-
Doppeltragwalzenroller für Bahnen aus Papier o. dgl. Die Erfindung
bezieht sich auf einen Doppeltragwalzenroller für Bahnen aus Papier o. dgl. mit
oberhalb der sich aufwickelnden Rolle ortsfest gelagerter Zuführungswalze und unterhalb
jener in senkrechter Richtung verschiebbar angeordneten, bis unter den Fußboden
absenkbaren Tragwalzen. Unter Tragwalzenrollern ider genannten Art muß eine Grube
angeordnet sein, in die die sich senkenden Tragwalzen eintreten können. Bei hochgefahrenen
Tragwalzen bildet diese Grube für die Bedienungsmannschaft eine Gefahrenstelle.
-
Um diese Gefahrenstelle zu beseitigen, weist der Doppeltragwalzenroller
nach der Erfindung eine Schutzwand auf, die die unter den Tragwalzen vorhandene
Grube verschließt, wenn sich die Tragwalzen oberhalb des Fußbodens befinden, und
sich in Abhängigkeit v en der Senkbewegung der Tragwalzen senkt, wenn die Tragwalzen
sich der Grube nähern oder in diese eintreten.
-
Es ist zwar bekannt, bei Doppeltragwalzenrollern eine Gefahrenstelle
durch eine Schutzwand zu verschließen, die in Abhängigkeit vom Durchmesser der Wickelrollen
ihre Stellung verändert. Dabei handelt es sich aber um Maschinen mit ortsfest gelagerten
Tragwalzen, also um Maschinen, bei denen das Erfordernis, eine im Boden vorhandene
Grube während des Betriebes wirksam abzudecken, nicht vorliegt. Die Schutzvorrichtungen
selbst stellen bei den bekannten Tragwalzenrollern einen Einlaufschutz dar. Sie
haben also die Aufgabe, zu verhindern, daß die Bedienungsmannschaft durch Unachtsamkeit
an der Papiereinlaufstelle gefährdet ist. Bei Tragwalzenrollern mit der Rolle von
oben her zulaufender Papierbahn ist dies die Stelle zwischen
Zuführungswalze
und der sich aufwikkelnden Rolle, bei Tragwalzenrollern mit von unten kommender
Papierbahn hingegen die Einlaufstelfe zwischen einer der beiden Tragwalzen und der
sich aufwickelnden Rolle.
-
Es tut dem Erfindungsgedanken auch keinen Abbruch, daß die vorbekannten
Schutzvorrichtungen zwangsläufig in dem Augenblick zur Wirkung kommen, in dem der
Tragwalzenroller anläuft. Da es sich bei ienen Vorrichtungen darum handelt, Unfallgefahren
während des Laufes der Maschine zu beseitigen, brauchen die Vorrichtungen auch erst
Nvährend des Laufes der Maschine wirksam zu werden. Sie würden nur stören, wenn
sie vorher in Arbeitsstellung gebracht würden.
-
Die den Gegenstand der Erfindung bildende Schutzvorrichtung hat mit
Lauf oder Stillstand der Maschine nichts zu tun. Sie muß immer wirksam sein, wenn
die Tragwalzen oberhalb des Fußbodens stehen, und zwar unabhängig davon, ob die
Maschine zu diesem Zeitpunkt läuft oder stillsteht. Sie ist im zweiten Falle vielleicht
wichtiger als im ersten, weil die Bedienungsmannschaft dann zum Einrichten an die
Maschine herantreten muß, während sie während des Laufes der Maschine aus Sicherheitsgründen
ohnedies sich in einem gewissen Abstand von der :Maschine aufhält.
-
Der Erfindungsgegenstand ist in den Zeichnungen in mehreren Ausführungsformen
dargestellt. -Bei der einen ist eine senkrecht stehende Schutzwand an der Tragwalzenstuhlung
befestigt, so daß sie sich mit den Tragwalzen hebt und senkt. Diese senkrechte Schutzwand
ist so groß, daß sie die unterhalb der Tragwalzen vorhandene Grube bei jeder Höhenlage
der Tragwalzen verschließt.
-
Bei einer anderen Ausführungsform ist eine längs der Innenwand der
Grube geführte Schutzwand vorgesehen, die durch Gegengewichte o. dgl. ständig nach
oben gedrückt wird, den sich hebenden Tragwalzen folgt und von den sich senkenden
Tragwalzen nach unten geschoben wird.
