DE733552C - Verfahren zum Umkristallisieren von Sprengstoffen - Google Patents

Verfahren zum Umkristallisieren von Sprengstoffen

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DE733552C
DE733552C DEW104000D DEW0104000D DE733552C DE 733552 C DE733552 C DE 733552C DE W104000 D DEW104000 D DE W104000D DE W0104000 D DEW0104000 D DE W0104000D DE 733552 C DE733552 C DE 733552C
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DE
Germany
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solvent
explosives
mixture
filter
explosive
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Expired
Application number
DEW104000D
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English (en)
Inventor
Dr Armin Rost
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WESTF ANHALTISCHE SPRENGSTOFF
Original Assignee
WESTF ANHALTISCHE SPRENGSTOFF
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Publication date
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Application granted granted Critical
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Expired legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
    • C06BEXPLOSIVES OR THERMIC COMPOSITIONS; MANUFACTURE THEREOF; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS EXPLOSIVES
    • C06B21/00Apparatus or methods for working-up explosives, e.g. forming, cutting, drying
    • C06B21/0091Elimination of undesirable or temporary components of an intermediate or finished product, e.g. making porous or low density products, purifying, stabilising, drying; Deactivating; Reclaiming
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
    • C06BEXPLOSIVES OR THERMIC COMPOSITIONS; MANUFACTURE THEREOF; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS EXPLOSIVES
    • C06B21/00Apparatus or methods for working-up explosives, e.g. forming, cutting, drying
    • C06B21/0008Compounding the ingredient

