DE2646732C2 - Mehrstufiger Entspannungsverdampfer zum Entsalzen von Salzwasser - Google Patents
Mehrstufiger Entspannungsverdampfer zum Entsalzen von SalzwasserInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen mehrstufigen Entspannungsverdampfer zum Entsalzen von Salzwasser mit
einer Reihe von Verdampfungsstufen und über diesen angeordneten Kondensationsstufen, wobei die nacheinander
im Bodenbereich vom Salzwasser durchströmten Verdampfungsstufen und die vom Süßwasser durchströmten
Kondensationsstufen unter fortschreitend niedrigerem Druck stehen und jeweils durch eine
senkrechte Zwischenwand abgetrennt sind, an deren unterem Ende wenigstens eine Durchtrittsöffnung
angeordnet ist, die in eine innerhalb der nachfolgenden Stufe angeordnete Vorverdampferkammer mündet, die
auf einer Seite an der senkrechten Zwischenwand und auf der anderen Seite am Boden der nachfolgenden
Stufe ansitzt, wobei die Vorverdampferkammer in ihrem oberen Bereich wenigstens eine in die nachfolgende
Stufe mündende rechteckige Übertrittsöffnung aufweist.
Ein solcher mehrstufiger Entspannungsverdampfer ist bereits bekannt (DE-OS 21 10 949). Dabei wird das
Brackwasser erwärmt und normalerweise innerhalb eines Temperaturbereichs zwischen 125°C und 25°C
gearbeitet. Die in den Verdampfungsstufen vorhandenen Dämpfe werden durch den kalten Brackwasserstrom
gekühlt, der dadurch vorgewärmt wird. Die in den Kondensationsstufen anfallenden Kondensate bilden
das herzustellende Süßwasser.
Bei einem solchen mehrstufigen Entspannungsverdampfer erweist es sich als schwierig, stabile Verhältnisse
bei gleichzeitig optimalen Betriebsbedingungen aufrecht zu erhalten. Da die Flüssigkeit zur nächsten
Stufe übertritt, indem sie ein von der mit der Durchtrittsöffnung versehenen Zwischenwand gebiidetes
eingetauchtes Wehr untersirömt, besteht die Gefahr,
daß Stufen übermäßig mit Flüssigkeit belastet werden oder aber leerlaufen, so daß sich Abweichungen von den
vorgesehenen Flüssigkeitsstandhöhen ergeben, was auch zu Abweichungen von den vorgesehenen Drücken
ίο führt Bei den mit dem Übertritt zur nachfolgenden
Stufe verbundenen Entspannungen wird die statische Druckenergie der Flüssigkeit ebenso wie der gegebenenfalls
vorhandene hydraulische Flüssigkeitsdruck aufgezehrt. Dabei führen kleine Änderungen des
Flüssigkeitsdurchsatzes zu beträchtlichen Änderungen der Flüssigkeitsstandhöhe in den einzelnen Stufen, was
eine übermäßig starke Ansammlung von Flüssigkeit oder aber eine teilweise Entleerung der Stufe
hervorrufen kann, wobei Dampf von einer Stufe zunächst strömt Dadurch wird das System unstabil. Es
muß daher von außen gesteuert werden, beispielsweise mittels an den Verdampfungsstufen vorgesehener
Ablauföffnungen, um ordnungsgemäße Betriebsverhältnisse aufrechtzuerhalten.