-
Eine weitere Ausführungsform der Schutzvorrichtung weist eine waagerechte
Schutzwand auf, die sich beim Aufwärtsgehen der Tragwalzen bis auf Fußbodenhöhe
hebt, dort durch Riegel in ihrer Lage gesichert und durch die nach unten gehenden
Tragwalzen wieder entriegelt und nach unten gedrückt wird.
-
Diese drei Ausführungsarten sind in den Abbildungen dargestellt, und
zwar zeigt Abb. i den Querschnitt durch einen Doppeltragwalzenroller mit einer an
der Tragwalzenstuhlung befestigten Schutzwand, Abb.2 die Vorderansicht der gleichen
Maschine, Abb.3 den Querschnitt durch einen Doppel -tragwalzenroller mit einer durch
Gewichte ständig nach oben gedrückten Schutzwand, Abb.4 den Querschnitt durch einen
Teil eines Doppeltragwalzenrollers mit einer waagrechten, den Tragwalzen beim Hochgehen
bis auf Fußbodenhöhe folgenden Schutzwand.
-
Abb. 5 die Vorderansicht eines Teils der gleichen Maschine.
-
Die auf dein Fußboden stehenden Maschinenwangen 1 tragen ortsfest
gelagert die Leitwalzen 2 und die lutmesserwalze 3, über die die Werkstoffbahn q.
der sich aufwickelnden Rolle 5 zugeleitet wird. Diese wird von den beiden Walzen
6 und 7 getragen, die in lotrechter Richtung verschiebbar angeordnet sind. Zu diesem
Zwecke ruhen sie auf Fortsätzen 8 von Hohlzylindern 9, die sich längs ortsfest gelagerter,
aufrecht stehender Stangen io führen. Die dem Heben der Tragwalzen dienenden 'Mittel
sind auf der Zeichnung nicht dargestellt. -Unterhalb der Maschine befindet sich
eine Grube i i, in die die Tragwalzen eintreten. wenn der Durchmesser der sich aut«-iclzelnden
Rolle sehr groß wird oder eine fertiggewickelte Rolle kleineren Durchmessers mittels
der Tragwalzen auf Fußbodenhöhe 29 hinabgesenkt werden- soll, damit sie aus der
Kaschine bequem ausgerollt werden kann.
-
In Abb. i und ;2 läuft von der vorderen Kantellinie der vorderen Tragwalze
eine Schutzwand 12 nach unten, an die sich zwei Querwände 13 anschließen, die mittels
der Zwischenstücke 1:4 und 15 an den Zylindern g der Maschine befestigt sind. Die
Schutzwand i2 schließt sich an die am Bedienungsstand vorhandene Grubenkante eng
an.
-
Die Höhe der Schutzwand ist so bemessen. daß die Grubenöffnung an
der Z'orderseite der Maschine auch bei höchster Lage der Tragwalzen verschlossen
bleibt.
-
In Abb. 3 ist die Schutzwand 12 zusammen mit den Querwänden 13 an
den Enden zweier über drehbar gelagerte Rollen 16 geführter Drahtseile 17 aufgehängt,
an deren freien Enden Gegengewichte 18 befestigt sind. die zusammen schwerer sind
als die Schutzwand. In den Querwänden 13 sind Aussparungen r9 vorgesehen, in die
die an den Hohlzylindern 9 befestigten Bolzen 14. hineinragen. Außerdem enthalten
sie Führungsrollen 20. die beim Heben und Senken der Schutzwand 1?, 13 in an den
Wänden der Grube i i befestigten Schienen 21 laufen. Durch die Gegengewichte 18
wird die Schutzwand 12. 13 ständig gegen die an den Zylindern 9 befestigten Bolz
in i -t gedrückt und folgt so den sich hebenden Tragwalzen 6, 7, während sie von
den sich senkenden Tragwalzen nach unten geschoben wird. Die um die Bolzen il herumgreifenden
Aussparungen
i9 in den Querwänden 13 und die Schienenei im Zusammenwirken mit den an der Schutzwand
befestigten Führungsrollen 2o ergeben eine zuverlässige Führung beim Heben und Senken
der Tragwalzen.
