DE743091C - Plastikplomben, Infusionsmassen und medizinische Versteifungsmittel und Verfahren zu ihrer Herstellung - Google Patents

Plastikplomben, Infusionsmassen und medizinische Versteifungsmittel und Verfahren zu ihrer Herstellung

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DE743091C
DE743091C DEC51741D DEC0051741D DE743091C DE 743091 C DE743091 C DE 743091C DE C51741 D DEC51741 D DE C51741D DE C0051741 D DEC0051741 D DE C0051741D DE 743091 C DE743091 C DE 743091C
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infusion
masses
plastic seals
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DEC51741D
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Dr Bernd Braun
Dr Wolfram Haehnel
Dr Willy O Herrmann
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CHEMISCHE FORSCHUNGS GmbH
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CHEMISCHE FORSCHUNGS GmbH
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    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K9/00Medicinal preparations characterised by special physical form
    • A61K9/20Pills, tablets, discs, rods
    • A61K9/2004Excipients; Inactive ingredients
    • A61K9/2022Organic macromolecular compounds
    • A61K9/2027Organic macromolecular compounds obtained by reactions only involving carbon-to-carbon unsaturated bonds, e.g. polyvinyl pyrrolidone, poly(meth)acrylates

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  • Veterinary Medicine (AREA)
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  • Materials For Medical Uses (AREA)

Description

  • Plastikplomben, Infusionsmassen und medizinische Versteifungsmittel und Verfahren zu ihrer Herstellung Die Erfindung betrifft die Verwendung von Lösungen oder Mischungen aus Polyvinylalkoholen oder ihren wasserlöslichen partiellen Derivaten mit mindestens einem Lösungsmittel für solche Polyvinylverbindungen, insbesondere Wasser, die durch eine thermische Behandlung und/oder durch vet dickend wirkende Zusätze, insbesondere Farbstoffe der Kongorot- nd Benzopurpuringruppe, in eine bei gewöhnlicher Temperatur feste oder gal lertartige, beim Erwärmen wieder flüssig werdende Form übergeführt werden, als Plastikplomben, infusionsmassen oder medizinische Versteifungsmittel, insbesondere auch für das Mediastinum und die zweckentsprechende Herstellung solcher medizinischer Bedarfsartikel.
  • Derartige Mischungen sind zwar bereits als Depotgrundlage für therapeutisch wirksame Mittel vorgeschlagen woriden. Diesem Vorschlage war aber nicht zu entnehmen, daß auf solcher Grundlage hergestellte Depots auch als Plastikplomben, Infusionsmassen oder medizinische Versteifungsmittel, insbesondere auch für das Mediastinum, verwendbar sind, da man. sich bei der Anwendung dieser nicht eine geeignete Körperstelle aussuchen kann, sondern auch die Verträglichkeit mit kranken Geweben oder in Hohlräumen mit verwickelten physiologischen Bedingungen, wie beispielsweise bei der Versteifung des Mediastinums, gewährleistet sein muß. Auch der bekannte Vorschlag, Schläuche oder Röhren. aus Polyvinylalkohol dem menschlichen Körper einzuverleiben, legte die neue Verwendung nicht nahe. Dort handelt es sich um die Einverleibung von außerhalb des Organismus fertig geformten Gebilden, hier kommt es gerade darauf an, daß die Massen ungeformt eingebracht werden können und erst im Körper die jeweils erforderlicht Gestalt und Festigkeit annehmen, dabei aber die oben als erforderlich dargelegte Verträglichkeit unter viel komplizierteren Bedingungen aufweisen. Es mußte vielmehr überraschen, daß die eingangs gekennzeichneten Mischungen den hier vorliegenden, besonderen und viel-seitigen Anforderungen genügen, ja sogar jeder Sonderanforderung angepaßt werden können, wie es sich au's der folgenden Darlegung ergibt. Aus ihr wird zugleich ersichtlich, daß durch den neuenVorschlag eine außerordentlich fortschrittliche und wertvolle Bereicherung der Technik herbeigeführt ist.
