DE75828C - Rieselverdampfapparat - Google Patents
RieselverdampfapparatInfo
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B01—PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
- B01D—SEPARATION
- B01D1/00—Evaporating
- B01D1/02—Evaporators with heating coils
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
- Heat Treatment Of Water, Waste Water Or Sewage (AREA)
Description
ßig&ntifywwi
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die neue Vorrichtung verdankt ihre geringen Unkosten und ihr geringes Gewicht der eigenartigen
Anwendung von Dampf mit niedriger Spannung, welchen man nicht allein beim Eintritt in den dritten Cylinder einer dreifachen
Expansionsmaschine, sondern aus diesem selbst gerade beim Beginn der Expansion entnehmen
kann. Man reducirt so nur um Y6, anstatt um
Y8 die Arbeit der Dampfmenge, welche dann der Verdampfung dient. Zu der dadurch erreichten
Verminderung der Betriebskosten kommt noch die Ersparnifs, welche der vollständigsten
Ausnutzung der Wärme des Heizdampfes entspricht. Die Leistungsfähigkeit und Raumersparnifs bei dem neuen Apparat entspringen
der Anwendung von Rieselrohren, deren Anwendung bei hohem Dampfdruck nicht möglich wäre. Das selbsttätige Arbeiten
des Apparates befreit von einer ständigen Beaufsichtigung, und vermöge der Anordnung
der einzelnen Theile ist die Instandhaltung eine sehr leichte. Natürlich kann der Apparat aufser
Seewasser auch andere Flüssigkeiten verarbeiten.
Auf der Zeichnung ist ein Dreikörperapparat dargestellt. Die Kammern A A' A" enthalten
je ein System von Siederohren if. Um die Siederohre t der Kammer A circulirt der am
dritten Cylinder der Maschine oder aus besonderem Kessel entnommene Dampf; die Kammern B B' B" sind Dampf behälter. Zwischen
beiden liegen die Rieselrohrkammern CCC", Fig. ι und 4. Jedes Rieselrohr a'
ist an einem Ende mit einem konischen Kranz.α verlöthet, der in eine seiner Gestalt entsprechende
Oeffnung der Platte b so eingesetzt ist, dafs das andere Ende des Rohres a' um einige
Centimeter in das in die Platte b' eingesetzte ebene Ende eines Siederohres t hineinragt und
sich an seinem äufsersten Ende bis an die Innenwand des Siederohres erweitert, jedoch so,
dafs durch Rillen a" die Flüssigkeit aus den Kammern C in die Siederohre t in dünner
Schicht hinabrinnen kann, wonach sie sich, falls sie nicht verdampft, in den Kammern
DD' D" sammelt.
Die Kammern D und D' communiciren mit den Kammern C und C" des entsprechend
folgenden Körpers mittelst je eines Verbindungsrohres G. Bevor die Flüssigkeit aber aus der
Kammer D (oder D') in das Rohr tritt, passirt sie einen in dieser Kammer zwischen deren
Oberplatte Z und der Unterplatte Z' angeordneten Ventilkasten (Fig. 5 bis 7). Derselbe
besitzt einen doppelten Boden, in dessen Obertheil cylindrische Oeffnungen vorgesehen sind.
Die oberen Ränder derselben bilden Lager für Ventilschwimmer Y, welche je durch eine Anzahl
Führungsstifte y an horizontaler Bewegung verhindert sind, während ihre kegelförmigen
Vorsprünge die Ventilsitze verschliefsen. Der Raum X zwischen dem Doppelboden besitzt
eine Oeffnung O von geringer Weite, durch die das Wasser aus der Kammer D (oder D')
eintritt, um durch die Oeffnung ο in den Stutzen g des Verbindungsrohres G zu treten.
Der Deckel T des Ventilkastens ist mit Oeffnungen versehen. Das nicht verdampfte Wasser
sammelt sich nun in der Kammer D (oder D') an und fliefst infolge der Druckdifferenz in
zwei folgenden Körpern beständig -durch die Oeffnung ο ab. Genügt die Abflufsöffnung 0
nicht zur Weiterbeförderung der in die Kam-
mer D (oder -D') tretenden Flüssigkeit, so sammelt sie sich in dieser an und steigt schliefslich
so weit, bis die Oeffhungen des Deckels
einen zweiten Abflufskanal bilden, indem das durch dieselben in den Ventilkasten eindringende
Wasser die Schwimmer Y von ihren Sitzen hebt. Nach dem Abfliefsen des Wassers lagern
sich die Schwimmer wieder in ihre Sitze und verhindern so jeden Dampfaustritt. Das Gefäfs
E dient zur Aufnahme des durch den Vorwärmer J gestrichenen Seewassers zwecks
Ueberführung in die Kammer C.
