DE74670C - Selbsttätiges hydraulisches Stellzeug für zwangläufige Steuerungen - Google Patents
Selbsttätiges hydraulisches Stellzeug für zwangläufige SteuerungenInfo
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- DE74670C DE74670C DENDAT74670D DE74670DA DE74670C DE 74670 C DE74670 C DE 74670C DE NDAT74670 D DENDAT74670 D DE NDAT74670D DE 74670D A DE74670D A DE 74670DA DE 74670 C DE74670 C DE 74670C
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- G—PHYSICS
- G05—CONTROLLING; REGULATING
- G05D—SYSTEMS FOR CONTROLLING OR REGULATING NON-ELECTRIC VARIABLES
- G05D13/00—Control of linear speed; Control of angular speed; Control of acceleration or deceleration, e.g. of a prime mover
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Alle zwangläufigen Steuerungen üben während des Ganges der Maschine auf das Stellzeug,
welches die Steuerung für einen bestimmten Füllungsgrad einstellt, also auch auf
den das Stellzeug direct bethätigenden Regulator oder Reversirhebel eine Rückwirkung
aus, welche während einer Umdrehung der Kurbelwelle zweimal ihre Richtung ändert und
abwechselnd im positiven und im negativen Sinne wirkt. Durch diese Rückwirkung wird
das freie Spiel des Regulators und das Vermögen, desselben, die Steuerung auf einen bestimmten
Füllungsgrad mit Präcision einzustellen, wesentlich beeinflufst.
Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Stellzeug, welches ermöglicht, dafs der Regulator
oder der Reversirhebel die Steuerung trotz der von derselben ausgeübten Rückwirkung
sicher beeinflufst, ohne die hierzu erforderliche Arbeit verrichten zu müssen, indem die Rückwirkung
selbst dazu benutzt wird, die Steuerung der jeweiligen Stellung des Regulators oder Reversirhebels entsprechend einzustellen.
Zu diesem Zwecke ist zwischen der Steuerung und dem Regulator oder Reversirhebel ein in
mit Flüssigkeit gefülltem Cylinder verschiebbarer, mit der Steuerung verbundener Kolben
eingeschaltet, in welchem ein durch den Regulator oder Reversirhebel verstellbarer Schieber
gelagert ist, durch dessen jeweilige Stellung im Kolben oder im Schieber angeordnete Kanäle
freigegeben oder geschlossen werden, so dafs im ersteren Falle eine Bewegung des Kolbens
in der einen oder der .anderen Richtung bei gleichzeitiger Verdrängung der Flüssigkeit von
einer Kolbenseite zur anderen stattfinden kann, im letzteren Falle dagegen eine Bewegung des
Kolbens verhindert wird. Da die Steuerung nicht in directer Verbindung mit dem Regulator
oder Reversirhebel steht, sondern mit dem erwähnten Kolben verbunden ist, wirkt die rückwirkende
Kraft der Steuerung auf diesen im Cylinder verschiebbaren Kolben, ohne das Spiel des Regulators bezw. des von ihm bewegten
Kolbenschiebers zu beeinflussen.
Damit nun durch die Rückwirkung eine Verschiebung des Kolbens immer nur in der zur
richtigen Einstellung der Steuerung erforderlichen Richtung stattfinden könne, d. h. damit
der Kolben den durch den Regulator oder Reversirhebel bewirkten Bewegungen des Kolbenschiebers
genau folge, sind in den oben erwähnten Kanälen Ventile derart angeordnet, dafs ein Uebertreten von Flüssigkeit von der
einen Kolbenseite auf die andere nur erfolgen kann, wenn der Kolben der Bewegung des
Kolbenschiebers entsprechend verschoben wird.
Die Haupttheile des hydraulischen Stellzeuges können zur Ausführung einer hin- und hergehenden
oder schwingenden Bewegung oder einer Combination beider Bewegungsarten geeignet
angeordnet werden.
In der Zeichnung zeigt:
Fig. ι einen Längsschnitt des hydraulischen Stellzeuges mit verschiebbar angeordnetem Kolben
und Kolbenschieber im Ruhezustande.
Fig. 2 zeigt die Lage der verschiebbaren Theile des Stellzeuges während ihrer Bewegung.
Wie aus der in diesen Figuren dargestellten Ausführungsart des Stellzeuges ersichtlich, bewegt
sich im Cylinder ^, welcher mit einer
Flüssigkeit (Glycerin, OeI) gefüllt ist, ein Kolben k mit hohler Kolbenstange kl. In dieser
hohlen Kolbenstange ist ein mit Aussparungen s1 s2 versehener Kolbenschieber s angeordnet,
dessen Gestänge s3 durch die Stopfbüchsen der Kolbenstange hindurchgeht. Der
Kolben k ist mit Kanälen mn und ml n1 versehen.
