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Spiel Bekannte Spiele, welche in der Regel aus einem Spielbrett und
aus auf diesem Brett von Spielfeld zu Spielfeld verschiebbaren Spielmitteln bestehen
und bei welchem die Züge der Spieler durch Würfel ermittelt werden, gleichen sich
ziemlich stark. Sie unterscheiden sich, abgesehen von der graphischen Aufmachung
des Spielbretts, üblicherweise nur durch die Spielregel. Deshalb ist ihre Unterhaltungswirkung
gering. Bei den sogenannten Rausschmeißerspielen kommt noch der Nachteil dazu, daß
manche Spieler, namentlich wenn es sich um Kinder handelt, erbost oder vergrämt
sind, wenn ihre Spielsteine herausgeworfen werden. Diese Spieler werden, wenn sie
die meisten ihrer Spielsteine verloren haben, häufig mutlos, spielen dann nur noch
lustlos weiter und verderben auch den anderen Mitspielern die Spielfreude.
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Hier schafft die Erfindung Abhilfe, welcher die Aufgabe zugrunde liegt,
einem Spiel, das aus Spielbrett und verschieblichen Spielmitteln besteht, einen
zusätzlichen Spielreiz durch besondere Spielmaßnahmen zu verleihen. Zur Lösung dieser
Aufgabe finden erfindungsgemäß Spielmittel Verwendung, von welchen Teile abnehmbar
und/oder auf welche Teile aufbringbar und/oder deren Teile ersetzbar sind. Es können
in diesem Sinne die Spielmittel figürlich gestaltet und in als Körperteile bzw.
Bekleidungsstücke ausgebildete Teile wie Hut, Kopf, Körper, Füße zerlegbar sein.
Es ist aber auch möglich, die Spielmittel aus mehreren zweckvoll
übereinandergestapelten,
z. B. scheibenförmigen Teilen zusammenzusetzen, die unterschiedlich farbig sind
und zusammengefügt einen Kegel, einen Zylinder, einen Quader od. dgl. darstellen
mögen. Der Erfindungsvorschlag kann beispielsweise auch so verwirklicht werden,
daß die Spielmittel als lliuschen ausgebildet und von diesem das Dach, die StockNverke
usw. abnehmbar sind.
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Ein mit erfindungsgemäß ausgebildeten Spielmitteln versehenes Spiel
bietet zusätzliche und überraschende Spielmöglichkeiten, erhöht somit die Unterhaltungswirkung.
Dabei ist es gleichgültig, welche Bedeutung nach den Spielregeln einem abgenommen
bzw. aufgebrachten bzw. ersetzten Spielmittelteil zukommt. Es kann z. B. eine überholte
bzw. eingeholte Spielfigur den Hut abgeben müssen, den sie erst wieder erhält, wenn
eine andere Figur des gleichen Spielers sie erlöst, wenn dieser Spieler eine bestimmte
Zahl würfelt od. dgl. Es kann die Abnahme bestimmter Teile für diese Figur die Folge
haben, daß sie nur noch mit verminderter, z. B. halber Geschwindigkeit ziehen darf,
also die betreffenden Würfe z. B. nur hälftig gewertet werden. Es kann vorgesehen
werden, um ein weiteres Beispiel zu nennen, daß eine Figur, deren Hut abgenommen
worden ist, unter bestimmten Umständen, z. B. bei Wurf einer vorher festgelegten
Zahl, eine Strafmütze z. B. in Gestalt eines schwarzen Hutes aufgesetzt erhält,
was bestimmte nachteilige Spielfolgen nach sich ziehen mag. Es kann auch daran gedacht
werden, vorzuschreiben, daß vorteilhafte Spielfolgen, z. B. Doppelbewertungen, Pluspunkte
od. dgl., eintreten, wenn es einer Figur gelingt, z. B. durch Erreichung einer bestimmten
Wurfzahl, auch ein Zusatzteil, z. B. einen Stock, eine Blume od. dgl., zu erringen,
die an die Figur ansteckbar ist.
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Abgesehen von der vorstehend nur angedeuteten Vielzahl von Spielmöglichkeiten,
welche sich durch die erfindungsgemäßen Spielmittel ergeben, bietet die Erfindung
aber auch den Vorteil, daß jeder Spieler, wenn auch nicht alle Figuren unversehrt,
so doch stets alle seine Figuren als Teilfiguren im Spiel hat. Es kann daher das
Ärgernis, daß sämtliche Figuren eines Spielers rausgeschmissen sind, nicht auftreten.
