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Schuhwerknähmaschine Die Erfindung betrifft eine Schuhwerknähmaschine;
insbesondere eine Kettenstichdurchnähmaschine, die :den hohen Anforderungen der
Technik entsprechend mit einem Kurbelgetriebe für den Nadelstangenantrieb ausgerüstet
ist, das die Nachteile der stark belasteten, durch Kurven angetriebenen Werkzeuge
beseitigt. Das Getriebe arbeitet so, däß in bekannter Weise eine absolute oder angenäherte
Ruhepause der Nadel in ihrer untersten Stellung gewährleistet ist. Dasselbe Getriebe
bewirkt außerdem :den Abhub des automatischen Stoffdrückers beim Stillsetzen :der
Maschine und den Antrieb für die Beinadel sowie den Zeitpunkt, in dem die Momentbremse
zur Wirkung kommt, um eine Stichzahl von beispielsweise zöoo Stichen in :der Minute
zu ermöglichen. Dies geschieht am besten ohne Kurve für :die sehr stark belastete
Nadel, die durch eine harmonisch umgeformte Exzenterbewegung ersetzt ist, wodurch
ein ruhiger Lauf der Maschine bei hoher Umdrehungszahl gewährleistet wird. Nadelantriebe,
die durch eine Kurbel getätigt werden, sind bekannt. Der Kurbelzapfen greift mittels
einer Rolle in einen Kulissenhebel, um von hier aus in abgeänderter Bewegungsform
die Nadel anzutreiben. Dies bedeutet, praktisch gesehen, nichts anderes als einen
umgekehrten Kurvenantrieb, bei dem die Rolle die treibende Kraft übernimmt. Die
Kurvenrolle weist nur eine Linienberührung auf und ist ganz besonders durch die
fortwährende ;Änderung der Drehrichtung einem sehr großen Verschleiß unterworfen.
Eine andere Antriebsart verbindet die Kurbel durch eine Pleuelstange mit einem an
der Nadelstange beweglich gelagerten N adelhubregulierhebel. Um hier die Ruhe für
das Einlegen des Fadens in den Nadelhaken und die Länge des Nadelhubes zu bewirken,
sind an der Nadelstange Anschlagnocken vorgesehen, gegen die der Na-delhubregulierhebel
stößt, um im begebenen Zeitpunkt die unter Bremswirkung stehende Nadelstange zu
bewegen. Diese Maschine erzeugt großen Lärm bei Nichteinhalten der
,vorgeschriebenen
Bewegung für die '-1Tadelstange. Hierbei ,wird zuv fiel Faden gezogen, was eine
lose Stichbildung zur Folge hat. Die Nadel durchdringt andererseits .das Material
mehr, als notwendig ist, so daß ein Teil der vorgeschriebenen Ruhe in eine Weiterbetvegung
verwandelt wird und das genaue Einlegen des Fadens in den Nadelhaken nicht erfolgen
kann. Reißen des Fadens ist hier das unausbleibliche Ergebnis. Es sind Treib-und
Bremsvorrichtungen bekannt, die nur eine verhältnismäßig geringe Drehzahl zulassen.
Diese gehen in der Regel bis etwa 5oo bzw. 6oo Umdr./Min.. Eine Erhöhung der Drehzahl
würde ihre Vernichtung bedeuten.
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Bei einer anderen bekannten Anhaltevorrichtung fehlt eine Einrichtung
zur Drosselung der Drehzahl von hoher auf geringe Drehzahl.
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Eine andere Anhaltevorrichtung ist derart schwer einzustellen, daß
der Schuster nicht in der Lage ist, eine einwandfreie Einstellung vorzunehmen. DieseAnhalteeinrichtungmacht
nach Loslassen des Fußhebels noch etwa sechs Stiche, was zuv fiel ist.
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Eine ebenfalls bekannte Treib- und Bremsvorrichtung stellt eine Maschine
für sich dar, die nur an -Mietmaschinen verwendbar ist, ,la sie an Kaufmaschinen
viel zii teuer sein würde.
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Endlich ist auch eine Maschine bekannt, bei der die Nadelstange ebenfalls
durch eine sich gleichförmig bewegende Kurbel angetrieben wird, die durch eine Stange
auf einen Kniehebel wirkt, der seinerseits mit dem Drückerfußantrieb in Verbindung
steht. Die Verstellung der Nadelstangenbewegung und damit eine Beeinflussung der
unteren Ruhelage der Nadel erfolgt hier nicht von derselben 1iurbel aus, sondern
sie wird. durch die veränderte Werkstiickdicke über den hriicl:erfußantrieb durch
Verstellen des Kniehebels bewirkt. Die Ruhelage der Nadel ist deshalb nicht immer
einwandfrei.
