DE71867C - Verfahren zur Herstellung von Chokolade - Figuren - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Chokolade - FigurenInfo
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- A—HUMAN NECESSITIES
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Gegenstand vorliegender Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Chokolade-Figuren
und Gegenständen, welche ganz oder theilweise mit einem geniefsbaren Ueberzuge aus einer plastischen, schmiegsamen Masse, bestehend
aus einem Gemisch von Mandeln, Zucker, Traganth oder ähnlichen Stoffen, die bemalt werden können, versehen sind, unter
Verwendung von Formen aus beliebigem Material.
Die Muster werden in Formen aus beliebigem Material, mittelst einer aus Mandeln und
Zucker oder einer anderen geniefsbaren Masse hergestellt und durch Andrücken dieser Masse
an die Innenseite der Formen ganz oder theilweise ausgekleidet. Die auf diese Weise vorbereiteten
Formen werden. dann innen mit erwärmter Chokolade, Cacao, Cacaobutter oder,
mit einer ähnlichen geniefsbaren Masse in beliebiger Dicke bestrichen, belegt oder ganz
ausgefüllt. Ist diese Einlage fest geworden, so werden die Gegenstände aus den Formen
genommen und erhalten durch Bemalen und Verzieren ein ihrem Charakter möglichst entsprechendes
Aussehen.
Durch dieses Verfahren ist es ermöglicht, den danach hergestellten Figuren und Gegenständen
ein der Wirklichkeit, gleichkommendes Aussehen zu geben, die Widerstandsfähigkeit
gegen Wärme und Sonnenstrahlen zu vergröfsern und dieselben billiger herzustellen.
Bekanntlich waren solche aus reinem Zucker oder Chokolade hergestellte Artikel ebensowenig
billig als dauerhaft. Die gewünschte Mischung, Zuckerlösung oder dergleichen wurde
bisher auf einen gewissen Grad eingekocht und in Gypsformen hineingegossen. Zu diesem
Zweck mufsten letztere vorher durch längeres Einlegen in Wasser gründlich mit Wasser getränkt
werden.
Nachdem der Gufs in diese Form gegossen und erkaltet war, stürzte man die Form um und
liefs die im Inneren noch flüssige Masse auslaufen, damit die Gegenstände nicht zu schwer
wurden. Dieses Verfahren hat jedoch den grofsen Nachtheil, dafs die nach demselben hergestellten
Sachen durch Verwittern unansehnlich werden und deshalb dem Zwecke, längere
Zeit als Schaustücke zu dienen, nicht entsprechen. Nicht minder nachtheilig und kostspielig
ist das bereits bekannte Verfahren zur Herstellung von Chokolade-Figuren aus Cacaomasse
oder Chokolade, darin bestehend, dafs der flüssige Gufs in Zinn-, Blech- oder Gypsformen
gegossen wird, welch' letztere, mit Zinnfolie ausgelegt, es zwar ermöglichen, einen
ziemlich reinen Gufs zu bekommen, nicht aber die verhältnifsmäfsig hohen Kosten der Herstellung
ausschliefsen. Uebrigens hat man gefunden, dafs wirklich schöne, fehlerfreie Figuren
nur in Blech- oder Zinnformen herzustellen sind, diese Formen aber nur in sehr beschränkter
Auswahl und zu aufserordentlich hohen Preisen in den Handel kommen. Abgesehen von erwähnten Nachtheilen, in Bezug
auf die Zinn- oder Blechformen, ist noch hervorzuheben, dafs das Auskleiden der Gypsformen
mit Zinnfolie sehr mühsam ist, und dafs beim Herausnehmen der Gegenstände aus den Formen beide leicht Schaden leiden.
