DE82016C - - Google Patents
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- H—ELECTRICITY
- H02—GENERATION; CONVERSION OR DISTRIBUTION OF ELECTRIC POWER
- H02K—DYNAMO-ELECTRIC MACHINES
- H02K17/00—Asynchronous induction motors; Asynchronous induction generators
- H02K17/02—Asynchronous induction motors
- H02K17/30—Structural association of asynchronous induction motors with auxiliary electric devices influencing the characteristics of the motor or controlling the motor, e.g. with impedances or switches
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Description
KAISERLICHES
PATENTAM
Zum Anlassen von Motoren für Drehstrom und Wechselstrom, deren Anker nur mit inducirten
Strömen arbeiten, sind im Allgemeinen besondere Vorrichtungen nöthig, wenn nicht
starke Stöfse in der Spannung auftreten sollen. Die Kupferwickelung des (meist drehbaren)
Ankers hat nämlich nur einen sehr geringen Widerstand, so dafs die durch einen geringen
Tourenverlufst erzeugten geringen elektromotorischen Kräfte genügen, um die zur Erzielung des Drehmomentes erforderlichen Ströme
zu erzeugen. Dabei gilt ganz allgemein das bereits von Ferraris in seiner ersten Abhandlung
über rotirende Felder ausgesprochene Gesetz, dafs der procentuale Tourenverlust gleich dem procentualen Arbeitsverlust ist. Da
nun weiter bei gleichbleibendem Magnetismus die elektromotorischen Kräfte im Kurzschlufsanker
proportional dem Tourenverlust und die im Anker erzeugten Wärmemengen proportional
dem Quadrate der elektromotorischen Kräfte wachsen, so wächst die erzeugte Wärmemenge
auch proportional dem Quadrate des Tourenverlustes. Wenn also ein einpferdiger Motor
bei voller Leistung 5 pCt. Tourenabfall hat und daher im Anker etwa 37 Watt Stromwärme
entwickelt, so entwickelt er bei demselben Magnetismus und Stillstand I I · 37
= 14800 Watt, wenn die Entstehung so
starker Ströme nicht durch irgend ein Mittel verhindert wird. Ohne weitere Anlafsvorrichtung
verursacht das Einschalten des Motors daher ein Heruntergehen der Klemmenspannung,
da es wie ein Kurzschlufs wirkt. Allerdings bewirken andererseits die starken Ströme im
Anker ein sehr schnelles Anlaufen des Motors, wodurch die Ströme wieder auf ihr normales
Mafs zurückgeführt werden.
Ein durchaus einwandfreies Mittel zur Beseitigung dieses Uebelstandes ist nun das, den
Anker mit einer Drehstromwickelung zu versehen und beim Anlassen die in dieser entwickelten
Ströme durch Schleifringe und Bürsten nach aufsen zu führen, um sie durch Einschaltung
von Widerständen auf ihrem normalen Betrage zu erhalten.
Ein anderes Mittel besteht darin, in den primären Stromkreis Widerstände oder Inductionsapparate
einzuschalten und so die Klemmenspannung des Motors zu verringern. Man kann dann den Anker mit einer Kurzschlufswickelung
ohne irgend welche Klemmen und Schleifringe versehen. Da immerhin hierbei ein sehr bedeutender Energieverbrauch beim
Einschalten stattfindet, so reducirt man die Spannung besser durch Stromwandlung, wobei
man unmittelbar eine höhere Stromstärke erlangt.
Um nun besondere Apparate überflüssig zu machen, kann man in der Wickelung des
Ankers selbst Aenderungen an der Schaltung vornehmen. So kann man zwei oder mehrere
von einander getrennte Wickelungen anbringen, von denen nur eine mit verhältnifsmäfsig hohem
Widerstände stets in sich geschlossen ist, während die andere oder anderen von geringerem
Widerstände erst durch irgend welche Stromschlufsvorrichtungen geschlossen werden,
wenn der Motor bereits eine gewisse Geschwindigkeit erreicht hat. (Vergl. D. R. P.