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Bei der Maschine nach der Erfindung erfolgt der Antrieb der Nadel
durch ein besonders ausgebildetes Kurbelgetriebe. Die gleicliförmigeKurbelbewegungwird
über eine zweiteilige liurbelstange, deren beide Teile gelenkig miteinander verbunden
sind, auf den Nadelstangenantriebshebel übertragen !in-1 durch von -derselben Kurbel
angetriebene, auf das Kurbelstangengelenk zwecks Änderung der Winkelstellung der
leiden `feile zueinander ,wirkende Steuerglieder abgeändert. Dieses Getriebe ermöglicht
eine lange Ruhe der Nadel in ihrer unteren Lage, die z. B. 6o° der Kurbelbetvegung
betragen kann. Das Einlegen des 1.'a@lelis in clen \a#lellialcen kann also finit
großer Sicherheit erfolgen. Dabei geschieht ,die Steuerung der Nadelstangenbewegung
ganz. unabhängig von der jeweiligen Werkstückdicke, sie ist also gleichmäßig. Von
diesem Getriebe aus wird außerdem der automatische Abhub des Stoffdrückers beim
Stillsetzen der Maschine sowie der Antrieb für die Beinadel abgeleitet. Der automatische
Abhub des Stoffdrückers kann nur in Abhängigkeit von der Antriebskupplung der Nähmaschine
und diese wiederum nur in Abhängigkeit von -der Maschinenstellung in ihrer stillsetzenden
Wirkung getätigt werden. Die Bremswirkung von hoher auf geringe Umdrehungszahl wird
beispielsweise bei :2oo Umdrehungen durch einen Fliehkraftregler aufgehoben, so
daß bei dieser geringen Umdrehungszahl nur die Einrichtung zur Wirkung kommen kann,
die die Maschine an einer bestimmten Stelle, Nullstellung genannt, stills@etzt,
um einzelne Stiche mit Sicherheit ausführen zu Können. Die Treib-und Bremsvorrichtung
ist in einfacher und übersichtlicher Weise aufgebaut. Dieselbe besteht aus einem
zweiseitigen Konuskörper mit Pappebelag, einem Rollenhebel mit Knickhebel zum Antreiben
und Stillsetzen der Maschine, einem Rollenhebel mit Knickhebel zum Antreiben und
Drosseln der Umdrehungszahl von hoher auf geringe Drehzahl, einem Zwischenglied
für die gemeinsame und differentiale Steuerung der Rollenhebel. Ein Fliehkraftregler
steuert ülxr einen dreiarmigen Hebel und zwei Knickhebe- die .beiden Rollenhebel.
Der die Drosselung der Drehzahl herbeiführende Rollenhebel ,wird durch einen F-zzenterbolzeii
mit Rolle am dreiarmigen Hebel .eingestellt, während der das Stillsetzen der Maschine
herbeiführende Rollenhebel an seinem oberen Ende ebenfalls durch einen E--,.zenterbolzen
mit Rolle eingestellt wird. Der unter Knickliebelwirkung stehende Breinsliebel kann
innerhalb einer bis zweier Umdrehungen die -Maschine auf geringe Touren .bringen,
so daß die Stillsetzung in bekannter Weise durch eine im Bremskonus .befindliche
Kurve erfolgen kann. Der Antrieb erfolgt unter dem Druck zweier Kurvenrollen, die
unter differentialer Wirkung den Konuskörper in die Antriebsscheibe drücken und
so mit Sicherheit die Kurvenrollen gleich stark belasten. Bei berschreiten der Nullstellung
oder Ruhestellung der Maschine um einen bestimmten @Veg -fällt der bereits abgehobene
Stoffdrücker wieder nach unten, indem er den Zusammenhang mit seinen Antriebsteilen
verliert. Der automatische Abhebweg erfolgt also nur in der für ihn vorgeschriebenen
Länge. Das Abheben des Stoffdrückers zwecks Vorschiebens des M7erkstiicl:es erfolgt
durch ein an sich
bekanntes, die Stoffdrückerstange für Axialbewegungen
in beiden Richtungen während' der Stichbildung verriegelndes Rollengesperre, das
jedoch erfindungsgemäß zusammen mit dem Antriebsgestänge durch eine gemeinsame Verstellung
,gesteuert wird. Die Maschine kommt zum Stillstand, nachdem der letzte Stich angezogen
ist und die Begleitnadel den Nadelhaken zwecks Aushängens der Fadenschlinge freigegeben
hat. Die Maschine ist derart aufgebaut, daß kein Getriebe in das Kräfteverhältnis
eines anderen selbständigen Getriebes eingreifen kann.
