DE84335C - - Google Patents
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Classifications
-
- G—PHYSICS
- G04—HOROLOGY
- G04B—MECHANICALLY-DRIVEN CLOCKS OR WATCHES; MECHANICAL PARTS OF CLOCKS OR WATCHES IN GENERAL; TIME PIECES USING THE POSITION OF THE SUN, MOON OR STARS
- G04B1/00—Driving mechanisms
- G04B1/26—Driving mechanisms driven by liquids or gases; Liquid or gaseous drives for mechanically-controlled secondary clocks
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- Physics & Mathematics (AREA)
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- Actuator (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 83: Uhren.
Bei den bisher gebräuchlichen Treibmaschinen hat man eine unter wechselnder
Belastung möglichst gleichmäfsige Bewegungsgeschwindigkeit dadurch zu erzielen versucht,
dafs man mit den hin- und herbewegten Maschinentheilen Schwungräder oder gleichwerthige
andere kreisend bewegte Organe von großem Beharrungsvermögen verband. Nach vorliegender Erfindung wird die Gleichmäfsigkeit
der Bewegung auf neuartige, vorteilhaftere Weise und unter Vermeidung der den
Maschinen vorerwähnter Art anhaftenden Uebelstände dadurch gesichert, dafs man die Bewegungsgeschwindigkeit
des Kolbens durch einen federnden Körper, zweckmäfsig einen in geschlossenem Räume befindlichen Luftkörper,
regelt, indem man die Elasticität oder den Widerstand dieses federnden Körpers einerseits
und das Beharrungsvermögen des Kolbens oder beweglichen Maschinentheils andererseits in ein
solches Verhältnifs zu einander bringt, dafs diejenigen Kräfte, welche dahin wirken, die
bewegten Theile in eine bestimmte Lage zu bringen, dem Bewegungsausschlag dieser Theile
proportional sind. Zu diesem Zwecke läfst man bei der nach vorliegender Erfindung eingerichteten
Maschine den durch Dampf oder ein unter Spannung befindliches Gas in hin- und hergehende Bewegung versetzten Kolben
entweder unmittelbar oder mittelbar auf einen im geschlossenen Räume befindlichen Luftkörper
in der Weise einwirken, dafs der Kolben, indem er bei der Hin- und Herbewegung sich
der einen oder anderen von seinen beiden Endlagen nähert, den Luftkörper zusammendrückt,
der dadurch eine gewisse federnde Wirkung ausübt und den Kolben wieder zurück zu bewegen strebt. Die normale Spannung
des auf den Kolben einwirkenden Treibmittels bewirkt bei der so eingerichteten Maschine
einen Kolbenhub von bestimmter Gröfse. In dem Mafse, in welchem die Spannung des
Treibmittels über den normalen Werth steigt oder unter denselben herabgeht, wird der
Kolbenhub vergröfsert oder verringert und dementsprechend der federnde Luftkörper mehr
oder weniger zusammengedrückt, so dafs er im einen Falle mit gröfserer und im anderen Falle
mit geringerer Kraft auf den Kolben zurückwirkt. Man hat es also in der Hand, durch
entsprechende Abmessung des Widerstandes des federnden Körpers einerseits und des Beharrungsvermögens
der bewegten Maschinentheile andererseits die Bewegungsgeschwindigkeit zu einer fortwährend sich gleichbleibenden
zu machen. Von etwaigen Schwankungen in der Spannung des Treibmittels wird bei dieser
Einrichtung nicht die Bewegungsgeschwindigkeit, sondern nur die Gröfse der Bewegung
beeinflufst, genau wie bei einem Pendel die Aenderungen in der dasselbe periodisch anstofsenden
Kraft nicht die Schwingungsphasen, sondern nur den Ausschlag der Schwingung ändern.
In der Zeichnung ist eine nach vorliegender Erfindung ausgeführte Maschine im senkrechten
Schnitt veranschaulicht.
A bezeichnet den Hauptcylinder, in welchem sich der Kolben B bewegt. Durch die Seitenwandungen
des Cylinders treten einander gegenüber Dampfeinlafsöffhungen C C etwa in der
Mitte hindurch. Die ebenfalls in den Cylinder-
Wandungen vorgesehenen Dampfauslafsöffnungen D D treten mit Abzweigungen an jeder Seite
der Dampfeinlässe einander gegenüber in das Innere des Cylinders ein.
