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Hilfsgerät zur Nagelung von Schenkelhalsbrüchen Die Erfindung betrifft
ein Gerät, das-den Zweck hat, bei der Nagelung von Schenkelhalsbrüchen die Richtung
des einzutreibenden Nagels in exakter Weise zu bestimmen und jede Abweichung von
dieser Richtung bei der Nagelung zu vermeiden.
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Solche Geräte sind bereits in verschiedener Ausführung bekannt. Es
: s gibt z. B. Visierapparate in Gestalt von parallelogrammförmigen Rahmen mit einstellbarem
Winkel zwischen den Seiten des Rahmens. Diese Apparate werden auf die Weichteile
aufgesetzt und dienen dazu, eine richtig verlaufende Bohrung im Schenkelhalsknochen
herzustellen, in die ein Draht eingebracht wird, der dem Nagel beim Einschlagen
als Fiihrung dient. Das Verfahren der Schenkelhalsnagelung, bei dem diese Apparate
verwendet werden, ist sehr umständlich und zeitraubend. Man hat daher bereits ein
Verfahren der Schenkelhalsnagelung ausgebildet, bei dem sich das Anbohren des Knochens
und das Einbringen eines Führungsdrahtes erübrigt. Bei diesem Verfahren hat man
bisher ein Gerät in Gestalt eines rechteckigen Rahmens verwendet, bei dem der Nagel
und ein mit einem kurzen spitzen Ansatz versehenes Richtungsglied zwei aneinanderstoßende
Seiten des rechteckigen Rahmens bilden. Die beiden anderen Seiten des rechteckigen
Rahmens werden von einem Winkel gebildet, der am Ende eines seiner Schenkel einen
zur Führung des Nagels dienenden
Ansatz aufweist und mit seinem
anderen Schenkel einen in seiner Länge einstellbaren Träger für das Richtungsglied
bildet. Dieses bekannte rechteckige Führungsgerät läßt sich nur bei der sogenannten
intraartikulärell WIethode der Schenkelhalsnagelung verwenden, bei der die Hüftgelenkkapsel
nach Freilegung der Artikulation von den umgebenden Muskeln eröfiilet wird; denn
der kurze spitze Ansatz muß umnittelbar in den freigelegten Femurkopf eingestochen
werden.
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Gegenstand der Erfindung ist ein Gerät, das diesen schweren chirurgischen
Eingriff entbehrlich macht und die Anwendung der sogenannten extraartiliulären Methode
der Schenkelbalsuagelung gestattet, bei der nur eine subtrochantere Inzision und
ein Einstich in die das Hüftgelenk bedeckenden Weichteile bis zum Femurkopf notwendig
sind.
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Bei dem erfindungsgemäßen, ebenfalls aus einem viereckigen Rahmen
mit paarweise einander parallelen Seiten bestehenden Gerät stoßen das Richtungsglied
und der Nagel nicht mehr wie bei dem bekannten Gerät im rechten Winkel aufeinander;
die beiden Teile schließen vielmehr einen spitzen Winkel von etwa 530 ein; außerdem
ist das Richtungsglied auf mehr als der Hälfte seiner Länge nadelartig ausgebildet,
so daß es zum Einstoßen in die Weichteile bis zum Femurkopf geeignet ist.
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Der Winkel von etwa 530 zwischen Richtungsglied und Nagel bewirkt,
daß beim Einschlagen des Nagels auf das Richtungsglied eine Kraftkomponente einwirkt,
die es in den Femurkopf hineindrückt und ein Verschieben seiner Spitze verhindert.
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Bei dem bekannten Gerät in Gestalt eines rechteckigen Rahmens werden
auf die in den Femurkopf eingestochene Spitze beim Ein schlagen des Nagels nur Kräfte
ausgeübt, die ein Verschieben der Spitze hervorrufen können.
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Ein Absatz am Endteil des Richtung gliedes begrenzt wie auch schon
bei dem bekannten rechteckigen Gerät die Eindringungstiefe der Spitze. Wäre er nicht
vorhanden, würde das Richtungsglied weiter als erwiinscht in den Femurkopf eindringen,
da es nach Durchstoßen der äußeren harten Knocflenschicht keinen hinreichenden Widerstand
mehr finden würde.
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Wie bei dem bekannten Gerät werden im übrigen bei dem erfindungsgemäßen
Gerät zweckmäßig die beiden anderen Seiten des rhomboidförmigen Rahmens von einem
mit zwei Führungsteilen versehenen Winkel gebildet, deren eines die Richtung des
Nagels bestimmt, deren anderes das mit einem gekrümmten Führungsansatz ausgestattete
Richtungsglied verschiebbar und mittels Schrauben o. dgl. feststellbar führt. Der
Führungsansatz des Richtungsgliedes ist dabei mit einer Teilung ausgestattet, an
der die Länge der gegenüberliegenden Rhomboidseite abgelesen und zugleich die erforderliche
Nagellänge abgelesen werden kann. Die Führung für den Nagel wird mittels Feder und
bzw. oder Schraube geöffnet bzw. geschlossen.
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In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand schematisch veranschaulicht.
Fig. I zeigt eine Ansicht des Erfindungsgegenstandes in Draufsicht, Fig. 2 eine
schaubildliche Darstellung.
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I ist eine Strebe mit einer Führungshülse 2 für den abgebogenen Führungsansatz
5 des Richtungsgliedes 4 und einer Führungshülse 3 für den Nagel 6. Die Strebe I,
die Führungshülse 2 bzw. der Führungsansatz 5, das Richttingsglied 4 und der Nagel
6 bilden die vier Seiten des Rhomboides, dessen spitzer Winkel etwa 530 beträgt.
Die Stellung des Richtungsgliedes wird durch die Schraube 7 fixiert; 8 ist die Teilung,
an der die Länge der Parallelseite, die durch Verschieben des Führungsansatzes 5
in der Führungshülse 2 geändert werden kann, und. zugleich die Nagellänge abgelesen
wird. Der Nagel 6 wird durch die Führungshülse 3, deren Maul der Nagelform entspricht,
geführt.
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Die Handhabung des Gerätes geschieht in folgender Weise: Das Richtungsglied
4 wird bei entferntem Nagel 6 in der Richtung des Schenkelhalses subkutan gegen
den Femurkopf in die Weichteile eingestoßen. In dieser Stellung wird eine gewöhnliche
anterio-posteriore Röntgenaufnahme gemacht, um sich von dem richtigen Sitz des Richtungsgliedes
überzeugen zu können. Hierauf wird durch einen lateralen Schnitt unterhalb des großen
Oberschenkelhöckers der Knochen freigelegt und das Gerät mit der Strebe I bzw. der
Führungshülse 3 an den Knochen angesetzt; im übrigen wird wie bei dem bekannten
Gerät verfahren.