DE744459C - Verfahren und Schlichte zum Herstellen von Gussformen - Google Patents

Verfahren und Schlichte zum Herstellen von Gussformen

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DE744459C
DE744459C DEB197411D DEB0197411D DE744459C DE 744459 C DE744459 C DE 744459C DE B197411 D DEB197411 D DE B197411D DE B0197411 D DEB0197411 D DE B0197411D DE 744459 C DE744459 C DE 744459C
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DE
Germany
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mold
ammonium carbonate
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sand
molds
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Expired
Application number
DEB197411D
Other languages
English (en)
Inventor
Hermann Laegeler
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MAG IAS GmbH Eislingen
Original Assignee
Gebrueder Boehringer GmbH
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Publication date
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Expired legal-status Critical Current

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Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B22CASTING; POWDER METALLURGY
    • B22CFOUNDRY MOULDING
    • B22C1/00Compositions of refractory mould or core materials; Grain structures thereof; Chemical or physical features in the formation or manufacture of moulds
    • B22C1/02Compositions of refractory mould or core materials; Grain structures thereof; Chemical or physical features in the formation or manufacture of moulds characterised by additives for special purposes, e.g. indicators, breakdown additives

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Mold Materials And Core Materials (AREA)
  • Molds, Cores, And Manufacturing Methods Thereof (AREA)

