DE752783C - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung kuenstlicher Seide, wie Faeden, Borsten und Filme, aus geschmolzenen, linearen Polymerisations- oder Polykondensationsprodukten - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung kuenstlicher Seide, wie Faeden, Borsten und Filme, aus geschmolzenen, linearen Polymerisations- oder PolykondensationsproduktenInfo
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- B29C48/00—Extrusion moulding, i.e. expressing the moulding material through a die or nozzle which imparts the desired form; Apparatus therefor
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- D01D—MECHANICAL METHODS OR APPARATUS IN THE MANUFACTURE OF ARTIFICIAL FILAMENTS, THREADS, FIBRES, BRISTLES OR RIBBONS
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Description
AUSGEGEBEN AM 6. AUGUST 1951
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 29b GRUPPE
V 39387IVc j29 b
Dr. Johann Joseph Stöckly, Zürich (Schweiz)
ist als Erfinder genannt worden
Polymerisations- oder Polykondensationsprodukten
Patentiert im Deutschen Reich vom 28. Oktober 1942 an Patenterteilung bekanntgemacht am 17. Mai 1951
Bei der Herstellung von künstlichen Gebilden aus synthetischen· linearen Polymerisations-
oder Polykondensationsprodukten ist es bereits bekanntgeworden, daß das im Autoklaven
frisch hergestellte Rohprodukt nicht unmittelbar der Weiterverarbeitung zugeführt
oder als solches zu fertigen'Gebilden verformt wird, sondern daß zunächst ein Zwischenprodukt
in Form von Stäben, Plätzchen oder Filmschriiitzeln daraus erzeugt wird und die
Stäbe hierauf in bekannter Art dem Stababschmelzverfahren zugeführt werden, während
das kleinstückige Material für den Trocken- oder Naßspinnprozeß leicht aufgelöst
oder für den Schmelzspinnprozeß auf z, B. rostartigen Vorrichtungen geschmolzen,
die Schmelze gesammelt und der Schmelzspinnvorrichtung zugeleitet werden kann.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich nun auf die Erzeugung und Verwendung eines
kleinstückigen Zwischenproduktes.
Das neue Verfahren besteht in folgendem: Das frische, noch schmelzflüssige Polymerisat
wird, von den Herstellungsgefäßen kommend, in eine gelochte, brausenartige Vorrichtung
eingeführt und in Tropfenform verteilt durch einen turmartigen, geschlossenen
ίο Schacht in ein im Unterteil desselben befindliches Gefäß von der Gestalt"" einer offenen
Wanne fallen gelassen, worin sich eine die Masse nicht lösende Abschreckflüssigkeit,
vorzugsweise Wasser, befindet. Die in der Abschreckflüssigkeit erstarrten, kugelartigen
Körner werden nach der etwa erforderlichen Trocknung der Weiterverarbeitung zugeführt
bzw. bis zu diesem Zeitpunkt gelagert. Durch passende Regulierung des Druckes auf die
geschmolzene Masse in der Brause oder der Antriebsgeschwindigkeit der Förderpumpe
und die Weite der Brausenöffnungen können die Tropfen größer oder kleiner gehalten
werden, und je nach Fallhöhe bzw. Fallzeit im Fallen eine mehr oder weniger rundliche
Form erhalten. Der Turm kann mit inerten Gasen, wie Stickstoff und Kohlensäure, oder
mit gereinigten und gekühlten Feuerungsäbgasen, gefüllt oder durchgespült werden, um
die Einwirkung des Luftsauerstoffs auf den empfindlichen, noch geschmolzenen, aus der
Brause austretenden Tropfen einzuschränken bzw. zu verhindern. Um das vorzeitige Erstarren
der geschmolzenen. Masse in der Verteilerbrause und insbesondere ihren Löchern zu verhüten, kann dieselbe gegen Wärmeverlust isoliert und gegebenenfalls sogar beheizt
werden. Andererseits kann die rasche Abkühlung der fallenden Tropfen dadurch beschleunigt
werden, daß man durch Düsen ein z. B. dem Abschreckbad entsprechendes Kühlmittel,
vorzugsweise also auch Wasser, in Sprühregenform in den Turm einführt. Als Ersatz
für das besondere Kühlmittel kann auch der Strom des inerten Gases vorgekühlt werden.
Auch die im Unterteil des Turmes befindliche Abschreckflüssigkeit kann durch dauernde
Zufuhr kalter Flüssigkeit auf einer gewünschten Temperatur gehalten werden. Eine zur Ausführung des Verfahrens dienliche
Vorrichtung ist in der Abbildung dargestellt: Sie besteht aus dem turmartigen Schacht i, der zweckmäßig isolierten und
allenfalls geheizten Verteilerbrause 3 mit Zuführungsrohr 2 für die geschmolzene Masse,
dem Gefäß 4, für die Abschreckflüssigkeit, einem Zuleitungsrohr 5 und einem Ableitungsrohr
6 für dieselbe, einem Zuleitungsrohr 7 und Ableitungsrohr 8 für die inerten Gase zum
Füllen und Durchspülen des Schachtes, den Düsen 9 mit Zuleitungsrohren 10 für das zu
versprühende Kühlmittel und schließlich der Austragvorrichtung 11 für die Polymerisatkugeln.
