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Vorrichtung zum Beseitigen von Paßdifferenzen Die Erfindung betrifft
eine auf dem Anlegetisch der Druckmaschine vorgesehene Vorrichtung zum Beseitigen
von auftretenden Paßdifferenzen, die sich aus der Veränderung des Papieres durch
physikalische Einflüsse, wie Feuchtigkeit und Temperatur, ergeben.
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Es ist eine bekannte Erscheinung, daß z. B. beim Ausführen von Mehrfarbendruck
-der Druckbogen nach jedem Druckvorgang zufolge der von der Druckfarbe aufgenommenen
Feuchtigkeit sich ausdehnt und demzufolge die einzelnen nacheinander aufgedruckten
Farben nicht genau aufeinanderpassen, also kein einwandfreies Druckergebnis erzielt
wird. Der gleiche Übelstand tritt ein bei durch Temperaturwechsel verursachte Feuchtigkeitsänderung
der Raumluft.
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Es ist bereits eine Vorrichtung zur Beseitigung dieser Paßdifferenzen
bekannt, die auf dem Anlegetisch des Bogenanlegers der Druckmaschine vorgesehen
ist. Sie besteht aus einer zur Tischfläche in der Höhe und seitlich verstellbaren,
aus zwei Teilen gebildeten fächerartigen Zunge, die so eingestellt werden kann,
daß die Seitenkanten des durch sie angehobenen, auf ihr und auf der Tischfläche
aufliegenden Bogens in die zu den Anlegemarken paßgerechte Lage gebracht werden
können. Diese fächerartige Zunge ist in der Mitte des den Anlegemarken zugeordneten
Anlegetisches vorgesehen, demzufolge der Druckbogen nur in der Mitte angehoben werden
kann. Bestehen aber die Paßdifferenzen nur, in der Förderrichtung gesehen, auf der
linken oder nur auf der rechten Seite des Druckbogens, so ist es mit dieser Vorrichtung
nicht möglich, diese Paßdifferenzen zu beseitigen. Dasselbe gilt, wenn auf der einen
oder anderen Seite des Druckbogens die Paßdifferenz größer oder kleiner ist als
auf dessen anderer Seite.
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Auch besitzt diese Einrichtung den Nachteil, daß die Vorderkante der
Zunge in einem größeren Abstande von den Anlegemarken endet, demzufolge beim parallelen
Anheben der Zunge der Bogen von den Anlegemarken nach hinten weggezogen wird. Ferner
ist die fächerartige Anordnung insofern nachteilig, als beim Ausspreizen der beiden
übereinander
angeordneten Zungenteile zwei verschiedene Auflageebenen
für den Bogen entstehen, so daß der Bogen ungleichmäßig angehoben wird. Auch kann
die seitlich verstellbare Zunge nur nach einer Seite verstellt werden, was aber
ein einseitiges Anheben des Bogei)# zur Folge hat. Alle diese Nachteile sollen durch
die Erfindung beseitigt «-erden, bei der e.uf eine fächerartige Zunge vollkommen
verzichtet wird.
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Gemäß der Erfindung sind auf dem Anlegetisch der Druckmaschine in
der Förderrichtung mehrere niit Abstand zueinander parallel nebeneinander vorgesehene
Leisten aus Blech o. dgl. angeordnet, die in der Höhe einstellbar und in die Ebene
des Anlegetisches versenkbar sind und die je für sich sowohl parallel über die Tischoberfläche
hebbar als auch mit Neigung zur Tischfläche, in der Förderrichtung abfallend oder
ansteigend. je nach Erfordernis für die Beseitigung der Paßdifferenz einstellbar
sind. Die Einstellung der Leisten kann während des Betriebes erfolgen.
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Die Vorrichtung nach der Erfindung ist auf der Zeichnung in einem
Ausführungsbeispiel dargestellt, und zwar zeigen: Fig. i die Vorrichtung an einem
Anlegetisch für Handanlage in Seitenansicht, Fig. 2 einen Querschnitt durch die
Vorrichtung senkrecht zur Förderrichtung, Fig.3 eine Draufsicht auf die Vorrichtung,
Fig. .t und 5 eine Steheinrichtung in Vorder- und Seitenansicht, Fig. 6 bis io verschiedene
Einstellmöglichkeiten mit der Vorrichtung.
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In dem Ausführungsbeispiel ist die Vorrichtung in Verbindung mit einem
Druckniaschinenanlegetisch für Handanlage zwisclten dem Stapeltisch i und der Druckmaschine
2 auf dem schrägen Anlegetisch 3 vorgesehen. Es ist selbstverständlich, daß die
`Torrichtung auch in Verbindung mit einem Anlegetisch für selbsttätige Bogenzuführung
vorgesehen werden kann, bei dem die Bogen z. B. durch Saugdüsen voni Stapel entnorninen
und mittels Förderbändern auf dem Anlegetisch 3 der Druckmaschine a zugeführt werden,
wobei diese Förderbänder mit ihrem oberen Truin in der Tischebene in Aussparungen
des Tisches laufen.
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An der Druckmaschine a werden die Bogen an Anlegemarken d. in bekannter
Weise ausgerichtet. ehe sie von den Greifern des Druckzylinders übernommen werden.