Nr. 74684.)
Eine andere Methode, besondere Anlafsvorrichtungen zu vermeiden, besteht darin, die
einzelnen Abtheilungen der Wickelung oder Wickelungen auf dem Anker zum Zwecke des
Anlaufenlassens in anderer Weise zu schalten als beim Dauerbetrieb. In einer bereits bekannten
Ausführungsform (Patentschrift Nr. 68053) ^st
diese Methode zur Anwendung gebracht. Es ist hierbei jedoch erforderlich, dafs die im sich
drehenden Theile entstehenden Ströme immer den Charakter des Mehrphasenstromes haben,
d. h. dafs sie, für sich allein genommen, ein magnetisches Feld erzeugen, das möglichst
gleichbleibende Intensität behält und mit möglichst gleichmäfsiger Geschwindigkeit umläuft.
Dies ist bei den üblichen Wickelungen des Kurzschlufsankers, sei es, dafs man eine in sich
geschlossene Wickelung benutzt, sei es, dafs man den Anker mit einer Drehstromwickelung
versieht, deren Enden an Schleifringe angeschlossen sind, thatsächlich erfüllt. Bei jeder
Geschwindigkeit wird in den Wickelungen Mehrphasenstrom oder insbesondere Drehstrom
erzeugt, wenn nur in dem äufseren Ringe Ströme vorhanden sind, die auch ihrerseits ein
Drehfeld erzeugen. Ist dagegen die Wickelung des drehbaren Theiles so geschaltet, dafs die
inducirten Ströme kein Drehfeld zu erzeugen suchen, so liegt es auf der Hand, dafs bei
gewissen Stellungen des Ankers das Drehmoment ein Maximum, in anderen Stellungen
des Ankers dagegen sehr gering sein wird. Ein solcher Motor wird daher Todtpunkte besitzen.
Wenn daher bei einer Umschaltung, die man mit der Wickelung des drehbaren
Theiles vornimmt, die Eigenschaft der inducirten Ströme als Mehrphasenstrom nicht bewahrt
bleibt, so kann man allerdings erreichen, dafs bei Stillstand des Motors die Ströme nicht
allzusehr anwachsen, aber man wird gleichzeitig Todtpunkte bekommen, die die Anwendung
einer solchen Schaltung zum Mindesten auf wenig Fälle, z. B. auf Leeranlaufen beschränken.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist nun eine derartige Umschaltung der Ankerwickelung,
dafs beim Anlaufen des Motors in wirksamer Weise ein zu starkes Anwachsen des Stromes verhindert wird, gleichzeitig aber
der Charakter des inducirten Stromes als eines Mehrphasenstromes vollständig bewahrt bleibt.
Es sind ebenfalls mehrere Wickelungen auf dem Anker vorhanden. Beim Anlaufen sind
diese Abtheilungen so geschaltet, dafs sich ihre elektromotorischen Kräfte zum gröfsten Theile
aufheben. Sobald der Motor eine genügende Geschwindigkeit erlangt hat, werden die Abtheilungen
so geschaltet, dafs die volle elektromotorische Kraft jeder Abtheilung zur Strombildung
benutzt wird.
Eine Ausführungsform dieser Erfindung ist die folgende, wobei ein zweipoliger Motor der
Einfachheit halber zu Grunde gelegt werden möge (Fig. 1). Der Anker ist mit zwei Drehstromwickelungen
versehen, die in Sternschaltung geschaltet sind. Beide Wickelungen liegen genau in gleicher Weise auf dem Anker. Sie
unterscheiden sich nur dadurch von einander, dafs die eine mehr Windungen hat als ι die
andere. Die drei Anfänge liegen genau an derselben Stelle des Ankers. Verbindet man daher
Anfang A' der einen Wickelung mit Anfang a1 der anderen Wickelung, ebenso A2
mit a'2 und As mit α3, wie Fig. 1 zeigt, so
arbeiten die elektromotorischen Kräfte der beiden Wickelungen gegen einander. Sie
würden einander völlig aufheben, wenn die Wickelungen gleiche Windungszahlen hätten.