Verfahren und Vorrichtung bringen eine Reihe von unerwarteten Vorteilen: Das kugelige
Rohprodukt, das gegebenenfalls unter Gegendruck in die zu den Spinnorganen führenden
Schmelzgefäße eingebracht werden muß, läßt sich mit einfachen Transportvorrichtungen,
wie Förderschnecken u. dgl., leicht transportieren. Zusammenballungen und Verstopfungen
beim Durchgang durch Rohre und andere Leitorgane sind nicht zu befürchten. Die Einwirkung des Luftsauerstoffs auf die
noch im schmelzflüssigen Zustand befindlichen Tropfen der Masse kann in einfacher und
wirkungsvoller Weise unterbunden werden. Das kugelige Material hat eine geringe Oberfläche
im Verhältnis zum Gewicht und absorbiert auch nach Verlassen des Turmes und beim Lagern relativ wenig Luft bzw. Sauerstoff.
Daher hat es sich auch gezeigt, daß die im Schmelzspinnverfahren daraus hergestellten
Produkte mit keiner oder einer überraschend geringen Bräunung erhalten werden können. Die rasche Abkühlung nach der
Tropfenbildung gewährleistet ein verhältnismäßig zähes, wenig brüchiges Zwischenprodukt.
Es wird in einem einzigen Arbeitsgang, ohne weitere Zerkleinerung, ein kleinstückiges,
unmittelbar verwendungsfähiges Rohmaterial erzeugt. Die Verfahrensweise gestattet
den Bau von einfachen und leistungsfähigen Vorrichtungen.
Claims (2)
- ; Patentansprüche:i. Verfahren zur Herstellung künstlicher Gebilde, wie Faden, Borsten und Filme aus geschmolzenen linearen Polymerisations- oder Polykondensationsprodukten, dadurch gekennzeichnet, daß man als Ausgangsmaterial zur Bereitung der Spinnschmelzen oder -lösungen (erforder- i°5 iichenfalls getrocknete) Kugeln, verwendet, die aus der frisch hergestellten schmelzflüssigen Masse der Hochpolymeren dadurch erhalten worden sind, daß man diese Masse mittels einer brausen- 11Q artigen Lochdüse zu Tropfen formt und diese in einem geschlossenen, gegebenenfalls mit inerten Gasen gefüllten und gekühlten turmartigen Schacht in ein flüssiges, die Masse nicht lösendes Kühlmittel, vorzugsweise Wasser, fallen läßt.
- 2. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen turmartigen, geschlossenen Schacht (1), der im Oberteil mit einem Zuleitungsrohr (2) und einer Verteilerbrause (3) für die geschmolzeneMasse, im Unterteil mit einem Behälter (4) für die Absdineckflüssigkeit sowie Zu- und Ablaufrohr (5 und 6) für dieselbe und einer Austragvorrichtung (11) für die Polymerisatkugeln versehen ist und der gegebenenfalls weiter ausgerüstet ist mit Zu- und Ableitungsrohren (7 und 8) für die inerten Gase sowie Sprühdüsen (9) und dazugehörenden Zuleitungsrohren (10) zur Einführung eines Kühlmittels.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen© 969 7.51
Priority Applications (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEV39287D DE752783C (de) | 1942-10-28 | 1942-10-28 | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung kuenstlicher Seide, wie Faeden, Borsten und Filme, aus geschmolzenen, linearen Polymerisations- oder Polykondensationsprodukten |
| BE460980A BE460980A (de) | 1942-10-28 | 1945-10-27 | |
| CH246063D CH246063A (de) | 1942-10-28 | 1945-12-13 | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung künstlicher Gebilde wie Fäden, Borsten, Filme aus geschmolzenen Polymerisations- und Polykondensationsprodukten. |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEV39287D DE752783C (de) | 1942-10-28 | 1942-10-28 | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung kuenstlicher Seide, wie Faeden, Borsten und Filme, aus geschmolzenen, linearen Polymerisations- oder Polykondensationsprodukten |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE752783C true DE752783C (de) | 1951-08-06 |
Family
ID=7590564
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEV39287D Expired DE752783C (de) | 1942-10-28 | 1942-10-28 | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung kuenstlicher Seide, wie Faeden, Borsten und Filme, aus geschmolzenen, linearen Polymerisations- oder Polykondensationsprodukten |
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1942
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-
1945
- 1945-10-27 BE BE460980A patent/BE460980A/fr unknown
- 1945-12-13 CH CH246063D patent/CH246063A/de unknown
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| BE460980A (de) | 1946-04-27 |
| CH246063A (de) | 1946-12-15 |
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