  • Plastikplomben werden überall verwendèt, wo im Körper Kavernen auszufüllen sind.
  • Es werden beispielsweise Lungenplomben nach Resektion oder pathologischer Zerstörung von Lungenteilen eingebracht. Man legt ferner Knochenplomben, bringt pastenförmige Gelenkschmieren ein u. dgl.
  • Wirklich brauchbare Versteifungsmittel und Infusionsmassen sind bisher nicht bekannt. Sie sind, wie weiter unten dargelegt wird, erst durch d'ie Erfindung in brauchbarer Form geschaffen. Schon dieses Beispiel zeigt, daß durch die Verbesserung der Plomben- und Infusionsmatcrialien durch die im folgenden zu beschreibende neuartige Herstellung nicht nur die bisherigen Verwendungen ver vollkommnet, sondern auch ganz neue Anwendungsmöglichkeiten erschlossen werden.
  • Plomben u. dgl. für die angedeuteten Zwecke wurden bisher auf der Grundlage von Paraffin, Stearinsäure. Wachs o. d'gl. hergestellt. Derartige Materialien haben a. a. die Nachteile, daß sie als körpefremde Substanzen auf die Umgebung reizend wirken, nur durch bakterizid wirkende, dabei aber die reizwirkung verstärkende Zusätze sterilisiert werden können und nicht resorbierbar sind.
  • Ferner sind die bekannten Materialien dieser Art nur umständlich anwendbar, und es fehlt die Möglichkeit einer genauen Anpassung ihrer viscosen, plastischen und sonstigen kolloidalen Eigenschaften an die Bedürfnisse der medizinischen und insbesondere chirurgischen Anweedungstechnik.
  • Die oben gekennzeichneten, auf diesem Verwendungsgebiete neuartigen Materialien, die durch ein besonderes Behandlungsverfahren mit größter Exaktheit den medizinischen Bedürfnissen angepaßt werden können, sind von den geschilderten Nachteilen der bisherigen Depot-und Plombenmassen frei. Geeignet sind die Polyvinylalkohole verschiedener Viscosität und ihre partiellen Ester, Acetale und Äther sowieEsteracetale und Gemische solcher Verbindungen, soweit sie noch eine merkliche Wasserlöslichkeit aufweisen, wozu in machen Fällen genügt. daß sie in Wasser noch quellbar sind.
  • Diese Polyvinylverbindungen bieten schon an sich die Vorteile. daß sie keine Reizwirkung auf lebende Gewebe ausüben, sondern in beliebigen Mengen reaktionslos vertragen werden, daß sie ohne bakterizide Zusätze steril gemacht werden können, weil sie ohne Schädigung ihrer Eigenschaften ein Erhitzen auf I30 bis 140 aushalten, und durch geeignete Zusätze, vor allem von Elektrolyten und insbesondere organischen Säuren, wie Milchsäure, Essigsäure o. dgl., in jedem gewünschten Grade resorhierbar gemacht werden können. Sie zeichnen sich ferner durch . eine außerordentliche Verträglidikeit mit den verschiedenen heilmitteln, beispielsweise Alkaloiden, Cardiaca, Drüsenpräparaten usw., Anästhetica, Desinfezientien, Kontrastmitteln und Kosmetika, aus. Besonders hen-orgehoben sei ihre vorzügliche Eignung als Trägersubstanz für Jod. Jodoform und andere Todpräparate.
  • Diese Polyvinylverbindungen lassen sich in der Form von Lösungen, Gallerten, Pasten oder mit Lösungsmitteln nur angequollenen Pulvern oder knetbaren Massen durch eine zweckentsprechende Behandlung mit überraschender Zielsicherheit und Exaktheit in ihren Eigenschaften so verändern, daß die Bedürfnisse der Medizin und Chirurgie hinsichtlich leichter und für den Patienten schonenderer Handhabung erfüllt, der gewünschte Endzustaud genau erreicht und außerdem neue Anwendungsmöglichkeiten erschlossen werden.
