DE8121C - Zinkdestillir-Vorlage mit darauf gesetztem Kondensator - Google Patents
Zinkdestillir-Vorlage mit darauf gesetztem KondensatorInfo
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Description
1879.
Klasse 40.
LUDWIG KLEEMANN in MYSLOWITZ. Zinkdestillirvorlage mit darauf gesetztem Condensator.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 2. Juli 1879 ab.
Der mit der Muffel verbundene untere Theil a
der Vorlage, dessen vordere Oeffnung durch einen, nur eine Spuröffnung habenden Vorsetzer
m verschlossen wird, mündet durch die Oeffnung b in das darüber aufgesetzte Aufsatzstück
k. Dieses ist so eingerichtet, dafs sein Inneres durch eine in der Vorderwand belassene
geräumige Oeffnung zugänglich gemacht ist, und sich an der gegenüberliegenden Seite
der Hinterwand unter der Decke d die Abzugsöffnung c befindet. Zu dem vor dem Beginn
der Destillation zu bewirkenden Verschlufs der in der Vorderwand von k belassenen Zugangsöffnung ist der mit der Spuröffnung w versehene
Vorsetzer e bestimmt. Gutes Material und geschickte Arbeiter werden es möglich machen,
dafs α und k aus einem Stück gefertigt werden. Als vortheilhafter wird angenommen, dies
nicht zu thun, sondern die Herstellung getrennt vorzunehmen und erst beim Gebrauch die
einzelnen Theile zu dem gewünschten Ganzen zu verbinden, und deutet die Zeichnung dieses
auch so an. Hier ist k nicht bis zu seinem höchsten Punkt, sondern nur bis unter die in
seiner Hinterwand befindliche Abzugsöffnung c in einem Stück ausgeführt gedacht. Den Theil,
welcher bis unter die den Aufsatz von oben schliefsende Deckplatte d reicht, ergänzen die
Chamottestücke s, welche mit ihrem vorderen Ende auf den Ausfüllungen r und mit ihrem
hinteren Ende auf der das Vorgewölbe haltenden eisernen Schiene η aufliegen und solchergestalt
an diesem Punkt Wände und Ausfüllung zugleich bilden. Die bei dieser Zusammensetzung
von k und d durch die zurückliegenden Wände s sich ergebenden Unebenheiten
und Undichtigkeiten werden durch Lehmverstrich beseitigt. Zur besseren Sicherheit kann
dort, wo es angebracht ist, die Hinterwand von k oben mit einem Vorsprung versehen
werden, der, bei η aufliegend, α vor Ueberlastung
schützen wird. An dem durch c mit k verbundenen, die Gase von k ab nach oben
weiter leitenden Ansatzstück / liegt an dessen oberem Ende die zum Austritt für die entweichenden
Destillationsproducte bestimmte Abzugsöffnung g. Zu dieser gehört noch ein verschiebbarer
Deckel h aus Thon oder Eisen, auf dessen Rohransatz der nach der Gröfse seiner oberen Oeffnung den Gasdruck regulirende
Ballon 0 gestützt wird, y ist eine Lage Mauerziegel, um nicht den Deckel h darüber
hinaus schieben zu können.
i deutet ein vorn auf d quer herübergelegtes, aus irgend einem geeigneten Material bestehendes
Aufhaltestück an, welches die auf d aufgelegten Kohlen oder Koks am Herabfallen
hindern soll. Die Mauerung vom Vorgewölbe t bis an die Anker ζ ist derart ausgeführt, dafs
sie die das Vorgewölbe gegen die Anker abspreizenden, aus festen Chamottesteinen bestehenden
Vorstöfse x, und zwischen ihnen nach der Neigung von / den schräg abfallenden
und für / ausgesparte Lager enthaltenden Theil bildet. Die angegebenen Dimensionen
sind nicht bindend, und ist in dieser Beziehung k hier als ein entsprechend vergröfserter Raum
zu denken, welcher, dadurch auf den Abzug der in α unverdichtet gebliebenen Zinkdämpfe
vom Punkt b bis c verlangsamend wirkend, ihnen, als Sammelraum dienend, diejenige vermehrte
Anregung zur Bildung flüssigen Zinks giebt, welche die Gegenwart gröfserer Mengen
Zinkdampf stets bewirkt, wobei in den gegebenen Fällen auch durch in k vermehrte
Wärme, wie schon angedeutet, unterstützend eingewirkt werden kann, in diesem Sinne k also
zur Gewinnung von flüssigem Zink wesentlich beiträgt.
