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Fernrohr mit wechselbarer Vergrößerung Hei Fernrohren, bei denen zwischen
einigen bestimmten Vergrößerungen gewechselt werden soll, kann die Vergrößerungsänderung
entweder durch Wec9>slung der Objektive oder der Okulare vorgenommen werden. _1in
gebräuchlichsten ist zu diesem Zweck die Anordnung der Okulare auf einer I)rvlisclieil>e
(Revolver). Bei dieser Art -der Vergrö ßerttttgswechslung, bei der man im Augenblick
(les Werhselns (las Auge von der Okularmuschel entfernen muß, ist jedoch unvermeidlich,
daß man w;illren(1 (lc#s Wechsels Blickrichtung und Fixationsl>utIkt verliert. plan
ist daher gezwungen, das beobachtete Objekt wieder zu suchen, was besonders wegen
der Vergrößerungsänderung und der damit verbundenen Änderung der Größe des objektiven
Sehfeldes eine erneute zeitraubende Orientierung erfordert. Dieser Umstand ist vor
allen Dingen beim Beobachten und Verfolgen schnell bewegter Objekte sehr hinderlich,
da es hier auf ein Festhalten und Mitgehen ankommt, und ein verlorenes Objekt, besonders
bei geringem Kontrast, oft nur sehr schwer oder überhaupt nicht wieder zu finden
ist.
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Diese Nachteile werden gemäß der Erfindung dadurch behoben, -daß bei
der Wechslung die Augenanlage, insbesondere also die Augenmuschel, stehenbleibt
und daß die Baulänge der Okulare von der Bildebene bis zur Augenlinse im wesentlichen
die gleiche ist. Letzteres wird beispielsweise durch -die Einführung entsprechender
Dicken und
Brechkräfte bei -den einzelnen Linsengliedern erreicht,
zweckmäßig wird die Muschel objektseitig durch eine Glasplatte abgeschlossen. Obwohl
bereits auf. diese Weise, vor allem bei schwächeren Vergrößerungen, das Auge seine
Stellung zum Fernrohr behält und das Bild nach erfolgter Wechslung wieder erfassen
kann, weil Blickrichtung und Fixationspunkt während der Weclislung keine Änderung
erfahren, ist es vorteilhaft, die Okulare optisch so auszubilden, 'da.B sie ein
gemeinsames augennahes Glied besitzen, das beim Wechseln ebenfalls stehenbleibt.
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Beim V ergrößerungswechsel verändert sich in der Regel auch die Lage
der Austrittspupille, in dem, z. B. bei der stärkeren Vergrößerung, der Pupillenabstand
verkürzt wird. Soll beim Vergrößerungswechsel gleichzeitig auch der Pupillenort
erhalten bleiben, so erreicht man dies zweckmäßig durch Linsenglieder, die man in
an sich bekannter Weise objektseitig in der Nähe der Bildfeldblende anordnet. Durch
Anordnung eines negativen Gliedes kann man auf diese Weise die Pupille beim kurzbrennweitigen
Okular 'herausverlegen, durch ein entsprechendes positives Glied leim langbrennweitigen
Okular läßt sich die Pupille näher legen. Man kann dieses Mittel einzeln anwenden,
indem man nur bei einem Okular ein entsprechendes Glied zwecks Beeinflussung der
Pupillenlage anordnet und damit die Pupillenlage in Übereinstimmung mit der des
anderen Okulars vereinigt. Man kann aber auch, besonders in Fällen stärkerer Vergrößerungsänderung,
dieses Mittel in beiden Okularen zur Anwendung bringen, indem man beim Okular kurzer
Brennweite durch ein Glied negativer Brennweite die Pupille herausverlegt und gleichzeitig
beim Okular längerer Brennweite durch Anordnung eines Gliedes positiver Brechkraft
den Pupillenabstand verkürzt und auf diese Weise auch bei Okularen stark unterschiedlicher
Brennweite die Pupillenanlage für beide Okulare in Übereinstimmung bringt. Diese
zusätzlichen Glieder sind mit dem Okular jeweils verbunden und werden beim Vergrößerungswechsel
mit den augenfernen Teilen des Okulars und der Bildfeldblenden zusammen gewechselt.
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Durch geeignete Wahl und Ausbildung der Teilglieder der Okulare läßt
sich erreichen; daß die Bildebene beim;Wechsel.n erhalten bleibt, so daß das Bild
ohne Nachstellung immer scharf erscheint. Die Dioptrieeinstellung der beiden Okularglieder
kann durch ein gemeinsames Stellmittel erfolgen, dtas nach Art der bekannten Scharfstellvorrichtungen
für auf Revolverplatten angeordnete photographische Objektive gebaut ist. Auf diese
Weise überträgt sich die Scharfeinstellung des einen Okulars zugleich auf das andere.
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In der Zeichnung ist eilt Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch
dargestellt.
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Mit dem Fernrdhrkörper i sind die Augenmuschel 2 und die Augenlinse
3 fest verbunden. Die beiden Okudärteile 4 und 5 nebst der Bildfeldblenden 6 und
7 und den Zusatzlinsen 8 und 9 sind in dem um die Achse io drehbaren Wechsler ii
gelagert.
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Beim Vergrößerungswechsel werden die Okularglieder 4, 6, 8 durch Umschlagen
des Wechslers i i gegen die Glieder 5, 7, 9 ausgetauscht. Der Wechsler selbst kann
in einem hier nicht dargestellten staubwasserdichten Schutzraum liegen.
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Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäß ausgebildeten Fernrohrs
besteht darin, daß der Vergrößerungswechsel unter Beibehaltung der Orientierung
erfolgt. Die zu bewegenden Teile sind klein und leicht und ihre Bewegung mechanisch
leicht zu beherrschen. Ein Objektivwechsel würde das Bewegen erheblich größerer
Massen erfordern, wobei hinzutritt, daß die mechanische Beherrschung dieser Bewegung
noch deshalb erschwert wird, weil die Objektive unter Umständen sehr weit auseinander
liegen können. Der Anwendungsbereich der Erfindung ist für alle optischen Geräte
nvit Fernrohrsystem gegeben, für die eine veränderliche Vergrößerung in Frage kommt
oder Vorteile bietet.