DE855102C - Verfahren zur thermischen Behandlung von festem Gut mit Gasen, ausgenommen die Abroestung sulfidischer Erze, im Drehrohrofen - Google Patents
Verfahren zur thermischen Behandlung von festem Gut mit Gasen, ausgenommen die Abroestung sulfidischer Erze, im DrehrohrofenInfo
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Description
- Verfahren zur thermischen Behandlung von festem Gut mit Gasen, ausgenommen die Abröstung sulfidischer Erze, im Drehrohrofen Die thermische Behandlung von festem Gut mit Luft oder anderen Gasen wird vielfach in Drehrohröfen vorgenommen. Als solche Verfahren sind beispielsweise zu nennen die magnetisierende Röstung ärmerer Eisenerze, die Zersetzung von Eisensulfat, das Brennen von kohlenstoffhaltigen Tonen zu Schamotte, die Herstellung von ungesintertem Schwefelbarium auf Schwerspat und das Brennen von Zement, klinkern von bleihaltigen Zinkoxyden u. dgl. Da die für diese Verfahren verwendeten Ausgangsstoffe vielfach in feiner Form vorliegen, läßt sich bei der Durchführung dieser Prozesse in einem Drehrohrofen ein zwischen etwa 5 und IO°/o der Aufgabemenge liegender Staubanfall nicht vermeiden. Der entstehende Staub kann zwar ohne besondere technische Schwierigkeiten durch geeignete Ausbildung der Rohrleitungen und Staubspitzen sowie durch in die Gasleitung eingeschaltete Zyklone, z. B. Multiklone, und elektnische Gasreinigung niedergeschlagen werden, jedoch muß die Leistung dieser Anlagen minder anfallenden Staubmenge abgestimmt werden, d. h. es müssen bei höherem Staubanfall für die Erstellung dieser Anlagen höhere Kosten aufgewendet werden. Es liegt daher im Bestreben der Technik, die Staubmenge beli der Durchführung derartiger Prozesse in Drehrohröfen möglichst niedrig zu halten. Einen Weg hierzu zeigt die Erfindung. rfindungsgemäß wird die thermische Behandlung von festen Stoffen mlit Luft oder anderen Gasen in Drehrohröfen derart durchgeführt, daß die Aufgabe des festen Guts in den Drehrohrofen nach Kornklassen getrennt erfolgt, und zwar derart, daß das gröbere IKorn dem Drehrohr in üblicher Weise an dem Aufgabeende aufgegeben wird, während das feinere Korn an einer oder mehreren dem Austragsende des Ofens näher liegenden Stellen in diesen eingebracht wlird. Durch diese Maßnahme wird, wie gefunden wurde, die Staubentwicklung erheblich vermindert, da die Stauterzeugung verhältnismäßig weit im Ofeninnern erfolgt und davor, in Richtung des Gasstroms gesehen, ein Raum geschaffen wird, in dem einerseits keinerlei Staub anfällt, während darin andererseits eine gewisse Beruhigungszone geschaffen wird, so daß der Staub, der aus dem unteren Teil des Drehrohrofens stammt, ,sich dort sogar niederschlagen kann.
- Das Verfahren gemäß der Erfindung kann beispielsweise so ausgeführt werden, daß man das Gut unter z. B. rnmaus dem Aufgabematerial heraussiebt und an einer oder mehreren weiter nach dem Austragsende des Ofens gelegenen Stellen in diesen aufgibt, z. B. in der Nähe des oberen Laufrings. Das restliche gröbere Material wird an dem oberen Ofenende eingebracht, und es befindet sich so in der Zone der größten Gasgeschwindigkeit kein feines Gut, das ,der Gasstrom mit aus dem Ofen herausnehmen könnte. Da das gröbere Gut zum ,Ablauf der Reaktion meist längere Zeit benötigt, ist seine sAufenthaltszeit in dem Ofen entsprechend seinem Anteil an der Gesamtmenge des Guts größer, während die Zeit, während derer das feine Gut in dem Ofen verbleibt, immer noch ausreichend ist, um dieses in das gewünschte Produkt umzuwandeln. Infolge der Aufgabe des feineren Guts in eine Ofenzone, in der eine geringere Gasgeschwindigkeit herrscht, wird die Staubbildung wesentlich verringert, so daß der aus dem Ofen austretende Gasstrom nur unwesentlichte Staubmengen enthält.
- Man hat bereits bei ,der,Abröstung sulfidischer Erze in einem Drehrohrofen das gröbere Korn auf dem Weg des zu röstenden Guts am Anfang, das feinere Korn weiter hinten zugeteilt, jedoch erfolgte dies aus dem Grund und in der Absicht, die bei der Abröstung ,des feineren Guts erzeugten Wärmemengen zur vollständigen Abröstung des gröberen Korns auszunutzen. Bei dem Verfahren gemäß der Erfindung erfolgt eine Wärmeentwicklung während des thermischen Prozesses nicht, so daß es sich von dem bekannten Vorschlag ganz wesentlich unterscheidet. Das Verfahren gemäß der Erfindung bezieht ,sich somit auch nicht auf die Abröstung von sulfidischen Erzen im Drehrohrofen.
- Zur Ausführung des Verfahrens gemäß der Erwindung kann ein Drehrohrofen dienen, der in geeigneter Weise zur Aufgabe des feineren Guts an einer oder mehreren Stellen des Wegs des Guts durch den Ofen entsprechende Einrichtungen besitzt.
Claims (2)
- PATENTANSPRUCHE: I. Verfahren zur thermischen Behandlung von festen Stoffen mit Gasen, ausgenommen die Abröstung sulfidischer Erze, im Drehrohrofen, dadurch gekennzeichnet, daß das feste Gut nach ìKornklassen getrennt derart in den Drehrohrofen eingebracht wird, daß das gröbere Korn an dem üblichen Aufgabeende des Ofens, das feinere IKorn dagegen an einer oder mehreren dem Austragsende des Ofens näher liegenden Stellen aufgegeben wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß das Gut unter z. B. 5 mm aus dem iAufgabematerial herausgesiebt und an einer oder mehreren weiter nach dem IAustragsende des Ofens gelegenen Stellen, z. B. in der Nähe des oberen Laufring, in diesen aufgegeben wird, während man das restliche gröbereMaterial am obereniEnde in den Ofen einbringt.
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| DE855102C true DE855102C (de) | 1952-11-10 |
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1950
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