-
Sattel für Fahrräder u. dgl. mit Drahtbrücke Der Erfinder hat sich
die Aufgabe gesetzt, einen Drahtbrückensattel zu schaffen, der einfach, leicht und
hillig herzustellen ist lind zu diesem Zweck insbesondere weitgehend die Verwendung
von Niete, Sclirauben ti. (1-1. bei seiner Herstellung vermeidet.
-
Der Erfinder erreicht dieses Ziel dadurch, daß er den Brückendralit
im rückwärtigen Teil längs der Ilinterkante der Sitzfläche führt, so daß ein eigentlich
tragfähiger Bügel an dieser Stelle überflüssig bzw. dieser Bügel durch den Brückendraht
gebildet wird. Der bisher übliche Bügel fällt infolgedessen fort und behält lediglich
die Aufgabe, die Satteldecke bzNx-. eine Schraubenfederbespannung an dem rückwärtigen
Teil des Brückendrahtes befestigen zu können.
-
Hierfür sielit die Erfindung verschiedene Mög-
lichkeiten vor,
je nachdem, ob die Sitzfläche durch eine gespannte Decke aus Leder, Kunstleder,
Stoff o. (1-1. oder durch eine Schrauberifederbespannung mit lose darübergelegter
Decke gebildet wird.
-
t' z3
Die verschiedenen Ausführungsmöglichkeiten der Erfindung
sind beispielsweise in der Zeichnung dargestellt und im nachfolgenden beschrieben.
-
Fig. i zeigt im Längsschnitt und Fig. 2 in schematischem Grundriß
einen Drahtbrückensattel nach der Erfindung mit gespannter Satteldecke; Fig.
3 und 4 zeigen in gleicher Darstellungsweise einen ähnlichen Sattel, bei
welchem die Nase zur Spannungsänderung der Satteldecke längsverstellbar ist; Fig.
5 und 6 endlich veranschaulichen den Erfindungsgedanken in Verbindung
mit einem Sattel, dessen Sitzfläche von einer Schraubenfederanordnung gebildet sein
kann.
-
Gleiche Bezugszeichen bezeichnen in allen Abbildungen entsprechende
Teile.
-
Bei allen Ausführungsformen ist die Sattelbrücke von einem Sta'hldraht
a gebildet, dessen Verlauf im rückwärtigen Teil des Sattels der Hinterkante der
Sitzfläche folgt und der dadurch gleichzeitig
die Funktion des
an dieser Stelle sonst üb-
lichen Sattelbügels erfüllt. Die offenen Enden
des Brückendrahtes sind am vorderen Ende des Sattels beispielsweise parallel zusammengeführt
und enden im Bereich der Sattelnase, wie das noch weiter unten beschrieben werden
wird.
-
Bei den Ausführungsformen nach Fig. i und 2 wie auch nach Fig.
3 und 4 wird die Decke b durch die Drahtbrücke a gleichzeitig unter
Spannung ge-
halten. Zur Aufspannung der Decke auf die Brücke ist die Decke
an ihrer Hinterkante mit einem leichten Hilfsbügel c aus Blech und an ihrem Vorderende
mit einer Blechnase d durch Niete o. dgl. verbunden. Der Bügel c besitzt
ein winkelförmiges Profil, ist entsprechend der rückwärtigen Kante der Satteldecke
gekrümmt und wird an mehreren Stellen durch Spaltniete e mit der Satteldecke verbunden.
Die aus Blech geformte Nase d besitzt eine U-förmig gebogene Zunge
f. Die Stellung dieser Zunge beim Einnieten der Nase in die Decke ist strichpunktiert
dargestellt.
-
Bei der Montage der Decke auf der Brücke a wird der hintere, den Bügel
ersetzende Bogen der Drahtbrücke zwischen Decke b und Hilfsbügel c geschoben.
Die vorn auslaufenden Enden des die Brücke bildenden Drahtes werden in die Nase
gedrückt und die hochstehende Zunge f zugeschlagen. Dadurch, daß die Sattelbrücke
einige Millimeter länger als der Abstand des vorderen Nas-enendes vom Hilfsbügel
c ist, wird die Spannung der Decke erreicht. Durch die U-Form der Zunge liegt die
Brücke genau in der Mitte des Sattels, und ein seitliches Herausgleiten der Brücke
wird vermieden.