Bei ungleichen Windungszahlen bleibt eine Differenz von elektromotorischer Kraft übrig,
deren Gröfse man durch Wahl der Windungszahlen in weiten Grenzen in der Hand hat.
Es sind aber nicht blos die Stromstärken dadurch reducirt, sondern noch mehr die Ampere-Windungszahlen,
weil nur die Differenz der Ampere-Windungszahlen beider Wickelungen
zur Geltung kommt. Es ist ohne Weiteres klar, dafs die im Anker vorhandenen Ströme
jetzt ein richtiges Drehfeld erzeugen müssen; denn wenn die Phasen der drei Zweige jeder
Wickelung um 1200 gegen einander verschoben sind, so müssen auch die Phasen der
resultirenden Ströme um 1200 gegen einander verschoben sein, da nur solche elektromotorischen
Kräfte gegen einander geschaltet werden, die gleiche Phase haben. Verbindet man nun,
nachdem der Motor eine genügende Geschwindigkeit erlangt hat, die drei Anfänge A1 A2 A3 und. ebenso die drei Anfänge α1 α2 α3
unter sich (Fig. 2), so erzeugen die elektromotorischen Kräfte in jeder Wickelung für sich
die volle Stromstärke und der Motor arbeitet jetzt mit geringem Tourenverlust. An den
Stromverhältnissen ändert sich übrigens nichts, wenn man die Verbindungen A1 a1 A2 a2 A3 a3
bestehen lä'fst. Man kann diese Verbindungen also ein für alle Mal herstellen und nur die
Verbindungen A1A2A3 zum Oeffnen und
Schliefsen einrichten (Fig. 3). Ebenso ist es für die Wirkungsweise gleichgültig, ob die
neutralen oder Nullpunkte D und d mit einander verbunden sind oder nicht.
Man kann diese Schaltung auch mit mehr Stufen anwenden (Fig. 4). Die erste Wickelung
mit mehr Windungen se\Al B1 A2 B'2 A3 B3,
deren Enden B1 B'2 B3 an einen gemeinsamen
Nullpunkt D angeschlossen seien. Die zweite Wickelung mit weniger Windungen sei
al bl a- b'2 a3 b3, deren Enden bl b"2 b3 ebenfalls
an den Nullpunkt D angeschlossen seien. Die zweite Wickelung ist in eine Reihe von Stufen
getheilt, die an je eine Contactreihe angeschlossen sind, wie Fig. 4 zeigt. Den drei
Contactreihen stehen drei Schienen gegenüber, die mit einander kurz verbunden sind. Von
einem Contacte jeder Contactreihe führt eine
verschiebbare Bürste den Strom zur gegenüberstehenden Schiene. Die drei Bürsten sind fest
miteinander gekuppelt und können gemeinsam auf den Contacten verschoben werden.
Beim Einschalten des Motors stehen die drei Bürsten bei bx b2 b%. Dann ist die Schaltung
wie vorher beschrieben und durch Fig. ι dargestellt ist. Werden nun die drei Bürsten auf
den nächsten Contact geschoben, so ist eine Stufe der zweiten Wickelung in sich zu einer
Drehstromschaltung geschlossen; der übrige Theil der zweiten Wickelung bleibt gegen die
erste Wickelung 'geschaltet. In dieser Abtheilung müssen daher die gesammten elektromotorischen
Kräfte jetzt gröfser sein. Je mehr man die Bürsten nach a] a2 aa schiebt, umsomehr
werden Abtheilungen der zweiten Wickeder ersten Wickelung
lung zu einer Drehstromschaltung in sich geschlossen und umsomehr kommt die elektromotorische
Kraft
Geltung.