Dieses gilt auch für den bekannten Entspannungsverdampter, bei dem sowohl die Durchtrittsöffnung
eingangs wie auch die Übertrittsöffnung ausgangs jeder Vorverdampferkammer eine Drosselstelle bilden, so
daß sich in der Vorverdampferkammer ein Zwischendruck zwischen den Betriebsdrücken der beiden
aufeinanderfolgenden Stufen einstellt. Dabei wird bewußt die Übertrittsöffnung zur nachfolgenden Stufe
größer als die Durchtrittsöffnung von der vorhergehenden Stufe gewählt, um eine geringe Übertrittsgeschwindigkeit
von der Vorverdampferkammer zur nachfolgenden Stufe und damit eine bessere Abscheidung der
Salzwassertröpfchen unter Vermeidung von Korrosion zu erhalten. Infolge des geringen Druckabfalls an den
Übertrittsöffnungen ist die Vorverdampferkammer daher im wesentlichen als eine Spritzschutzkammer
anzusehen, die allenfalls eine sehr begrenzte regelnde Einwirkung auf die Flüssigkeitsstandhöhen haben kann,
da die Haupldrosselung beim Eintritt in die Vorverdampferkammer am von der Zwischenwand zwischen
den Stufen gebildeten Wehr erfolgt. Dieses soll normalerweise in Flüssigkeit untergetaucht sein, so daß
jedenfalls bei geringen Abweichungen von den normalen Betriebsverhältnissen keine regelnde Wirkung
dadurch auftritt, daß der für den Flüssigkeitsdurchtritt zur Verfügung stehende Öffnungsquerschnitt durch
(verstärkten) Gasdurchtritt verringert wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den mehrstufigen Entspannungsverdampfer so zu verbessern,
daß er ohne Eingriffe von außen stabil unter gleichbleibend günstigen Betriebsverhältnissen arbeitet.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,
daß der Strömungsquerschnitt der Durchtrittsöffnung in der Zwischenwand so groß im Vergleich zum
Strömungsquerschnitt der Übertrittsöffnung im oberen Bereich der Vorverdampferkammer ist, daß der
Druckabfall zwischen den Stufen nur an der Übertrittsöffnung stattfindet.
Durch diese Maßnahme, die sowohl bei den Verdampfungsstufen wie bei den Kondensationsstufen
von Vorteil ist, ergibt sich eine selbsttätige Regelung der Flüssigkeitsstandhöhen, wobei hinsichtlich der Wirkungsweise
der Vorverdampfer folgende drei Fälle auftreten können:
L Die Flüssigkeitsstandhöhe in der vorhergehenden Stufe entspricht der Flüssigkeitsstandhöhe in der
Vorverdampferkammer. In diesem Falle arbeitet die Vorrichtung mit einem Strömungsdurchsatz,
der dem Strömungsquerschnilt der Obertrittsöffnung entspricht, so daß beispielsweise bei der als
zweckmäßig erkannten Ausbildung gemäß Anspruch 2 der Strömungsdurchsatz 20 bis 30% über
dem Nominaldurchsatz liegt. Dabei stellt sich die Flüssigkeit in der vorhergehenden Stufe auf eine
Höhe ein, die der Höhe der oberen Begrenzungskante der Obertrittsöffnung entspricht Hierbei
strömt nur Flüssigkeit durch die Übertrittsöffnung, und die Verdampfung Findet erst in der nachfolgenden
Stufe statt.
2. Die Flüssigkeitsstandhöhe in der vorhergehenden Stufe ist höher als der Flüssigkeitsstand innerhalb
der Vorverdampferkammer. Dann besteht die Tendenz, daß die Flüssigkeit auch innerhalb der
Vorverdampferkammer über die obe.'e Kante der Übertrittsöffnung ansteigt, und es erhöht sich der
(statische) Übertrittsdruck, so daß der Flüssigkeitsstrom mit größerer Geschwindigkeit aus der
Übertrittsöffnung strömt und dementsprechend meho· Flüssigkeit weitergeleitet wird, was einer
Rückregelung auf eine normale Flüssigkeitsstandhöhe entspricht.
3. Die Flüssigkeitsstandhöhe in der vorhergehenden Kammer liegt unter der Flüssigkeitshöhe innerhalb
der Vorverdampferkammer. In diesem Fall wird die Übertrittsöffnung mit einem den Druck der
nachfolgenden Kammer angepaßten Druck durchströmt, so daß bereits innerhalb der Vorverdampferkammer
eine teilweise Verdampfung stattfindet, bei der sich eine Emulsion von Wasser und
Dampfblasen bildet. Durch das erhöhte spezifische Volumen dieses Zweiphasensystems und durch den
verringerten Druckabfall wird die Durchströmung an der Übertrittsöffnung herabgesetzt, so daß auch
in diesem Fall eine Wirkung erzielt wird, die im Sinne eines Anstiegs der Flüssigkeitsstandhöhe in
der vorhergehenden Kammer rückregelnd wirksam ist.