Description

  • Verfahren und Schlichte zum Herstellen von Güßformen Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen von Gußformen und Kernen aus körnigen, mineralischen Formmassen unter Verwendung eines wäßrigen Bindemittels und eines beim Erhitzen flüchtigen und die Porosität der Form steigernden Zusatzstoffes. Es ist bekannt, einen solchen Zusatzstoff einer den Hohlraum umgebenden Schicht aus Sand oder Schamotte und aus einem wäßrigen Bindemittel, wie Leim oder Gips, zuzufügen und dann die Formeninnenfläche mit, einer Lötlampe oder einem Holzkohlenfeuer auf eine so hohe Temperatur zu erhitzen, daß die organischen Zusatzstoffe, z. B. Stein- oder Holzkohlenstaub, Harz, Flachsgrannen, Holzmehl ö. dgl., verbrennen und daher Poren hinterlassen. -Im Gegensatz hierzu wird erfindungsgemäß als der die Porosität der Form steigernde Zusatzstoff Ammonium-Carbonat verwendet, das entweder in pulverförmigem Zustand der Formmasse zugefügt oder in gelöstem Zustand auf die Formeninnenwandung aufgebracht wird. Es wird dadurch die an sich bekannte Aufgäbe gelöst, den Zusatzstoff durch die in einem gewöhnlichen Trockenofen herrschende Wärme zu verdampfen.
  • Die Erfindung ermöglicht die Verwendung solcher wäßrigen Bindemittel für die Formmasse, die ohne den die Poren bildenden Zusatzstoff die Gasdurchlässigkeit der Form in unzulässiger Weise beeinträchtigen würden, aber eine erhebliche Verkürzung der Trockenzeit gestatten und darum große wirtschaftliche Vorteile bieten. Als Bindemittel dieser Art kommen Ton, Zement, Wasserglas o. dgl. für Grau-, Stahl-, Temper- und Metallguß in Frage. Die Verkürzung der Trockenzeit von 8 bis =2 Stunden auf 2 bis 3 Stunden führt zur Einsparung von Trockenöfen und Brennstoffen und zur besseren Ausnutzung der vorhandenen Formkästen. Auch gestattet die Erfindung die Verwendung beliebiger und überall leicht erhältlicher und billiger Formsande, die ohne den Poren bildenden Zusatzstoff eine zu geringe Gasdurchlässigkeit hätten, um im grünen Zu- Stande verwendet zu werden, und die darum ein gründliches Trocknen der Form erfordern würden.
  • Die Erfindung bezieht sich weiter auf eine zum Bestreichen der Oberfläche des Formhohlraums dienende Graphitschlichte, sog. Formschwärze, die zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i dient und zu diesem Zweck das Ammonium-Carbonat enthält. Das eil'= gangs erläuterte bekannte Verfahren dient zwn Herstellen von Gußformen, die auf ihrer Innenfläche eine poröse, harte Schale besitzen, im übrigen aber weich sind. Derartige Gußformen bieten vor durch und durch gehärteten den Vorteil eines leichten, schonenden Entleerens des Formkastens.
  • Auch die vorliegende Erfindung eignet sich zur Herstellung solcher Gußformen. Zu diesem Zweck wird die aus grünem Sand gestampfte Form auf ihren Innenflächen mit einem beispielsweise Wasserglas enthaltenden Bindemittel getränkt, dann mit einer Lösung von Ammonium-Carbonat behandelt und so lange getrocknet, bis aus der Formeninnenfläche das freie Wasser verdampft.
  • Besondere Bedeutung kommt der Erfindung bei der Herstellung von Kernen zu, die besonders gasdurchlässig sein müssen. Die Erfindung ermöglicht auch die Bildung von Gaskanälen. Bekannt ist es, zu diesem Zweck beim Aufstampfen der aus Sand oder Lehm bestehenden Kerne oder Formen sog. Wachsschnüre einzulegen, welche beim Trocknen schmelzen und vom Sand aufgesaugt werden; dabei entsteht ein Kanal der Lage der Schnur entsprechend, welcher das Abziehen der beim Gießen entstehenden Gase gestattet. Die Stoffe, aus denen die Wachsschnüre hergestellt werden, sind schwer zu beschaffen und verhältnismäßig teuer, weil sie vom Ausland beschafft werden müssen.
  • Erfindungsgemäß bildet nun das der Formmasse einverleibte Ammonium-Carbonat einen zusammenhängenden Streifen, durch dessen Verflüchtigung ein Gasabführungskanal entsteht.
  • Der äußere Unterschied zwischen einer grünen und trockenen Form beruht darin, daß die grüne Form eine gewisse Feuchtigkeit aufweist und weich ist. Denn die Verdichtung des Sandes darf in diesem Falle einen gewissen Grad nicht überschreiten, damit die sich beim Guß in großer Menge entwickelnden Dämpfe und Gase durch die Poren der Form hindurch entweichen können. Die trockene Form dagegen enthält so wenig Feuchtigkeit, daß sich beim Guß nur wenig Dämpfe entwickeln. Bei Herstellung dieser Form kann der Sand daher stärker verdichtet werden, so daß sich eine geringere Gasdurchlässigkeit ergibt. Daher ist die trockene Form sehr hart. Die vorliegende Erfindung ermöglicht nun die Verwendung von Bindemitteln, wie Wasserglas, die der nur kurz getrockneten, also noch grünen Form die erforderliche Härte verleihen, ohne jedoch die Gasdurchlässigkeit beeinträchtigen zu können, da diese durch die Einverleibung des Ammonium-Carbonats gewährleistet ist. Ohne die Beimengung dieses Stoffes würden die mit -Wasserglas gehärteten Formen eine viel zu geringe Gasdurchlässigkeit haben, da das Wasserglas die Poren verstopft.