Die am Umfange des Kolbens B angeordneten Nuthen E F stehen durch Oeffnungen G.
an den betreffenden gegenüberliegenden Seiten des Kolbens mit dem Cylinder in Verbindung.
Die besondere Art der Einrichtung und Anordnung des Cylinders, des Kolbens und der
Dampfein- und Auslässe ist nicht gerade wesentlich. Es ist zweckmä'fsig, die Dampföffnungen,
und vor allem die Ausströmungsöffnungen erheblich gröfser als sonst üblich zu bemessen,
damit nicht etwa irgend eine unter dem Einflufs des Dampfes oder der Druckluft zur
Wirkung gelangende Kraft der Rückkehr des Kolbens nach der einen oder der anderen
Richtung entgegenwirken kann.
Die durch Stopfbüchsen in den Enden des Cylinders hindurchtretende Kolbenstange H
tritt mit einer einseitigen Verlängerung durch Stopfbüchse V eines besonderen Cylinders /
hindurch, der in gleicher Linie mit dem erstgenannten Cylinder angeordnet ist und in
welchem sich der an der Kolbenstange H sitzende Kolben / bewegt.
Dieser Cylinder / hat keinerlei Ein- oder Auslafsöffhungen und ist im Allgemeinen luftdicht
eingerichtet, soweit nicht die Dichtungsflächen der Stopfbüchse V etwas Luft hindurchlassen.
Erfahrungsgemäfs brauchen aber diese Stopfbüchsen nicht allzugenau abdichtend eingerichtet
zu werden.
Durch ein den Cylinder / umgebendes Gehäuse K wird um denselben herum ein freier
Raum geschaffen, wobei die Stopfbüchsen V des Cylinders / durch das Gehäuse K nach
aufsen hindurchtreten und der freie Raum zwischen dem Cylinder und dem Gehäuse durch Packungsmaterial dampf- oder luftdicht
gemacht ist.
Das Hauptzuführungsrohr L für Dampf- oder Druckluft mündet in den freien Raum, von dem
aus alsdann zwei Rohre nach dem Cylinder A führen. In der Nähe dieser Rohre sind Schmiergefäfse
M so angeordnet, dafs aus denselben OeI durch die Rohre nach dem Kolben geführt
wird.
Bei der hier veranschaulichten Ausführungsform der Maschine befindet sich an dem den
Cylinder I umgebenden Gehäuse K ein rohrstutzenartiger
Fortsatz N, mit welchem das Gehäuse an das Ende des Cylinders A angeschraubt
ist. Auf diese Weise ist eine kleine Kammer O geschaffen, an deren Seiten sich Luftlöcher P
befinden, und von welcher aus Abtropfröhren Q. ausgehen, die das sich ansammelnde OeI abführen.
Die Wirkungsweise der Maschine ist wie folgt: Bei der veranschaulichten Lage der Theile,
bei welcher der Kolben sich in der Mitte seines Hubes befindet, herrscht zu beiden Seiten des
alsdann in der Mitte des Cylinders / befindlichen Kolbens ein dem Druck der äufseren
atmosphärischen Luft entsprechender Luftdruck. Wenn nun mit den Einlafsrohren C C des
Cylinders A irgend eine Dampfquelle bezw. eine Druckluftabgabevorrichtung verbunden und
dadurch dem Kolben, etwa durch einen plötzlichen Stofs, Bewegung ertheilt wird, so wird
der Kolben sich in bekannter Weise hin- und herbewegen. Die Bewegung des Kolbens nach
der einen wie nach der anderen Richtung hört auf, sobald die denselben treibende Kraft und
das angesammelte Kraftmoment durch den zunehmenden Druck des Dampfes oder der Druckluft
in dem der Bewegungsrichtung des Kolbens entsprechenden Ende des Cylinders ausgeglichen
werden, und da der Kolben bei seiner Bewegung an einer bestimmten Stelle den ihn
treibenden Druck absperrt und dadurch den im Sinne einer Rückkehrbewegung des Kolbens
wirkenden Druck zur Geltung gelangen läfsf, wird der Kolben nunmehr wieder in der entgegengesetzten
Richtung bewegt. Diese wechselweise Wirkung setzt sich so lange fort, als der erforderliche Druck zugeführt wird.
