DE7766C - Neuerungen an mechanischen Wirkstühlen zur Herstellung von Petinet- und Prefsmustern - Google Patents

Neuerungen an mechanischen Wirkstühlen zur Herstellung von Petinet- und Prefsmustern

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C. A. ROSCHER in Markersdorf bei Burgstädt in Sachsen
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Description

1878.
Klasse 26.
C. A. ROSCHER in MARKERSDORF bei BURGSTAEDT (Sachsen). Neuerungen an mechanischen Wirkstühlen zur Herstellung von Petinet- und Prefemustern.
Zusatz-Patent zu No. 65Q7 vom 14. September 1878.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 9. November 1878 ab. Längste Dauer: 28. Februar 1891.
Um flache mechanische Wirkstühle so einzurichten, dafs sie selbstthätig Petinetmuster und Prefsmuster herstellen, verbinde ich mit ihnen in der Hauptsache die Petinet- und Prefsmaschine des Handstuhles, welche Gegenstand meines Umwandlungspatentes vom 14. September 1878 sind, und bringe ich dazu noch folgende Verbesserungen an, mit denen die selbsttätige Arbeit bei den Mustermaschinen an mechanischen Stühlen ermöglicht wird.
i. Die Petinet- oder Stechmaschine, Fig. 1 bis 5 beiliegender Zeichnung, hat im allgemeinen dieselbe Einrichtung, welche ich für ihre Verwendung am Handstuhl erfunden habe. Die Hebel d der Decknadeln α drehen sich aber nicht um einen durch sie hindurchgesteckten Stab, sondern in passenden Ausschnitten des unteren Decknadelträgers e und des 'oberen Federstockes /, und die Federn g sind nicht mehr unter, sondern über den Hebeln d angebracht.
An einem Ende, links in Fig. 5, enthält der auf dem Gestell k kx verschiebbare Träger e. den gegabelten Arm /, welcher den Umfang eines Stufenrades oder Musterrades ;;/ umfafst. Letzteres ist mit dem Klinkrad 0 verbunden und wird hierdurch und durch die Klinke o, von der Hauptwelle des Stuhles umgedreht, so dafs es, je nach der Form seines Umfanges, die Petinetmaschine seitlich verschiebt, um die Maschine entsprechend zu verhängen.
Die Jacquardwalze h wird durch ein Klinkrad / und eine Klinke *, von der Hauptwelle des Stuhles umgedreht, und bringt durch ihre Erhöhungen 1 und Vertiefungen 2 selbstthätig Veränderungen in der Stellung der Decknadeln a hervor derart, dafs einige derselben horizontal liegen und Maschen von den Stuhlnadeln abnehmen, andere gehoben werden, wie ax, Fig. 1, ■ und nicht mit thätig sind.
Damit man aber geminderte Petinetwaaren arbeiten kann, so ist die Petinetmaschine auch zugleich als Mindermaschine zu benutzen, in der Weise, dafs während des Musterns in einer Maschenreihe auch gleichzeitig in derselben Reihe auf einer Seite gemindert wird. In der nächsten Reihe erfolgt dann das Mindern auf der anderen Waarenseite.
Da nun in Petinetmustern die Maschen in der Regel nur um eine Nadel fortgehangen werden, so erfolgt auch beim Mindern die Verschiebung der Randmaschen nach einwärts nur um eine Nadel; man hat deshalb letztere Arbeit doppelt so oft oder in halb so grofsen Zwischenräumen vorzunehmen, als bis jetzt gebräuchlich war, so lange man immer um je zwei Nadeln minderte.
Um ferner mit dem Petinetmuster nicht bis an den seitlichen Rand des Waarenstückes, also auch nicht bis an die Minderkante zu gelangen, werden nach und nach von beiden Seiten herein einzelne Decknadeln, welche bisher bei der Musterbildung mit thätig waren, aufser Thätigkeit gebracht, und zu dem Zweck trägt die Walze Λ auf jeder Seite eine Kette / oder mehrere solcher Ketten, welche nun anstatt h die Erhöhungen und Vertiefungen enthalten. Auch die ganze Walze h kann mit solchen Ketten behangen sein und dann nur einzelne schmale Längsleisten enthalten, welche in Vertiefungen der inneren Wand der Kettenglieder eingreifen, Fig. 2, um letztere fort zu drehen. Mit Hülfe dieser Ketten ist ein gröfserer Musterumfa.ng zu arbeiten möglich, als mit der Walze h. Die einzelnen Glieder von / hängen, wie Fig. 2 zeigt, durch ein Stahl- oder Stoffband lose an einander.
2. Zur Herstellung von Prefsmustern an mechanischen Stühlen benutzte ich die von mir für Handstühle erfundene Zahnpresse q r, Fig. 6 und 7, mit der Jacquardtrommel ί und fuge zu letzterer nur ein Klinkrad / hinzu, welches durch die Klinke /, entweder direct von der Hauptwelle des Stuhles oder von einem besonderen einfachen Zahlrad umgedreht wird, je nach Mafsgabe der im Muster nöthigen Veränderungen.
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
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