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Der Gegenstand der Erfindung ist in der Zeichnung beispielsweise dargestellt.
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Fig. i zeigt einen Schnitt durch das Ölgehäuse mit seinen Antriebs-
und Nähwerkzeugen, Fig. 2 einen Schnitt durch das doppelseitig wirkende Klemmgehäuse
für das Abheben des Stoffdrückers während des Nähvorganges, Fig. 3 eine Ansicht
der Nähwerkzeuge. Fig. 4 gibt eine Darstellung der unter differentialer Wirkung
stehenden Kupplungshebel.
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Fig. 5 zeigt das Nadelgetriebe, Fig. 6 die Nadelhubregelung, Fig.7
die automatischen Stoffdrückerabhubteile.
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Fig. 8 den Beinadelantrieb und Fig. 9 die Sperrvorrichtung für Kupplung
und automatischen Stoffdrückerabhub. Gemäß der Erfindung ist für .den Nadelantrieb
eine Kurbeh i vorgesehen (Fig. i und 5), die ihre Bewegung über eine zweiteilige
Kurbelstange 2 und 3 an den Nadelstangenantriebsiliebel 4 abgibt, der mit dem oberen
Auge des Kurbelstangenteiles 3 den gemeinsamen Lagerzapfen 4"' an einem in senkrechter
Richtung bewegbaren Schieber hat, ferner ein doppelarmiger Hebel s, der mit zwei
Laschen 6 und 7 eine Verbindung von .der Kurbel 1 zum Kurbelstangengelenk z' zwecks
Steuerung desselben herstellt. Durch die Steuerung des Kurbelstangengelenkes 2'
wird in der unteren Kurbelbahn ,eine Ruhe von beispielsweise 6o° für die in der
tiefsten Stellung stehende Nadel erreicht. Dieselbe ist für das Einlegen des Fadens
in den Nadelhaken durch den in der Hornspitze befindlichen Schlingenwerfer notwendig.
Die Kurbelbewegung beginnt 30° vor ihrer tiefsten Stellung, die senkrechte Bewegung
des Schiebers mit dem Lagerzapfen 4"' durch das von ihr gesteuerte Kurbelstangengelenk
2' zu vernichten. Diese, Bewegungsvernichtung hält Abis 3o° nach dem tiefsten Kurbelpunkt
an, so daß also 6o° Kurbelweg für den Schieber mit Lagerzapfen 4"' ohne jede Wirkung
bleibt. Das eine Ende 4' des Nadelstangenantriebshebels 4 steht durch eine Lasche
8 mit der Nadelstange 9 in Verbindung, während das andere Ende 4" durch einen Gleitstein
io oder eine Rolle in einer in ihrer Schräglage verstellbaren Kulisse ii sich auf
und ab bewegt (Fig. 1,-5 und 6). Die Schräglage -der Kulisse ii bewirkt,die Länge
des h,Tadelhubes und wird durch die Stoffdrückerstange 12 und die eingestellte Stichlänge
bestimmt (Fig. 1, 3 und 6). Eine an der Kulisse i i drehbar angelenkte Spindel 13
mit Kitzel 14 (Fig. 6) steht mit einer Zahnstange 15 in Verbindung, .die ihren Antrieb
vom Stichstellhebel erhält. Bei einer Vorschubverstellung wird also die Spindel
13 in Drehung versetzt, während .dieselbe bei einer Materialstärkenänderung nur
eine axiale Bewegung ausführt. Die Materialstärkenunterschiede werden von einer
an der Stoffdrückerstange 12 befestigten, in ihrer Höhenlage einstellbaren Zahnstange
17 über Zahnrä,der 18 und i9 und eine Gewindebüchse 2o über :die sich nicht drehende
Spindel 13 der Kulisse i i vermittelt. In diesem Falle wird die Spindel 13 ebenfalls
angezogen bzw. abgestoßen. Die Einstellung der Zahnstange 17 'ist für die Nadelhubfeineinstellung
vorgesehen.