In den Kanälen nnl sind Ventile ν
derart angeordnet, dafs, wenn durch die Aussparung s1 des Kolbenschiebers s xdie Verbindung
der Kanäle η m hergestellt ist, der Kolben nach abwärts bewegt werden kann, indem die
Flüssigkeit das im Kanal η sitzende Ventil hebt und von der Unterseite des Kolbens nach der
Oberseite gelangt, während, wenn durch die Ausnehmung s'2 des Schiebers s eine Verbindung
der Kanäle ηl ml hergestellt wird, eine Verschiebung
des Kolbens nur nach aufwärts stattfinden kann. Auf das Gestänge s3 des Kolbenschiebers
5 wirkt bei i? der Regulator oder der
Reversirhebel ein, während die am unteren Ende der Kolbenstange kl sitzenden Zapfen k'2
mit dem Steuerungsorgan der Maschine verbunden sind.
Nimmt der Kolbenschieber 5 im Kolben k seine Mittelstellung ein, so sind die Kanäle nn1
geschlossen, der Kolben k kann daher durch die Rückwirkung der Steuerung nicht verschoben
werden. Wird der Kolbenschieber s vom Regulator oder Reversirhebel nach abwärts
bewegt (s. Fig. 2), so verbindet die Aussparung s1 des Schiebers s die Kanäle mn im
Kolben k und letzterer kann durch die Rückwirkung der Steuerung wohl nach abwärts,
aber nicht nach aufwärts bewegt werden! Der Kolben k folgt dem Kolbenschieber s und gelangt
zum Stillstand, wenn der Kanal η wieder verschlossen wird. Eine in entgegengesetzter
Richtung stattfindende Verschiebung des Kolbens k durch eine nach aufwärts gerichtete
Rückwirkung der Steuerung kann eintreten, wenn der Schieber s durch den Regulator oder
den Reversirhebel so hoch gehoben worden ist, dafs die Aussparung s2 die Kanäle m1 nl
im Kolben k verbindet; es tritt dann das beschriebene Spiel im entgegengesetzten Sinne ein.
Sind die Kanäle mn, ml nl genügend weit,
so wird der Kolben k dem Kolbenschieber s sofort durch eine einzige Rückwirkung der
Steuerung in die neue Stellung folgen; sind die Kanäle klein oder wird der Hub der Ventile
ν verkleinert, so wird der Kolben infolge des vergröfserten Durchflufswiderstandes -der
Flüssigkeit dem Kolbenschieber s erst nach einigen Rückwirkungen der Steuerung folgen.
Es kann daher die Geschwindigkeit der Regulirung beschleunigt oder verzögert werden.
Den freien Raum in der hohlen Kolbenstange k1 füllt eine Flüssigkeit aus, deren Circulation
durch Anbringung eines Kanals s4 im Kolbenschieber s ermöglicht wird. Damit eine
zu weite Verschiebung des Kolbenschiebers s im Kolben verhindert werde, ist das Gestänge s3
mit Anschlägen ρ versehen. Diese haben überdies den Zweck, die Steuerung beim Ingangsetzen
der Maschine einzustellen, indem der durch den Regulator oder Reversirhebel bewegte
Schieber s, sobald der Anschlag ρ an der Kolbenstange k1 anliegt, den Kolben mit
verschiebt, welcher Bewegung, da die Kanäle m η durch die Aussparung s1 oder die Kanäle
ml nl durch s2 verbunden sind, nur der
Reibungswiderstand im Gestänge und der Steuerung entgegenwirken. Da, so lange die
Maschine nicht im Gange ist, keine Rückwirkung der Steuerung vorhanden ist, mufs
die Verschiebung der Steuerung vom Regulator oder Reversirhebel bewirkt werden.
Während des Ganges der Maschine verrichtet die rückwirkende Kraft der Steuerung
die zur Verstellung des Kolbens nothwendige Arbeit. Es hat daher der Regulator oder der
Reversirhebel keine andere Arbeit zu verrichten, als den Schieber s, welcher vollkommen entlastet
ist, in der jeweilig notwendigen Richtung zu bewegen.
Aus Fig. 2 a ist zu ersehen, dafs die Kanäle mn, TIi1Ii1 sammt Ventilen ν auch in dem
Kolbenschieber s angeordnet sein können, während durch Aussparungen s1 s2 im Kolben k
oder der Kolbenstange kl die Verbindung der Kanäle mit dem Cylinder ^ hergestellt wird.
In Fig. 3 ist schematisch die Anordnung des Stellzeuges (Fig. 1) bei einer Hackworth-Steuerung
dargestellt. Der Cylinder \ ist am Regulatorständer befestigt; am oberen Ende
des Kolbenschiebers greift der Regulator an und am unteren Ende k*~ der Kolbenstange k1
die Steuerung.
Uebt die Steuerung nur nach einer Richtung eine Rückwirkung aus — wie dies bei allen Maschinen
der Fall ist, welche für jede Cylinderseite eine besondere Steuerung haben —, so
wird zum Ersatz der fehlenden Rückwirkung ein der Richtung derselben entsprechend wirkendes
Gewicht g angehängt, welches ungefähr halb so grofs sein mufs als die rückwirkende
Kraft.
