DE73045C - Herstellung von Kautschuksurrogaten aus trocknenden Oelen und CMorschwefel - Google Patents

Herstellung von Kautschuksurrogaten aus trocknenden Oelen und CMorschwefel

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DE73045C
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    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08HDERIVATIVES OF NATURAL MACROMOLECULAR COMPOUNDS
    • C08H3/00Vulcanised oils, e.g. factice

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Description

<W 9ίαΧ$.
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Seit einer Reihe von Jahren kommen meist unter der Bezeichnung »weifse Faktis« verschiedene Präparate in den Handel, welche als Kautschuksurrogate eine weitverbreitete Anwendung finden, und die, wie bereits bekannt, durch Einwirkung von Chlorschwefel auf trocknende OeIe gewonnen werden. Sie enthalten 8 bis 10 pCt. Schwefel und etwa ebenso viel Chlor; nur von Frankreich und England aus sind bereits vereinzelt besonders geschätzte Muster mit geringerem Schwefelgehalt (6!/2 bis 7Y2 pCt.) in den Handel gelangt, über deren Gewinnung indessen nichts bekannt ist. Bringt man fette OeIe mit Chlorschwefel unter den Bedingungen zusammen, welche in der Literatur bereits mehrfach erörtert sind, so ergiebt sich, dafs die Mengen Chlorschwefel, welche nöthig sind, um ein OeI in ein trocknes, zerreibbares, nicht mehr klebendes Surrogat überzuführen, je nach der Natur der OeIe vollkommen verschieden sind. Hierauf ist bereits in dem D. R. P. Nr. 50282 von Sommer hingewiesen worden, in welchem sich auch schon eine Tabelle über die für verschiedene fette OeIe nothwendige Mengen Chlorschwefel findet. Die quantitativen Angaben dieses Patentes habe ich allerdings durchgängig als nicht zutreffend befunden, denn es gelang weder, wie dies a. a. O. behauptet wird, Leinöl mit 18 pCt., noch Baumwollsamenöl mit 20 pCt., noch Mohnöl mit 22 pCt. seines Gewichts an Chlorschwefel vollkommen fest zu machen, wie denn auch die erste Angabe einer älteren Angabe von Perra (Dingl. polyt. Journ. 151, 138) widerspricht, wonach Leinöl mit 25 Theilen Chlorschwefel eine feste, mit 1 5 bis 20 Theilen eine weiche Verbindung ergeben soll. Die Zahlen, welche ich als erforderlich fand, um wirklich trockne Faktis zu erzielen, sind folgende:
Leinöl mindestens 30 pCt. seines Gewichts an Chlorschwefel, Rüböl mindestens 25 pCt., Mohnöl mindestens 35 pCt., Hanföl mindestens 38 pCt. und Cottonöl mindestens 45 pCt. seines Gewichts an Chlorschwefel.
Auf diese Weise entstehen Faktis-Sorten, welche sich als identisch mit den marktgängigen schwefelreichen Producten erweisen, während schwefelärmere Producte so nicht zu gewinnen sind.
Es hat sich nun ergeben, dafs die zur Festmachung der sogen, trocknenden OeIe nothwendige Menge Chlorschwefel weit geringer ist, wenn man, statt von den ursprünglichen, von Jen vorher oxydirten Oelen ausgeht. Bekanntlich absorbiren die trocknenden OeIe, bei höherer Temperatur der Luft ausgesetzt, Sauerstoff, und zwar um so mehr, je gröfser ihr Gehalt an Glyceriden der Leinölsäurereihe ist. Die so durch Sauerstoffzufuhr in Glyceride der Oxyfettsäuren übergeführten Oelsorten können sämmtlich bereits mit 18 pCt. Chlorschwefel und weniger — je nach der Menge des aufgenommenen Sauerstoffs — in Faktis umgewandelt werden, ja, beim Leinöl gelang es sogar, diese Menge bis auf 10 pCt. Chlorschwefel zu verringern. Man erhält so Producte, welche nur 4Y2 bis 6Y2 pCt. Schwefel und etwa gleich viel Chlor enthalten, ohne im übrigen sich bedeutend von den Faktis des Handels zu unterscheiden. Wie diese sind sie krümelige, elastische Massen, welche von allen
Lösungsmitteln nur sehr spärlich aufgenommen werden, von alkoholischen Alkalilösungen aber bei längerem Kochen unter Verseifung gelöst werden.
Hierbei wird das Chlor aus ihnen eliminirt und es entstehen schwefelhaltige Fettsäuren, deren Schwefelgehalt etwa ebenso grofs wie der der zu Grunde liegenden Surrogate ist, sich dagegen als bedeutend kleiner erweist als der Schwefelgehalt der aus denjenigen Faktis gewonnenen Fettsäuren, welche aus frischen Oelen dargestellt wurden. Der technische Vortheil der Herstellung von Kautschuksurrogaten aus solchen Oxyfettsäureglyceriden liegt nun nicht so sehr in der Ersparung an Chlorschwefel, die immerhin auch ins Gewicht fällt, als darin, dafs diese schwefel- und chlorärmeren Producte bei der technischen Verwendung weit haltbarere Waaren liefern als diejenigen, zu denen die bisherigen Faktis Verwendung fanden. Während bei letzteren mit der Zeit der Kautschuk brüchig und schlecht wird, was man bisher auf die Anwesenheit von Säuren in Faktis schob, gelingt es mit den nach meiner Methode erhaltenen Producten, auch bei gröfserem Zusatz von Faktis Kautschukwaaren zu erzielen, welche unbegrenzte Zeit weich und geschmeidig bleiben. Die näheren Einzelheiten der Herstellung sind äufserst einfach. Die OeIe werden entweder an der Luft in offenen Kesseln auf 250 bis 3000 erhitzt, oder es wird zweckmäfsiger in geschlossenen Gefäfsen bei 150 bis 2000 ein lebhafter Luftstrom durch das OeI geprefst.
Der Zusatz von Mennige, Manganborat und anderen ähnlich wirkenden Sauerstoffüberträgern beschleunigt die Sauerstoffabsorption. Von Zeit zu Zeit werden kleine Proben mit der nöthigen Menge Chlorschwefel versetzt und die Hauptoperation erst dann unterbrochen, wenn diese Proben vollkommen fest erstarren. Alsdann läfst man erkalten und setzt unter Rühren die berechnete Menge Chlorschwefel zu. Nachdem zuerst glatte Mischung eingetreten ist, tritt bald starke Erwärmung auf und in kurzer Zeit gesteht das Ganze zu einer festen elastischen Masse, welche sich leicht zerkleinern läfst und, durch kurzes Liegen an der Luft von etwa überschüssigem Chlorschwefel und wenig Salzsäure und schwefliger Säure befreit, sofort gebrauchsfähig ist.
Verdünnt man das eingedickte OeI oder den Chlorschwefel oder beide mit Lösungsmitteln, wie Schwefelkohlenstoff, Benzin oder Petroleum, so wird der Eintritt der Reaction etwas verlangsamt, die auftretende Reactionstemperatur herabgesetzt und man erhält hellere und porösere Producte, welche aber fast keine Unterschiede zeigen.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Das Verfahren, trocknende OeIe, wie Lein-, Rüb-, Mohn-, Hanf- und Cottonöl, vor der Behandlung mit Chlorschwefel zu oxydiren, um schwefel- und chlorarme, nicht klebrige Kautschuksurrogate zu erzielen.
    0 H
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