Aus dieser Erläuterung wird deutlich, daß die vorteilhafte Rückregelung bei der bekannten Ausbildung
nicht erzielt werden kann, weil dort die Drosselung bzw. der Druckabfall am unteren Ende der Zwischenwand
eingangs der Vorverdampferkammer erfolgt. Außerdem wird deutlich, daß die selbsttätige Regelung
ausschließlich durch die Ausbildung der Vorverdampferkammern mit ihrer Durchtrittsöffnung und ihrer
drosselnden Übertrittsöffnung erreicht wird, ohne daß ergänzende Maßnahmen erforderlich sind. Es leuchtet
auch ein, daß die Standhöhenregelung ebenso bei der Überleitung des Brackwassers wie des kondensierten
Süßwassers zur nächsten Stufe von Vorteil ist.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand einer schernatischen Zeichnung näher
erläutert. Es zeigt
F i g. 1 einen Längsschnitt mit einer vollständigen Verdampfungsstufe und einer über dieser angeordneten
Kondensationsstufe, wobei die Flüssigkeitszuführung aus der vorhergehenden und die Flüssigkeitsabführung
an die nachfolgende Stufe angedeutet sind;
Fig.2 einen Querschnitt durch die beiden Stufen gemäß FLg. 1;
Fig.3 eine gegenüber Fig. 1 vergrößerte Darstellung im Überleitungsbtreich zwi;-chen aufeinanderfolgenden
Verdampfungsstufen und
Fig.4 eine perspektivische Darstellung der Ausbildung
gemäß F i g. 3.
Gemäß Fi g. i sind eine Reihe von Verdampfungsstufen
6 und eine Reihe von über den Verdampfungsstufen 6 angeordneten Kondensationsstufen 7 vorgesehen,
durch die sich die Zulaufleitung 8 für das kalte Brackwasser erstreckt Unter der Zulaufleitung 8 ist am
Boden der Kondensationsstufen die Sammelwanne 9 für das kondensierte Süßwasser angeordnet. Wie in F i g. 2
angedeutet, können die Dämpfe aus der Verdampfungsstufe 6 zu beiden Seiten der Sammelwanne 9 in die
Kondensationsstufe 7 aufsteigen, wo sie unter Vorwärmung des durch die Zulaufleitung 8 strömenden
Brackwassers kondensieren. Das Kondensat wird in der Sammelwanne 9 aufgefangen.
Wie aus Fig. 1 zu ersehen, werden die Verdampfungsstufen 6 ebenso wie die Kondensationsstufen 7, die
durch Zwischenwände 2 voneinander getrennt sind, in gleicher Weise nacheinander vom Brackwasser bzw.
vom kondensierten Süßwasser durchströmt, und zwar in
der F i g. 1 von linl's nach rechts. Dabei werden das über den Boden der Verdampfungskammern 6 wie das durch
die Sammelwanne 9 der Verdampfungskammern 7 strömende Süßwasser jeweils in gleicher Weise in die
nachfolgende Stufe überführt. Die dazu vorgesehene Ausbildung wird anhand der F i g. 3 und 4 für die
Überleitung des Brackwassers in eine nachfolgende Verdampfungsstufe 6 erläutert.
Danach ist eine Vorverdampfungskammer 1 vorgesehen, die auf der einen Seite an die Zwischenwand 2 und
auf der anderen Seite an den Boden 3 der nachfolgenden Verdampfungsstufe 6 anschließt. Im oberen Bereich der
Vorverdampferkammer 1 sind, wie dargestellt, rechtekkige Übertrittsöfinungen 4 vorgesehen. Diese Übertrittsöffnungen
4 sind so dimensioniert, daß sie einen beispielsweise 20 bis 30% über dem Nominaldurchsatz
liegenden Sttömungsdurchsatz bei einem Druckabfall AP zulassen, welcher der Summe des Differenzdruckes
PiPo und des äquivalenten hydraulischen Differenzdrucks
γ ■ ΔΗοentspricht, wobei Pt und Podie Drückein
den zwei aufeinanderfolgenden Stufen sind und γ das spezifische Gewicht der Flüssigkeit und Δ Ho die
Differenz der Flüssigkeitshöhen in den zwei aufeinanderfolgenden Stufen ist.
