DE79562C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 78: Sprengstoffe.
Zur Herstellung von Dauermunition ist es nöthig , dafs die Zündsatzmaterialien in
trockenem Zustande in die Zündkapseln eingeprefst werden. Dies setzt aber voraus,
dafs der Zündsatz, um verarbeitbar zu sein und eine möglichst gleichförmige Dosirung
zu gestatten, ein gleichförmiges Korn habe.
Die Herstellung des Zündsatzes in dieser Beschaffenheit bietet jedoch ebenso wie die
spätere Verarbeitung desselben' in trockenem Zustande mannigfache Gefahren und diese
Gefahren werden durch die in neuerer Zeit verlangte äufserst kräftige, durch hohe Entzündungstemperatur
charakterisirte Initiativzündung (für schwer endzündliche Pulver) noch mehr gesteigert, weil diese Zündung die Verwendung
,von äufserst reactionsfähigen Stoffen, wie amorphen Phosphor , wie Phosphor-,
Cyan-, Rhodanverbindungen u. s. w., zur Voraussetzung hat.
Um diese Gefahren möglichst zu reduciren, werden die Bestandteile der Zündmasse, wie
amorpher Phosphor, das Schwefel-, Phosphor-, Cyan- oder Rhodanmetall u. s. w., sowie der
jeweilig verwendete Sauerstoffträger, wie chlorsaures oder überchlorsaures Kali , Salpeter
u. s. w., und endlich das event, verwendete Frictionsmittel (Glas, Porcellan, Quarz u. s. w.)
einzeln oder gemengt, sofern das Gemisch keine oder wenigstens keine gröfsere Gefahr
bietet, in üblicher Weise auf die erforderliche Korngröfse gebracht. Die so getrennten Bestandtheile
werden erst unmittelbar vor ihrer Verarbeitung in den erforderlichen Quantitäten durch blofses wiederholtes Zusammenlaufen
in einem Sieb oder in sonst geeigneter Weise zu einem losen gleichförmigen Gemenge vereinigt und sodann in verhältnifsmäfsig
geringeren, keine gröfsere Gefahr bietenden Mengen auf die Dosirplatten gebracht,
in die Zündkapsel vertheilt und hierauf eingeprefst.
Die Beseitigung der Gefahr liegt nun darin, dafs der innige Contact zwischen den einzelnen
Partikelchen der Zündmassebestandtheile, wie er durch ein vorhergehendes inniges Mischen
der fein gepulverten Zündstoffmaterialien und darauffolgendes Körnen entsteht, vermieden
und derselbe durch ein loses Nebeneinanderlagern der gekörnten Bestandteile ersetzt
wird, was überdies den grofsen Vortheil bietet, dafs man auch äufserst brisante Stoffe für
Zündmasse verarbeiten kann.
Soll nun aber auch bei noch mehr gesteigerter Empfindlichkeit der Zündmasse die
Gefahr der Manipulation verringert werden, so werden die gekörnten Bestandtheile der
Zündmasse, und zwar jeder einzelne für sich oder jene Gemenge von mehreren derselben
für sich , die als solche keine o'der nur eine geringe Gefahr bieten, behufs Dosirens in die
Löcher der Dosirplatte gebracht.
Der Inhalt dieser Platten bezw. die Füllung der Löcher derselben wird in die entsprechend
gröfseren Vertiefungen einer Mischplatte successive durch Umleeren oder mittelst Schieberanordnung
eingetragen und durch wiederholtes Wenden der mit einer Kautschuk- oder Lederauflage
bedeckten Mischplatte in den Vertiefungen derselben das vorerwähnte lose Mengen der Bestandtheile nur in jenen Quantitäten
bewirkt, die der Füllung einer Zünd-
kapsel entsprechen , so dafs hier die gefährlichen Folgen einer Explosion auf ein Minimum
reducirt erscheinen.
Der Inhalt der Mischplatte wird dann in gebräuchlicher Weise in die Zündkapsel übergefüllt
und eingeprefst.
Um diesen Theil der Erfindung vollkommen verständlich zu machen, wird derselbe hiernach
mit Bezug auf die beiliegende Zeichnung näher beschrieben, in welcher
Fig. ι in einem Verticalschnitt die Anordnung der Zündkapsel bereit zur Aufnahme
der Zündsatzfüllung darstellt.
Fig. 2 ist eine diesbezügliche Draufsicht und
Fig. 3 zeigt einen Theil der Fig. ι in gröfserem Mafsstabe.
Fig. 4 stellt in einem Verticalschnitt nach der Linie I-II der Fig. 5 die Dosirvorrichtung
mit Schieberanordnung dar.
Fig. 5 ist eine Draufsicht derselben.
Fig. 6 zeigt eine Misch platte im Verticalschnitt.
Fig. 7 ist der Verticalschnitt nach der Linie III-IV der Fig. 8, einer anderen Form
von der Dosirvorrichtung.
Fig. 8 ist eine Draufsicht derselben.
Mit Bezug auf Fig. 1 und 3 besteht die Füllvorrichtung aus einer Unterlagsplatte 1
mit Stiften ss; auf der Platte 1 liegt eine
Platte 2 mit kleinen Höhlungen, in welche die leeren Zündkapseln eingesetzt werden.
Letztere werden durch die über die Führungsstifte geschobene, mit tricherartigen Löchern t
versehene Platte 3 festgehalten.
Als Füllmasse dient- beispielsweise ein Gemenge -von amorphem Phosphor mit chlorsaurem
Kali.
