-
Schaltungsanordnung zum Betriebe von drahtlosen Empfangsgeräten mit
wahlweise oberhalb oder unterhalb des Betriebswellenbereiches liegender Eigenwelle
des Antennenkreises Für Empfangsgeräte der drahtlosen -Nachrichtentechnik ist die
Verwendung aperiodischer Antennenkreise bekannt, die entweder mit einer Eigenwelle
unter- oder oberhalb des Empfangsbereichs arbeiten. Es ist auch schon vorgeschlagen
worden, die Eigenwelle des Antennenkreises wahlweise zu verändern und den Antennenkreis
des Gerätes umschaltbar auszubilden. Derartige .-#iiordnungen können dazu benutzt
werden, um am Tage Sender lautstark genug aufzunehmen und-' abends eine größere
Selektivität zu . erzielen `@ und damit benachbarte Störsender auszusieben. Im ersteren
Falle liegt die Eigenwelle unterhalb des jeweiligen Empfangsbereiches, während sie
sich im letzteren über diesem Bereich befindet.
-
an Hand der Abb. i werden diese Verhältnisse nachstehend erläutert.
Die Kurve i zeigt in Abhängigkeit von der Wellenläyige den Verlauf des Eingangswertes,
d. h. das Verhältnis der am Gitter des ersten Rohres liegenden Hochfrcquenzspannung
zur antennen-EMK, bei über dem Empfangswellenbereich liegender Eigen«#elle des Antennenkreises,
während die Kurve 2 die gleiche-Funktion für die Eigenwelle unter dem Empfangsbereich
darstellt. Es ist erkennbar, daß bei über dem Empfangswellenbereich liegender Eigenwelle
der Eingangswert mit wachsender Wellenlänge nur unwesentlich ansteigt, also praktisch
über den ganzen Empfangsbereich konstant bleibt. Bei unter der Empfangswelle liegender
Eigenwelle des Antennenkreises "hingegen nimmt der Eingangswert von den höheren
zu den niedrigeren Frequenzen ganz beträchtlich ab. Die Ursache dafür ist darin
zu suchen, da[.) bei Abstimmung des Antennenkreises auf höhere Frequenzen als die
Empfangsfrequenz die Antenne kapazitiv wirkt, so daß der Eingangswert in diesem
Bereich mit sinkender Empfangsfrequenz stark zunimmt. Deshalb muß zur Erzielung
eines noch ausreichenden Eingangswertes für höhere Frequenzen die Kopplung der Kreise
verhältnismäßig fest ausgebildet werden. Infolge der festen Kopplung ist die Trennschärfe
gering, jedoch werden die niedrigen Wellen gut übertragen. Infolge des gleichmäßigen
Verlaufs der Kurve i bei höherer Eigenwelle des Antennenkreises als die Empfangsfrequenz
kann hingegen eine lose Kopplung gewählt werden. Diese Betriebsart des Gerätes ist
demnach für die Fälle, wo es auf
große Selektivität ankommt, vorgesehen
worden, also insbesondere beim Empfang am i Abend, damit während dieser Zeit zahlreiche
auch dicht benachbarte Sender aufgenommen «erden können, deren gegenseitige Störungen
auf diese Weise ausschaltbar sind. Die andere Betriebsart mit niedriger Eigenwelle,
die, wie erwähnt, infolge der festen Kopplung nicht so trennscharf arbeitet, ergibt
höhere Eingangswerte für die kürzeren Wellen, was für den Empfang tagsüber wichtig
ist, da die Sender ohnehin nicht mit der gleichen Feldstärke wie am Abend am Empfangsort
aufzunehmen sind. Wegen der geringen Anzahl am Tag betriebener Sender ist außerdem
eine so große Selektivität wie am Abend nicht erforderlich.