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Am waagerecht liegenden Arm des Nadelstangenantriebsheb.els 4 ist
ein doppelarmiger Hebel 79 gelagert, der naturgemäß an dessen Bewegung teilnimmt
(Fig. 1, 3 und 8). Der eine Hebelarm ist durch einen Lenker 8o mit einer - A.bwinkelung
,des Hebels :z der zweiteiligen Kurbelstange für den Nadelantrieb derart verbunden,
daß er eine voreilende Bewegung gegenüber dem senkrecht beweglichen Schieber mit
Lagerzapfen 4"' des Nadelstangenantriebsliebels 4 ausführt. Der andere Endpunkt
des doppelarmigen Hebels 79 ist .mit dem Lagerklötzchen 81 für -die Beinadel 82,
in einem Langloch der Verbindungslasche nachgiebig verbunden, das entsprechend der
Be-,vegungsumkehrung gegenüber der Nadelstange 9 eine nacheilende Bewegung ausführt.
Diese Antriebsart hat gegenüber den bekannten Ausführungen .den Vorteil, ,daß erstens
die Bremse und zweitens die hierdurch bedingten lärmverursachenden Bewegungsendanschläge
in Wegfall kommen. Das Niederhalten der Beinadel 82 wird durch eine Verdrehungsfeder
81' bewirkt (Fig. 3). Es ist .bekannt, daß bei weichem Werkstoff, z. B. Filz, und
sehr starker Werkstoffdicke die Beinadel 82 durch die sehr stark gespannte Verdrehungsfeder
8i' eine ganz beträchtliche Tiefe mit in .das Werkstück gestoßen wird, was zur Folge
hat, daß die Nadel aus ihrer Bewegungsbahn verdrängt wird und hierdurch auf der
Hornkappe -zu Bruch kommt. Um dies zu vermeiden, ist
an der Stoffdrückerschiene
i2 ein einstellbarer Anschlag 83 vorgesehen, der die Beinadel 82 in dem Augenblick
festhält, wenn ,dieselbe mit dem Werkstück in Berührung kommt (Fig:3).
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Die Treib- und Bremsvorrichtung besteht in an sich bekannter Weise
aus einem zweiseitigen Konus 52 mit Pappebelag, der auf der einen Seite in die Antriebsscheibe
53 und auf der anderen Seite zwecks Bremsung in einen fest am Maschinengestell gelagerten
Hohlkonus 54 eingreift (Eig. i). Das axiale Verschieben des Konuskörper s 52 in
die Antriebsscheibe 53 erfolgt durch zwei Rollenhebel 5o und 55, die ihren Antrieb
durch die in Knickstellung schwingenden Knickhebel 56, 57, 58 und 59 erhalten (Fig.
i und 4.). Die beiden Knickgelenke werden kugelig durch ein Zwischenglied 6o verbunden,
in dessen Mitte die Fußhebelzugstange 61 angreift (Fig. 4). Eine an dem Zwischenglied
6o angreifende Zugfeder 62 hat das Bestreben, die Knickhebel 56, 57 und 58, 59 in
die Strecklage zu bringen. Beide doppelarmigen Rollenhebel So und 55 haben beim
Loslassen des Fußhebels durch die an .den zwei Knickli.ebeln angreifende Zugfeder
62 ,die Möglichkeit, beide Rollen 63 und 64 der doppelarmigen Rollenhebel
50 und 55 mitsamt dein Konuskörper 52 in Bremsstellung zu bringen. Dies kann
jedoch zunächst nur von dem Rollenhebel 55 bewirkt werden, da der andere Rollenhebel
5o durch einen Fliehkraftregler 65 über die Teile 77, 77', 56, 56' und 57 daran
gehindert wird. Die Flieligewichte schieben den am Regulierhebel ; 7 wirkenden Regulatorstift65'
entsprechend der zu- oder abnehmenden Geschwindigkeit nach oben oder nach unten
