DE73162C - Gewinnung von Kochsalz durch Abkühlung von Salzsoole - Google Patents
Gewinnung von Kochsalz durch Abkühlung von SalzsooleInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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- C01D—COMPOUNDS OF ALKALI METALS, i.e. LITHIUM, SODIUM, POTASSIUM, RUBIDIUM, CAESIUM, OR FRANCIUM
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- C01D3/06—Preparation by working up brines; seawater or spent lyes
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Description
Patentanwälte
C. Arndt, Dr.-ing. Bock,
Dr. phii. 5. Arndt,
Dr. phii. 5. Arndt,
Braunsc!v»veia.
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren, um durch Abkühlen von Salzsoole
Kochsalz zu gewinnen, und beruht auf der Erscheinung, dafs die oberhalb ·— 15 ° annähernd
horizontale Löslichkeitscurve des Kochsalzes unterhalb dieser Temperatur stark abfällt, und dafs sich bei dieser niedrigen Temperatur
reichliche Mengen von hydratisirtem Kochsalz von der Formel Na Cl- 2H2O ausscheiden.
Kühlt man die Lösung noch weiter ab, bis etwa auf den Erstarrungspunkt der gesättigten
Salzsoole, also bis auf —220, so entsteht
neben dem oben erwähnten Hydrat Na Cl ■ 2 H2 O noch ein anderes hydratisirtes
Natriumchlorid von der Formel Na Cl-10 H2 O.
Das erstgenannte Hydrat zerfliefst an der Luftunter Bildung einer gesättigten Salzsoole und
läfst einen Rückstand von nicht hydratisirtem Kochsalz. Das letztgenannte Hydrat hingegen
löst sich ohne Rückstand zu einer klaren Salzsoole auf.
Auf Grund dieser in der Physik bekannten Thatsachen hat nun der Erfinder das im
Nachstehenden beschriebene Verfahren zur industriellen Gewinnung von Kochsalz ausgearbeitet.
Gesättigte Salzsoole wird durch Kältemaschinen auf etwa —15 bis —20 ° abgekühlt,
d. h. bis auf diejenige zulässig niedrigste Temperatur, bei welcher eine bemerkbare Bildung
des wasserreichen Hydrates Na Cl -1 ο H2 O
noch nicht stattfindet, sondern nur das wasserärmere Hydrat Na Cl ■ 2 H2 O ausgeschieden
wird. Anstatt nun aber dieses Hydrat Na Cl- 2 H2O an der Luft oder durch Erwärmen
zerfliefsen zu lassen und durch Trennung der entstandenen Salzsoole von
dem Rückstande festes Speisesalz zu gewinnen, verfährt der Erfinder in der Weise,
dafs das wasserarme Hydrat nach der Entfernung aus dem Gefrierapparat direct in einen Trockenapparat übergeführt wird, durch
welchen man heifse Luft oder sonstige heifse Gase hindurchleitet. Man verbindet auf diese
Weise — und hierin besteht das Wesentliche des vorliegenden Verfahrens — mit
dem Gefrierprocefs gewissermafsen einen Verdampfungsprocefs, indem man das in dem
Natriumchlorid enthaltene Wasser austreibt, noch bevor es einen Theil des Kochsalzes
auflösen kann. Diese Behandlung mit heifser Luft oder erhitzten Gasen ist insbesondere aus
dem Grunde vortheilhaft, weil einerseits die Trocknung poröser fester Körper (hier des
Krystallbreies) durch die innige Berührung mit den Heizgasen bei weitem leichter von statten
geht, als das Verdampfen einer Lösung durch indirecte Wärmeübertragung, und weil andererseits
durch diesen mit dem Gefrierverfahren combinirten Verdampfungsprocefs die Ausbeute
von Kochsalz wesentlich erhöht wird. Wollte man nämlich das hydratisirte Natriumchlorid
an der Luft zerfliefsen lassen, so würden die darin enthaltenen 4OpCt1 Wasser nahezu x/4
des gesammten Kochsalzes in Lösung überführen, so dafs nur 3/4 des durch den
Gefrierprocefs erhaltenen Kochsalzes als wasserfreies Speisesalz gewonnen werden könnte.
