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Vorrichtung zur Erzeugung induzierter hochgespannter Stromimpulse
zum Aufladen von Umfriedungsdrähten von Tierweiden o. dgl. Die Erfindung ;betrifft
eine Vorrichtung zur Erzeugung induzierter hochgespannterStroanimpulse zum Aufladen
von Umfriedungsdrähten von Tierweiden, Feldern, Forsten o. :dgl. mit-Hilfe eines
Funkeninduktors mit einschaltbarer Stromquelle und Kondensator. Die bekannten Vorrichtungen
dieser Art sind gewöhnlich sehr umständlich im Aufbau und durchVerwendung eines
frei schwingend aufgehängten Kontaktpendels gegen Lageänderungen des Gerätes sehr
empfindlich. Das frei schwingend aufgehängte Kontaktpendel erfordert eine unerwünscht
große Raumbeanspruchung, wenn es wegen zu kurzer Länge nicht zu häufige Stromimpwlsfolge
und damit erhöhten Stromverbrauch aus der Batterie als Stromquelle hervorrufen soll.
Außerdem ist bei ihm auch die Änderung der Zeitfolge der Stromimpulse nur sehr schwer
oder gar nicht möglich- Nach der Gewöhnung des Viehs an die Umzäunung kann aber
die Stromimpulsfolge verlangsamt und damit der Stromverbrauch herabgesetzt werden.
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Zweck der Erfindung ist die Beseitigung dieser Nachteile und die Schaffung
eines möglichst einfachen, störungsfreien Gerätes, welches in allen Lagen wirksam
bleibt und geregelt werden- kann. Erreicht wird dies dadurch, daß an einer Vorrichtung
der vorgtnannten Art die Unterbrechereinrichtung des Funkeninduktors im wesentlichen
aus einem in seinem Schwerpunkt drehbar gelagerten und,durch eine Drehfeder beeinflußten
Anker besteht, welcher sauf einen Unterbrecherkontakt .einwirkt, indem er abwechselnd
durch den. Eisenkern des Induktors hei dessen Stromkrei.sschließung von dem Unterbrecherkontakt
fortbewegt und anschließend durch die hierbei gespannte Feder wieder gegen den Unterbrecherkontakt
zu dessen
vorübergehender Schließung geschleudert wird. Weitere
Einzelheiten der Erfindung sind in der Beschreibung 'und der Zeichnung näher erläutert.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der
Erfindung schematisch dargestellt. Es zeigt: Abb. i den Funkeninduktor in Seitenansicht
senkrecht zur Linie A-B der Abb. 2 mit dem zugehörigen Schaltungsschemä des Überwachungsstromkreises,
AbB. 2 den Funkeninduktor in Draufsicht mit fortgelassener Deckplatte, Abb. 3 ein
Schaltungsschema der gesamten Anlage.
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In Abb. i und 2 sind i die Boden- und _ Deckplatten und 2 die Abstandshalter
des Gehäuses oder-Gestells für die verschiedenen Teile des Funkeninduktors. Der
letztere besteht im wesentlichen aus dem Magnetsystem mit dem Eisenkern 3, der Primärspule
4 und der Sekundärspule 5, dem Drehanker 6, der Kontaktfeder 7 mit dem Unterbrecherkontakt
8, dem Kondensator 9, dem Dauerschalter io, dem Momentschalter ii und dem Stufen-
oder Gleitwiderstand 12. Zur Speisung des Funkeninduktors und eines Überwachungsstromkreises
13 ist eine Batterie 14 als Stromquelle vorgesehen.
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Der Eisenkern 3: endet im Bereich des Drehankers 6 in einem U-förmigen
Teil 15,
welcher einen Durchgangsschlitz für den Winkelarm 16 des Drehankers
6 frei läßt. Der Drehanker 6 trägt auf einem Stift 17 eine Rolle 18 aus Gummi oder
einem anderen elastischen Baustoff. Das Gewicht dieser Rolle 18 und des Winkelarmes
16 ist durch ein Gegengewicht i9 am anderen Arm des zweiarmigen Drehankers 6 ausgeglichen.
Das Gegengewicht i9 ist mit Schrauben 2o in Schlitzen 21 des Drehankers 6 verstellbar
befestigt. Der Drehanker 6 ist auf einer Welle 22 befestigt, welche an beiden Enden
mittels Halslager 23 und Stirn- oder Stützlager mit je einer Kugel 24 in Armen 25
eines Ständers 26 drehbar gelagert ist. Am oberen Arm 25 ist ein Träger 27 für eine
Spiralfeider 28 befestigt, welche mit ihrem inneren Ende an der Welle 22 angebracht
ist. Am oberen Arm 25 ist ferner ein Träger 29 für einen verstellbaren Anschlag
30 für die Kontaktfeder 7 angebracht. Am Ständer 26 'ist eine Anschlag-Blattfeder
31 für die Rolle 18 des Drehankers 6 befestigt. Der Ständer 26 trägt auch den starren
Halter 32 für die Kontaktfeder 7 mit dem .an Erde angeschlossenen beweglichen Kontakt
8 des Unterbrecherkontaktes. Der dem geerdeten beweglichen Kontakt 8 gegenüberstehende
ortsfeste Kontakt 33 ist mittels Isolierstücke 34 gegenüber dem Halter 32 elektrisch
isoliert und endet in einem Klemmstück 35 zum Ansehluß isolierter elektrischer Leitungen.
