DE78793C - Verfahren zur Herstellung eines Farbenbindemittels - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Farbenbindemittels

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DE78793C
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DENDAT78793D
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W. BECKMANN, München, Barerstr. 90
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09DCOATING COMPOSITIONS, e.g. PAINTS, VARNISHES OR LACQUERS; FILLING PASTES; CHEMICAL PAINT OR INK REMOVERS; INKS; CORRECTING FLUIDS; WOODSTAINS; PASTES OR SOLIDS FOR COLOURING OR PRINTING; USE OF MATERIALS THEREFOR
    • C09D7/00Features of coating compositions, not provided for in group C09D5/00; Processes for incorporating ingredients in coating compositions
    • C09D7/80Processes for incorporating ingredients

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Wasserfarben, welche einerseits die Vortheile der Oelfarben bezüglich der Maltechnik, Leuchtkraft und Tiefe etc. mit den Vortheilen, welche den Aquarellfarben eigenthümlich sind, in sich vereinigen und andererseits den Temperafarben gegenüber sich viel glänzender zeigen und beim Ueberfirnissen sich in keiner Weise verändern. Aufserdem können diese Farben infolge der Haltbarkeit ihres Bindemittels viel länger aufbewahrt werden als die gewöhnliche Eitempera. .
Zur Herstellung der Farben dient ein Bindemittel, das im wesentlichen aus einer Mischung von Wasser, Gummi arabicum und gekochtem Leinöl mit Zusatz von ungekochtem Leinöl besteht. Dieser Mischung werden Glycerin, Wachs, Talg und grüne Seife beigegeben; das Ganze wird sodann unter beständigem Verrühren in entsprechenden Gefäfsen zu einer dünnflüssigen Masse gekocht, und zwar so lange, bis dieselbe durchgehende ganz gleichartig gemischt ist.
Die Mengenverhältnisse der zu diesem Bindemittel verwendeten Stoffe werden zweckmäfsig folgendermafsen gewählt:
Wasser 600—800 Gewichtstheile,
Gummi arabicum 650·—800
Leinöl 400—500
Glycerin . 200—300
Wachs ι 5—25
Talg 30—45
grüne Seife. .... 30—60
Eine Mischung von Wasser, Gummi arabicum und Leinöl ohne die genannten Zusätze würde zu verschiedenen Mißständen Anlafs geben. Vor allem würde dieselbe zu rasch trocknen; um dies zu verhindern, giebt man Glycerin bei, das ein langsames Trocknen des Bindemittels bezw. der Farbe bewirkt. Aufserdem wäre das getrocknete Bindemittel (trotz des Zusatzes von Glycerin) zu spröde; es würde bald Risse und Sprünge zeigen, so dafs ein frühzeitiges Schadhaftwerden der Gemälde eintreten würde; zur Vermeidung dieses Uebelstandes wird Talg in Verbindung mit WTachs zugesetzt, welch letzteres der Masse überdies eine gewisse Elasticität verleiht, die beim Streichen der mit diesem Bindemittel angemachten Farbe sich äufserst vortheilhaft zeigt. Was endlich den Zusatz von Seife anbetrifft, so spielt derselbe eine wichtige Rolle. Er trägt wesentlich zur leichten Verbindung und Vereinigung der verschiedenen Stoffe beim Kochen des Bindemittels bei und " macht dadurch dasselbe äufserst geschmeidig und infolge dessen angenehm streichbar. Ohne den Zusatz von Seife würde sich die mit diesem Bindemittel angemachte Farbe unter dem Pinsel ziehen, was beim Malen sehr störend wirken würde.
Die angegebene Mischung bildet, wie erwähnt, das Bindemittel für die Farben. Letztere werden demselben, nachdem es erkaltet ist, in feingemahlenem Zustande zu einem ihrer Intensität entsprechenden Procentsatz zugesetzt bezw. in geeigneter Weise mit demselben innig
vermengt und dann in Tuben oder dergleichen gefüllt. Zum Zwecke der Verleihung eines angenehmen Aromas können der Mischung einige Tröpfchen Gaultheriaöl oder eine andere passende Flüssigkeit beigegeben werden.