Durch die Bewegungen des Kolbens wird in den verschiedenen Seiten des Cylinders /
die Luft abwechselnd zusammengedrückt und ausgedehnt. Indem bei der Vorwärtsbewegung
die Luft vor dem Kolben / zusammengedrückt wird, findet eine gewisse federnde Wirkung
statt, welche dahin strebt, den Kolben wieder zurückzubewegen. In gleicher Weise strebt
die bei dieser Rückwärtsbewegung zusammengedrückte Luft dahin, den Kolben vorzubewegen.
Dieses Zusammendrücken der Luft im Cylinder / und der dadurch der Hauptsache nach
infolge der mangelhaften Elasticität der Luft hervorgerufene Energieverlust hat eine ziemlich
erhebliche Wärmeentwickelung zur Folge, und diese Wärme wird in der Weise ausgenutzt,
dafs man Dampf oder die Druckluft durch den Raum hindurchleitet, welcher durch das den
Cylinder I umgebende Gehäuse geschaffen ist, so dafs dadurch der auf den Kolben zur Wirkung
gebrachte Dampf oder die Druckluft erwärmt und somit die Wirksamkeit der Maschine
erhöht wird.
Bei der mittleren Stellung des Kolbens J im Cylinder / wird in diesem deshalb stets im
wesentlichen derselbe Druck wie derjenige der äufseren Atmosphäre herrschen, weil der Cylinder
zwar ein plötzliches Entweichen der Luft in dem Mafse, dafs die Wirksamkeit des Luftpolsters
merklich darunter leiden könnte, nicht zuläfst, dabei aber ein langsames Durchsickern
der Luft nach innen und aufsen durch die Dichtungsflächen um die Kolbenstange herum
nach Mafsgabe des jeweilen im Cylinder herrschenden Druckes gestattet, so dafs der Luftdruck
an den gegenüberliegenden Seiten des Kolbens stets dem äufseren Atmosphärendrucke
ungefähr gleich bleiben wird.
Als Beispiel einer Art und Weise, welche die Verwendung der Maschine ermöglicht, ist
in der Zeichnung die Kolbenstange mit einer doppelten Schiebklaue R verbunden gezeigt,
durch deren Schwingungen ein beliebiges Räderwerk, etwa ein Uhrwerk, angetrieben
wird. Eine andere Anwendungsweise würde darin bestehen, dafs man einen elektrischen
Leiter im magnetischen Felde bewegt. Es liegt auf der Hand, dafs die Maschine durch ihre
besonderen Eigenschaften für diese und mancherlei andere Zwecke mit Vortheil verwendbar
ist. Besonders geeignet sind derartige Maschinen in kleiner Ausführung.
Statt des federnden Luftkörpers könnte man auch eine eigentliche Feder oder einen andersartigen
elastischen Körper anwenden, indessen bietet die Anwendung von Luft mancherlei Vorzüge. Ferner könnte man, statt für den
Luftkörper und den auf diesen wirkenden Kolben einen besonderen Cylinder anzubringen,
den Maschinenkolben in seinem eigenen Cylinder auf einen darin eingeschlossenen Luftkörper
unmittelbar einwirken lassen; indessen verdient die beschriebene Anordnung deshalb den Vorzug,
weil dadurch die Beeinflussung des Luftkörpers durch etwaige Aenderungen im Druck des auf
den Kolben wirkenden Dampfes vermieden wird und die durch das Zusammendrücken des
Luftpolsters erzeugte Wärme besser ausgenutzt werden kann.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein durch Dampf oder Druckluft betriebenes, geradlinig hin und her schwingendes Pendel, gekennzeichnet durch die starre Verbindung oder Vereinigung eines zwischen Federn oder Luftpolstern gehaltenen schwingenden Körpers J mit einem Kolben B, der nach einmaligem Anstofse den Zu- und Abflufs des Druckmittels so steuert, dafs Körper J und Kolben B dauernd in Schwingung erhalten werden.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE84335C true DE84335C (de) |
Family
ID=356568
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT84335D Active DE84335C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE84335C (de) |
-
0
- DE DENDAT84335D patent/DE84335C/de active Active
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