(Fig. i). Der Regulatorstift steht unter Knickhebelwirkung und kann den Regulatorhebel
77 selbst bei größerer Belastung leicht und sicher bewegen. Der die Bremswirkung
ausübende Rollenhebel 55
mindert durch den Bremskonus 52 den hiermit in Verbindung
stehenden Fliehkraftregler 65 in seiner Geschwindigkeit und Fliehkraft in ganz kurzer
Zeit derart herab, daß bei geringer Umdrehungszahl der Maschine der Rollenhebel
So in bekannter Weise sprungartig vom Fliehkraftregler 65 freigegeben wird. Da bei
hoher Geschwindigkeit der Maschine der Kniehebel 56, 57 vor Loslassen des Fußhebels
mit seinem Verbindungsgelenk nach unten durchgedrückt ist, ähnlich der Hebelstellung
58, 59 in Fig. i, so ist die abgewinkelte Sperrnase 56' des Hebels 56 nach
rechts aus dem Schwingbereich des Regulatorliebels 77 bewegt. Der Regulatorstift
65' steht bei hoher Geschwindigkeit der Maschine in seiner höchsten Lage, während
der Regulatorhebel 77 ständig am Regulatorei 65' anliegt, was -der tiefsten Stellung
des Regulatorhebelarmes .77' entspricht. Die Stirnseite des Armes 77' steht bei
hoher Drehzahl der Stirnseite der Sperrnase 56' gegen-Über. Wird nun durch Loslassen
des Fußhebels die treibende Kraft durch die Brernswirl:ung des Konuskörpers 52 im
Hohlkonus 54 abgelöst, so legt sich gleichzeitig die Sperrnase 56' des Knickhebels
56 gegen die Stirnfläche des Regulatorhebelarmes 77'. Der Regulatorstift 65' wird
bei der abnehmenden Urndreliungszahl der Arbeitswelle nach unten geschoben, wodurch
der Regulatorhebelarm 77' unter Gleiten an der Stirnfläche der Sperrnase 56' sich
nach oben bewegt. Bei etwa Zoo Umdr.J'.L\Tin. ist der Regulatorbebelarrn
77' so weit nach oben geschwenkt, daß die Sperrnase 56' nach links abspringen
kann und die Knickhebel 56, 5" durch die Federn 62 in die Strecklage gebracht werden.
Der Rollenhebel 50 steht nun durch die Knickhebel 56, 57 starr mit seiner
Rolle 63 im Bereich .der Konuskurve 51, die die Maschine unter Mitwirkung
der Rolle 63 und des Hohlkonus 54 sofort stillsetzt. Dies wird nun zunächst abermals
verhindert, und zwar durch einen unter Federwirkung stehenden Sperrliebel66, der
auch für den automatischen Stoffdrückerabhub von Wichtigkeit ist (Fig. i. c91).
Werden die Hebel 56 und 57 in Knickstellung gebracht, so läuft die Maschine, wobei
die Anschlagnase 57' nach rechts aus dem Bereich des Sperrhebels 66 schwenkt. Der
Sperrliebe166 kann sich nun in seiner Aufundabbewegung an der Anschlagnase 57' vorbeibewegen.
Die untere Bewegungsphase des Sperrhebels 66 wirkt als Stütze für die Anschlagnase
57', die so lange in T:itigkeit bleibt, bis die Kurve 51 mit genügender Sicherheit
die Rolle 63 passiert hat. Hiernach schnappt die Anschlagnase 57' von dem sich nach
oben bewegenden Sperrfinger 66 ab und bewegt sich somit nach links. Der Knickhebel
56, 57 ist nun in Strecklage gesprungen, so daß einer Zusammenarbeit der Kurve 51
mit der Rolle 63 nichts im Wege steht. Der Sperrfinger 66 legt sich kurz vor der
Nullstellung der Maschine federnd auf die Anschlagnase 57'.