  • Dieses Ziel wird erreicht durch eine Behandlung der Lösungen, Gallerten, Pasten und angequollenen Massen der genannten Produkte mit Lösungsmitteln für sie, wie beispielsweise Glykolen, Glycerin, Formamid, vor allem aber Wasser, die die kolloidalen Eigenschaften dieser mehr oder weniger homogenen Gemische in einer dem Verwendungszweck entsprechenden Richtung verändert. Das hervorstechende Merkmal dieser Veränderung ist eine Abänderung der Viscosität in folgendem Sinne: Es handelt sich dabei einerseits um eine Verdickung, Gelatinierung oder Verfestigung mehr oder minder leicht beweglicher Lösungen bestimmter Konzentration, eine weitere Verdickung oder Verfestigung von Gallerten, eine Steigerung der Festigkeit von Pasten, ein, Starrmachen oder Versteifen von plastischen Massen, allgemein ausgedrückt, um ein exakt abgestuftes Überführen beweglicher Materialien in dünnere oder dickere Lösungen, Gallerten und Pasten und schließlich in feste, starre Massen mit mehr oder weniger hohem Erweichungspunkt, von leichter oder schwerer Schmelzbarkeit, andererseits darum, z. B. pastenförmige Massen gelatinöser bis fließbar zu machen, ja zu verflüssigen. Diese Veränderung kann durch physikalische oder chemische bzw. kolloidchemische Einwirkungen oder eine Kombination beider bewirkt werden.
  • Durch Einwirkung physikalischer Energien, wie beispielsweise Bestrahlung, vor allem aber durch eine thermische Behandlung, läßt sich der Komplex der kolloidalen Eigenschaften der Lösungen, Pasten usw. in der Richtung verändern, die durch eine Zunahme der Viscosität im oben erläuterten Sinne gekennzeichnet ist.
  • Unterwirft man die Lösungen, Pasten usw. der Einwirkung verfestigend wirkender Stoffe, so erreicht man eine Abwandlung der kolloidalen Eigenschaften in derselben. Richtung.
  • Verfestigend wirkende Stoffe sind beispielsweise gerbend wirkende Metallverbindungen, wie z. B. Chrom-, Eisen- und Aluminiumsalze, ferner Salze organischer Säur, en, z. B.
  • Acetate, insbesondere Natriumacetat. Aber auch gerben wirkende Nichtmetallverbindungen, wie beispielsweise Borsäure und Borate, sind wirksam. Eine spezifische Wirkung in dieser Richtung besitzen die ein und mehrwertigen Alkohole, wie z. B. Äthylalkohol und Glycerin. Ihr Aufnahmevermögen für Wasser bewirkt oder befördert in einer besonderen Weise die Versteifung der hier erörterten Kolloide. Ganz besonders wirksam in diesem Sinne sind organische Farbstoffe der Kongorot- und Benzopurpurinklasse sowie auf Kolloide äquivalent einwirkende andere Farbstoffe. Sie wirken in. im. allgemeinen sehr geringen und für die einzelnen Farbstoffe streng spezifischen Konzentrationen.
  • H, ierbei ist noch eine Sonderwirkung zu erwähnen: Je mehr beispielsweise eine bei Körpertemperatur erstarrende Masse aus Polyvinylalkohol und Wasser von einem bestimmen Versteifungsinittel enthält, um so geringer ist das Haftvermögen der Masse an serösen Häuten oder anderen Körperteilen.