Die Durchtrittsöffnung 5 im unteren Bereich der Vorverdampferkammer 1, die unterhalb der im Abstand
vom Boden 3 endenden Zwischenwand 2 gebildet ist, die ein von der Flüssigkeit unterströmtes Wehr bildet, ist
sehr groß, so daß der Druckabfall der Flüssigkeit an der Durchtrittsöffnung 5 vernachlässigbar ist. Unter diesen
Bedingungen arbeitet die Vorverdampferkammer 1 wie in F i g. 3 dargestellt, wobei der Druckabfall an den
Übertrittsöffnungen 4 erfolgt und die Verdampfung am Ausgang dieser Übertrittsöffnungen 4 stattfindet. Geht
die Belastung auf den Nominalwert oder einen niedrigeren Wert zurück, so ergibt sich e>ne Tendenz
zur schnellen Entleerung der in Strömungsrichtung nachfolgenden Stufe 6, wobei die hydraulische Druckhöhe
negativ wird. Der Flüssigkeit wird die Möglichkeit gegeben, die Übertrittsöffnungen 4 mittels ihrer
Druckenergie zu erreichen, was einem übersättigten Zustand entspricht und eine Dampfentwicklung innerhalb
der Vorverdampferkammer 1 zur Folge hat. Der Dampf nimmt wegen seines größeren spezifischen
Volumens im Vergleich zur Flüssigkeit einen entsprechenden Teil des Durchtrittsquerschnitts der Übertritts-
öffnungen 4 ein und sperrt in entsprechendem Maße die Übertriltsöffnungen 4 für den Flüssigkeitsübertritt.
Durch diese Selbstregulierung wird ein Entleeren der Stufe 6 verhindert und damit einer Verdampfströmung
von der vorhergehenden zur nachfolgenden Verdampfungsstufe 6 vorgebeugt. Gleichzeitig ergibt sich eine
Rückkehr zu stabilen Verhältnissen unter den vorgesehenen Betriebsbedingungen.
F i g. 4 zeigt die Flüssigkeitsstandhöhen während gcs
Normalbetriebs. In der Vorverdampferkammer 1 steigt die Flüssigkeit auf eine geodätische Höhe oberhalb der
Anfangshöhe, wobei eine Verdampfung in der Vorverdampferkammer 1 auftritt, durch die ein Teil des
Querschnitts der Übertrittsöffnungen 4 für den Flüssigkeitsübertritt
gesperrt wird. Dadurch werden die Standhöhen festgelegt, wobei eine Wirkung wie bei
einem Regelventil erzielt wird. Da die Übertrittsöffnungen 4 so dimensioniert sind, daß sie einen Flüssigkeitsdurchsatz über dem Nominalwert zulassen würden,
arbeitet die Vorverdampferkammer 1 beim Betrieb mit Nominalbelaslung oder darunter ständig unter Verdampfungsbedingungen.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Mehrstufiger Entspannungsverdampfer zum Entsalzen von Salzwasser mit einer Reihe von
Verdampfungsstufen und über diesen angeordneten Kondensationsstufen, wobei die nacheinander im
Bodenbereich vom Salzwasser durchströmten Verdampfungsstufen und die vom Süßwasser durchströmten
Kondensationsstufen unter fortschreitend niedrigerem Druck stehen und jeweils durch eine
senkrechte Zwischenwand abgetrennt sind, an deren unterem Ende wenigstens eine Durchtrittsöffnung
angeordnet ist, die in eine innerhalb der nachfolgenden Stufe angeordneten Vorverdampferkammer
mündet, die auf einer Seite an der senkrechten Zwischenwand und auf der anderen Seite am Boden
der nachfolgenden Stufe ansitzt, wobei die Vorverdainpferkammer in ihrem oberen Bereich wenigstens
eine in die nachfolgende Stufe mündende rechteckige Übertrittsöffnung aufweist, dadurch
gekennzeichnet, daß der Strömungsquerschnitt der Durchtrittsöffnung (5) in der Zwischenwand
(2) so groß im Vergleich zum Strömungsquerschnitt der Übertrittsöffnung (4) im oberen Bereich
der Vorverdampferkammer (1) ist, daß der Druckabfall zwischen den Stufen nur an der Übertrittsöffnung
(4) stattfindet.
2. Mehrstufiger Entspannungsverdampfer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Strömungsquerschnitt der Übertrittsöffnung (4) im oberen Bereich der Vorverdampferkammer (1)
gegenüber einem dem Nominaldurchsatz entsprechenden StrömungsquerschniU um 20 bis 30%
überdimensioniert ist.
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