Welches die gesteckten Grenzen für eine solche Vermehrung des Raumes in k sein werden,
kann nur die Erfahrung lehren; nach dem Gehalt der Erze, Gröfse der Muffeln etc., wird
das Bedürfnifs dafür sich natürlich auch verschieden herausstellen, und wird hinzugefügt,
dafs dort, wo reichere Erze bei gleichzeitiger Anwendung von gröfseren Muffeln verhüttet werden,
eine vermehrte räumliche Ausdehnung von k unter Zuhülfenahme von Wärme die
Bedeutung von k als Condensator besonders hervortreten läfst. Selbstredend wird die Form
des Aufsatzes sich nach der Verschiedenheit seiner Dimensionen auch verschieden gestalten.
Das Beschickungsverfahren ist folgendes:
Nach erfolgter Beschüttung der Muffel wird erst der untere Theil α der Vorlage mit dem
Vorsetzer m geschlossen und nachher in gleicher Weise bei dem Condensator k der Vorsetzer e
vorgestellt und mit Lehm verstrichen. DieBallonsi»
bleiben so lange weg, als es zum leichteren Abziehen der nach dem Beschütten der Muffel
sehr reichlich sich entwickelnden Wasserdämpfe und Kohlengase der in dem Schliefser h vorhandenen
gröfseren Oeffnung noch bedarf. Nach dem Abrauchen, ca. 2 Stunden, werden die Ballons aufgesteckt, und kann dies von dem
gewöhnlichen Stand am Ofen aus, entweder mittelst eines längeren, mit einem Haken versehenen
Eisenstabes, an welchem der Ballon mit einer daran befestigten Oese angehakt wird,
oder auf eine andere, dem Arbeiter bequemer dünkende Weise geschehen. Ebenso ist das
nur sehr selten nothwendig werdende Spuren des Ballons mit Hülfe des vorgenannten Eisenstabes,
sowie auch das des bei h die Oeffnung bildenden Rohrstückes zu besorgen, zu welchem
letzteren Zweck es jedoch des vorherigen Abhebens des Ballons bedarf.
Bei schon etwas verwachsenen Vorlagen kann es vorkommen, dafs auch bei c und / ein
Nachlüften nöthig wird, und ist dazu die Spuröffnung w vorhanden. Ganz wie gewöhnlich wird
auch das Spuren von α besorgt. Noch vor beendigter Destillation werden zu der dafür angemessenen
Zeit die Ballons abgenommen. Nach beendeter Destillation wird das Zink in gewohnter
Weise abgelassen, nachdem vorher k und dessen Anschlufs gereinigt, und dabei das dort noch
an den Wänden anhaftende Zink in den unteren Theil α abgestreift worden ist. Zur besseren
Reinigung von / ist es gut, dafs der Schliefser h etwas vorgezogen wird, um dadurch die ganze
Oeffnung g frei zu legen und zugänglicher zu machen; nach dem Chargiren der Muffeln ist
h wieder an seinen früheren Platz zurück zu bringen. Ist das Räumen, Ausbessern und
AViederbeladen der Muffeln besorgt, so werden die Vorlagen, wie schon angegeben, wieder geschlossen
und weiter behandelt. Müssen Vorlagen gewechselt werden, so geschieht dies zunächst
ganz ebenso wie sonst, d. h. man zieht den Bock 11 weg, um sie abfallen zu lassen.
Da hier aber der Ansatz / nicht folgen kann, so mufs derselbe besonders abgenommen werden.