  • Beispielsweise ist Kongorot viel wirksamer als Benzopurpurin. Demgemäß kann man durch Ersatz des Kongorots in einer bei Körpertemperatur erstarren den, nicht haftenden Masse durch eine angemessene Menge Benzopurpurin zu einer stark haftenden Masse gelangen. Auch diese Modifikationsmöglichkeit ist wichtig: In manchen Fällen, z. B. bei der Ausfüllung von Kavernen im oberen Teil der Lunge, ist es erwünscht, daß die eingelegte Plombe an der Oberfläche der Kaverne festhaftet, damit ein Absinken bei der Atmung verhindert wird. Ebenso ist z. B. für segmentär lokalisierte Lumbalanästhesie ein Depotmaterial mit Haftvermögen neben sonstigen spezifischen Eigenschaften, z. B. geringem spezifischein Gewicht und der Fähigkeit, sich im Körper zu verfestigen, herzustellen. In anderen Fällen sollen die Plomben möglichst ohne Haftung in einer taschenförmigen Kaverne liegen.
  • Durch die angegebenen physikalischen oder kolloidchemischen Verfestigungsmethoden oder ihre Kombination werden gewissermaßen niedrigkonzentrierten Lösungen, Gallerten, Pasten oder plastischen Massen die Festigkeitseigenschaften hochkonzentrierter lösungsmittelarmer gegeben. Hierdurch wird u. a. erreicht, daß eine dem gegebenen Zweck entsprechend feste Plombe usw. unter Einverleitung einer unverhältnismäßig geringen Menge von körperfremder Substanz eingeführt wenden kann. In einigen Fällen ist es aber im Gegenbeil erwünscht, eine möglichst kompakte substanzreiche Ausfüllung zu erhalten. In diesen Fällen wird man konzentrierte Lösungen, Gallerten, Pasten oder plastische Massen verwenden und die für die einfachste und schonendste Einverleibung erforderlicheIR : onsistenz durch Verminderung der Viscosität herbeiführen. Auch dies gelingt nach der erfindungsgemäßen Methode der Beeinflussung der kolloidalen Eigenschaften der Gemische der genannten Polyvinylverbindungen mit Lösungsmitteln, insbesondere Wasser. N 1' Man verleibt den Lösungen, Pasten usw. zu diesem Zweck organische Säuren, wie beispielsweise Milchsäure, Weinsäure, Essigsäure u. dgl., ein.
  • Durch entsprechende Auswahl und Bemessung der Komponenten und geeignete Behanidlung des Gemisches läßt sich erreichen, daß sehr substanzreiche Mischungen zunächst in unverhältnismäßig dünnem und beweglichem Zustande in td1en I Körper eingebracht werden können und erst allmählich im Körper infolge der Auslaugung der Milchsäure u. dgl. die für den Endzustand gewünschte Konsistenz annehmen.
  • Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß man, wie in den nachfolgenden Beispielen gezeigt wird, mit seiner Hilfe mit großer Exaktheit Infusionsmassen' Plastikplomben, Versteifungsmittel u. dgl. herstellen kann, die bei mäßigen Temperaturen, z. B. 40 bis 44°, in verflüssigter Form leicht injiziert werden können und je nach dem erstrebten Zwecke im Körper bei dessen Temperaturintervall von 36 bis 42° erstarren und sich so lokalisieren oder mehr oder minder diffus verteilen lassen. Hierdurch wird z. B. bei der Ausfüllung von Lungenkavernen die bei der Einlegung der bisherigen Plastikplomben erforderliche Rippenresektion überflüssig gemacht und durch eine einfache Injektion ersetzt. Insbesondere wird auch eine Umwälzung in der bisherigen Technik der Lungenoperationen, die unter Unter-oder Überdruck vorgenommen werden mußten, erreicht. Es ist nicht mehr erforderlich, bei Öffnung des Thorax die gefährliche Durchbiegung des Mediastinums durch künstliche Beeinflussung der Druckverhältnisse zu verhindern, weil die erfindungsgemäßen Polyvinylmassen sich so ellistellen lassen, daß sie in verflüssigter Form in das Mediastinum injiziert werden können und dort erstarren und so versteifend wirken, daß jede Durchbiegung während der Operation verhindert wird. Auch in dieser überraschend vorteilhaften Anwendbarkeir als Versteifungsmittel erweisen sich die erfindungsgemäß verwendeten Massen als besonders wertvoll.
  • Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung erläutern, ohne sie irgendwie auf die angewandten speziellen Bedingung, Konzentrationen usw. zu beschränken.
  • Beispiel I Eine aus 30 Gewichtsteilen mittelvi, scosem Polyvinylalkohol und I20 GewichtsteilenWasser hergestellte. fließbare Lösung von der Konsistenz von honig wird durch 48stündiges Erhitzen auf 1200 C in abgeschlossener Glasbombe in ein homogenes Gelee übergeführt.
  • Es ist z. B. zur Ausfüllung von Kavernen im Körper oder als Gelenkschmiere vorzüglich geeignet. Falls Resorbierbarkeit erwünscht ist, kann sie durch Zusätze resorptionsbefördernder Stoffe. insbesondere organischer Säuren, wie z. B. Milchsäure oder Essigsäure, bewirkt werden.
  • Beispiel 2 Ein aus 6o Gewichtsteilen hochpolymerem Polyvinylalkohol und 90 Gewichtsteilen Wasser hergestelltes gummitrockenes, inhomogenes Gemisch wird durch 8tägiges Erhitzen auf 100°C in abgeschlossener Bombe in eine homogene, in der Wärme erweichende, kalte, aber gummiartige,elastische Masse übergeführt.
  • Auch diese Masse ergibt. gute Plastikplumben.
  • Beispiel 3 I000 Gewichtsteile einer leicht beweglichen Io0/0igen wäßrigen Lösung von mittelviscosem Polyvinylal. kohol werden mit 2 Teilen Natriumacetat versetzt. Hierdurch entsteht ein klares, homogenes, dünnes Gelee' das als Plastikplonibe und Infusionsmasse dient.
  • Beispiel 4 Eine 50/0ige wäßrige Lösung von Polyvinylalkohol, die mit 5 0/o eines 25 °/0 Thoriumoxyd (ThO2) enthaltenden Kontrastmittels versetzt ist, ist leicht beweglich. Durch Zusatz von z. B. 2 bis 10 Gewichtsteilen Kongorot zu I000 Gewichtsteilen dieser Kontrastmittellösung werden Massen mit abgestuft erhöhten Erstarrungspankten bis zu 45 01, C erhalten, die durch Erwärmen spritzbar oder gießbar werden und diesen Zustand auch noch in der Nähe des Erstarrungspunktes einige Zeit beibehalten.
  • Beispiel 5 12 Teile eines hochviscosen Polyvinylalkohols werden zweckmäßig unter Erwärmen in 88 Teilen Wasser gelöst und der Lösung 0.1 Teil Benzopurpurin beigefügt. Man erhält eine in der Wärme viscose Lösung, die beim Erkalten ihren flüssigen Zustand noch ziemlich behält und dann nach dem Erkalten nach einiger Zeit zu einem Gelee erstarrt. Diese Masse wird zweckmäßig vor Verwendung in üblicher Weise bei I20° sterilisiert.
  • Sie kann dann in noch körperwarmem Zustand zur Versteifung von Geweben, zur Verfestigung des Mediasinums, als Infusionsmasse für die verschiedensten Zwecke injiziert. beispielsweise zur Ausfüllung von Kavernen, benutzt werden. Sie kann, wie oben bereits ausgeführt, durch physikalische oder chemische Behandl1ung in ihrem Resorptionsvermögen und in ihrem physikalischen Zustand, insbesondere in ihrem Endzustand, weitgehend beeinflußt werden.