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Gemäß der Erfindung sind auf dem Anlegetisch 3, und zwar in der Förderrichtung
(Pfeil
A), mehrere Leisten 5, 6, 7 mit Abstand zueinander parallel nebeneinander
vorgesehen, die sich norinalenveise finit ihrer Oberfläche in einer Ebene mit der
Oberfläche des Tisches 3 befinden, also in Aussparungen des Tisches 3 vorgesehen
sind, und die je für sich
| Aienverstellbar gelagert sind, derart, daß |
| Leite für sich parallel zur Ebene de: |
| hes 3 gehoben (Big. 8 bis io), aber auch |
in einer -veigung zur liscneoene, entweaeiin der Fördereinrichtung abfallend (Fig.7)
oder ansteigend (Fig.6), eingestellt werden kann. Jede Leiste 5, 6. 7, gebildet
beispielsweise aus dünnem Blech, ist an einem Flacheisen befestigt und dieses wiederum
an zwei [J-förinigen Lagern 8, die gelenkig auf zwei Stempeln 9 sitzen, die unterhalb
des Anlegetisches gelagert sind. Zu jeder Leiste gehören also zwei Stempel 9, und
zwar ist ein Stempel im vorderen Teile und ein Stempel im hinteren Teile der Leiste
vorgesehen. Für jeden Stempel ist eine Stelleinrichtung vorgesehen. Diese besteht
(vgl. insbesondere F ig. .1 und 5) beispielsweise aus einem an einer Seite des Anlegetisches
3 angeordneten Stellrad io, dessen Spindel i i finit Flachgewinde versehen ist und
in ein Spindelrad 12 eingreift, ferner einer Steuerung 13, .die gelenkig am Spindelrad
12 einerseits und andererseits gelenkig an einer Seginentinitnehmerscheibe 14 befestigt
ist. Die Seginentscheibe 14 ist auf der Achse 15 frei beweglich gelagert und besitzt
einen Mitnehmer i6, der in eine Aussparung 17 des Stempels 9 eingreift. Die Drehbewegung
am Stellrad io wird somit zwangsläufig auf den Stempel 9 übertragen, mittels desseit
wiederum die Leiste höhenverstellt wird. Der Stempel 9 führt sich hierbei zwischen
seinen Lagern 18.
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Die Erfindung sieht weiterhin vor, daß durch das Anheben der Leisten
der dadurch gehobene Bogen hinter den Leisten, i:ach den Vordermarken d. zu, nicht
durchsinken kann, was bisher ein Wegziehen des Bogens von den Vordermarken zur Folge
hatte. Zit diesem Zwecke kann anschlieljend an jede der Leisten eine Verlängerung
3', 6', 7' vorgesehen werden, die feinspielend scharnierartig an die Leisten 5,
6, 7 angelenkt :find, so dal., die Spitze der Verlängerung beine Heben der Leiste
mit dein Anlegetisch in Berührung bleibt, wie dies in größerem 3laßstabe über der
Fig. i dargestellt ist. Die Verlängerung der Leiste bildet somit eine Brücke für
den angehobenen Bogen, der somit nicht durchsinken kann. Die Brücke kann auch dadurch
gebildet werden, daß eine in den Anlegetisch versenkbare Querleiste -mit schräger
Oberfläche vorgesehen wird, die von unten nach oben verstellbar ist, wobei die Schräge
nach vorn abfallend ist.
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Die Beseitigung der Paßdifferenzen mit der Vorrichtung nach der Erfindung
geschieht wie folgt:
Sind Paßdifferenzen auf beiden Seiten des Druckbogens
in der Bogenquerrichtung festgestellt worden, die beiderseits gleichmäßig oder ungleichmäßig
in Erscheinung treten, so können diese behoben werden, indem die beiden Leisten
5 und 7 gleichmäßig oder ungleichmäßig mehr oder weniger gehoben werden, wodurch
der Druckbogen r g (strichpunktiert, in Fig. 3) in der Breite an beiden Seiten gleichmäßig
oder auf der einen Seite mehr und der anderen Seite weniger verkürzt wird. Bei nur
geringen, gleichmäßig auf beiden Bogenseiten aufgetretenen Paßdifferenzen genügt
es, nur die mittlere Leiste zu heben. Bei in der Bogenlängsrichtung (Förderrichtung)
aufgetretenen Paßdifferenzen wird entsprechend durch Schrägeinstellung der Leisten
verfahren, wodurch der Bogen an den Anlegemarken zurückgenommen oder vorgeschoben
wird, je nachdem ob die Leisten ansteigend oder abfallend eingestellt werden. Sind
Paßdifferenzen nur auf der in der Förderrichtung rechten Bogenseite festgestellt
worden, so können diese je nachdem durch gleichmäßiges Heben der Leiste 5 oder Schrägeinstellen
dieser Leiste behoben werden; entsprechend ist mit der Leiste 7 zu verfahren, -wenn
auf der linken Bogenseite Paßdifferenzen zu beseitigen sind. Hierbei kann auch die
mittlere Leiste 6 mit zu Hilfe genommen werden. Der Bedienungsmann kann sich also
der Leisten je nach Bedarf bedienen und ist in der Lage, durch entsprechende Einstellung
derselben alle erforderlichen Korrekturen zur Beseitigung von Paßdifferenzen vorzunehmen-.
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Nach der Einstellung der Leisten liegt der Druckbogen i9 nicht mehr
plan auf dem Anlegetisch 3, sondern es werden geringe Wölbungen des Druckbogens
hervorgerufen und die Ecken des Druckbogens an der Greiferkante je nachdem etwas
zurückgenommen oder vorgeschoben. Durch die Verwendung der Vorrichtung wird die
Arbeitsweise der Anlegemarken in keiner Weise verändert oder beeinträchtigt. Die
Wölbungen im Druckbogen verlieren sich beim Abrollen des Druckzylinders durch- den
beim Übertragen des Druckbildes entstehenden Gegendruck des Gegendruckzylinders,
was dadurch begünstigt wird, daß das Papier beim Bedrucken Feuchtigkeit aufnimmt
und dadurch widerstandsloser und nachgiebiger ist.