Bei vorsichtiger Behandlung der Deckplatte d, also bei ihrer vor dem Wegziehen von u besorgten
Abnahme, wird ihre mehrmalige Benutzung möglich sein, sie wäre nur vor dem Wiedergebrauch erst von den daran befindlichen
Ansätzen wieder frei zu machen. Wo α und k nicht aus einem Stück bestehen, ist beim Anstecken
der neuen Vorlage darauf zu achten, dafs um b herum gut lutirt wird. Zu empfehlen
ist noch, dafs / vor dem Anstecken der Vorlage schon an seinem Platz sei; es ist dann
nach dem Aufsetzen von k das Legen der Deckplatte d, das Verstreichen an den Stellen des
Zusammenstofses, sowie der zwischen den oberen Rändern des Aufsatzes k und d an den
Seiten gebliebenen zurücktretenden Stellen gleich hinter einander zu besorgen. In Betreff der
besseren Erwärmung des oberen Theiles von k ist anzuführen, dafs die dazu gegebene Gelegenheit
mehrfach geboten ist, wie nach dem Beschütten der Muffeln, in der ersten Zeit nach dem Anlassen
eines neuen, die volle Hitze daher noch nicht habenden Ofens etc. Auch ist in dieser
Beziehung durch die Praxis ein Näheres erst festzustellen, und ist es nicht ausgeschlossen,
dafs auch am Vorsetzer e vorgelegte glühende Kohlen oder Koks sich nützlich erweisen können.
Claims (3)
1. Die beschriebene Vorlage in Beziehung auf die Neuheit ihrer Anordnung zur Ableitung
der entweichenden Destillationsproducte nach oben, welche nicht allein den Vortheil bietet,
dafs sie kostenlos ausführbar ist, sondern dafs auch noch der sofortige Zusammenfliifs
des gebildeten flüssigen Zinks von allen Punkten der Vorlage nach ihrem tiefsten,
zugleich als Zinksammler dienenden Punkt in α möglich gemacht ist, und dadurch zu
einem besseren Zinkausbringen in sofern beigetragen wird, als die unvermeidlichen
Oxydationsverluste sich bei dem gesammelten Zink nicht so fühlbar machen können, wie
in dem anderen Fall, wo die Vorrichtungen das gleiche Ziel nicht verfolgen.
2. Der Aufsatz k in Bezug auf seine doppelte Bestimmung, nämlich zur Aufnahme und
Weiterleitung der aus α durch b eintretenden Destillationsproducte nach oben zu
dienen, und zugleich eine durch das angegebene Mittel der Vermehrung seines Raumgehaltes
mit Zuhülfenahme gesteigerter Wärme verbesserte Einrichtung zur Gewinnung flüssigen Zinks zu bieten; sowie ferner die
Eigenschaft des Aufsatzes, dafs er nicht blos aus ihn seitlich umfassenden Wänden besteht,
sondern auch, mit einer während seiner Benutzung damit fest verbunden bleibenden Decke d versehen, der Zugang
zu seinem Innern durch eine in der Vorderwand angebrachte Oeffnung mit dazu gehörigem
Vorsetzer gegeben ist, und' seine Ausmündungsöffnung c entweder in die
Hinterwand unter d, wie auf der Zeichnung angegeben, oder, wenn vorgezogen, durch d
hindurch gelegt wird, welches in Bezug auf die weitere Anordnung zur Ableitung der
Gase nach oben und des Zusammenflusses des Zinks nach unten dasselbe bleibt.
3. Die Anwendung eines Bestandteiles, wie das aus der Zeichnung und Beschreibung
zu ersehende Ansatzstück mit dem Neuartigen der Lage sowie der für den Austritt der
entweichenden Destillationsproducte bestimmten Oeffnung g und ihrer Verbindung mit
h und o, sowie dafs, wenn bei k die vor-
behaltene Verlegung der für den Abzug der Gase bestimmten Oeffnung c in d stattfindet,
alsdann auch / vorn, und zwar unten, mit einer ähnlichen Oeffnung wie die an
seinem oberen Ende befindliche (g) versehen, mit der durch d hindurchführenden
und c ersetzenden Oeffnung anliegend, mit k verbunden wird. In diesem Fall mufs
dann / an dem Ende, mit welchem es auf der Zeichnung an c angesetzt ist, mit einem
ebenfalls eine Spuröffnung habenden Vorsetzer versehen sein, und die Hinterwand von k an dem Punkt von c voll ausgeführt
werden.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
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