  • Beispiel 6 10 Teile von hochviscosem Polyvinylalkohol werden mit wo teilen Wasser unter Erwärmen unter Zugabe von 0, Teilen Kongorot und 0,3 Teilen Milchsäure gelöst. Die Masse ist beim Erkalten noch verhältnismäßig flüssig, erstarrt aber schließlich zu einer ziemlich festen, elastischen Masse. Sie läßt sich bei Körpertemperatur mit Kanülen bequem injizieren. Über die Verwendung und weitere Beeinflussung der Festigkeit- und Resorptionseigenschaften gilt sinngemäß das oben Gesagte.
  • Werden solche Polyvinylalkohollösungen mehrfach erwärmt und wieder erkalten gelassen, so verändert sich die physikalische Beschaffenheit mit jedem erneuten Erwärmen in der Richtung einer höheren Viscosität der Lösung, eines höheren Erweicbungsgrades und einer stärkeren Erstarrung.

Claims (5)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verwendung von Lösungen oder Mischungen aus Polyvinylalkoholen oder ihren wasserlöslichen partiellen Derivaten mit mindestens einem Lösungsmittel für solche Polyvinylverbindungen, insbesondere Wasser, die durch eine thermische Behandlung und/oder durch verdickend wirkende Zusätze, insbesondere Farbstoffe der Kongorot- und Benzopurpuringruppe, in eine bei gewöhnlicher Temperatur feste oder gallertartilge, beim Erwärmen wieder flüssig werdende Form übergeführt werden, als Plastikplomben. Infusionsmassen oder medizinische Versteifungsmittel, insbesondere auch für das Mediastinum.
  2. 2. Verfahren zum Herstellen von Plastikplomben, Infusionsmassen o.dgl. nach Anspruch I, IdaZdurch gekennzeichnet, daß die Mischungen der Einwirkung von auf solche Polyvinylverbindungen gerbend -wirkenden Metallverbindungen unterworfen werden.
  3. 3. Verfahren zum Herstellen von Plastikplomben, Infusionsmassen o. dgl. nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch geken'nzeichnet, daß die Milschungen einer Behandlung mit eine oder mehrwertigen Alkoholen, insbesondere hydrophilen, unterwerfen werden.
  4. 4. Verfahren zum Herstellen von Plastikplomben, Infusionsmassen o. dgl. nach einem der Ansprüche I bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischungen der Einwirkung von wasserlöslichren Acetaten, insbesondere Natriumacetat, unterworfen werden.
  5. 5. Verfahren zum Herstellen von Plastikplomben, Infusionsmassen o. dgl. nach einem der Ansprüche I bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß den Mischungen vor, während oder nach der verdickenden Behandlung therapeutisch oder kosmetisch wirksame oder die Resorption fördernde Stoffe, insbesondere organische Säuren, wie Essigsäure, Milchsäure o. dgl., oder eine Kombination solcher Stoffe hinzugefügt werden.
    Zur Abgrenzung des Anmeldungsgegenstandes vom Stand der Technik sind im Erteilungsverfahren folgende Druckschriften in Betracht gezogen worden-: deutsche Patentschriften .... Nr. 686 I23, 70I 779; österreichische Patentschrift Nr. 135 162, schweizerische - - 178 360.
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Citations (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
AT135162B (de) * 1931-03-10 1933-10-25 Consortium Elektrochem Ind Künstliche Produkte, wie Fäden, Saiten, Bänder, Röhren u. dgl. für medizinische Zwecke.
CH178360A (de) * 1933-06-28 1935-07-15 Ig Farbenindustrie Ag Verfahren zur Herstellung von viskosen Lösungen anästhesierend wirkender Substanzen.
DE686123C (de) * 1935-06-05 1940-01-03 Chemische Forschungs Gmbh Verfahren zur Veraenderung der Eigenschaften von Polyvinylalkoholen und ihren Derivaten
DE701779C (de) * 1936-01-08 1941-01-23 Chemische Forschungs Gmbh Depotgrundlage fuer therapeutisch wirksame Mittel

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