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Bevor die Maschine durch die Momentbremse zum Stillstand gekommen
ist, hat sich, um den Werkstoff herausnehmen zu können, der Stoffdrücker 12' automatisch
abgehoben. Dies geschieht, nachdem die Nadel ihre Bewegung nach abwärts begonnen
hat, so daß also der letzte Stich noch angezogen wird. Andererseits ist die doppelte
Stoffdrückersperrung 29, auf die noch näher eingegangen wird, gelöst worden, so
daß das automatische Abheben zwecks Auswechselns des Werkstückes gefahrlos durch
eine zweite
Klemmvorrichtung 68 geschehen kann (Fig. i und 7). Das
automatische Abheben des Stoffdrückers wird durch- die Nadelkurbel i bewirkt, die
nur dann in Funktion treten kann, wenn der Rollenhebel 5o in die Kurvenbahn 51 des
Bremskonus 52 eingefallen ist. Das Einfallen :des Rollenhebels 5o geschieht
durch die in Strecklage schwingenden Knickhebel 56 und 57. Der Hebel 57 des hierzu
vorhandenen Knickhebels ist ein Winkelhebel, der eine Anschlagnase 57' aufweist
(Fig. i und 7). Der Winkelhehel 57 ist mit einer Schiene 67 verbunden, die mit ihrem
anderen Ende an einer Zugstange äufgehängt ist, die direkt mit dem .den Klemm hebel
68 tragenden doppelarmigen Hebel 69 in Verbindung steht, der das automatische Abheben
des Stoffdrückers bewirkt. Nachdem das Knickhebelpaar 5:6, 57 durch den Fliehkraftregler
65 freigegeben ist, tritt die bereits erwähnte Sperrvorrichtung 66, 57'. in Tätigkeit,
die verhindert, daß die Kurve 51 im Bremskonus 5,2 am Ende ihrer Steigung in Tätigkeit
tritt (Fig. i und 9). Dieser Umstand muß verhindert werden, damit die Maschine -nicht
zum Stillstand kommt, ohne den Stoffdrücker automatisch abgehoben zu haben. Die
.den automatischen Stoffdrückerabhub bewirkenden Hebel 75 und 76 beginnen
ihre Abhebetätigkeit gegenüber dem Stillsetzen der Maschine durch die Bremskurve
51 im Bremskonus 592 und dein Kurvenliebel 50 um den Betrag an Bewegung
früher, als der Stoffdrücker abgehoben werden soll. Der seitlich an der Schwinge
67 angeordnete Ansatz 67" in Verbindung mit dem Kurvenhebel 5o muß also unter die
Hebel 75, 76 schwingen, bevor dieselben ihre Abhebetätigkeit beginnen. Auf der anderen
Seite wird ein absolutes Einfallen des Hebels 5o bewirkt, bevor die Kurve 51 in
Wirksamkeit tritt. Der Sperrhebel 66- hält durch .die Anschlagnase 57' den Ansatz
67" aus dem Bewegungsbereich der Hebel 75, 76, wenn der Fliehkraftregler 65 über
den Regulatorhebel 77 die Knickhebel 56, 57 mit Anschlagnase 57' abspringen läßt
und die Hebel 75, 76 begonnen haben, die Bewegungsbahn ihrer Ablieb-etätigkeit zu
durcheilen. Der Rollenhebel 5o nimmt durch seine Anlenkung am Knickliebel56 an der
Sperrstellung des Ansatzes 67" teil und steht mit der Rolle 63 außerhalb des Wirkungsbereichs
der Bremskonuskurve 51. Wenn die Hebel 75, 76 sich nach der Stoffdrückerschiene-zu
bewegt haben und die Kurve 51 -die Kurvenrolle 63 restlos passiert hat, wird die
Anschlagnase 57' durch den sich nach oben bewegenden Sperrfinger 66 freigegeben.
Der Ansatz 67" und die Rolle 63-liegen nun in ihrem Arbeitsbereich. Bei erneutem
Eintreten der Hebel 75; 76 in die Bewegungsbahn ihrer- Abhebetätigkeit, also
von oben nach unten, wird der bereitliegende Ansatz 67" nach unten gedrückt und
somit der Stoffdrücker automatisch abgehoben. Das Ende der Stoffdrückerbewegung
fällt mit dem Stillstand der Maschine zusammen, der ,durch die Kurve 51 in
Zusammenwirkung mit der Rolle 63 erreicht wird. Auf :diese Weise ist ein vollkommenes
Arbeiten des Ansatzes 67" zu seinen Antriebshebeln 75, 76 und des Hebels 5o zur
Kurve 51 gewährleistet. Der Rollenhebel 50 kann also erst :dann seine stillsetzende
Wirkung ausüben, wenn das :durch die Nadelkurbel i angetriebene Gesperre 66 und
57' hierzu die Möglichkeit gibt. Die Steuerung des Sperrhebels 66 erfolgt .durch
die Kurbel i über die Hebel 6, 70 und 71 mit ihrem festen Lagerpunkt 74 (Fig.
i und g).
