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Lösbares Gelenk für chirurgische Instrumente o. dgl.
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Die Erfindung betrifft ein lösbares Gelenk für chirurgische Instrumente
o. dgl. auf dem Prinzip des Bajonettverschlusses. Derartige lösbare Gelenke für
chirurgische Instrumente sind nicht mehr neu. So ist beispielsweise ein lösbares
Gelenk bekanntgeworden, bei dem der eine Scharnierteil (Patrizenscharnierteil) einen
Gelenkzapfen mit verbreitertem, an zwei Seiten etwa auf die Breite der verjüngten
Basis abgeflachten Oberteil trägt, der bei gekreuzter Stellung der Scharnierteile
in eine matrizenartig ausgebildete; mit am oberen Rand entsprechend nach innen hervorstehenden
Flanken versehene Aussparung des anderen Scharnierteiles (Matrizenscharnierteiles)
eingeführt werden kann. Bei diesem bekannten Gelenk ist die Höhe des sich aus der
Trennungsebene der Scharnierteile erhebenden Fühfungskegels durch die Materialstärke
des Matrizenscharnierteiles bestimmt und daher verhältnismäßig gering, was bei der
dadurch bedingten Kleinheit der Gleitfläche ein rasches Abnutzen derselben und damit
ein Unbrauchbarwerden des ganzen Instrumentes zur Folge hat.
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Dieser Nachteil des bekannten lösbaren Gelenkes wird erfindungsgemäß
dadurch beseitigt, daß der an dem Patrizenscharnierteil angebrachte Gelenkzapfen
sich aus einer vorzugsweise zylindrischen Vertiefung der Patrize erhebt, in welche
zwecks weiterer Sicherung der Führung ein entsprechender Vorsprung des Matrizenteiles
eingreift. Bei dieser Anordnung können die für die gegenseitige Führung der Scharnierteile
verantwortlichen Gleitflächen größer sein als die Materialstärke jedes Gelenkteiles.
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Bei dem Gelenk gemäß der Erfindung ist es also möglich, die Kegelgleitflächen
0. dgl. gegenüber dem bekannten Gelenk mindestens
doppelt so hoch
auszuführen, ohne dabei gleichzeitig die Materialstärke der Gelenkstücke vergrößern
zu müssen. Durch diese auf Grund der Erfindung mögliche Vergrößerung der Gleitflächen
wird nicht nur gegenüber allen bekalmten lösbaren Gelenken eine auffallend sichere
Führung der beiden Gelenkteile erzielt, sondern es wird auch der vorgeschriebene
gegenseitige Abstand der beiden Schenkel des Instrumentes in Richtung der Drehachse
gewährleistet. Nur Instrumente mit dem vorgeschriebenen gegenseitigen Schenkelabstand
ermöglichen aber erfahrungsgemäß ein einwandfreies chirurgisches Arbeiten.
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Die Verbreiterte Form des zentralen Scharnierzapfens kann auf verschiedene
Weise erzielt werden: So kann der Scharnierzapfen beispielsweise die Form eines
Kegelstumpfes erhalten, oder er wird pilzförmig gestaltet, wobei der Pilzkopf kegelstumpfförmig,
zylinderförmig o. dgl. ausgebildet sein kann.
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Zwecks Erhöhung der sicheren Führung des Gelenkes kann an dem Gelenkzapfen
mit verbreitertem Oberteil ein etwa koaxialer zylindrischer Zapfen mit geringem
Durchmesser angebracht sein, der in einer entsprechenden zylidrischen Bohrung des
Matrizenscharnierteiles läuft, oder es kann an dem Matrizen scharnierteil ein lçoaxialer
zylindrischer Zapfen angebracht sein, der in eine entsprechende Bohrung im verbreiterten
Oberteil des Gelenkzapfens am Patrizenscharnierteil eingreift.