Das Körnen des ersteren geschieht in der Weise, dafs man denselben mit Gummi arabicum
oder einem anderen Klebmittel zu einer teigigen Masse anmacht, diese durch Siebe
drückt, die erhaltenen Körner trocknet und mittelst Sieben von bestimmter Maschenweite
sprtirt. Das chlorsaure Kali bringt man in ähnlicher Weise oder durch Zerstofsen auf
die gleiche Korngröfse.
Das Mengen geschieht entweder dadurch, dafs man kleine Quantitäten der in beschriebener
Weise erhaltenen gekörnten Massen mehrmals zusammen durch Siebe laufen läfst,
bis man ein gleichmäfsiges loses Gemenge derselben erhält, oder aber man füllt die Löcher /
der oberen Platte 0 der Dosirvorrichtung (Fig. 4) mit dem gekörnten, amorphen Phosphor
und bringt diese Vorrichtung mittelst der Löcher L über die Führungsstifte s s einer
Unterlagsplatte 1, auf welche man vorher die Mischplatte M gebracht hatte. Durch Verschieben
der unteren Platte u, Fig. 4, kommen die Löcher Z1 derselben unter jene I und
lassen den Inhalt derselben (den amorphen Phosphor) in die entsprechend gröfseren Vertiefungen
O der Mischplatte M fallen. Die Dosirvorrichtung wird dann abgehoben, die
Platte u gegen jene 0 verstellt, wobei dieselben durch Führungsstifte .?' s1 sl sl stets in der
richtigen gegenseitigen Lage erhalten bleiben. Nun füllt man die oberen Löcher / einer
zweiten Dosirvorrichtung (Fig. 4) mit chlorsaurem Kali, streicht den Üeberschufs ab und
bringt das chlorsaure Kali nun in derselben Weise in die Löcher O der Mischplatte M
ein, wie dies früher bezüglich des amorphen Phosphors beschrieben wurde. Es befindet
sich nun in jeder Höhlung O die zur Füllung einer Zündkapsel erforderliche Menge von
amorphem Phosphor und chlorsaurem Kali in zwei über einander liegenden Schichten; um
letztere zu mengen, legt man auf die Mischplatte ein Kautschukband und wendet das
Ganze mehrmals nach unten und oben, wodurch das lose Mengen sehr rasch erzielt
wird.
Hat man die beiden Bestandtheile der Zündmassen in Sieben gemengt, so bringt
man die fertige Masse in kleinen Mengen auf die Dosirplatte d, Fig. 7 und 8, schüttet die
Löcher derselben voll und streift den Üeberschufs ab.
Das Füllen der Kapsel geschieht nun in der Weise , dafs man die beschriebene und in
Fig. ι dargestellte Vorrichtung umwendet, so dafs die Führungsstifte s s nach abwärts gekehrt
sind, und letztere -je nach Umständen durch die Löcher L L der Dosirplatte d,
Fig. 8, oder durch jene der von der Unterlagsplatte abgeschobenen Mischplatte M, Fig. 6,
steckt, bis die Platten dicht auf einander liegen, und dann das Ganze umwendet, wodurch der
Inhalt der Löcher O1 bezw. jener O in die
leeren Kapseln fällt und hierauf eingeprefst wird.
Das gleiche Verfahren wird eingehalten, wenn man anstatt nur zweier Bestandtheile
deren drei oder mehrere verwendet, und ist es angezeigt, für jeden einzelnen Bestandtheil
eine Dosirvorrichtung nach Fig. 4 zu benutzen.
Claims (1)
- Patent-Ansprüche:ι . Eine Dosir- und Füllvorrichtung für Zündhütchen , bei welcher auf die mit' Führungsstiften (s) versehene Grundplatte (I) zunächst eine die Zündhütchen in entsprechenden Vertiefungen tragende und mit Führungslöchern (L) versehene Platte (2), sodann eine mit trichterförmigen Durchbohrungen (t) und Führungslöchern (L) versehene Füllplatte (3) aufgesetzt wird, worauf das ganze Plattensystem in umgekehrter Stellung auf eine mit Sprengmasse beschickte ' und mit Führungslöchern (L)versehene Dosirplatte (d) gelegt wird, so dafs beim nunmehrigen Umkehren der Vorrichtung die Sprengmasse aus den Ver-' tiefungen der Dosirplatte und durch die entsprechenden Trichteröffnungen der Füllplatte in die darunter befindlichen Zündhütchen fällt.Eine Ausführiingsform der unter i. gekennzeichneten Dosir- und Füllvorrichtung, um letztere gleichzeitig als Mischvorrichtung verwenden zu können, wobei an Stelle der die Zündhütchen tragenden Platte (2) eine mit gröfseren Vertiefungen versehene Mischplatte (M) und an Stelle der Dosirplatte (d) zwei auf .einander verschiebbare, mit correspondirenden Durchbohrungen (I und P) und mit Führungslöchern (L) versehene Dosirplatten (0 und u) gesetzt werden , so dafs mittelst der oberen dieser beiden Platten die verschiedenen Sprengstoffcomponenten nach einander dosirt, durch Verschiebung der unteren in die Trichteröffnungen der Füllplatte (3), von dort in die Mischplatte (M) befördert und nach Herausnahme und Bedeckung derselben mit einer Deckplatte durch geeignetes Bewegen der Mischplatte gemischt werden können , worauf an Stelle der Mischplatte die die Zündhütchen tragende Platte wieder in die Vorrichtung eingesetzt und die Sprengstoffmischung aus der Mischplatte in gleicher Weise, wie unter 1. für die Dosirplatte (d) angegeben, in die Zündhütchen befördert wird.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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Country Status (1)
| Country | Link |
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0
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