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Verfahren und Vorrichtung zum Anlegen eines schlauchförmigen Verbandes
Die
Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Anlegen eines schlauchförmigen
Verbands auf einen Körperteil.
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Es hat sich gezeigt, daß es für einen Patienten in vielen Fällen
angenehmer ist, einen verletzten Körperteil mit einem schlauchförmigen Verband zu
bandagieren, als ein langes Gazeband oder eine Binde um diesen Körperteil herumzuwickeln
und so eine brauchbare Bandage herzustellen. Eine derartige schlauchartige Bandage
ist bekannt. Die schlauchförmige Bandage wird dabei zum Bandagieren eines Körperteils
in einer zugeschnittenen Länge benutzt, die etwa das Zweifache der Länge beträgt,
die notwendig ist, um den verletzten Körperteil zu bedecken. Zur Herstellung eines
Verbands wird dann ein Teil dieser Bandage über den verletzten Körperteil gezogen,
dann eine Windung oder Drehung in der Bandage hergestellt und schließlich der überschussige
Teil der Bandage über den bereits auf den Korper aufgezogenen Teil übergestülpt,
so daß eine Bandage in doppelter Dicke erhaltell svird, die je nach Wunsch ein offenes
oder geschlossenes Ende besitzt.
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Bisher war es jedoch schwierig, eine derartige Bandage auf einen
Körperteil aufzulegen und insbesondere dann, wenn derartige Bandagen nicht von einem
Arzt oder einer Krankenschwester u. dgl. verwendet wurden oder auf der verletzten
Körperstelle vielleicht schon ein anderer Verband angeordnet war. Wurden derartige
Bandagen aber nicht von
einem geschulten Fachmann aufgelegt, so
erforderte ihr \uflegen oft eine unverhältnismäßig lange Zeit, und der erhaltene
Verband var oft auch noch schlecht. Aus diesem Grund sind wahrscheinlich derartige
schlauchförmige Bandagen nicht in dem Ausmäß zur Verwendung gekommen, wie es hätte
erwartet werden können und zu erwarten sein würde, wenn das Anlegen der Bandage
vereinfacht werden könnte, denn derartige Bandagen haben viele Vorteile.
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Die vorliegende Erfindung betrifft ein neues Verfahren und eine neue
Vorrichtung zum Nuflegen derartiger schlauchförmiger Bandagen auf irgendwelche Körperteile,
durch deren Anwendung das Anlegen der Verbände sehr vereinfacht wird und auch von
Nichtfachleuten schnell und ohne Belästigung des Patienten durchgeführt werden kann.
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Das neue Verfahren zum Auflegen der schlauchformigen Verbände und
die hierbei benutzte Vorrichtung werden an Hand der Zeichnung näher beschrieben.
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Fig. 1 ist eine schematische Ansicht der Vorrichtung zum Anlegen
des Verbandes; Fig. 2 ist eine Teilansicht einer schlauchförmigen Bandage; Fig.
3 ist eine Querschnittansicht der Bandage der Fig. 2; Fig. 4 veranschaulicht die
erste Stufe des Auflegens der Bandage auf einen Finger unter Verwendung der vorgeschlagenen
Vorrichtung; Fig. 5 veranschaulicht eine spätere Stufe des An legens der Bandage;
Fig. 6 veranschaulicht die letzte Stufe des An legens der Bandage; @ig. / veratischaulicht
die auf dem Finger eities Patienten angelegte Bandage bei abgezogener Aufschiebevorrichtung,
und Fig. 8 veranschaulicht eine schematische Ansicht einer etwas abgeänderten Ausführungsform
der Vorrichtung zum Anlegen der Bandage.
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Das vorgeschlagene Verfahren und die Vorrichtung zum Anlegen der
Bandage werden beispielsweise in der Anwendung zum Bandagieren eines Fingers liii
t einer schlauchförmigen Bandage veranschaulicht. Die Vorrichtung zum Auflegen der
Bandage hat daher in der veranschaulichten Ausführungsform eine solche Größe, daß
sie auf einen Finger paßt. Falls eine Bandage auf einen Zeh aufgelegt werden soll,
so kann eine kürzere Vorrichtuitg uitd auch eine kürzere Bandage benutzt werden,
und falls eine schlauchförmige Bandage auf den Fuß otler eine ganze Hand oder einen
ganze Arm oder einen Schenkel oder einen anderen Teil des Körpers aufgezogen werden
soll, so müssen natürlich Auflegevorrichtungen und Bandagen entsprechender Größe
benutzt werden.
