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Flachdachabdeckung Die bisher für die Abdeckung flacher Dächer gewählten
Anordnungen, welche aus großflächigen Platten, aus Beton und anderen Kunstmassen
bestanden, kranken an dem Übelstand, daß die Abdeckungen unter dem Einfluß der Witterung
und den Bewegungen der tragenden Konstruktion Risse und Sprünge bekommen und daß
die Fugenabdichtung mit der Zeit leck wird. Beides führt zu Undichtigkeiten und
erfordert oftmalige Instandsetzungsarbeiten oder Neuerungen des Daches. Werden Dichtungsestriche
oder Dachpappen verwandt, so gilt sinngemäß dasselbe.
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Gemäß der Erfindung wird eine flache Abdeokung von Gebäuden dadurch
erzielt, daß das Grundprinzip der Ziegeleindeckung des Steildaches auf das Flachdach
übertragen wird, d. h. die einzelnen Teile der Abdeckung sind nur konstruktiv miteinander
verbunden und gestatten daher Bewegungen der Dachfläche, ohne daß überhaupt irgendwelche
Risse in den Fugen auftreten können. Für Dachabdeckungen mit einer Neigung von etwa
30° sind Ziegel in Gebrauch, welche als Flachziegel bezeichnet werden. Im Gegensatz
dazu wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung unter einem Flachdach ein Dach mit
geringerer Neigung verstanden bis herunter zu Neigungswerten, bei denen nur gerade
so viel Gefälle vorhanden ist, wie zum sicheren Abfluß des Wassers erforderlich
ist.
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Die beiden Grundelemente, welche gemäß der Erfindung die Flachdachabdeckung
bilden, sind eine Dachpfanne mit Randerhöhungen und ein Deckstein mit unteren Randleisten,
der über die Erhöhungen je zweier Pfannen greift. Diese Grundelemente weisen eine
gewisse Ähnlichkeit mit der bekannten Mönch- und Nonnenabdeckung auf, bei der konvexe
und konkave Teile von Zylinder- oder Kegelmänteln zusammengefügt werden. Bei der
geringen Maßhaltigkeit, mit derman bei gebrannten Ziegeln infolge der Trocken- und
Brennschwin.dung rechnen m-uß, ergibt sich bei der Mönch- und
Nonnenabdeckung
kein dichtes Auflager, sondern es bleiben vieler Orte Schlitze in den Überdeckungen,
die bei einem flachen Dach zu einem Durchblasen des Wassers führen.
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Demgegenüber besteht das Wesen der Erfindung darin, daß einmal die
verwendeten Dachpfannen und Decksteine entweder völlig eben oder nur sehr schwach
muldenförmig ausgebiIdet sind, zum anderen darin, daß die an den seitlichen Rändern
liegenden Erhöhungen der Pfannen und die über diese Erhöhungen greifenden Randleisten
der Decksteine senkrecht oder nahezu senkrecht stehen. Auf diese Weise ergibt sich
eine Aufeinanderfolge mehrerer Dichtungen, gleichsam eine Laby#rinthdichtung, die
auch bei geringem Gefälle des Daches das Hindurchblasen des ablaufenden Wassers
unmöglich macht.
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Die Pfannen können nicht nur an den seitlichen Rändern, sondern auch
-am obere Rand im wesentlichen senkrechte Erhöhungen besitzen, über welche die Pfannen
der Barüberliegenden Reihen mit unteren, ebenfalls im wesentlichen senkrechten Randvorsprüngen
greifen.
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Das Auflager der Pfannen auf den sich quer zur Ablaufrichtung erstreckenden
Dachpfetten erfolgt in der bei Dachziegeln bekannten Weise, daß sich am oberen Ende
auf der Unterseite der Pfannen Krallen befinden, mit denen sie hinter die Pfetten
greifen.
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Die Decksteine überlappen sich ebenso treppenförmig wie die Dachpfannen
selbst; dabei ist jedoch die Überlappungsstelle der Decksteine gegenüber der Überlappung
der Dachpfannen in Richtung des Wasserablaufs versetzt. Um ein Abrutschen der Deckleisten
in der Ablaufrichtung mit Sicherheit auszuschließen, verbreitern sich die seitlichen
Randerhöhungen der Pfannen in der Ablaufrichtung nach innen zu, und die Pfannen
der äußeren Randleisten der Decksteine sind .dieser Verbreiterung angepaßt. Durch
die Schwerkraft wird also vermöge dieser Anordnung ein keilartiges Festklemmen der
Decksteine auf den Pfannen erreicht. Die Randerhöhung auf der Oberseite der Dachpfannen
kann aus einem einzelnen Falz bestehen, ebenso können die unteren Randleisten der
Decksteine einfach sein und die aneinanderstoßenden Pfannen an den oberen und unteren
Rändern mit einem einfachen Falz ineinandergreifen. Um den Spalt zwischen den Seitenrändern
der Dachpfannen noch sicherer abzudecken und das Eindringen von Feuchtigkeit durch
das Dach völlig unmöglich zu machen, können die oberen Randerhöhungen der Dachpfannen
als Doppelfalze ausgebildet sein, über welche die ebenfalls doppelt ausgeführten
Randleisten der Decksteine und die ebenfalls doppelt ausgeführten Randvorsprünge
der Barüberliegenden Pfannen greifen.
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Um auch in der Ablaufrichtung einen festen Verband zwischen Dachpfannen
und Decksteinen zu erreichen, sind bei den Decksteinen am oberen Rand Federn vorgesehen,
welche in entsprechende Nuten der beiden sich in ansteigender Richtung anschließenden
Dachpfannen eingreifen. Die Decksteine tragen auch am unteren Rand eine Randleiste,
welche über eine Erhöhung am oberen Rand des folgenden Decksteins faßt.