In den Vorwärmer J steigt das unten eingeführte Seewasser, indem es die Kühlschlangen
KLM und die Rohre N umspült. In die Schlange K drückt eine Pumpe 5S das an
Salzen reiche Rückstandwasser aus dem Raum D" vor seinem Ausflufs ins Meer, in die Schlange L
drückt eine Pumpe Sd das Wasser aus den Kammern A' A", ehe es in die Tanks gelangt,
und in der Schlange M circulirt das Dampfwasser der Kammer A vor seiner Rückkehr
zum Kesselspeisewasser. Die Rohre N werden vom Dampf erhitzt, der aus dem zweiten
Dampf behälter B' hingeleitet wird.
Die Kammer A besitzt einen Zuleitungsstutzen P für den aus dem Maschinencylinder
zugeführten Dampf mit Schraubventilvorrichtung, einem Reducirventil Q zum Feststellen
des Dampfdruckes auf ι y, Atmosphären, wenn
der Dampf direct aus dem Kessel zugeleitet wird, und einem Sicherheitsventil.
Die Pumpen Sg Sj Sa werden durch zwei
Cylinder T derartig gekuppelt, dafs die Steuerungen sich gegenseitig steuern.
ι Das zu verdampfende Seewasser wird durch die Circulationspumpe des Condensators der [ Dampfmaschine und die Pumpe Sa, deren Gang zur Innehaltung eines bestimmten Niveaus im Gefäfs E bemessen ist, in den Vorwärmer ge- \ leitet und gelangt in einer dem Siedepunkt s nahen Temperatur aus dem Gefäfs E in die j Kammer C und verdampft theilweise, während es in dünner Schicht die Rohre t hinunterrinnt. Das nicht verdampfte Wasser sammelt sich im Raum D und steigt durch den Ventilkasten und das Rohr G in die Kammer C' des folgenden Körpers, von wo ein Hinabrinnen in die Rohre t, wie oben beschrieben, stattfindet. Schliefslich wird es aus dem Raum D" durch die Pumpe Ss fortgeschafft, nachdem es durch die Kühlschlange K gelaufen ist. Der Heizdampf gelangt durch den Stutzen P (bezw. durch Q) in die Kammer A, wo er sich condensirt. Der Wasserdampf, welcher sich in den Rohren t bildet, gelangt in den Dampfbehälter B und aus diesem in die Kammer A', wo er sich condensirt, während der in den Röhren t dieser Kammer entwickelte Dampf sich ebenso in der Kammer A" verdichtet. Der hier entwickelte Dampf wird durch den Condensator der Maschine angesaugt.
ι Das zu verdampfende Seewasser wird durch die Circulationspumpe des Condensators der [ Dampfmaschine und die Pumpe Sa, deren Gang zur Innehaltung eines bestimmten Niveaus im Gefäfs E bemessen ist, in den Vorwärmer ge- \ leitet und gelangt in einer dem Siedepunkt s nahen Temperatur aus dem Gefäfs E in die j Kammer C und verdampft theilweise, während es in dünner Schicht die Rohre t hinunterrinnt. Das nicht verdampfte Wasser sammelt sich im Raum D und steigt durch den Ventilkasten und das Rohr G in die Kammer C' des folgenden Körpers, von wo ein Hinabrinnen in die Rohre t, wie oben beschrieben, stattfindet. Schliefslich wird es aus dem Raum D" durch die Pumpe Ss fortgeschafft, nachdem es durch die Kühlschlange K gelaufen ist. Der Heizdampf gelangt durch den Stutzen P (bezw. durch Q) in die Kammer A, wo er sich condensirt. Der Wasserdampf, welcher sich in den Rohren t bildet, gelangt in den Dampfbehälter B und aus diesem in die Kammer A', wo er sich condensirt, während der in den Röhren t dieser Kammer entwickelte Dampf sich ebenso in der Kammer A" verdichtet. Der hier entwickelte Dampf wird durch den Condensator der Maschine angesaugt.
Das Condensationswasser des Heizdampfes in der ersten Kammer A wird durch die Kühlschlange
M zum Kesselspeisewasser geführt, das der Kammer A' geht direct in die dritte
Kammer A", von wo es mit dem hier entstehenden Condensationswasser durch die
Pumpe S^ in die Wassertanks nach Durchlauf der Schlange L geleitet wird.
