DE76881C - Verfahren zur Reinigung von rohem Toluolsulfonamid - Google Patents

Verfahren zur Reinigung von rohem Toluolsulfonamid

Info

Publication number
DE76881C
DE76881C DENDAT76881D DE76881DA DE76881C DE 76881 C DE76881 C DE 76881C DE NDAT76881 D DENDAT76881 D DE NDAT76881D DE 76881D A DE76881D A DE 76881DA DE 76881 C DE76881 C DE 76881C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
toluenesulfonamide
amide
crude
purification
alkali
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired - Lifetime
Application number
DENDAT76881D
Other languages
English (en)
Original Assignee
Dr. F. von heyden nachfolger in Radebeul bei Dresden
Publication of DE76881C publication Critical patent/DE76881C/de
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Lifetime legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C311/00Amides of sulfonic acids, i.e. compounds having singly-bound oxygen atoms of sulfo groups replaced by nitrogen atoms, not being part of nitro or nitroso groups
    • C07C311/15Sulfonamides having sulfur atoms of sulfonamide groups bound to carbon atoms of six-membered aromatic rings

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Das aus Toluol technisch dargestellte Toiuolsulfonamid ist bekanntlich ein Gemisch der o- und p-Verbindung. Man mufste bisher, um Saccharin zu fabriciren, dieses Gemisch oxydiren und erhielt so ein o-Benzoesulfonimid, welchem ca. 40 pCt. p-Benzoesulfonamid beigemengt sind. . Das letztere ist bekanntlich nicht süfs, macht vielmehr das Product minderwerthig.
Durch das im Folgenden beschriebene Verfahren ist es gelungen, Toiuolsulfonamid von beigemengten Unreinigkeiten zu befreien und gleichzeitig das o- vom p-Amid zu trennen. Damit wird der bemerkenswerthe technische Fortschritt erreicht, dafs erstens die Kosten für die Oxydation des werthlosen p-Amids erspart werden und zweitens ein Saccharin von viel gröfserer Reinheit und Süfskraft erhalten wird.
Das vorliegende Verfahren stützt sich auf folgende Beobachtungen:
Die Toluolsulfonamide lösen sich in alkalischen Flüssigkeiten leicht auf, wahrscheinlich unter Bildung von Salzen:
-ti Λ
CH%
/H . sMet.
Beim fractionirten Ausfällen der gelösten Amide mittelst stärkerer Säuren fällt zuerst das o-, zuletzt das p-Amid aus. Diese Trennung ist allerdings keine theoretisch glatte. Man mufs deshalb bei der technischen Anwendung des Verfahrens mit einer Anreicherung des rohen Amids an o-Amid sich begnügen, indem man die alkalische Lösung des rohen Amids so lange mit Säure versetzt, bis in der vorzugsweise p-Amid enthaltenden Mutterlauge nur noch so wenig o-Amid enthalten ist, dafs sich die weitere Verarbeitung dieser letzten an o-Amid armen Fraction auf o-Benzoesulfonimid nicht mehr lohnt.
Z. B. wird zu 170 kg rohem Toiuolsulfonamid unter Rühren eine Lösung von 40 kg kaustischer Soda in 300 bis 500 1 Wasser gelassen. Im Amid enthaltene Unreinigkeiten bleiben ungelöst und werden durch Filtriren beseitigt. Die so von alkaliunlöslichen Beimengungen befreite Lösung der Amide wird durch Säurezusatz wieder ausgefällt, und zwar entweder vollständig oder in Fractionen. In letzterem Falle läfst man z. B. zur filtrirten Lösung unter stetem Umrühren 153 kg. 2oproc. Salzsäure fliefsen und filtrirt das abgeschiedene, an fO-Amid angereicherte Product ab. Die Mutterlauge wird angesäuert und giebt ein an o-Amid armes »technisch reines« p-Amid, dessen technische Verarbeitung auf o-Benzoesulfonimid sich unter gewöhnlichen Umständen nicht mehr lohnt. Von der Zusammensetzung des zur Reinigung kommenden Rohamids hängt es ab, wie grofs man die letzte Abfallfraction einrichten mufs.
Statt der Natronlauge kann man andere alkalisch reagirende Flüssigkeiten anwenden, z. B. eine Lösung kaustischer Potasche.
Das Verfahren läfst sich auf verschiedene Weise modificiren. Es kommt auf dasselbe hinaus, ob man das rohe Amid mit der äquivalenten Menge von Alkali löst und darauf partiell fällt, oder ob man es von vornherein
mit einer ungenügenden Menge von kaustischem oder kohlensaurem Alkali oder Erdalkali behandelt, oder ob man zunächst das Amid mit der äquivalenten Menge Alkali behandelt und hierauf weitere Mengen des Amids zusetzt. In allen Fällen kann man den Vorgang so leiten, dafs man einen Niederschlag von »technisch reinem« o-Amid in einer Lösung des »technisch reinen« p-Amidsalzes erhält, gerade so, als ob man eine Lösung der Amide partiell ausgefällt hätte.
Ersetzt man die Alkalien durch kohlensaure Alkalien oder durch Erdalkalien, so tritt die Lösung der Amide weniger leicht ein, und man thut gut, das rohe Amid mit diesen weniger alkalischen Stoffen mehrere Male und in der Wärme zu behandeln.