Die so hergestellten Aquarellfarben bieten gegenüber den bisher verwendeten folgende Vortheile:
ι. sie übertreffen die Oelfarben an Kraft, Tiefe und Frische, ohne dabei zu lasiren;
2. sind sie so präparirt, dafs man mit ihnen vollständig nafs in Nafs malen und sie erforderlichenfalls auch wieder trocknen lassen kann, ganz wie bei Oelfarben, wobei die neuen Farben im ersteren Fall nach dem Trocknen nicht heller werden wie die gewöhnlichen Wasserfarben;
3. kann man mit ihnen ebenso gut wie mit den Oelfarben pastos, d. h. erhaben malen, ja sie sogar mit der Spachtel auf das Bild auftragen, was mit den bisherigen Wasserfarben nicht möglich war; auch hierbei sind sie äufserst haltbar;
4. ist die Maltechnik genau die gleiche, wie bei den Oelfarben: man legt pastos eine Farbe über die andere, ohne befürchten zu müssen, dafs sie sich verändert;' die Farben trocknen in einem Zeitraum von '/2 bis 3/4 Stunden ganz fest an, so dafs der Maler, sobald dieselben trocken sind, das Bild übermalen oder sofort firnissen kann;
5. ist das mit diesen Farben gemalte Bild von einem Oelgemälde nicht zu unterscheiden .und hat den Vortheil, dafs es mit der Zeit nicht nachdunkelt, wie diese;
6. schlagen die damit gemalten Bilder nicht ein, wie die Oelgemälde, so dafs sie also nicht in gewissen Farbschichten oder auch durch das ganze Bild ein todtes, trockenes Matt annehmen, sondern einen durchweg gleichen, ganz feinen, saftigen und dauernden Mattglanz erhalten, welcher die Leuchtkraft der Farben bedeutend erhöht und welcher für den Fachmann sehr wichtig ist;
7. werden sie im Gegensatz zu vielen Oelfarben nicht speckig, d. h. sie bilden keine längere Zeit klebrige Haut, welche nicht eintrocknen will und daher nicht übermalt werden kann, sondern sie trocknen sicher und fest an;
8. kann mit denselben auf jedem Grund gemalt werden, wie z. B. auf Seide, Holz, Stein, Papier, Leinwand u. s. w.; die Farbe hält dabei, wenn sie trocken ist, überall so fest, dafs man sie kaum mit der Spachtel entfernen kann; man kann mit derselben auf ganz roher Leinwand ohne Kreidegrund malen, man braucht den Stoff nur mit Milch zu tränken;
9. sind diese Farben viel geschmeidiger als die Oelfarben und springen zumal beim Biegen oder Rollen der Bilder nicht ab;
10. endlich besitzen diese Farben dieselbe Haltbarkeit und Beständigkeit in den Tuben wie die Oelfarben; sie vertrocknen in denselben nicht und gehen auch sonst keine nachtheiligen chemischen Veränderungen ein;
11. zeigen sie sich gegenüber den Temperafarben viel glänzender als diese und verändern sich beim Ueberfirnissen im Gegensatz zu den Temperafarben in keiner Weise;
12. sind sie viel haltbarer als die gewöhnliche Eitempera, welche bekanntlich infolge ihres Eigehaltes in kurzer Zeit verdirbt und daher sofort verwendet werden mufs.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung eines Farbenbindemittels, darin bestehend, dafs dem aus einer Mischung von Wasser, Gummi arabicum und Leinöl bestehenden Bindemittel Glycerin, Wachs, Talg, grüne Seife beigegeben und das Ganze sodann zu einer dünnflüssigen Mischung gekocht wird, welche nach dem Erkalten mit der feingemahlenen Farbe versetzt wird.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE19523368A1 (de) * 1995-06-29 1997-01-02 Staedtler Fa J S Wässriges Schreib-, Zeichen- oder Malmittel

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE19523368A1 (de) * 1995-06-29 1997-01-02 Staedtler Fa J S Wässriges Schreib-, Zeichen- oder Malmittel
US5741353A (en) * 1995-06-29 1998-04-21 J.S. Staedtler Gmbh & Co. Aqueous painting agent

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