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Einrichtung zum Bespülen der Windschutzscheibe von Fahrzeugen Beim
Verkehr auf feuchter glatter Fahrbahn schleudert die Bereifung von Kraftwagen einen
feinen Sprühregen von Schlamm empor, der sich auf den Windschutzscheiben der nachfolgenden
Fahrzeuge als ein allmählich dichter werdender Schleier niederschlägt. Wenn es genügend
stark regnet, vermag der Scheibenwischer in seinem Arbeitsbereich diesen Schmutzniederschlag
zu verhindern. Bei trockenem Wetter oder sehr schwachem Regen jedoch wird der Schmutzschleier
durch den Scheibenwischer nur noch verschmiert. Jeder Kraftfahrer befolgt daher
die Regel, unter solchen Umständen auf die Benutzung des Scheibenwischers zu verzichten,
nach Möglichkeit einen größeren Abstand von vorausfahrenden Kraftfahrzeugen einzuhalten
und die Scheibe gelegentlich an Tankstellen abwaschen zu lassen.
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Der Scheibenwischer versagt auch im Winter, wenn nasser Schnee an
der Scheibe festfriert, sowie dann, wenn an der Scheibe bei schneller Fahrt Insekten
klebenbleiben.
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Um Abhilfe zu schaffen, ist es bekannt, die Windschutzscheibe, vor
allem im Bereich des Scheibenwischers, mit Waschwasser zu bespülen, das aus einem
tiefer liegenden Vorratsbehälter durch eine Einrichtung gefördert wird, bei der
der Kolben eines Druckzylinders durch eine zuvor von Hand zu spannende Feder angetrieben
wird.
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Auch die Erfindung bezieht sich auf eine derartige Vorrichtung. Ihr
Ziel ist es, die Anordnung zu vereinfachen und die Bedienung zu erleichtern. Die
bekannte Pumpe ist unterhalb eines besonderen Wasserbehälters angeordnet. Ihre Kolbenstange
hat einen Griff, mit dessen Hilfe man den Kolben entgegen der Kraft von Schraubenfedern
herausziehen muß, um Wasser aus
dem Behälter anzusaugen. Läßt man
dann den Griff los, so- drücken die Federn den Kolben zurück und fördern dadurch
das Spülwasser. Die Federn können dabei nur schwach bemessen werden, weil man ihre
Spannung sonst von Hand nicht überwinden kann. Damit sie den nötigen Wasserdruck
erzeugen können, darf der Zylinder nur einen kleinen Durchmesserhaben. Als Wasserbehälter
läßt er sieh darum nicht ausgestalten. Die Erfindung besteht demgegenüber darin,
daß der Kolben durch eine unter Federspannung zu setzende Schraubenspindel antreibbar
ist und der Zylinder den gesamten Wasservorrat enthält. Die Schraubenspindel ermöglicht
eine sehr kräftige Bemessung der Feder und dementsprechend eine sehr große Bemessung
des Zylinders, so daß dieser als Wasserbehälter dienen kann.
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Vorzugsweise trägt die Schraubenspindel mehrere teleskopartig ineinandergreifende
Buchsen, die aufeinander verschraubbar sind und deren äußerste als Tauchkolben ausgebildet
ist.
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Um die Windschutzscheibe abzuspülen, braucht man das Handrad der Spindel
nur um einen mehr oder weniger großen Winkel zu drehen und dadurch die Spindel zu
verschrauben. Sie spannt dann die Feder, indem sie sich an dem Kolben abstützt.
In dem Maße, in dem die Spritzdüse das Spülwasser hindurchfließen läßt, drückt dann
die gespannte Feder die Kolben in dem Zylinder vorwärts. Da durch den Spindelantrieb
eine erhebliche Kraft ausgeübt werden kann, kann man eine starke Feder und dementsprechend
einen Zylinder großen Durchmessers verwenden, der einen größeren Wasservorrat für
eine längere'Betriebszeit aufnehmen kann. Das Winkelmaß der Drehung des Zahnrades
bemißt man je nach dem Wasserbedarf. Eine einzige Drehung des Handrades genügt in
der Regel, um das Spülwasser so lange fließen zu lassen, wie es für die einmalige
Reinigung der Windschutzscheibe erforderlich ist, z. B. eine halbe Minute lang.
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Eine Ausführungsform der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt.
In dieser zeigt Fig. i ein schräg von vorn gesehenes Kraftfahrzeug mit der Windschutzscheibe,
dem Scheibenwischer, der Spüldüse und dem Druckzylinder, Fig. 2 einen Längsschnitt
durch den Zylinder.
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Im Bereich des Scheibenwischers io ist am oberen Rand der Windschutzscheibe
ii eine Düse 12 für das Spülwasser angebracht, die auch als Brausenkopf ausgebildet
sein kann und einen feinen Wasserstrahl zum Benetzen der Windschutzscheibe im Bereich
des Scheibenwischers liefert. Die Düse 12 ist durch eine Leitung 13 mit dem Zylinder
14 verbunden, der durch Drehung eines gleichachsig zu ihr angeordneten Handrades
15 bedient wird. Den Zylinder muß man daher im Fahrzeug so anordnen, daß man ihn
bequem bedienen kann. Bei dem Beispiel ist angenommen, daß er zu diesem Zweck an
der Steuersäule befestigt ist. Wie er ausgebildet ist, zeigt Fig. 2.