-
Die Abb. q. und 5 zeigen eine waagerechte, in ihrer höchsten Stellung
die Grube i i auf Fußbodenhöhe 29 abschließende Schutzwand 22, die auf einem Rahmen
23 befestigt ist. An den unteren Seitenteilen des Rahmens 23 sind zwei Drahtseile
17 befestigt, die über an den Seitenwänden der Grube ii drehbar gelagerte Rollen
16 geführt sind und an ihren freien Enden Gegengewichte 18 tragen,. die zusammen
schwerer sind als die Schutzwand 22 und der Rahmen 23. An den Zylindern 9 sind Bolzen
14 befestigt, an die sich die Schutzwand 22 unter dem Zug der Gewichte iS anlegt,
wenn die Tragwalzen eine tiefe Lage einnehmen. Die Führung .der sich auf und ab
bewegenden Schutzwand wird durch ,acht an dem Rahmen 23 gelagerte und in Führungsschienen
2i laufende Rollen 2o gesichert. Die höchste Lage der Schutzwand wird durch zwei
in der vorderen Innenwand der Grube fi befestigte, die Aufwärtsbewegung der Schutzwand
begrenzende Anschlagbolzen 2,4 bestimmt. In dieser Stellung wird die Schutzwand
22 durch zwei in den Seitenwänden der Grube i i verschiebbare, unter der Wirkung
von Druckfedern 28 stehende Riegel 25 gesichert, die sich unter den Rahmen
23 schieben. Die Riegel 25 sind mit Nuten 26 versehen, in die an den Zylindern 9
drehbar gelagerte Rollen 27 bei der Aufwärts- bzw. Abwärtsbewegung der Tragwalzen
eintreten. Im allgemeinen befinden sich die Riegel 25 unter dem Druck der
Federn 28 in ihrer vordersten Lage. Die Form der Nuten 26 ist so ausgebildet, daß
die Riegel 25 beim Abwärtsgehen der Tragwalzen 6, 7 durch die Rollen 27 gegen
die @#'irkung der Federn 28 zunächst zurückgeschoben, dann aber wieder freigegeben
werden, so daß sie dem Druck der Federn 28 folgend ihre vorderste Lage einnehmen.
Die Riegel 25 haben an ihrem vorderen Teil eine Abschrägung, so daß sie beim Aufwärtsgehen
der Schutzwand 22 durch die unteren Seitenteile des Rahmens 23 zurückgeschoben werden.
Nachdem die Schutzwand 22 ihre oberste Lage erreicht hat, schieben sich die Riegel
25 unter dem Druck der Federn 28 wieder in ihre vorderste Stellung. Diese Bewegung
wird im Falle des Versagens der Federn 28 zu einer zwangsläufigen durch das Zusammenwirken
der Rollen 27 mit den entsprechend geformten Nuten 26. Die Druckfedern 28 sichern
die Riegel 25 in ihrer vordersten Lage. Der Arbeitsgang ist folgender.
-
Zu Beginn der Wicklung befinden sich die Tragwalzen in ihrer höchsten
Lage. Die Schutzwand deckt die Grube i i völlig ab und ist durch die Riegel 25 gesichert.
Mit zunehmendem Rollendurchmesser bewegen sich die Tragwalzen nach unten. Kurz bevor
die an den Fortsätzen der Zylinder 9 befestigten Bolzen 14. die Schutzwand berühren,
werden die Sicherungsriegel durch die in die Nuten 26 der Riegel 25 eintretenden
Rollen 27 zurückgezogen. In dem Augenblick, da die Bolzen 14 die Schutzwand 22 berühren,
befinden sich die Riegel in ihrer hintersten Stellung, die Schutzwand kann mit dem
weiteren Absenken der Tragwalzen nach unten geschoben werden. Die Riegel
25 werden von den Rollen 27 wieder freigegeben und gleiten unter dem Druck
der Federn 28 wieder in ihre vorderste Lage. Nach vollendeter Wicklung und nach
Entfernen der Rolle werden die Walzen wieder hochgefahren. Die Schutzwand 22 folgt
unter dem Zug der Gewichte 18 nach, bis sie durch die festen Anschläge2q. auf Fußbodenhöhe
29 festgehalten wird. Während des letzten Teiles der Aufwärtsbewegung der Schutzwand
22 werden die Riegel 25 durch die unteren Seitenteile des Rahmens 23 zurückgeschoben
und, nachdem die Schutzwand ihre oberste Stellung erreicht hat, durch die Federn
28 bzw. durch das Zusammenwirken von den Rollen 27 mit den Nuten 26 wieder vorgeschoben,
so daß die Lage der Schutzwand in ihrer höchsten Stellung gesichert ist. Die die
Grube i i abschließende Schutzwand kann jetzt ohne Gefahr für die Bedienungsmannschaft
betreten werden.