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Beim Ineinan.dersetzen cler abdichtenden Falze können sowohl in der
Längs- als auch in der Querrichtung Füllungen aus nachgiebigem Material eingelegt
werden, welche einen winddichten Abschluß bewirken. Obwohl auch, ohne daß eine Ausschmierung
der Fugen durch -Mörtel erforderlich ist, durch die Formgebung der Pfannen und Decksteine
ein fester Verband erzielt wird. können einzelne .der Decksteine noch mit Drahtankern
an der Dachkonstruktion befestigt sein. Die Decksteine haben gewöhnlich eine ge-,völbte
Oberfläche, damit das Wasser seitlich auf die Pfannen läuft. Diese wiederum sind
nach der -litte zu muldenförmig vertieft, um dem ablaufenden @@'asse.r einen bestimmten
Weg vorzuschreiben. Auch die durch die Falze gebildeten Vertiefungen in den Seitenrändern
der Dachpfannen munden derart ineinander, daß unerwarteterweise hier eindringendes
Wasser störungsfrei ablaufen kann.
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Nähere Einzelheiten der Erfindung sind erläutert an Hand der Zeichnungen,
auf denen Abb. i eine Draufsicht auf eine Ausführungsform des neuen Flachdaches
zeigt; Abb. 2 ist eine Draufsicht auf ein Flachdach mit breiteren Pfannen und entsprechend
größerem Abstand der Decksteine; Abb. 3 zeigt .die treppenartige Überlappung der
Dachpfannen und der Decksteine in einem senkrechten Schnitt entsprechend 111-11I
von Abb. i, und zwar in größerem -Iaßstabe; Abb. 4 zeigt das Übergreifen der Decksteine
über zwei benachbarte Pfannen in einem senkrechten Schnitt entsprechend IV-IV von
Abb. i in ebenfalls größerem Maßstabe; Abb. 5 zeigt in einer Ansicht von oben, Abb.
6 in einer Ansicht von unten eine einzelne Dachpfanne; Abb. 7 zeigt in einer Ansicht
von oben, Abb. 8 in einer Ansicht von unten einen einzelnen Deckstein.
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Das eine Element des neuen Flachdaches ist die Dachpfanne i, welche
auf der Oberseite mit einer um die beiden Seitenränder und den oberen Rand laufenden
äußeren Randleiste 2 und einer inneren Randleiste 3 versehen ist. Das obere Ende
jeder Pfanne ruht auf einer quer zur Ablaufrichtung des Wassers liegenden Dachpfette
bzw. einer Dachlatte 9 und hinterfaßt diese mit einer Längskralle io, welche. auch
in einzelne Zapfen aufgeteilt sein kann. Am unteren Ende sind auf der Unterseite
der Dachpfannen Randvorsprünge 5 und 6 vorgesehen, zwischen die die Randleiste 3
des nächsttieferen Steines zu liegen kommt.
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In die Rinne 4, welche an den Seitenrändern der Dachpfannen i zwischen
den Randleisten 2 und 3 verbleibt, greifen die inneren Randleisten 12 auf der Unterseite
der Decksteine i i ein, welche auf diese Weise den zwischen den Dachpfannen i verbleibenden
Längsspalt 17 überdecken. Die auf der Unterseite der Decksteine ii vorgesehenen
äußeren
Randleisten 13 legen sich mit ihrer Innenseite an die Außenseite
der Randleisten 3 der Dachpfannen. Die Randleisten 3 sind nach der Mitte der Dachpfannen
zu verbreitert. Dieser Verbreiterung 18 sind die entsprechend schräg verlaufenden
Innenränder der äußeren Randleisten 13 der Decksteine i i angepaßt, wodurch ein
Abrutschen der Decksteine unmöglich gemacht wird.
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Die in der Gefällerichtung aufeinanderfolgenden Decksteine i i werden
noch dadurch zusamanengehalten, daß die äußere Randleiste 13 -nicht nur an den Seitenrändern.,
sondern auch am unteren Rand vorhanden ist und über eine Randerhöhung 14 des nächsttieferen
Decksteines greift. In Verlängerung der inneren Randleisten 12 sind am oberen Ende
der Decksteine Federn 7 vorgesehen, welche in entsprechende Nuten 8 der Dachpfannen
i eingreifen und so eine seitliche Verschiebung der einzelnen Reihen der Dachpfannen
und Decksteine noch weiter ausschließen und das Dach winddicht machen.
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Die Spalte 17 zwischen den Seitenrändern der Dachpfannen i sind überdeckt
durch eine nachgiebige Füllung 15. Eine ähnliche Füllung 16 ist auf der äußeren
Leiste 2 am oberen Rand der Dachpfannen vorgesehen.
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Obgleich bei den dargestellten AusfÜhrungsformen die Abdichtung und
der Verband zwischen Dachpfannen und Decksteinen durch Doppelpfalze vorgesehen ist,
läßt sich die Erfindung auch mittels einfacher Randerhöhungen durchführen. Als Werkstoff
für die Dachpfannen und Decksteine können alle diejenigen Werkstoffe in Frage kommen,
welche für Dachziegel und Abdeckplatten Verwendung finden können, insbesondere gebrannter
Ton, die verschiedenen Arten von Beton vornehmlich unter Zusatz von Füllstoffen,
welche wasserabweisend wirken oder das Raumgewicht herabsetzen.