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Schließlich kann zur weiteren Erhöhung der Sicherheit der Führung
der Gelenkzapfen mit verbreitertem Oberteil im Innern einer etwa zylindrischen,
vorzugsweise flachen Vertiefung des Patrizenscharnierteiles angeordnet sein, in
die als Teil eines Ringes ausgebildete Vrosprünge am Rande der Vertiefung des Matrizenscharierteilles
eingreifen und dort insbesondere mit ihrer Außenfläche geführt werden. Diese und
die kurz zuvorbeschriebene Ausführungsart bilden nicht Gegenstand der Erfindung.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt, bei dem z. B. der Gelenkzapfen mit verbreitertem Oberteil die Form
eines Kegelstumpfes besitzt, der an zwei gegenüberliegenden Seiten auf die Breite
seiner Basisfläche abgeflacht ist.
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Im einzelnen zeigen: Fig. 1 einen Längsschnitt durch den Matrizenscharniertiel
gemäß Linie I-I der Fig. 6, Fig. 2 einen Querschnitt durch den Patrizenscharnierteil
gemäß Linie II-II der Fig. 6, Fig. 3 einen Querschnitt durch den Patrizenscharnierteil
gemäß Linie III-III der Fig. 5, Fig. 4 einen Längsschnitt durch den Patrizenscharnierteil
gemäß der Linie IV-IV der Fig. 5, Fig. 5 eine Aufsicht auf die Innenseite des Patrizenscharnierteiles,
Fig. 6 eine Aufsicht auf die Innenseite des Matrizenscharnerteiles.
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Der Patrizxenscvharnierteil P (vgl. Fig. 3 bis 5) ist mit einer flachen
Einsenkung I versehen, deren Außenwand zylindrisch ausgebildet ist. Im Innern der
Einsenkung 1 erhebt sich der koaxiale Kegelstumpf 2, dessen Flanken an zwei gegenüberleigenden
Seiten durch parallel zur Längsachse des Scharnierteiles geführte Schnitte oder
Abuehmungen 3 abgeflacht sind. Auf der Oberseite des Kegelstumpfes 2 befindet sich
der Zylinderzapfen 4, der in die zylindrische Bohrung 5 des Matrizenscharmicrteiles
M (vgl. Fig. 1, 2 und 6) eingreift. Die Bohrung 5 befindet sich am Bonden der kegelstumpfförmigen
Aussparung 6, die an zwei gegenüberliegenden Seiten von der Bodeufläche ausgehend
mit zylindrischen NNandunoen 7 versehen ist. Die lichte Weite dieses zylindrischen
Teiles der Aussparung 6 ist so bemessen, daß der kegelstumpfförmige Zapfen 2 bei
gekreuzten Scharnierteilen ohne ÄViderstand eingeführt werden kann.
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Am oberen Rand der kegelstumpfförmigen Aussparung des Matrizenscharnierteiles
iii sind an denjenigen Stellen, wo die Wandung kegelstumpfförmig ausgebildet ist,
ringförmige Ansätze 8 angebracht, die in die flache Verteifung 1 des Patrizenscharnierteiles
P eingreifen und an ihrer zylindrichen Außenrvall (lullg geführt werden.
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Die Herstellung des Scharnierzapfens mit verbreitertem Oberteil und
der kegelstumpfförmigen Vertiefung des Alatrizenscharnierteiles erfolgt in bekannter
Weise so, daß der Scharnierzapfen sowohl wie auch die matrizenartige Vertiefung
durch Schmieden im Gesenlc und nachfolgende spanabhebende Formgebung, wie z. B.
durch Ausfräsen, Ausdrehen 0. dgl., mit allseitig zylindrischen Flächen versehen
werden, wobei die Abmessung des Scharnierzapfens, vorzugsweise beziiglich seiner
Höhe, und des Matrizenscharnierteiles bezübhlich der ringförimigen Ansätze 8 größer
benessen wird, daß diese Teile vorzugsweise durch Schmieden, Hämmern o. dgl. in
Richtung der gewünschten Kegelstumpfform bearbeitet werden und daß hierauf mittels
geeigneter Fräser o. dgl. die zweckmäßigerweise an dem zentrischen Zapfen 4 bzw.
der zentrischen Bohrung 5 geführt werden, die gewünschte Endform erzeugt wird.