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Die vorgeschlagene Auflegevorrichtung für die Bandage besteht gemäß
Fig. I aus einem einfachen U-förmigen Körper, dessen beide durch das Bogenstück
3 miteinander verbundenen Schenkel 1 und 2 über ihre Länge kreisbogenförmig gegeneinander
gekrümmt sind, so daß sie sich der Form des Fingers od. dgl. gut anpassen. Vorzugsweise
sind ihre freien Enden, wie bei 4 angedeutet, verjüngt und nach außen etwas abgeschrägt,
so daß die Vorrichtung beim Aufschieben besser über den Finger des Patienten hinweggleitet.
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Die Vorrichtung zum Auflegen des Verbands kann aus irgendeinem geeigneten
Material, wie Metall oder einem Kunststoff, oder aus irgendeinem anderen geeigneten
Material, das möglichst leicht und auch sehr glatt ist, bestehen.
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Die Bandage 5 besteht aus einer schlauchförmigen Bandage beliebiger
Länge, beispielsweise aus weicher Baumwollgaze, die zu einem Schlauch verarbeitet
ist. Die Bandage kann je nach dem Körperteil, der bandagiert werden soll, in verschiedenen
Größen und verschiedenen Längen hergestellt werden.
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Es soll angenommen werden, daß an einem Finger eine Brand- oder Schnittwunde
vorhanden oder dieser in anderer Weise verletzt worden ist und wenigstens von hinter
dem zweiten Gelenk ab mit einem geeigneten Verband versehen werden soll.
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Erfindungsgemäß kann natürlich ein Verband auf jedem Teil des Fingers
angelegt werden, aber zur besseren Erläuterung der Erfindung ist eine verhältnismäßig
lange Bandage gewählt worden, die bis über das zweite Gelenk des Fingers reicht.
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Gemäß Fig. 4 ist eine Bandage benutzt worden, die etwa zweimal so
lang als notwendig ist, den Finger einmal zu bedecken, und die ganze Bandage ist
auf die zum Anlegen des Verbands benutzte Vor richtung aufgeschoben worden, was
natürlich ein faltiges Aneinanderschieben der Bandage erforderlich macht, um ihre
ganze Länge auf der Vorrich tung unterzubringen, und die verjüngten Enden 4@4 der
Arme 1 und 2 unterstützen dabei das Halten der Bandage auf der Aufschiebevorrichtung.
Die die Bandage tragende Vorrichtung wird dann, wie aus Fig. 4 hervorgeht, auf den
Finger 6 aufgeschoben.
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Das hintere Ende der Bandage wird dann gegen den Finger gedrückt,
worauf die Vorrichtung von dem Finger abgezogen und hierbei der übrige Teil der
Bandage mitgenommen wird. Die Fig. 4 veranschaulicht die Vorrichtung, nachdem sie
auf den Finger aufgeschoben worden war und nachdem die Rückwärtsbewegung eingeleitet
worden ist.
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Die Vorrichtung wird dann vom Finger in die in Fig. 5 veranschaulichte
Stellung ganz abgezogen, wonach der Finger durch einen Teil der Bandage bedeckt
ist, während auf der Vorrichtung ein anderer Teil der Bandage liegt und ein weiterer
Teil der Bandage sich frei zwischen dem Ende des Fingers und dem der Vorrichtung
befindet. Die Vorrichtung wird dann zum Finger verdreht, so daß eine Drehung oder
Windung 7 in dem Teil der Bandage zwischen dem Finger und der Aufschiebevorrichtung
gebildet wird. Die Aufschiebevorrichtung wird dann wieder über den Finger und über
den Teil der Bandage, der sich bereits auf dem Finger befindet, geschoben, wie es
in Fig. 6 angegeben ist.
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Infolge der genannten Drehung 7 wird durch dieses zweite Aufschieben
der Vorrichtung der Teil der Bandage, der sich noch auf der Vorrichtung befindet,
über den Teil der Bandage auf dem Finger über-
gestülpt und gleichzeitig
von der Aufschiebevorrichtung abgestreift. Fig. 6 veranschaulicht die Aufschiebevorrichtung
gerade, ehe sie die zweite Aufschiebebewegung beendet hat. Fig. 7 veranschaulicht
die fertige Bandage auf dem Finger, nachdem die Aufschiebevorrichtung nach ihrer
zweiten Aufschiebebewegung entfernt worden ist.