Ferner haben Chokolade-Gegenstände, auch wenn sie noch so schön gearbeitet sind, in-
folge der dunklen Ghokoladefarbe stets ein fahles Aussehen. Durch Einlage von farbigem
Cacao erhalten dieselben ihre natürliche Farbe; doch haben solche Gegenstände, abgesehen von
den gleichen Schwierigkeiten bezüglich der Formen, welche ebenso wie bei Cacao oder
Chokolade beschaffen sein müssen, den Nachtheil , dafs gefärbte Cacaobutter zu durchscheinend
ist, immer trübe aussieht und überdies nicht wohlschmeckt. Aus Cacaoblöcken geschnittene oder gemeifselte Figuren machen,
abgesehen davon, dafs eben doch nur wirkliche Künstler etwas Schönes in dieser Beziehung
zu schaffen vermögen, trotz der vielen Arbeit und grofsen Kosten, auch nur einen
kahlen Eindruck. Gröfsere Figuren und andere Gegenstände aus Marzipan werden, um stark
genug zu sein, zu schwer gearbeitet, und sind deshalb zu theuer. Aufserdem leiden solche
Artikel auch daran, dafs das Marzipan in dicken Schichten leicht ranzig wird oder innen
Schimmelpilze ansetzt, wodurch das Stück an Aussehen verliert.
Bei vorliegendem neuen Verfahren kommen fast sämmtliche der erwähnten Nachtheile in
Wegfall.
Die Formen werden aus irgend einem beliebigen dazu geeigneten Material in beliebiger
Gröfse hergestellt und mit einer dünnen Schicht Marzipan oder einer anderen geniefsbaren
plastischen Masse ganz oder theilweise ausgelegt. Auf diese Grundlage wird alsdann,
in mehr oder weniger flüssigem oder auch teigartigem Zustande, die Chokoladenmasse
oder auch Cacaomasse aufgegosssen oder aufgetragen. Nachdem dieser Aufgufs erkaltet
ist und sich mit der Formbekleidung gebunden hat, läfst sich der fertige Gufs ohne
Schwierigkeiten von der Formwand lösen, da die Deckschicht der geformten Gegenstände genügende
Festigkeit bietet, ohne indessen vollkommen zu erhärten. Die eingetragene Chokolade,
welche bei kleinen Sachen sehr dünn sein kann, giebt, erkaltet, genügenden Halt, bis
auch die Deckschicht nach dem Herausnehmen aus der Form durch Trocknen an der Luft
ihre volle Festigkeit und bedeutend gröfsere Widerstandsfähigkeit als Cacao oder Chokolademasse
erlangt hat. Die Deckschichten können in jeder beliebigen Art Chokolade, wie Elfenbein-, Alabaster-Chokolade u. s. w.,
weifs oder geädert hergestellt, granitartig gefärbt, oder auch in verschiedenen Farben einlegt
sein, wodurch hübsche Effecte erzielt werden.
Nach dem Herausnehmen werden die Gegenstände dann mit lebensfrischen Farben beliebig
bemalt, oder auf andere Weise hübsch verziert. Dieses Verfahren eignet sich auch
ganz besonders dazu, sehr grofse Gegenstände, schöne Schaustücke, auf schnelle und billige
Art herzustellen und gröfsere Kunstwerke nachzubilden. Bei der Herstellung solcher Gegenstände
ist es nöthig, zur Erzielung gröfserer Haltbarkeit und leichterer Transportfähigkeit,
bei gleichzeitiger grofser Leichtigkeit, dünne Stützen oder Streben aus Holz mit in die
Chokolade einzulegen.
Was den Geschmack dieser durch das beschriebene Verfahren hergestellten Fabrikate
anbelangt, so ist derselbe ein sehr feiner, da Marzipan und Chokolade sehr gut zusammen
schmecken.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein Verfahren zur Herstellung von Chokolade-Figuren und Gegenständen, welche ganz oder theilweise mit einem geniefsbaren Ueberzuge aus einer plastischen, bildsamen oder schmiegsamen Masse aus Mandeln, Zucker, Traganth oder ähnlichen Stoffen versehen sind, unter Anwendung von Formen aus beliebigem Material, gekennzeichnet durch vollständiges oder theilweises Auskleiden der Innenseite der Formen mit einer beliebig dünnen Schicht eines Gemisches von Mandeln, Zucker oder sonst geniefsbaren Stoffen, sowie durch nachträglichen warmen Aufgufs von Chokolade, Cacao, Cacaobutter oder einer anderen wohlschmeckenden Masse in beliebiger Dicke, die nach Erstarrung sich mit dem Uebergufs bindet, worauf das Ganze als eine einzige feste Masse aus der Form genommen wird.
Publications (1)
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