Wenn man aber das Hydrat in der oben erwähnten Weise einem Verdampfungsprocefs unterzieht, so werden infolge der directen Berührung
der Heizgase mit dem Krystallbrei
unter sehr geringem Brennmaterialaufwande auch die übrigen 2 5pCt. des als Hydrat ausgeschiedenen
Kochsalzes erhalten.
Wesentlich bei diesem Verfahren des Trocknens von zweifach gewässertem Kochsalze ist
übrigens, dafs die bei der Berührung mit den heifsen Trockengasen zurückbleibenden 75pCt.
des Gesammtgehaltes an Kochsalz in fester Form die in Lösung gehenden 2 5pCt. des
Kochsalzes an einem Zusammenfliefsen zu einem Flüssigkeitsbade im gewöhnlichen Sinne
des Wortes, also an der Bildung eines Oberflächenspiegels, verhindern.
Das mit den zwei Molecülen Wasser in Lösung gegangene Kochsalz wird nämlich
durch seine Capillaranziehung zu dem in fester Form bei der Trocknung zurückbleibenden
Krystallgenppe von Natriumchlorid in letzterem zurückgehalten, kann daher von den Trockengasen
allseitig umspült werden und bietet letzteren eine verhältnifsmäfsig grofse Oberfläche
dar, welche für eine ökonomische Ausnutzung der in den Trockengasen enthaltenen Wärme
sehr wesentlich ist. Würde nämlich, wie dies bei den meisten übrigen in der Industrie verarbeiteten
hydratwasserhaltigen Salzen der Fall ist, beim Erwärmen auf höhere Temperatur eine Schmelzung der ganzen Salzmasse
eintreten, so würden die Trockengase nicht mehr durch das anfangs locker aufgeschichtete
feste Material hindurchstreichen, sondern nur noch auf den beim Schmelzen gebildeten
Oberflächenspiegel einwirken können. Diese Art der Ausnutzung wäre aber bei weitem
weniger günstig, als wenn das Trockengut während der ganzen Dauer der Operation in
fester Form verbleibt.
In der beiliegenden Zeichnung ist in den Fig. ι und 2 ein zur Ausführung des vorstehend
beschriebenen Verfahrens anwendbarer Apparat dargestellt, und zwar zeigt die Fig. 1
den Kühlcylinder nebst Zu- und Ableitungsrohren für die Soole im theilweisen Längsschnitt,
während die Fig. 2 einen Schnitt durch den Trockenapparat für das ausgeschiedene
Salz vorstellt.
' A ist das Soolereservoir, in welchem die von den Soolpumpen gelieferte Soole sich
sammelt und von welchem aus dieselbe nach Bedarf dem Apparat zugeleitet wird. Zur
Regulirung des Zuflusses dient der Hahn des Zuleitungsrohres a. Im Zuleitungsrohr α ist
der Wärmeaustauscher B eingeschaltet, welcher aus einem in ein Mantelrohr eingesetzten
Röhrenbündel besteht, durch dessen Rohrfläche der Wärmeaustausch zwischen zufliefsender
frischer und abfliefsender erschöpfter Soole stattfindet, indem die frische, möglichst
gesättigte Soole mit der im Bohrloch herrschenden Temperatur in den äufseren Mantelraum
eintritt, nach abwärts fliefst, während von unten bei b1 die kalte, theilweise erschöpfte
Soole durch das Innere der eingesetzten Röhrchen emporsteigt und so durch Contact mit den von der wärmeren Soole
umspülten Rohrwänden Wärme aufnimmt. Bei ά1 tritt die nun vorgekühlte Soole aus
dem Wärmeaustauschapparate aus und fliefst bei a1 in den Salzausscheider C, wobei sie
durch das fein gelochte Rohrende möglichst gleichmäfsig vertheilt wird. Bei &2 fliefst die
erwärmte schwache Soole ab und kann dem Bohrloche wieder zugeführt werden, um sich
neuerdings zu sättigen oder anzureichern.
Der Salzausscheider C besteht aus einem unten spitz zulaufenden Gefäfs, einer Verdampferspirale
D, einer Kälteerzeugungsmaschine und einer die Verdampferspirale umgebenden
Scheidewand JD1. Mit b ist das Ueberlaufrohr für erschöpfte Soole bezeichnet, in welchem
zur Unterhaltung einer gleichmäfsigen Circulation eine Pumpe eingeschaltet werden
kann, c ist das Ablafsrohr für ausgeschiedenes Salz, in welchem zur Weiterbeförderung des
letzteren eine Pumpe F eingeschaltet ist.