Um den Apparat zu bethätigen, genügt es, den Gang der Speisepumpe zu regeln, um das
Niveau im Gefäfs E constant zu erhalten; alles Uebrige arbeitet selbstthätig. Zur schliefslich en
Controle dient das sichtbare Niveau des Wassers am Boden des dritten Körpers.
Die Pumpen Sj sind mit der Pumpe Sa
gekuppelt und so eingestellt, dafs sie eine der Leistung dieser Pumpe entsprechende Flüssigkeitsmenge
fördern. Getrieben werden die Pumpen durch den Kesseldampf, welcher auch in der Kammer A die Verdampfung bewirkt.
Bei dieser Anordnung bedingt ein Abstellen des Dampfes sowohl das Stillstehen der Pumpen,
als auch eine Unterbrechung der Arbeit in den Kammern. Die Vortheile der Rieselrohre sind
bekannt: keine Hindernisse bei der Dampfbewegung, keine Temperaturunterschiede auf
der ganzen Länge der Rohre, Dampfentwickelung auf gröfster Heizfläche und Benutzung
des ganzen verfügbaren Temperaturgefälles. Im besonderen ist das Ventilkastenrohrsystem X YG
von Bedeutung. Bestände eine directe Verbindung zwischen den Kammern D und C, so würde das Niveau in der Kammer D und
den Röhren if beliebig wechseln und stürmische Dampfbildung in letzteren entstehen, wodurch der
Dampf Wasser mitreifsen würde. Im vorliegenden Apparat wird das Niveau in der Kammer D
durch den Ventilkasten wirksam geregelt, so dafs Schwankungen sich nicht störend bemerkbar
machen. Da das Dampfwasser im oberen Theil JV des Vorwärmers J zusammen mit dem
Wasser aus der Kammer A" in die Tanks abgeleitet wird, so erhält man eine beträchtlichere
Ausbeute, ohne die Menge des Heizdampfes zu vermehren.
Um den Apparat von der Maschine unabhängig zu machen — beispielsweise für Segelschiffe,
die einen Dampfkessel für Gangspill oder Kran besitzen —, genügt es, die Kühlschlangen
durch ein Rohrsystem zu ersetzen, in welchem sich der Dampf aus der letzten Kammer verdichtet
und das Wasser durch eine Pumpe Sd entnommen wird.
Claims (1)
- Patent-Ansprüche:i. Ein aus mehreren Behältern bestehender Rieselverdampfapparat, dadurch gekennzeichnet, dafs das Speisewasser durch eine Kammer (C) des ersten Behälters an Riesel-rohren (α1) hinab in Siederohre ft) rinnt, . welche vertical durch eine Heizkammer (A) zu einer Sammelkammer (D) führen, aus der das Wasser durch ein selbstthä'tiges Regulirventil in die Kammer (C) des zweiten Behälters gelangt, während der in den Rohren ft) gebildete Dampf durch die Rieselrohre a' und eine Dampfkammer (B) hindurch in die Heizkammer .(A') des nächsten Behälters geleitet wird u. s. f., wobei das Dampfwasser der Heizkammern, wie auch das unreine Wasser des letzten Behälters in einen Vorwärmer für das Speisewasser gedrückt werden können.
2. Ein Verdampfapparat nach Anspruch i. mit einem Vorwärmer (J) für das Speisewasser, dadurch gekennzeichnet, dafs dieses durch Rohrsysteme KLM, von denen K das Rückstandwasser der letzten Sammelkammer D", L das Dampfwasser der Kammern A' A" und M das der ersten Kammer A abführt, erwärmt und in einem von Dampf aus einer Dampfkammer (B') umspülten Rohrbündel dem Siedepunkt nahe gebracht wird, ehe es durch ein Ueberlaufgefäfs (E) in die Wasserkammer (C) des ersten Körpers gelangt.
3. Ein Apparat nach Anspruch 1., bei welchem der Abflufs des Speisewassers in den jeweils nächsten Körper dadurch geregelt wird, dafs das Wasser in einen Kasten mit Doppelboden (Fig. 5) durch eineOeffnungfCy eintritt und von hier in das Steigrohr (G) gelangt, bei stärkerer Arbeitsleistung desselben jedoch durch senkrecht bewegliche Ventilschwimmer (Y) in dem Doppelboden und durch Abzugslöcher im Deckel (T) auch in das Kasteninnere dringt.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE75828T | 1893-04-16 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE75828C true DE75828C (de) | 1894-06-26 |
Family
ID=33459887
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE189375828D Expired DE75828C (de) | 1893-04-16 | 1893-04-16 | Rieselverdampfapparat |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE75828C (de) |
-
1893
- 1893-04-16 DE DE189375828D patent/DE75828C/de not_active Expired
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