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An der oberen Deckplatte i des Gestells ist der Gleitwiderstand 12
mit der Drehachse 36 und der Kurbel 37 des Gleitkontaktes, der als federnder Umlegekontakt
ausgebildete Dauerschalter io und der Momentschalter i i befestigt. Letzterer besteht
im wesentlichen aus dem schwenkbaren Schalthebel 38, einer Kontaktfedezf-39
mit Abre@ißkontakt 4o und bogenförmigen Andrücklaschen 41, an denen der Endstift
42 des Schalthebels 38 entlang gleitet, und dem Halter 43 mit dem verstellbaren
Kontakt 44.
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Die Primärwicklung 4 ist mit einem Ende an den ortsfesten Kontakt
33 des Unterbrecherkontaktes und mit dem anderen Ende an ein Ende der Sekundärwicklung
5 und an den Gleitkontakt des veränderlichen Widerstandes 12 angeschlossen, von
dem eine Leitung über den Dauerschalter io nach dem Pluspöl der Batterie 14 führt,
deren Minuspol geerdet ist, während das andere Ende der Sekundärwicklung 5 an den
Überwachungsstromkreis 13 gelegt ist, der in sich geschlossen ausgeführt ist. Der
ortsfeste Kontakt 33 des Unterbrecherkontaktes ist außerdem an den Kondensator 9
und an den Momentschalter i i angeschlossen, die beide mit ihrer anderen Klemme
ebenso wie der bewegliche Kontakt an Erde liegen. _ Das Schaltungsschema der Anlage
ist aus Abb. 3 ersichtlich.
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Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist wie folgt: Beim Schließen des
Dauerschalters io wird die Schließung des Gleichstromkreises vorb°-reitet: Pluspol
der Batterie 14, Schalter io, Widerstand 12, Primärwicklung 4, Momentschalter i
i, Erde, Minuspol der Batterie 14. Wird anschließend der Momentschalter i i durch
Herumlegen seines Hebels 38 vorübergehend geschlossen und sofort wieder geöffnet,
so erhält die Primärwicklung 4 vorübergehend einen Gleichstromimpuls, durch welchen
der Eisenkern 3 erst elektromagnetisch wird und den Drehanker 6 anzieht, um ihn
beim Öffnen des Momentschalters i i wieder freizugeben. Der freigegebene Drehanker
6 schlägt unter dem Einfluß der Feder 28 mit der Rolle i8 wieder gegen die Kontaktfeder
7, wobei der Unterbrecherkontakt 8, 33 vorübergehend geschlossen wird und in der
Primärwicklung 4 erneut ein Stromstoß erfolgt, (Pluspol der Batterie 14, Schalter
io, Widerstand 12, Primärwicklung 4, Unterbrecherkontakt 8, 33, Erde, :vlinuspol
der Batterie) der den Eisenkern 3 den Anker 6 wiederum anziehen läßt. Gleichzeitig
wird der Drehanker 6 durch die Federung der Kontaktfeder 7 zurückgeschnellt und
der Unterbrecherkontakt
.8, 33 wieder geöffnet. Der von der Kontaktfeder
7 zurückgeschleuderte oder von dem Eisenkern 3 mit dem U-förmigen Kopf- 15 angezogene
und wieder freigegebene Drehanker 6 wird durch die Feder z8 immer wieder in die
Anlagestellung an der Kontaktfeder 7 zurückgeführt, so :daß er nach einmal vorübergehend
geschlossenem Momentschalter i i pendelnd hin und her bewegt wird, wobei er schließlich
zwischen der Kontaktfeder 7 und der Anschlagfeder 31 hin und. her schwingt. Jedesmal,
wenn er gegen die Ko:ntaktfeder 7 schlägt, wird der Unterbrecherkontakt 8, 33 für
kurze Zeit gesthlossen und die - Primärwicklung 4 kurz durch Gleichstromimpuls erregt,
so daß der Eisenkern den Anker anzieht, @d. h. von der -Kontaktfeder 7 entfernt..
