DE75741C - Wechselstrommotor - Google Patents

Wechselstrommotor

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DE75741C
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Germany
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brushes
motor
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commutator
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Expired - Lifetime
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DENDAT75741D
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MASCHINENFABRIK OERLIKON in Oerlikon bei Zürich, Schweiz
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 21: Elektrische Apparate.
Wechselstrommotor.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 17. Januar 1893 ab.
Der neue Wechselstrommotor besteht aus einem System von inducirenden Windungen, in welche ein einfacher Wechselstrom von aufsen geleitet wird, und einem System von kurzgeschlossenen Windungen, in welchem von dem ersten System Ströme inducirt werden. Das eine der beiden Systeme ist drehbar angeordnet.
Das inducirende System erregt eine bestimmte Zahl von Magnetpolen, die ihrem Zeichen nach abwechselnd auf einem Kreise liegen. Ein solcher Motor sucht bekanntlich eine dem synchronen Gang sich nähernde Geschwindigkeit anzunehmen, sobald einem der beiden Systeme gegenüber dem anderen eine gewisse anfängliche Geschwindigkeit ertheilt ist. Diese Anfangsbewegung kann ihm von Hand gegeben werden oder durch irgend eine andere Antriebsvorrichtung. Die Erfindung besteht nun darin, dem Motor jede beliebige relative Geschwindigkeit zwischen beiden Systemen im Ruhe- und Bewegungszustand willkürlich durch Drehung von Schleif bürsten zu geben.
Das inducirende System von Windungen ist auf einem Eisenring so angeordnet, wie die Ankerwindungen einer Gleichstrommaschine, zwei- oder mehrpolig, mit Trommel- oder Ringwickelung. Die Windungen sind wie bei dem Anker einer Gleichstrommaschine an bestimmten Stellen mit den Stegen eines Stromwenders verbunden, auf welchem, wie bei der Gleichstrommaschine, eine bestimmte Zahl Bürsten, schleifen. Die Verbindung der Windungen mit den Stegen, die Zahl derselben und der Bürsten, die Stellung der Bürsten gegen einander ist ebenso wie bei der Gleichstrommaschine von der Zahl der Pole und der Art der Wickelung abhängig.
Die Bürsten des Wechselstrommotors dienen zur Zuführung des Stromes in die Windungen und können mittelst einer beliebigen willkürlichen oder selbsttätig mit dem sich drehenden Theil des Motors verbundenen Drehvorrichtung um den Stromwender herumgedreht werden. Dadurch wird erreicht, dafs die von den inducirenden Windungen gebildeten Pole auf dem Ring umlaufen. Die Intensität der Pole wechselt mit der Stromstärke des inducirenden Wechselstromes.
Die Wirkungsweise ist dabei folgende: Je nach der Stellung der Bürsten wird die Lage der von der Wickelung erregten Magnetpole auf dem Ring geändert und die Richtung der magnetischen Kraftlinien um die Achse des Ringes verdreht. , :
Da der Erregerstrom ein Wechselstrom ist, so strömen bei einer bestimmten Polstellung die Kraftlinien in einer Richtung hin und her und durch die Drehung der Bürsten wird die Richtung der Strömung verdreht. Durch eine Drehung der Bürsten erreicht man also eine Drehung des Erregersystems bezw. seiner Pole gegenüber dem inducirten System, d. h. die gleiche Wirkung, wie wenn man den umlaufenden Theil des Motors durch irgend eine Antriebsvorrichtung in Bewegung versetzt hätte. Die relative Bewegung zwischen beiden Systemen wächst mit der Drehungsgeschwindigkeit der Bürsten. Ist der Motor in Ruhe, so kann man durch Drehung der Bürsten diejenige Anfangsgeschwindigkeit zwischen beiden Systemen erzeugen, welche für das gewünschte Dreh-
moment erforderlich ist. Läuft der Motor mit einer gewissen Geschwindigkeit und werden zudem die Bürsten gedreht, so ergiebt die wirkliche Bewegung des Motors zusammen mit der durch die Bürstendrehung erzeugten Verschiebung eine resultirende relative Bewegung zwischen beiden Systemen, die je nach der Bewegungsrichtung der einzelnen Componenten gleich der Summe oder Differenz der einzelnen Geschwindigkeiten wird. Da nun die Grenze der relativen Bewegung die ■ des synchronen Ganges ist, wenn der Motor Arbeit leisten soll, so wird der Motor stets diejenige wirkliche Umdrehungszahl anzunehmen suchen, welche zusammen mit der Bürstengeschwindigkeit den angenähert synchronen Gang darstellt. Die Umdrehungszahl wird also je nach der Bürstengeschwindigkeit, die willkürlich geregelt werden soll, mehr oder Weniger von dem Synchronismus abweichen, ohne dafs die Wirkungsweise des Motors von derjenigen bei synchroner Umdrehungszahl verschieden sein müfste.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Ein Wechselstrommotor, bestehend aus einem inducirenden und einem inducirten System von Windungen, von denen das erstere in gleicher Weise gewickelt und mit einem Stromwender und einer Zahl von Bürsten, welche auf dem Stromwender verdrehbar sind, in gleicher Weise verbunden ist, wie das System der Ankerwindungen einer Gleichstrommaschine, während das inducirte System gebildet wird von mehreren nicht zu einander in Reihe geschalteten Gruppen von kurzgeschlossenen Windungen, zu dem Zwecke, durch willkürliche oder selbstthä'tige Drehung der Bürsten auf dem Stromwender die Pole des Erregersystems gegenüber dem inducirten System mit einer beliebigen Geschwindigkeit zu verschieben, welche mit der wirklichen Laufgeschwindigkeit des Motors sich zusammensetzt zu einer resultirenden relativen Geschwindigkeit zwischen Erregerpolen und inducirtem System, die dem synchronen Gang sich zu nähern strebt.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DENDAT75741D Wechselstrommotor Expired - Lifetime DE75741C (de)

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