wird, dessen oeffnung zu einem wesentlichen Teil von dem die sichtbare Strahlung absorbierenden, die Ultraviolettstrahlung dagegen durchlassenden Filter bedeckt ist. Das von den Niederdruckröhren ausgesandte Licht hat sich nun als besonders störend erwiesen, wenn sidh in der Nähe der Lampe reflektierende Flächen befinden.
- Die Möglichkeit ist vor allem dann gegeben, wenn die Entkeimungslampen an der Wand aufgehängt sind, da es sich dann nicht vermeiden läßt, daß die Wand in unmittelbarer Nähe der Lampe ziemlich aufgehellt wird. Es genügt deshalb, gemäß einer weiteren Ausarbeitung der Erfindung in vielen Fällen, wenn das Filter so angeordnet ist, daß es die Strahlen besonders in derjenigen Richtung schwächt, in der sich reflektierende Flächen, insbesondere die Begrenzungswände des Raumes, befinden. Derartige Filter, die das sichtbare Licht absorbieren, für die Ultraviolettstrahlung dagegen durchlässig sind, werden z. B. von dem Jenaer Glaswerk Schott & Gen., Jena, unter der Bezeichnung UG 5 geliefert, und von den Cord'in Glass Works, USA, unter der Bezeichnung Red Purple Correx.
- Eine wichtige Weiterentwicklung des Erfindungsgedankens besteht darin, daß man das absorbierende Filter unmittelbar auf der Wandung des Entladungsgefäßes in Form einer dünnen Schicht, z. B. aus Quarzglas, das im wesentlichen nur Ultraviolettstrahlen durchläßt, anbringt oder aber, daß der Werkstoff der Wandung selbst entsprechend mit al>-sorbierenden Zusätzen, wie Kobalt- und Nickeloxyden, versehen ist.
- Als Werkstoff dient vorzugsweise Quarzglas oder sehr rein erschmolzene Gläser. Es ist an sich bekannt, in letztgenannte Gläser I(obalt- und Nickeloxyde als Zusatz einzuarbeiten. Dies führte jedoch zu einer solchen Verschlechterung der sonstigen Eigenschaften des Glases, daß sich diese Gläser als Werkstoff für Entladungsgefäße nur kurze Zeit in der Technik halten konnten. Insbesondere war es schwierig, eine ausreichende Durchlässigkeit im kurzwelligen UV zu erhalten. Wenn es dagegen, wie bei der vorliegenden Erfindung, lediglich darauf ankommt, den Anteil des sichtbaren Lichtes etwas herabzusetzen, so kommt man mit derartig geringen Zusätzen aus, daß eine wesentliche Verschlechterung der sonstigen Eigenschaften nicht auftritt. Uberraschenderweise ist es sogar möglich, in das Quarzglas selbst solche Zusätze, wie Kobalt- und Nickeloxyde, einzuarbeiten, die das sichtbare Licht wesentlich schwächen. In den Abbildungen sind zwei verschiedene Ausführungsformen schematisch dargestellt: In der Abb. I ist r die Wandung der Quecksilberniederdruckröhre, die in der Fassung 2 ruht. Das Licht der Lampe wird durch einen Reflektor 3 zusammengefaßt und vorzugsweise schräg nach oben geworfen. Der Reflektor ist an der Wand 4 befestigt. Zur Herabsetzung der von der Lampe ausgesandten sichtbaren Strahlung ist bei der Ausführungsform nach Abb. I auf der Wandung I eine die sichtbare Strahlung al,sorhierende Schicht 5 aufgetragen, wobei aber diese Schicht gleichzeitig für die ultraviolette Strahlung möglichst gut durchlässig sein muß. Im allgemeinen soll die Durchlässigkeit für die Wellenlänge 254 ma oberhalb 50 O/o betragen, während diejenige für das sichtbare Licht vorzugsweise zwischen 2 und 20°/o beträgt.
- In der Abb. 2 ist die Reflektoröffnung durch ein die sichtbare Strahlung absorbierendes Planfilter 6 teilweise abgedeckt. Dieses Filter ist so angeordnet, daß es besonders den Teil der Strahlung, der von der Lampe in Richtung zur Wandung 4 ausgestrahlt wird, hinsichtlich des sichtbaren Lichtes schwächt.
- Die Absorption für das sichtbare Licht ist so groß zu wählen, daß der Lichtstrom, vor allem derjenige in Richtung zur Wand 4, hinreichend z. B. auf 2 bis 200/0 des Wertes ohne Filter geschwächt wird. Wie aus der Abbildung ersichtlich, bleibt ein Teil der Reflektoröffnung frei. Diese Offnung ist vorzugsweise so angeordnet, daß die schräg austretende Strahlung nicht durch das Filter 6 hindurchgeht, weil diese Strahlung erst in größerer Entfernung auf die gegenüberliegende Wandung oder Raumdecke treffen würde. Falls erforderlich, kann selbstverständlich auch die gesamte Reflektoröffnung durch ein oder mehrere Filter abgeschlossen sein.
Claims (5)
- PATENTANSPRUCHE: I. Vorrichtung zum Entkeimen der Luft mittels UV-Strahlen in während des Betriebes ver- dunkelten Räumen. wie z. B. Theater, Kino u. dgl.. dadurch gekennzeichnet, daß als Ultraviolettstrahler eine Quecksilberniederdruckröhre dient, deren sichtbare Strahlung durch ein Strahlenfilter zu einem xvesentlichen Teil absorbiert wird.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß die Quecksilberniederdruckröhre in Verbindung mit einem Reflektor betriel>en wird, dessen Öffnuna zu einem wesentlichen Teil von einem die sichtbare Strahlung absorbierenden, die Ultraviolettstrahlung dagegen durchlassenden Filter bedeckt ist.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Filter so angeordnet ist, daß es die Strahlen besonders in derjenigen Richtung schwächt, in der sich reflektierende Flächen, insbesondere die Begrenzungswände des Raumes, befinden.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Wandung der Entladungsröhre eine die sichtbare Strahlung absorl>ierenlde dünne Sclhirht vo>handen ist oder daß der Werkstoff der Wandung selbst entsprechend mit absorbierenden Zusätzen, wie Kobalt- und Nickeloxyden, versehen ist.
- 5. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das von der Vorrichtung ausgesandte Licht auf 2 bis 20°/o des Ausgangswertes herabgesetzt wird.
Priority Applications (1)
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|---|---|
| DE855148C true DE855148C (de) | 1952-11-10 |
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| DEQ42A Expired DE855148C (de) | 1950-05-14 | 1950-05-14 | Vorrichtung zum Entkeimen der Luft mittels UV-Strahlen in waehrend des Betriebes verdunkelten Raeumen |
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1950
- 1950-05-14 DE DEQ42A patent/DE855148C/de not_active Expired
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