Geltung.
Ein Beispiel möge dieses Anwachsen zeigen.
Die Wickelung A B habe dreimal acht Windungen, die alle hinter einander geschaltet sind,
die Wickelung α b dreimal vier Windungen, die die genannten Stufen bilden. Wenn nun
der Widerstand jeder Windung ein Ohm und ihre elektromotorische Kraft immer ein Volt
ist, so ergeben sich für die fünf Stellungen der Bürsten die Werthe der folgenden Tabelle, in
welcher I den Spulen A B, II dem entgegengeschalteten Theile der Spulen α b und Ha
dem in sich zu einer Drehstromschaltung geschlossenen Theil der letzteren entspricht:
| Stel lung |
I—II | E. M. K. und Windungszahl |
Wider stand |
J | Win dun gen |
Ampere- Windungen |
Ha | J | Win dun gen |
Ampere- Windungen |
(I—II) + Ha |
| I . 2. 3· 4· 5· |
8—4 = 4 8 — 3 = 5 8—2 — 6 8-i=7 8 — o = 8 |
12 I I IO 9 8 |
_±_ 12 5 I I 6 IO _7_ 9 8 8 |
4
5 6 7 8 |
i6 12 25 I I ii 10 49 9 64 8 |
I I I i |
0 I 2 3 4 |
0 I 2 3 4 |
Ampere- Windungen |
||
| 16 77 = ]'33 36 . , — = 3,*7 56 ,0 = 5'6° ■ 96 8 - i2,oo. |
Man sieht, wie die Ampere-Windungen ansteigen und wie bei Stellung 5 alle zwölf
Windungen voll zur Geltung kommen.
Es sei noch kurz erwähnt, dafs es noch andere Arten giebt, die elektromotorischen
Kräfte gegen einander zu schalten, wobei zugleich der Charakter der Ströme als Mehrphasenstrom
gewahrt bleibt. Im Vorhergehenden ist immer angenommen worden, dafs die beiden Wickelungen genau über einander liegen
und daher bis auf die Windungszahlen mit einander übereinstimmen. Man kann jedoch
auch beiden Wickelungen gleiche Windungszahlen geben, aber sie gegen einander verdrehen,
so dafs die Phasen der inducirten elektromotorischen Kräfte gegen einander verschoben
sind. Je nach den Verbindungen, die man dann zwischen den Enden der beiden Wickelungen herstellt, kann man nun wieder
gröfsere oder geringere Ampere-Windungszahlen herstellen, ohne den Charakter der Ströme als
Mehrphasenströme zu ändern.
Claims (1)
- Patent-Anspritch:Anlafsvorrichtung für Wechselstrom - Induktionsmotoren, dadurch gekennzeichnet, dafs die Mehrphasenstromwickelung des Ankers in zwei oder mehrere Abtheilungen zerfällt, welche mittelst entsprechender Schaltvorrichtungen beim Anlassen des Motors so geschaltet werden , dafs ihre elektromotorischen Kräfte sich theilweise aufheben, zugleich aber der Charakter der inducirten Ströme als eines Systems von Mehrphasenströmen vollständig gewahrt bleibt, wodurch ein allzu starkes Anwachsen der inducirten Ströme verhindert und doch ein starkes, in allen Stellungen des Ankers annähernd gleiches Drehungsmoment erzielt wird, während sie nach Erreichung der vorschriftsmäfsigen Umlaufszahl so verbunden werden, dafs ihre elektromotorischen Kräfte — ebenfalls unter Wahrung des Charakters der Ströme als Mehrphasenströme — voll zur Ausnutzung gelangen.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE82016C true DE82016C (de) |
Family
ID=354451
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT82016D Active DE82016C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE82016C (de) |
-
0
- DE DENDAT82016D patent/DE82016C/de active Active
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