Es ist vielmehr jeder Spieler stets im Spiel. Er merkt, je nach dem Abbau seiner
Spielfiguren, wo besondere Anstrengungen notwendig sind. Er hat stets die Chance,
seine teilweise abgebauten Spielfiguren wieder zu vervollständigen. Infolgedessen
bleibt das Spiel für alle Teilnehmer während der ganzen Spieldauer gleichmäßig reizvoll.
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Es ist zwar bekannt, bei Damespiel und beim Tick-Tack-Toe die verschiedenen,
grundsätzlich je für sich allein als Spielsteine funktionierenden Spielmittel zum
Anzeigen eines bestimmten Spielteilerfolgs aufeinanderzustapeln. Ein solcher Stapel
stellt aber nur die Summierung mehrerer Spielsteine dar, bildet jedoch nicht ein
geschlossenes Bauganzes. Im übrigen unterscheidet sich die Erfindung dadurch grundlegend
von den bekannten Spielen, daß jedes Spielmittel aus mehreren zusammengesetzten,
ein figürliches oder sonstiges Bauganzes ergebenden Teilen besteht, die für sich
allein nicht als Spielsteine Verwendung finden.
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Die Zeichnung veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel der Erfindung.
1?s zeigt Fig. i die Ansicht eines Spielbretts, Fig. 2 in schaubildlicher Darstellung
einen Ausschnitt eines Spielbretts finit einigen figürlichen Spielmitteln.
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Das gezeichnete Spielbrett a gehört zu einem Spiel, an welchem vier
Spieler teilnehmen können. jeder Spieler erhält zwei Spielsteine b1, b2, b.3 und
b4. Diese Spielsteine sind in Einklang mit den Spielregeln in Zügen, welche durch
Würfel bestimmt werden, Tiber die kreisförmig angeordneten Spielfelder bis zur Siegmitte
c zu führen.
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Die Spielmittel b sind beim gezeichneten Ausführungsbeispiel figürlich
gestaltet und in verschiedene Teile zerlegl;ar. Während in Fig. 2 die Spielfigur
bi noch unabgebaut, also vollständig ist, hat die Spielfigur b4 bereits ihren Hut
abgeben müssen, während von der Spielfigur b3 nur noch der Sockel und das Fußteil
vorhanden sind.
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Es empfiehlt sich, die Ausbildung derart zu treffen, daß die Figuren
eines Spielers gleichfarbig, aber unterschiedlich farbig zu den Figuren anderer
Spieler sind. Diese Farbvorschrift soll wenigstens für ein Teil aller Figuren eines
Spielers gelten, so daß z. B. die Sockel oder die Hüte der einem Spieler gehörenden
Figuren gleichfarbig sind. Besonders vorteilhaft ist es, wenn Sockel und Hut in
der Farbe bei den Figuren des gleichen Spielers übereinstimmen.
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Wie schon erwähnt, ist es gleichgültig, ob der Abbau und der Aufbau
der Spielmittel in Abhängigkeit von bestimmten Würfelzahlen oder beim Eingeholt-
bzw. Überholtwerden erfolgt. Es braucht nicht dabei zu bewenden, daß die Teile einer
Figur abgenommen und, wenn der betreffende Spielregelfall eintritt, weder aufgebracht
werden. Es ist möglich, dem Spiel Ersatzteile zuzuordnen derart, daß eine Figur
nach Abnahme eines Teiles ein Ersatzteil aufgesetzt erhält, das einen Spielfortschritt
oder einen Spielnachteil bedeuten mag, z. B. an Stelle des abgenommenen Hutes eine
schwarze Mütze, an Stelle des abgenommenen Kopfes ein Ersatzkopf mit lachendem oder
vergrämtem Gesicht usw.
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Beim gezeichneten Ausführungsbeispiel ist am Sockel d jeder Figur
eine Haltestange e befestigt, iber welche die verschiedenen, abnehmbaren Figurenteile
gesteckt werden können. Zweckvoll ist die Ausbildung so getroffen, daß diese Stange
das )berste Figurenteil, beispielsweise den Hut, ein deines Stück weit überragt,
so daß dieses Stangenmde f als erfaßbarer Grifflappen wirkt.