Fig. 4 zeigt schematisch die Anordnung des horizontal gelagerten hydraulischen Stellzeuges
bei einer Hackworth-Steuerung, und Fig. 5 eine analoge Anordnung des Stellzeuges bei
einer St ep he ns on-Steuerung bei welcher der Kolbenschieber durch den Reversirhebel bewegt
wird.
Bei der in den Fig. 6 bis 8 dargestellten Ausführungsart des hydraulischen Stellzeuges
sind der verschiebbare Kolben k und der Kolbenschieber s durch schwingende Kolben
ersetzt, welche mit den nöthigen Kanälen m η,ηι1 n\ sl s2 und Ventilen ν versehen sind.
Die Kurbel b des Kolbens k wird durch die
Steuerung und die Kurbel c des Kolbenschiebers s durch den Regulator oder Reversirhebel
bewegt.
In Fig. 9 ist gezeigt, dafs auch zwei schwingende Segmentkolben k k angewendet werden
können. Die Wirkungsweise der schwingenden Kolben ist genau dieselbe, wie bei geradlinig
hin- und herbewegtem Kolben und Kolbenschieber.
In Fig. to ist die Anordnung des Stellzeuges mit schwingendem Kolben bei einer Stephens
ο n- Reversirsteuerung dargestellt.
Aus den Fig. 11 und 12 ist ersichtlich, dafs
statt des Kolbens k auch der Cylinder ^ auf der feststehenden Kolbenstange k1 verschoben
werden und statt eines Kolbenschiebers s ein schwingender Schieber s, ähnlich wie in Fig. 6
dargestellt, verwendet werden kann, welcher mit den Durchlässen S1S2 versehen und vom
Kolben k getrennt angeordnet ist. Auch iri diesem Falle wird der Cylinder ^ durch die
Rückwirkung der Steuerung und der schwingende Schieber s durch den Regulator odei
den Reversirhebel bewegt.
Die Fig. 13 und 14 zeigen zwei weitere
Modificationen, bei welchen der Schieber s bei seinem Aufwärtsgang die Kanäle in solcher
Weise freigiebt, dafs die Bremsflüssigkeit von oben nach unten fliefsen, der Kolben k also
ebenfalls sich heben kann. Hierbei kann, wie in allen übrigen Fällen, der Cylinder fest und
der Kolben beweglich sein, oder umgekehrt; k d F
der
in
Fi
13
ersichtebenso können statt
lichen Ringventile V1V2 auch Ringklappen verwendet
werden.
Zum 'besseren Verständnifs. der Erfindung soll die Rückwirkung im Nachfolgenden an
der Hand zweier Beispiele, und zwar an einer Stephenson- und einer Hackworth-Steuerung
gezeigt werden.
In den beiden, eine Stephenson'sche Steuerung veranschaulichenden Fig. 15 und 16 wirkt
in der einen oder anderen Schräglage der Coulisse α, je nach der Richtung, in welcher
die Schieberstange S gezogen wird, eine Componente p1 oder p2 der Schieberstangenzugkraft
q entweder nach aufwärts oder nach abwärts. Da die Coulisse während eines Hubes
in beide Schräglagen kommt und in beiden Lagen einmal den Schieber zieht und einmal
stöfst, so findet pro Hub zweimal ein Druckwechsel in dem Stellzeug st, also auch in dem
Kolben k des hydraulischen Stellzeuges statt. Diese abwechselnd positiv und negativ wirkende
Kraft wird nun zum Bewegen des Stellzeuges ausgenutzt.
Dasselbe geschieht auch bei der in Fig. 17 gezeigten Hackworth'schen Coulisse. Je
nachdem in den Lagen I oder II des Excenterhebels der Schieber abwärts oder aufwärts gezogen
wird, wirkt auf die Hebelarme α oder β die Kraft P aufwärts oder abwärts und übt
daher auch auf das Stellzeug eine Kraft aus, welche während eines Hubes die positive oder
negative Richtung zweimal ändert.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein selbstthätig wirkendes, hydraulisches Stellzeug für zwangläufige Steuerungen, gekennzeichnet durch einen zwischen Regulator oder Reversirhebel und der Steuerung angeordneten, mit letzterer verbundenen, in einem mit Flüssigkeit gefüllten Cylinder beweglichen Kolben k und einen vom Regulator oder Reversirhebel verstellbaren Schieber s, durch dessen Bewegung die Kanäle mn oder ml nl, welche der Flüssigkeit den Uebertritt von einer Kolbenseite zur anderen ermöglichen, mit einander verbunden werden, so dafs der Kolben k durch die Rückwirkung der Steuerung stets in die Lage gebracht wird, in welcher die Kanäle m n, Wi1Ti1 geschlossen sind, wodurch die Steuerung der jeweiligen Stellung des Regulators oder Reversirhebels entsprechend festgehalten wird.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE74670C true DE74670C (de) |
Family
ID=347698
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT74670D Expired - Lifetime DE74670C (de) | Selbsttätiges hydraulisches Stellzeug für zwangläufige Steuerungen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE74670C (de) |
-
0
- DE DENDAT74670D patent/DE74670C/de not_active Expired - Lifetime
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