Die U-förmige Gestaltung des Kopfes 15 des Eisenkerns 3 bewirkt, daß die magnetischen
Kraftlinien des Eisenkerns 3 beim Schließen :des Primärstromkreises 14, 12, 4, 3:3,
8, Erde, den Winkelarm 16 des Drehankers 6 nicht nur von einer Seite, sondern von
zwei gegenüberliegenden oder mehreren Seiten erfassen und infolgedessen die Lagerung
des Drehankers 6 nicht einseitig beansprucht wird, sowie die damit zusammenhängenden
Reibungskräfte vermieden werden. Jedesmal, wenn die Primärwicklung 4 durch Schließung
des Unterbrecherkontaktes 8, 33 einen Gleichstromimpuls erhält, wird in der Sekundärwicklung
5 ein Induktionsstromstoß erzeugt, der beim Berühren der Leitung des Überwachungsstromkreises
13 über Erde abgeleitet wird, wobei der in der Sekundärwicklung 5 hochtransformierte
Stromstoß in denn Stromkreis: Pluspol der Batterie, Widerstand 12, Siekundäxwicldwng
5, IJberwachungsstromkreds 13, Berührungskörper, Erde, Minuspol der Batterie
zur Wirkung kommt und an der Berührungsstelle bzw: im Berührungskörper elektrische
Schläge erzeugt. Die Leitung des Überwachungsstromkreises 13 steht also nicht unter
dauerndem, stark gespanntem Strom, sondern erhält Stromstöße, welche durch Verstellung
des Stufen- oder Gleitwiderstandes ia schwächer oder stärker gestaltet werden können,
nur wenn :der Leitungsdraht des Ü:berwachungsstromkrei es. 13 von dem Vieh :berührt
wird. Da die Wicklungen 4 und 5 auf dem Eisenkern 3 wie ein Transformator wirken,
so sind die von der Primärwicklung 4 auf die Sekundärwicklung 5 induzierten Ströme
durch Hochtransformierung hochgespannt, aber mit niedriger Amperezahl, also ungefährlich
für Lebewesen, wie bei der Elektrisiermaschine. Wenn nun das hinter der Leitung
des Überwachungsstromskreises 13 befindliche Vieh den Draht berührt oder beleckt,
erhält es die hochtransformierten Schwachströme als elektrische Schläge und wird
von der Leitung verjagt. Wenn das.Vieh die Leitung einmal oder auch mehrmals berührt
hat und die elektrischen Schläge erhielt, meidet es die Leitung und beachtet sie
damit als Umzäunung, die es nicht überschreitet. Die Rückleitung aller Teile,der!
Artlage kann bei der Brührung über Erde erfolgen, um dadurch Leitungsmaterial zu
ersparen. Durch entsprechende Ausbildung der Wicklungen 4, 5 als Transformatorwicklungen
und Anpassung des Kondensators 9 zur Verstärkung der Stromstöße und Vermeidung der
Funkenbildung am Unterbrecherkontakt im Zusammenhang mit einer möglichst reibungsfreien
Lagerung des Drehankers 6 und der guten Isolierung des ortsfesten Kontaktes 33 des
Unterbrecherkontaktes 8, 33 kann die Stärke der Batterie und der Stromverbrauch
der Anlage in der Überwachungsstellung nach geschlossenem Dauerschalter io und-
nach vorübergehender Schließung des Momentschalters i i äußerst niedrig gehalten
werden. Es empfiehlt sich, den Strom aus etwa acht großen Trockenbatterien zu entnehmen,
die zu zweien parallel und zu vieren hintereinandergescbaltet werden, so daß eine
Spannung von 6 Volt entsteht, wenn jede Trockenbatterie etwa 1,5 Volt Spannung aufweist.
Die Anlage spricht an sich schon bei einer Taschenlampenbatterie an, so daß stärkere
Batterien weitgehend ausgenutzt werden können, bevor sie wieder aufgeladen oder
erneuert werden müssen.
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Als Umzäunung genügt eine an Holz- oder Eisenpfählen isoliert befestigte
Leitung, zu der auch vorhandener Draht oder Stacheldraht verwendet werden kann.
Als Rückleitung wird dann Erde benutzt. Ist die Erde schlecht, so kann an Stelle
der Erde eine zweite Leitung verwendet werden, die vom Minuspol der Batterie auch
als unisoliert in sich geschlossene Leitung für den Überwachungsstromkreis fortgesetzt
ist, wobei die beiden Leitungen des Überwachungsstromkreises 13 erst :durch
Berührung miteinander Ver-Bindung erhalten. Werden beide Leitungen gleichzeitig
berührt, so erfolgt durch Überbrückung der Leitungen mittels des Berührungskörpers
Schließung des Überwachungsstromkreises 13 und Austeilung der elektrischen Schläge.
Es können auch mehrere Leitungen in verschiedener Höhe isoliert angebracht und als
Rückleitung die Erde oder :eine weitere Leitung verwendet werden. Eine solche Umzäunung
verhindert das Ausbrechen von Vieh von einem Weideplatz bzw. aus einem Forst oder
das Eindringen von Wild auf ein Feld oder in einem Forst.
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Der Drehanker 6 kann während des Transportes durch ein von außen bedienbares
oder in die obere Deckplatte i des Funkeninduktors
einsteckbares
Sperrglied festgelegt werden, um ein unnötiges Pendeln des Drehankers zu verhindern.
Bei der Einschaltung des Funkeninduktors wird dies Sperrglied dann entfernt oder
ausgeschaltet.