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Nach Fig. 5, 6 und 7 verbleibt also durch das erste Aufschieben und
Zurückziehen der Aufschiebevorrichtung ein Teil 5a der Bandage auf dem Finger und
ein Teil 5b auf der Aufschiebevorrichtung, worauf zwischen diesen Teilen die Drehung
7 hergestellt wird. Durch das zweite Aufschieben der Aufschiebevorrichtung wird
der Teil 5b der Bandage über den Teil 5a übergestülpt und hierbei der Teil 5b von
der Aufschiebevorrichtung abgezogen.
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Wenn, wie in Fig. 7, der Verband völlig aufgelegt ist, so liegt der
Teil 5b auf dem Teil 5a, und der Finger ist von einer doppelten Bandage bedeckt.
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Eine derartige Bandage ist äußerst elastisch, und sie ermöglicht,
daß der Finger frei bewegt und gekrümmt werden kann, wenn die Verletzung eine derartige
Betätigung zuläßt, und sie schützt den Finger sehr wirkungsvoll.
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Obgleich nach der vorstehenden ausführlichen Beschreibung anzunehmen
ist, daß das Anlegen der Bandage lange Zeit erfordert, so erfolgt das Anlegen der
Bandage auf einem Finger tatsächlich nur im Bruchteil einer Minute. Gegebenenfalls
kann auch noch ein kleines Stück Klebestreifen um den Finger um das hintere Ende
der Bandage herumgelegt werden, damit die Bandage auf dem Finger fest sitzen bleibt,
wenn die Hand z. B. in eine Tasche od. dgl. gesteckt wird.
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Das Bandagieren kann in seiner Art in gewissem Ausmaß verändert werden.
Wenn beispielsweise die Windung 7 nur durch eine Viertelumdrehung gebildet wird,
so bleibt die Fingerspitze nach dem Anlegen der Bandage unverdeckt. Wenn dagegen
die Windung 7 aus einer Halb- bis Dreivierteldrehung erhalten wird, so wird die
Fingerspitze durch die aufgelegte Bandage verdeckt. Außerdem kann auch das Verdecken
oder Freibleiben der Fingerspitze durch den Abstand der Aufschiebevorrichtung vom
Fingerende bei der Herstellung der genannten Drehung oder Windung 7 geregelt werden.
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Wenn die Aufschiebevorrichtung bei der Herstellung der Windung in
der Bandage zwischen der Aufschiebevorrichtung und der Fingerspitze sich zu nahe
an letzterer befindet, so bleibt die Fingerspitze, nachdem die Bandage fertig angelegt
worden ist, unverdeckt. Gegebenenfalls kann es auch erwünscht sein, die Fingerspitze
zusätzlich zu schützen, wenn sich die Verletzung an dieser befindet. Zu diesem Zweck
kann der Bandage bei genügendem Abstand der Aufschiebevorrichtung von der Fingerspitze
durch mehrere vollständige Umdrehungen der Aufschiebevorrichtung eine stärkere Windung
gegeben werden, und wenn dann die Bandage vollkommen aufgelegt ist, befindet sich
auf der Fingerspitze ein gedrehter Teil der Bandage, der als Polsterung gegen Druck
oder Stöße auf die Fingerspitze wirkt.
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Auf diese Weise kann die Bandage auf verschiedene Art angelegt werden
und schnell und einwandfrei selbst von einem Nichtfachmann.
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In Fig. 8 ist eine etwas andere Ausführungsform der Aufschiebevorrichtung
veranschaulicht. Auch diese Aufschiebevorrichtung besteht aus einem Paar durch das
Bogenstück 10 U-förmig miteinander verbundener Arme 8 und 9. In diesem Fall sind
jedoch die Arme an ihren Enden bei 11-11 in Richtung des Umfangs erweitert und an
diesen Enden nicht verjüngt. Die Enden 11-11 umgreifen somit den Finger oder einen
anderen Körperteil in einem größeren Ausmaß als der übrige Teil der Arme, und sie
halten die Bandage auf der Aufschiebevorrichtung in Stellung. Im ubrigen wirkt die
Aufschiebevorrichtung der Fig. 8 in gleicher Weise wie die Vorrichtung nach Fig.
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