Claims (1)

  1. Patent-Ansprüche:
    Verfahren zur Reinigung von rohem Toluolsulfonamid, darin, bestehend, dafs man dasselbe in Alkali löst, von etwaigen Verunreinigungen abfiltrirt und nunmehr entweder
    a) mit Säuren im Ueberschufs das Toluolsulfonamid fällt oder
    b) mit einer für die Abscheidung des Toluolsulfonamids nicht hinreichenden Säuremenge versetzt.
    Die Abänderung des unter i. gekennzeichneten Verfahrens, dafs man das rohe, o- und p-Toluolsulfonamid enthaltende Gemisch mit einer solchen Menge Alkali behandelt, dafs nur vorwiegend p-Toluolsulfonamid gelöst wird.
DENDAT76881D Verfahren zur Reinigung von rohem Toluolsulfonamid Expired - Lifetime DE76881C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE76881C true DE76881C (de)

Family

ID=349741

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT76881D Expired - Lifetime DE76881C (de) Verfahren zur Reinigung von rohem Toluolsulfonamid

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE76881C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE1642831A1 (de) Verfahren und Vorrichtung zum Ausziehen eines Loesungsmittels aus einer Loesung
DE2850785A1 (de) Verfahren zur gewinnung der inhaltsstoffe aus salzwasser
DE2157684A1 (de) Verfahren zum Reinigen von rohen Natriumchlorid-Solen
DE76881C (de) Verfahren zur Reinigung von rohem Toluolsulfonamid
DE2709728C2 (de) Verfahren zur Herstellung von Chlor und Alkalihydroxid durch Elektrolyse unter Einsatz von calcium- und/oder sulfathaltigem Rohsalz
DE3620822A1 (de) Verfahren zur aufarbeitung von mutterlaugen aus der herstellung von benzthiazol-verbindungen
DE152652C (de)
DE264005C (de)
DE525924C (de) Verfahren zur Gewinnung von Kobaltsulfid
DE2001985C (de) Verfahren zur Trennung von Cadmium und Nickel
DE115677C (de)
DE221889C (de)
DE3437137C2 (de) Verfahren zur Reinigung von Kochsalzlösungen
DE507969C (de) Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff
DE482253C (de) Verfahren zur Darstellung von reinem Kaliumcarbonat
DD274018A1 (de) Verfahren zur gewinnung von kcl und mgcl tief 2 hoch x 4 h tief 2 hoch o aus carnallitischen rohsalzen
DE188021C (de)
DE374095C (de) Verfahren zur Herstellung von Kalisalpeter aus Kalirohsalzen
DE1567994A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Kaliumchlorid
DE54131C (de) Verfahren zur Aufarbeitung der bei der Kupfergewinnung durch Chlorirung entstehenden Mutterlaugen
DE526717C (de) Verfahren zur Herstellung von Kaliumsulfat aus Polyhalit u. dgl. Mehrfachsalzen
DE89434C (de)
DE1058442B (de) Verfahren zur Aufbereitung von Kainit zum Zwecke der Herstellung von Kaliumsulfat
DE744755C (de) Verfahren zur Reinigung von Milchsaeure
DE214174C (de) Verfahren zur entwickelung von kohlensäure für bäder aus säuren und kohlensauren salzen zum zwencke eines gesteigerten gehaltes des badewassers an gebundener kohlensäure