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Das Handrad 15 ist auf einer im Deckel 16 des Zylinders 14 verschiebbar
und drehbar geführten Spindel 17 befestigt, die mit einem Bund 18 versehen ist.
Zwischen diesem und dem Deckel 16 wird sie von einer Schraubenfeder 29 umgeben.
Auf ihrem mit Gewinde versehenen Ende sitzt eine Buchse i9, die innen und außen
mit Gewinde versehen ist. Diese Buchse i9 trägt ihrerseits eine weitere Buchse 20,
die wiederum innen und außen Gewinde hat und in einen Tauchkolben 21 eingreift,
der im Pumpzylinder geführt ist.
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Dreht man das Handrad 15 im Uhrzeigersinn, so schraubt sich die Spindel
17 in die Buchse i9 völlig ein, worauf diese mitgenommen wird und sich ihrerseits
in die Buchse 2o einschraubt. Ist das geschehen, so nimmt auch diese an der Drehung
der Spindel teil und schraubt sich in den Kolben 21 ein, so daß die vier Elemente
17, 19, 20 und 21 völlig aufeinander aufgeschoben sind und ihre in Achsenrichtung
gemessene Ausdehnung ein Mindestmaß erreicht. Ist das geschehen, dann schraubt man
den Deckel 16 ab und zieht die Spindel 17 mit den Buchsen und dem Kolben heraus,
worauf man den Raum 22 des Zylinders mit Spülwasser füllt. Alsdann schiebt man die
Spindel mit dem Kolben wieder ein und schraubt den Deckel 16 fest. Das Gerät ist
dann betriebsbereit.
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Um die Windschutzscheibe zu bespülen, dreht man das Handrad 15 im
Gegenuhrzeigersinn um einen bestimmten Winkel. Das hat die Wirkung, daß die Spindel
17 aus der Buchse i9 ein Stück herausgeschraubt wird und die Feder 29 entsprechend
zusammendrückt. Die gespannte Feder drückt nun die Buchsen und den Kolben im Zylinder
14 nach rechts und fördert dadurch so lange das Spülwasser, bis sich die Feder 29
entspannt hat.
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Man kann mit Hilfe des flachgängigen Gewindes der Spindel 17 eine
sehr große Kraft erzeugen und daher die Feder 29 entsprechend stark ausbilden. Das
bietet aber die Möglichkeit, dem Zylinder 14 einen großen Durchmesser zu geben und
dennoch den erforderlichen Förderdruck zu erzeugen. Im Raum 22 kann man daher unschwer
ein oder mehrere Liter Spülwasser unterbringen, so daß der Wasservorrat für mehrere
Fahrten reicht.
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Nähert sich die Spindel 17 dem äußeren Ende der Buchse i9, so wird
sie an dieser verriegelt. Zu diesem Zweck hat die Spindel 17 an ihrem Ende eine
radiale Bohrung, in der ein Bolzen 23 durch eine in die Bohrung eingesetzte Schraubenfeder
24 nach außen zu gleiten sucht. Dieser Bolzen kann in eine radiale Bohrung 25 der
Buchse i9 eingreifen. Dies geschieht, wenn die Buchse i9 auf der Spindel 17 weit
genug nach rechts gewandert ist. Wird später die Spindel im Uhrzeigersinn gedreht,
so gleitet der Sperrbolzen 23 aus der Bohrung 25 heraus, die zu diesem Zweck auf
der einen Seite in eine allmählich flacher werdende Umfangsnut ausläuft. Entsprechende
Sperrmittel sind zwischen den Buchsen i9, 20 und 21 vorgesehen.
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Das Ausführungsbeispiel kann in mannigfacher Hinsicht abgeändert werden.
So kann die Feder 29 in Fortfall kommen, wenn der Deckel 16 ausreichend federt,
was bei entsprechend großer Bemessung seines Durchmessers der Fall ist. Die Feder
wird dann von dem Deckel 16 selbst gebildet und in ihrer Federwirkung durch die
elastischen Eigenschaften der Spindel 17 unterstützt. Zu der Federwirkung trägt
dann auch die Federung des anderen Deckels 26 bei, an den die Rohrleitung 13 angeschlossen
ist.
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Zur bequemeren Füllung der Pumpenpresse ohne Abschrauben des Deckels
16 kann man auch eine Füllöffnung vorsehen, die in der Wandung des
Zylinders
14 vorgesehen ist und bei vollständigem Rückzug des Kolbens 21 von diesem freigegeben
wird. Diese Füllöffnung kann durch eine Rohrleitung mit einem Trichter verbunden
sein, der bequem zugänglich unter der Motorhaube vorgesehen ist. Man braucht dann
zum Füllen nur das Handrad 15 im Uhrzeigersinn ganz zurückzuschrauben. Alsdann
kann man den Zylinder 14 durch Eingießen des Wassers in den Trichter füllen. Die
an die Rohrleitung angeschlossene Füllöffnung kann auch im Deckel 26 angeordnet
und mit einem Hahn versehen sein.