Die vorgekühlte, möglichst gesättigte Soole giebt bei längerer Berührung mit der Verdampferspirale
D so viel Wärme an diese ab, dafs ihre Temperatur bis auf etwa — 20 °
sinkt. Hierbei wird ein Theil des Salzes in Form des Hydrats Na Cl ■ 2 H2 O ausgeschieden
und in Form feiner Krystalle im Sammeltrichter E abgelagert. Die theilweise erschöpfte
Soole steigt zwischen der Scheidewand D1 und der Gefäfswand langsam wieder in die
Höhe und fliefst bei b in das Wärmeaustauschgefäfs B. Das im Trichter E sich sammelnde
Salz wird periodisch mittelst der Pumpe F abgezogen und in das Abtropfgefäfs G gepumpt.
Dasselbe ist mit einer Kippvorrichtung versehen, um das hydratisirte Salz leicht in
untergestellte Wagen schütten ■ und nach einem gewöhnlichen Trockenherd transportiren oder
aber direct in den Aufschutttrichter der Trockenmaschine schütten zu können. M ist ein um
eine verticale Achse drehbarer Haspel, der dazu dient, periodisch durch rasche Drehung die
Soole in kreisende Bewegung zu versetzen und dadurch das auf den Verdampferspiralen sich
absetzende lose Salz wegzuspülen und so die Spirale stets rein und für den Wärmeaustausch
geeignet zu erhalten. Die Verdampferspirale mufs zu dem Behuf so mit dem Compressor
und dem Condensator der Kältemaschine verbunden sein, dafs beim Reinigen der Spirale
durch einfaches Umstellen eines Wechselapparates dieselbe auf kurze Zeit zum Condensator
wird, worauf festsitzende Salzkrystalle sofort aufthauen und, unterstützt von der durch
den Haspel eingeleiteten rotirenden Strömung der Soole, abfallen und weggeschwemmt werden,
um sich im Trichter E des Salzaus-
scheiders zu sammeln und dann mit dem übrigen ausgeschiedenen Salz auf das Abtropfgestell
gepumpt zu werden.
Der Trockenapparat J besteht aus dem Aufschütttrichter H mit Vertheilerwalze und dem
eigentlichen Trockenapparat, in welchem in Etagen endlose Transporttücher horizontal so
angeordnet sind, dafs sie, über Walzen laufend, das zu entwässernde Salz langsam
von einer Seite zur anderen und von einer Etage zu der nächst tieferen führen. Auf dem Wege, welchen das auf den Tüchern
vertheilte hydratisirte Salz beschreibt, ist dasselbe einem in entgegengesetztem Sinne sich
bewegenden Strom von heifser, trockener Luft oder sonstigen heifsen Gasen ausgesetzt, welche
durch einen Ventilator L angesaugt werden. Die unter dem Apparate eintretende frische
Luft wird behufs Erhitzung gezwungen, vorerst einen Heizapparat K zu passiren und so
die zum Trocknen erforderliche Wärme vor ihrem Eintritt in den Apparat aufzunehmen.
Claims (2)
1. Verfahren zur Gewinnung von Kochsalz, darin bestehend, dafs man aus einer möglichst
gesättigten Soole in bekannter Weise durch Abkühlen das zweifach gewässerte
Kochsalz abscheidet und letzteres durch Ueberleiten bezw. Hindurchleiten heifser
Gase von dem Krystallwasser befreit.
2. Ein Apparat zur Ausführung des unter i. gekennzeichneten Verfahrens, bestehend aus
einem oben offenen cylindrischen Gefäfs (C) mit vorteilhaft konischem Boden, bei welchem
die Einwirkung des Kühlmittels auf die Soole innerhalb eines in den Apparat eingehängten, beiderseitig offenen Gefäfses
(D1), in welches die Soole oben einfliefst, stattfindet und die erschöpfte Soole
in dem Zwischenraum zwischen beiden Gefäfsen aufsteigt und von dort abfliefst,
wodurch eine Vermischung der erschöpften und der frischen Soole thunlichst vermieden
werden soll.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
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