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Um die Nullstellung der Maschine regeln oder :den Verschleiß des Pappebremskonus
52 im Hohlkonus 5.1 ausgleichen zu können, ist für die Kurvenrolle 63 ein
Exzenterbolzen in bekannter Weise vorgesehen, der durch eine Schlitzklemmung im
Hebel 5o seine Befestigung findet. Wie aus Fi.g. i ersichtlich, läuft die Kurve
_51 auf .die Rolle 63 des durch .die in Strecklage befindlichen Hebel 56 und 57
unbeweglich gemachten Rollenhebels 56 auf und zieht :den Bremskonus 52 im-Hohlkonus
54 fest. Die an der Kurvenrolle 63 :durch die Kurvenbahn 51 hervorgerufenen starken
Kräfte sind in der Lage, den nicht mit Sorgfalt befestigten Exzenterbolzen .derart
zu verdrehen, daß die darauf= sitzende Kurvenrolle aus dem Bereich der Kurve zu
stehen kommt, was auch durch unsachgemäßes, probeweises Einstellen erfolgen kann.
In diesem Falle wird., obwohl der Knickhebel 56,57 sich in Strecklage befindet,
die Maschine durch ihre lebendige Kraft weitertauineln, bis sie endlich zur Ruhe
kommt. Bei den in Strecklage befindlichen Knickhebeln 56, 57- liegt aber der Ansatz
67" der Schiene 67 in Arbeitsstellung unter den Antriebshebeln 75, 76"di.e das automatische
'Abheben des - Stoffdrückers bewirken. Da die Maschine über ihre gewollte Nullstellung
hinausläuft, würde normalerweise der Antrieb für den Ansatz 67" durch die Hebel
75, 76 fortgesetzt werden, da der Gesamtweg der Hebel 75, 76 sehr groß ist. Die
auf den Ansatz 67" wirkende Antriebsnase -der Hebel 75, 76 wird aber kurz nach Leberlaufen
der Nullstellung nach vorn, also auf die Stoffdrückerschiene zu bewegt, so däß der
Stoffdrücker mitsamt seinem automatischen Klemmgestänge 68 usw. herunterfallen kann:
Der Ansatz 67" verliert also den Zusammenhang mit seinen= Antriebsteilen 75, 76,
während das Stoff.drückerklemingehäuse
29 seine normale A:bliebe-
bzw. Sperrtätigkeit für den Vorschub ausführen kann, ohne daß Maschinenteile zu
Bruch kommen können. Der automatische Stoffdrückerabhub kann nur die ihm zugedachte
Bewegung ausführen, während bei Überlaufen der Nullstellung der Stoffdrücker selbsttätig
Herabfällt. Die Maschine ist nun bei geringem Abwärtsgang der Nadelkurbel i zum
Stillstand gekommen, während der automatische Stoffdrückerabhub getätigt worden
ist. Wird nun die Maschine wieder eingelöst. so muß erst die Schiene 6; mit den,
seitlichen Ansatz 67" hinweggezogen werden, so daß der unter Federwirkung stehende
Stoffdrücker 12' herabfallen kann. Hierauf ist es erst möglich, den Konuskörper
52 in -die Antriebsscheibe zu drücken, was unter differentialer Wirkung der beiden
Rnllenlieliel 5o und 55 geschieht.
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Der Fliehkraftre.gler 65 hat zwei Funktionen auszuführen. In erster
Linie hat er das sprunghafte Einfallen des Rollenhebels 50 herbeizuführen, und in
zweiter Linie muß er die Bremswirkung des die Umdr61iungszahl z. B. von rooo auf
Zoo Stiche herabmindernden neuartigen Rollenhebels 55 aufheben, was für das Setzen
von Einzelstichen erforderlich ist. Die Umdrehungszahl der Maschine wird in diesem
Falle weit unter der Größe bleiben, in der der Fliehkraftregler 65 den Rollenhebel
5o freigibt. Ein dauerndes Arbeiten des Bremsrollenhebels 55 hätte zur Folge, daß
die ;Maschine an einer beliebigen Stelle zum Stillstand kommen könnte. Der einfallende
Rollenhebel 5o hat also ein unmittelbar hierauf folgendes Ausschalten des Bremsrollenheb.els
55 zur Folge, der bei geringer Umdreliungszali1 der Maschine überhaupt nicht zur
Wirkung kommt. Dies wird durch den Regulatorhebel 77 über die Rolle 78 bei einer
gedrosselten Drehzahl der Arbeitswelle von etwa 20o ZTindr./Min. erreicht, die auf
einem abgewinkelten Teil des einen Schenkels des Knickhebels 58 aufläuft, wodurch
das Verbindungsgelenk der Knickhebel 58, 59, wie in Fig. i dargestellt, nach unten
bewegt wird. Hierdurch wird die Rolle 6:4 des Bremshebels 55 etwas nach rechts bewegt.
so daß riie Feder 62 unter Zoo Umdr./Min. leine Bremswirkung mehr ausüben kann.