  • Bei einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens wird die Form zunächst in der üblichen Weise aus Sand, Schamotte o. dgl. hergestellt, wobei man den Sand kräftig verdichten darf. Alsdann wird der Hohlraum der Form an seiner Oberfläche mit einer Wasserglaslösung bespritzt oder bestrichen. Alsdann wird der Formhohlraum mit Graphitschlichte folgender Zusammensetzung bestrichen: 3000 g H20, i8oo g Graphit, ioo g Ammonium-Carbonat. Es folgt dann eine kurze Trockenzeit, welche gerade ausreicht, um die Form zu härten, nicht aber um sie vollständig zu trocknen. Für kleine Formen genügt i Stunde bei Zoo ° C. Größere Formen brauchen längere Zeit, bis 21/2 Stunden. Bei diesem Trockenvorgang erhärtet die den Formhohlraum umgebende Schicht in derjenigen Tiefe, bis zu der das Wasserglas gedrungen ist, zu einer harten Schale. Da sich in dieser Schale das Ammonium-Carbonat verflüchtigt, bleibt die Schale trotz ihrer Härtung so porös, daß die beim Guß in ihr sich entwickelnden Dämpfe und Gase, die unter anderem durch Verdampfen von Kristallwasser entstehen, nach außen entweichen können und durch die noch feucht und porös bleibende äußere Formmasse abziehen. Die Porenbildung läßt sich vielleicht so erklären, daß die sich durch den Zerfall des Ammonium-Carbonats bildenden Gase Gaskanäle in der Schale bilden, solange diese noch nicht völlig hart geworden ist. Auch ist es möglich, daß das zunächst gelöste Ammonium-Carbonat Kristalle bildet, die nach ihrem Zerfall Hohlräume hinterlassen. Unmittelbar im Anschluß daran erfolgt dann der Guß.
  • Bei dieser Ausführungsform des Verfahrens wird also der flüchtige Stoff in gelöstem Zustand der fertigen Form durch Tränken zugeführt. Die Maßnahme, diesen Stoff in pulverförmigem Zustand der Formmasse beizumischen, empfiehlt sich bei der Verwendung von Portlandzement als Bindemittel. Bisher konnte man dieses Bindemittel nur unter besonderen, das Verfahren verteuernden Umständen verwenden. So war es erforderlich, daß der Formsand völlig frei von Ton und anderen Beimengungen ist, also einen reinen Quarzsand darstellt. Nur dann ließ sich die beim Gießen erforderliche Gasdurchlässigkeit erreichen.
  • Diese Formsand-Zement-Mischungen haben aber den Nachteil, daß sie vollständig unplastisch sind und deshalb sich schwer verarbeiten lassen. Das geringe Stehvermögen solchen Sandes zwingt daher, das Modell erst aus dem Sand zu nehmen, wenn dieser infolge der Zementwirkung abgebunden hat. Zementmischungen schwinden bekanntlich, und es ist daher erklärlich, daß das Entfernen der Modelle aus dem steinharten, geschrumpften Sand große Schwierigkeiten macht. Dort, wo mit Quarzsand und Zement gearbeitet wird, mußte man vorher die Modelle in einzelne entsprechend angeordnete Stücke unterteilen, um das Ausheben des Modells aus dem erstarrten Zementsand zu ermöglichen.
  • Es ist daher erklärlich, daß die Notwendigkeit einer umfassenden Umgestaltung der Modelle der Verwendung von Zement als Bindemittel hindernd im Wege steht.
  • Die vorliegende Erfindung ermöglicht die Verwendung gewöhnlicher tonhaltiger Sande bei der Benutzung von Zement als Bindemittel. Für die Herstellung von Kernen hat sich beispielsweise folgende Mischung bewährt: Zoo kg Sand, 2o kg Portlandzement, 1,5 kg Ammonium-Carbonat. Es genügt, den Kern zunächst 12 bis 24 Stunden an der Luft erhärten zu lassen und ihn dann 2 bis 3 Stunden bei i5o ° C zu trocknen. Für die Herstellung einer Form aus tonhaltigen Formsanden empfiehlt sich folgende Zusammensetzung Zoo kg Sand, 4,5 kg Zement, io,75 kg Ammonium-Carbonat, je nach der Art und dem Tongehalt des Sandes. Die Verwendung eines so billigen und wirksamen Bindemittels, wie Zement oder Wasserglas, bedeutet aber einen erheblichen Vorteil gegenüber den bisher üblichen Kernbindern, wie Kernöle, Sulfitlauge u. dgl.; die schwer zu beschaffen sind und vor allem während und nach dem Gießen unangenehme Verbrennungsgase erzeugen. Die Erfindung kann in mannigfacher Weise abgeändert werden. Ferner kommen als Bindemittel außer Wasserglas und Portlandzement beliebige andere anorganische hydraulische Bindemittel in Betracht, die für sich allein benutzt die Porosität der Form oder der Kerne beeinträchtigen würden.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Herstellen von Gußformen und Kernen aus körnigen, mineralischen Formmassen unter Verwendung eines wäßrigen Bindemittels und eines beim Erhitzen flüchtigen und die Porosität der Form steigernden Zusatzstoffes, gekennzeichnet durch die Verwendung von Ammonium-Carbonat, das entweder in pulverförmigem Zustand der Formmasse zugefügt oder in gelöstem Zustand auf die Formeninnenwandung aufgebracht wird.
  2. 2. Zum Bestreichen der Oberfläche des Formhohlraumes dienende Graphitschlichte (Formschwärze) zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß sie Ammonium-Carbonat enthält.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i zum Herstellen von Gußformen, die auf ihrer Innenfläche eine poröse, harte Schale besitzen, dadurch gekennzeichnet, daß die aus grünem Sand gestampfte Form auf ihren Innenflächen mit einem beispielsweise Wasserglas enthaltenden Bindemittel getränkt, dann mit einer Lösung von Anunonium-Carbonat behandelt und so lange getrocknet wird, bis aus der Formeninnenfläche das freie Wasser verdampft ist.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, - daß der Formmasse @ das Ammonium-Carbonat in festem Zustand in Gestalt eines zusammenhängenden Streifens einverleibt wird, durch dessen Verflüchtigung ein Gasabführungskanal entsteht. Zur Abgrenzung des Anmeldungsgegenstandes vom Stand der Technik sind im Erteilungsverfahren folgende Druckschriften in Betracht gezogen worden: deutsche Patentschrift. . . . . . . . Nr. 150 267; österreichische Patentschrift .. - 159 337.
DEB197411D 1942-03-11 1942-03-11 Verfahren und Schlichte zum Herstellen von Gussformen Expired DE744459C (de)

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Citations (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE150267C (de) *
AT159337B (de) * 1938-02-24 1940-08-10 Siegfried Erbsloeh Verfahren zur Steigerung der Festigkeit von Form- und Kernsanden für Gießereizwecke.

Patent Citations (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE150267C (de) *
AT159337B (de) * 1938-02-24 1940-08-10 Siegfried Erbsloeh Verfahren zur Steigerung der Festigkeit von Form- und Kernsanden für Gießereizwecke.

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