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

  • Verfahren zum Umkristallisieren von Sprengstoffen Es ist bekannt, Sprengstoffe dadurch zu stabilisieren, daß man sie in einem mit Wasser mischbaren Lösungsmittel, z. B. in Aceton, auflöst und sie dann aus -dieser Lösung durch Wasser wieder ausfällt. Hierbei können entweder dem Wasser oder der Lösung geringe Mengen alkalisch reagierender Stoffe zugesetzt _ werden, um .etwa vorhandene Säurespuren zu neutralisieren. Bei diesem Verfahren werden verhältnismäßig große Mengen Lösungsmittel gebraucht, bei deren Aufarbeitung .auch entsprechend große: Verluste eintreten. Häufig ist auch eine mehrfache Umkristallisation notwendig, um zu ci;nem genügend stabilen Produkt zu kommen.
  • Es wurde nun gefunden, daß man Sprengstoffe mit wesentlich geringeren Mengen Lösungsmittel umkristallisieren und stabilisieren kann. Erfindungsgemäß verfährt man so, daß ein Gemisch seines Nichtlösers, z. B. von-,Wasser, und eines mit dem Nichtlöser ganz oder teilweise mäschbar@en Lösungsmittels oder Lösungsmittelgemisches verwendet wird. Das Lösungsmittel, z. B. Aceton, muß- einen niedrigeren Siedepunkt als der Nichtlöser haben und kann diesem in verhältnismäßig geringen Mengen, z. B. in Mengen von etwa .5 %; zugesetzt werden. Dieses Gemisch wird so weit erwärmt, daß das Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch abdestilliert. Die Dämpfe werden zweckmäßig mittels eines Rückflußkühlers kondensiert und das warme Kondensat auf den umzukristallisierenden Sprengstoff, der sich auf einem Filter befindet, geleitet. Die hier entstehende Sprengstofflösung fließt durch das Filter, das alle unlöslichen Verunreinigungen zurückhält, in das erwärmte Gemisch des Nichtlösers mit denn Lösungsmittel oder Lösungsmittelgentsch zurück, wobei der Sprengstoff durch den Nichtlöser wieder ausgefällt wird. Durch Rühren kann die Korngröße des ausfallenden Sprengstoffes, willkürlich beeinflußt werden. Das zurückfließende Lösungsmittel wird wieder verdampft, gelangt im Kreislauf wieder zu dem Rückflußkühler, fließt von da auf den Sprengstoff und löst neue Mengen. Auf diese Art gelingt es, mit äußerst geringen lfIengen von Lösungsmitteln Sprengstoff umzukristallisieren. Dadurch wird nicht nur viel Lösungsmittel gespart, sondern gleichzeitig die Feuersgefahr stark herabgesetzt, was für die Verarbeitung von Sprengstoffen von ganz besonderer Bedeutung ist.
  • Um, mit dem Umkristallisierengleichzeitig eine Stabilisierung der Sprengstoffe zu verbinden, können dem Nichtlös:er alkalisch reagierende Stoffe, wie z. B. Ammoniak, Aminoniumcarbonat, Natriumcarbonat, Natriumbic.arbonat o. dgl., zugesetzt werden.
  • Man kann auch so verfahren, daß der Sprengstoff zusammen mit alkalisch reagierenden festen Stoffen auf das Filter gebracht wird. Diese alkalisch reagierenden Stoffe neutralisieren die beim Lösen des Sprengstoffs frei werdenden Säurereste.
  • Das Verfahren kann sowohl diskontinuierlich als auch kontinuierlich oder halbkontinuierlich ausgeführt werden. Man kann z. B. fortgesetzt neue Mengen des Stoffes auf das Filter bringen. Man kann außerdem auch so verfahren, daß ein Teil des Fällungsgemisches abgezogen, der darin suspendierte Sprengstoff abfiltriert und das Flüssigl-eitsgemisch wieder zurückgeführt wird.
  • Wenn sich in dem Flüssigkeitsgemisch viel Verunreinigungen angereichert haben, so kann es in an sich bekannter Weise, z. B. durch Destillation, aufgearbeitet werden. Die hiierbeieintretenden Verluste an Lösungsmitteln sind infolge der nur sehr geringen vorhandenen Mengen von Lösungsmittel und Lösungsmittelgemis.ch naturgemäß nur sehr niedrig.
  • Als Arbeitsmethode der präparativen organischen Chemie ist ein Umkristallisieren aus der Extraktionshülse bekannt. Auch hierdurch gelingt es, mit verhältnismäßig geringen Mengen an Lösungsmittel größere Mengen eines Stoffes umzukristallisieren. Das Verfahren der Erfindung stellt !eine Kombination dieser Arbeitsweise mit dem bekannten Umfällen aus einem Lösungsmittel durch einen Nichtlöser dar. Diese Kombination ist technisch noch nicht benutzt worden. Sie ermöglicht eine weitere beträchtliche Einsparung an Lösungsmittel, wobei außerdem die Feuersgefahr wesentlich vermindert wird. Dies ist für die Sprengstoffindustrie von größter Bedeutung. Dazu