-
Die Vorteile dieser Konstruktion liegen in der Einfachheit der Herstellung,
in dem Verzicht auf Niete und Schrauben, einer einfacheren und schnelleren Montagemöglichkeit
und somit einer preiswerteren Herstellung. Der beschriebene Sattel ist zwar vorzugsweise
für geringere Belastungen bestimmt, beispielsweise für Kinderfahrräder. Trotzdem
wird durch die Bildung von Brücke und Bügel aus einem Stück einerseits und durch
die mehrfache Befestigung der Decke andererseits eine verhältnismäßig große Stabilität
gewährleistet und dadurch eine Verformung der hinteren Kante der Satteldecke vermieden.
-
Von der beschriebenen Ausführungsform unterscheidet sich der in den
Fig. 3 und 4 dargestellte Sattel in der Hauptsache durch die an sich bekannte
Längsverstellbarkeit der Sattelnase. Auch hier bildet wieder der Brückendraht a
in seinem rückwärtigen Teil den Sattelbügel von der gewünschten Sattelbreite und
-form. jedoch kann bei dieser Ausführungsform die Lederdecke durch besondere Spannschrauben
nachgespannt werden. Die Brücke a und der hintere Blechhilfsbügel b sind
analog Fig. i und 2 geformt, jedoch entsprechend stärker dimensioniert. Für die
Verbindung der vorderen Auslaufenden der Brücke ist ein neuartiges Kopfstück vorgesehen,
das durch zwei angerollte Hülsen k auf die Vorderenden der Brücke aufschiebbar
ist. Der angewinkelte Schenkel f ist Anschlag für die Brückendrahtenden und
trägt eine Durchlochung zur Aufnahme der Stellschraube i. Durch das Anliegen des
Schenkels f an den angerollten Hülsen k ist eine erhöhte Festigkeit
bei Verwendung von schwächerem Material erreicht. In die Satteldecke wird die Nase
d, die ebenso mit einem Loch zur Aufnahme der Stellschraube i versehen ist,
genietet. In dem Zwischenraum von Kopfstück und Nase liegt die Verstellmutter h
wie üblich.
-
Die Montage dieses Sattels 'erfolgt ähnlich, wie für Fig. i und 2
beschrieben.
-
Bei der Ausführungsform nach Fig. 5 und 6 werden die
Vorderenden des Brückendrahtes a durch eine aufschiebbare Nase g miteinander
verbunden, die ähnlich'den Hülsen k (Fig. 3) hülsenartige Anrollungen
besitzt. Die Nase wird durch angewinkelte Anschläge g in ihrer aufgeschobenen
Lage gehalten. Sie ist mit Löchern zur Aufnahme der Sitzfedern versehen. Ein Abrutschen
oder Abgleiten von der Brücke wird durch die Spannung der Sitzfedern verhindert.
Auch diese Brücke könnte für Sättel ohne Schraubenfederbespannung Anwendung finden,
soll aber die Anordnung einer Schraubenfederb-espannung für den erfindungsgemäßen
Sattel veranschaulichen. Ein leichter Blechhilfsbügel c ist mit angestanzten Zungen
m versehen. Durch Zurollen dieser Zungen um die Brücke a wird eine feste Verbindung
zwischen diesen beiden Teilen geschaffen. Die Ösen der Zugfedern s werden direkt
an dem Brückendraht in den Zwischenräumen zwischen den Zungen m aufgehängt, die
ein seitliches Abgleiten der Feder verhindern. Außerdem liegen die Ösen auf diese
Weise bündig zwischen den Zungen, die eine glatte Auflagefläche für die Decke bilden.
Der Bügel c ist in seinem unteren Teil mit Löchern o versehen, die zur Aufnahme
der Niete für die Befestigung der Decke dienen. Ebenso sind Löcher p
vorgesehen,
in die die Halteösen r zur Aufnahme der Anhängetasche eingehängt werden können.
Die Befestigung des Hilfsbügels auf der Brücke erfolgt also auch hier ohne Niete
oder Schrauben. Das Material des Blechhilfsbügels kann wesentlich schwächer sein
als sonst üblich, da hier die erforderliche Festigkeit durch die Brückenform gewährleistet
ist, die das eigentliche tragende Brückenelement bildet.
-
Statt Runddraht kann selbstverständlich auch Flachdraht, Bandmaterial
o. dgl., auch ein Bandmaterial von winkelförmigem oder teilweise winkelförmigern
Profil für dieHerstellung derneuen Drahtbrücke Verwendung finden.