-
Bei der Anwendung von auf verschiedene Eigenwellen umschaltbaren Antennenkreisen
werden jedoch Verstimmungen im Eingangskreis der Geräte verursacht, die sich einander
entgegengesetzt auswirken. Infolgedessen würde die für die eine Betriebsart geeichte
Stationseinstellskala im anderen Falle nicht mehr stimmen. Dieser Nachteil könnte
höchstens durch zwei getrennte Skalen behoben werden.
-
Die Erfindung besteht demgegenüber bei einer Schaltungsanordnung zum
Betrieb von drahtlosen Empfangsgeräten mit wahlweise oberhalb oder unterhalb des
Betriebswellenbereiches liegender Eigen-relle des Antennenkreises darin, daß die
beim Wechsel der, ; Eigenwelle des Antennenkreises verursachten Verstimmungen der
Eichung des Gerätes durch gleichzeitig zu- oder abgeschaltete Induktivitäten oder
Kapazitäten kompensiert werden. Auf diese Weise ist es möglich, mit einer einzigen
Stationseinstellskala für die verschiedenen Betriebsarten auszukommen, so daß deren
Vorteile praktisch überhaupt j erst verwertbar sind, denn die Voraussetzung dafür
ist, daß die Bedienbarkeit der Geräte durch die Anwendung der vorgeschlagenen Maßnahmen
nicht erschwert wird, -was aber ; die Erfindung vermeiden hilft.
-
Die Erfindung wird nachstehend an Hand der Abb.2 im einzelnen erläutert.
-
In -dem abgebildeten Ersatzschaltbild eines Empfängereingangs ist
mit i die Kapazirät des Antennensystems bezeichnet, -nährend der veränderliche Differentialkondensator
2 als Kopplungsglied zwischen dem Gerät und der Antenne dient. Zur Ankopplung der
Antenne an den Gitterkreis des ersten Rohres dient der Übertrager 3, während 4 den
Abstimmkondensator des ersten Kreises bildet. Der Zusatzkönden.sator 5 und die Induktivität
6 dienen als Ausgleichmittel für die Verstim-Inung-en des Gitterkreises durch den
Antennenkreis.
-
Die für den Betrieb mit hoher Eigenwelle nötige lose Ankopplung des
Antennenkreises an den Gitterkreis wird dadurch erzielt, daß nur der Teil 3"" der
Antennenkreisindttktivität mit der Gitterkreiswicklung 3r, gekoppelt ist. In diesem
Falle sind . die Schalter .7 und 9 geöffnet, während der Schalter 8 geschlossen
ist. Die Lage der Eigenwelle wird dann durch die zusätzliche Spule 3R bestimm:.
Beim Betrieb mit niedriber Eigenwelle liegen hingegen die umgekehrten Schalterstellungen
vor.
-
Der Zusatzkondensator ist entsprechend einem mittleren Wert der beim
Betrieb des Gerätes mit niedriger Eigenwelle vom Antennenkreis her in den ersten
Abstimtnkreis übertragenen Kapazität bemessen. Wird also das Gerät mit hoher Eigenwelle
betrieben, so wird die im ersten Kreis --c-fallende übertragene Kapazität durch
dic Zuschaltung der Kapazität 5 ersetzt. Die kurzschließbare Wicklung 6, z. B. ein
Kurzsc1ilußriiig, ist zweckmäßig mit der Abstimmkreisinduktivität 3U derart gekoppelt,
daß die induktive Verstimmung beim Betrieb mit niedriger Eigenwelle ausgleichbar
ist. In manchen Fällen kann auf diese Zusatzinduktivität verzichtet tverden, da
die induktive Verstimmung mitunter gering ist.
-
Der mit io bezeichnete Kondensator ist der Vollständigkeit halber
in die Schaltungsanordnung eingefügt worden- und hat den Zweck, die durch die jeweilige
Ausbildung der Antennen bedingten verschiedenartigen Antennenkapazitäten auszugleichen
und so einen gleichmäßigen Durchschnittswert der Antennenkapazität zu sichern.