bietet die neue Arbeitsweise für Sprengstoffe noch den besonderen Vorteil, daß gleichzeitig eine Stabilisierung :erreicht und .eine geivünscbte Kristallform :eingestellt werden kann. Die@aufsteigenden Acetondämpfe werden kondensiert und in ein Extraktionsgefäß geleitet, in das in Anteilen von 2o Gewichtsteilen rohes 2, q., 6-Trinitrophenetol auf ein Filter eingetragen wird. Die Auflösung des Sprengstoffes durch das auffließende Aceton erfolgt augenblicklich. Die Lösung des Trinitrophenetols in Aceton fließt nach dem Durchgang durch das Filter zu dem Ligroin in das Destillationsgefäß, wo der Sprengstoff sofort ausgefällt wird. Die auskristallisierten gelblichweißen Nädelchen zeigen mit 78,5° den Schmelzpunkt des reinen Sprengstoffes. Beispiel 2 In einem Destillationsgefäß wird ein Gemisch von iooo Raumtei:en Wasser, 5o Raumteilen Aceton, 5 Gewichtsteilen Natriumbicarbonat und 5 Raumteilen 25%iges Ammoniak bis zum Sieden erhitzt. Die aufsteigenden Dämpfe werden zuerst aufwärts durch einen 75° warmen Kühler geleitet und dann in .einem abwärts führenden Kühler kondensiert. Das Kondensat gelangt in ein Extraktionsgefäß, in das in Anteilen von 2o Gewichtsteilen rohes Trimethylentrinitram:n auf ein Filter gebracht wird. Die entstehende Lösung des Sprengstoffes in Aceton fließt durch das Filter und durch einen am Boden des Extraktionsgefäßes befind:ichen siphonartigen Ablauf in das Destillationsgefäß, wo das Trim:ethylentrinitramin in säurefreiem Zristande ausgefällt wird. Es erweist sich bei der Stabilitätsprüfung als durchaus stabil. Beispiel 3 Beispiel i In einem Destillationsgefäß wird ein Gemisch von 5oo Raumteilen Ligroin und 5 Raumteilen Aceton bis zum Sieden erhitzt. In einem DestiNationsgefäß wird ein Gemisch aus iooo Raumtei:en Wasser, 5o Raumteilen Methyläthylketon, 5 G.ecvizhtsteileri N atriumbicarbonat und .5 RaumteLen 25 o;'oiges Ammoniak erwärmt. Die kondensierten Dämpfe läßt man in ähnlicher Weise, wie es in den anderen Beispielen beschrieben ist. auf rohes Pentaerythrittetranitrat fließen, das in Anteilen von 2o Gewichtsteilen in das Extraktionsgefäß .eingetragen wird. Aus der Lösung in Äthylnethylketon wird das Pentaerythtrittetranitrat durch das Wasser im Destillationsgefäß wieder ausgefällt. Der erbaltene Sprengstoff ist stabil.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE.: i. Verfahren zum Umkristalisieren von Sprengstoffen durch Lösen in einem Lö- sungsmittel und Ausfällen der Lösung mit einem Nichtlöser, dadurch gekennzeichnet. daß ein Gemisch eines Nichtlösers und eines mit dem Nichtlöser ganz oder teilweise -mischbaren Lösungsmittels oder I-ösun.gsmittelgemisches mit einem niedrigeren Siedepunkt als der Nichtlöser su hoch erwärmt wird, daß das Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch abdestilliert, daß die Dämpfe kondensiert rund auf den auf einem Filter befindlichen Sprengstoff geleitet werden und daß die entstehende Lösung des Sprengstoffes durch das Filter hindurch in das Gemisch .des Nichtlösers mit dem Lösungsmittel oder Lösungsmituelgemisch fließt, wo der Sprengstoff ausgefällt wird.
  2. 2. Verfahren zum Umkristallisieren und Stabilisieren von Sprengstoffen nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß dem Nichtlöser alkalisch reagierende Stoffe zugesetzt werden.
  3. 3. Verfahren zum Umkristallisieren und Stabilisieren von Sprengstoffen nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Sprengstoff zusammen mit alkalisch reagierenden festen Stoffen auf das Filter .gebracht wird.
DEW104000D 1938-07-27 1938-07-27 Verfahren zum Umkristallisieren von Sprengstoffen Expired DE733552C (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1028922B (de) * 1953-09-30 1958-04-24 Olin Mathieson Verfahren zur Herabsetzung der scheinbaren Dichte von amorphen Treibpulverkoernern
DE4200743A1 (de) * 1991-09-18 1993-04-01 Wasagchemie Sythen Gmbh Verringerung der korngroesse von kristallinem explosivstoff

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US5623168A (en) * 1991-09-18 1997-04-22 Wasagchemie Sythen Gmbh Reduction of the grain size of crystalline explosive
US5682004A (en) * 1991-09-18 1997-10-28 Wasagchemie Sythen Gmbh Apparatus for reduction of the grain size of crystalline explosive

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