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Der Stoffdrückerantrieb erfolgt durch zwei Kurvengänge mit je einem
Kulissenhebel 23 und 24. Schwinge 25 und 26 und zwei Winkelhebel 27 und 28 (Fig.
r). Der eine Winkelhebel 27 trägt ein doppelseitig wirkendes Rollengesperre 29,
das die Abhebung des Stoffdruckers bewirkt, um .den Vorschub ungehindert arbeiten
zii lassen. Das Rollengesperre 29 besteht aus einem Gehäuse mit zwei in entgegengesetzter
Richtung wirkenden Iieilfläclien 3o un.d 3r, die durch die Stoffdrückerstange 12
in zwei Räume mit je einer Klemmrolle 32 und 33 getrennt werden (Fig. 2). Das Gehäuse
trägt oben und unten, seitlich der Stoffdrückerstange 12, zwei Lagerzapfen 3d, und
35 mit zwei doppelarmigen Hebeln 36 und 37, die durch Gelenke 38. 39, 4.o und .i1
mit :den Steuerrahmen 42 und _1 .3 für die Klemmrollen 32 und 33 parallel verbunden
sind. Eine an den Drehpunkten 39 und 41 angebrachte Feder d.6 drückt über die verhältnismäßig
schwächeren Federn 47 die Klemmrollen 32 und 33 in Eingriff. Soll die Kleinmung
gelöst werden. so tritt der hierfür vorgesehene Winkelhebel28 gegen den Ansatz 4.3'
des Steuerrahmens d.3 in Tätigkeit. Der Winkelhebel 28 bestimmt den Zeitpunkt der
Kleinmung und hebt dieselbe auch wieder auf, nachdem die Stoffdriickerstange 12
einen bestimmten Teil ihrer Bewegung bereits nach unten gemacht hat. Dies soll bewirken,
daß die in der Stoffdrückerstange befindliche Fliehkraft durch die zwangsläufige
Umkehrung vernichtet wird und nicht der die Stoff drückerstange 12 nach unten drückenden
Feder 49 überlassen bleibt.
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Würde das Rollengesperre 29, wie in Fig. r und 2 dargestellt, bereits
vor seiner oberen Umkehrung geöffnet werden, so würde die Stoffdrückerstange hei
der enormen Geschwindigkeit von rooo Umdr./Min. nach oben weiter fliegen, als beabsichtigt
ist. Die Stoffdrückerstange kommt in diesem Falle viel später auf dem Werkstück
an, als das Rällen.gesperre im geklemmten Zustande der Stoffdriickerstange vorschreibt.
Die Feder .a.9 (Fig.3) müßte nun wesentlich verstärkt «-erden, ohne daß dieselbe
diesen Cbelstand ganz beseitigen könnte. Bei einem Werkstück aus weichem Gummi o.
dgl. ist es aber erforderlich, daß die Stoffdrückerstange ganz leicht auf :das Werkstück
aufgesetzt «wird. Uni übermäßiges Einbeulen des Werkstückes zu verhindern. Ein zu
starker Federdruck .49 würde bei geringem Stoffdrückerabhub. etwa r mm, den Vorschub
behindern oder unmöglich machen. Das wird dadurch vermieden, daß die doppelseitigwirkendeRollenklemmung
29 (Fig. r und 2) die Stoff drückersc'hiene r-2 nach oben und unten verriegelt hochhebt,
die Bewegung nach unten umkehrt und nach einem bestimmten Aliwärtsgang wieder freigibt.
Hierdurch wird die Stoffdrückerschiene nicht nach oben, sondern nach unten geschleudert,
so daß nur ein ganz geringer Federdruck 49 erforderlich ist, um die Stoffdrückerschiene
mit Sicherheit unten zu halten. Die im Bewegungs,diagramin vorgesehene Zeit für
.den Stoffdrücker r-2' wird so mit Sicherheit gewährleistet.