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Fleischereigerät zum Abteilen und Abbinden von Würsten Das Abteilen
der Därme und Würstchen, wie Wiener Würstchen und Bockwürste, geschieht in -den
Fleischereien allgemein mittels eines Fleischermessers, das mit seiner Spitze in
stehender, leicht nach hinten geneigter Rückenlage in die hölzerne Tischplatte des
Arbeitstisches gestoßen wird: Diese Aufstellungsweise hat verschiedene Übelstände
zur Folge, insbesondere zersdh'litzt das Messer die Tischplatte, und es wenden die
Einstoßlöcher zu Herden gesundheitsschädlicher Bakterien.
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Um die Beschädigung der Tischpfatte zu vermeiden, wurde bereits vorgeschlagen,
zum Einstößen des Messers eine kleine Holzscheibe zu verwenden, die in eine eiserne,
auf dem Tisch stehende Grundplatte eingelassen ist, und das nach hinten geneigte
Fleischermesser mittels eines von dem hinteren Teil der Grundplatte zum oberen Messerende
hochgehenden Stützarmes standfestzumachen. Bei diesem Vorschlag bleibt aber der
alte Zustand bestehen, daß Darmwasser und Fleischteilchen in die Einstoßschlitze
des Holzes eindringen, in Fäulnis übergehen und die Einstoßschlitze zu gesurndheitschädlichen
Bakterienherden werden. Ferner werden Handverletzungen, wie sie beim Einstoßen des
Messers infolge Abgleiten-s der Hand vom Messergriff häufig vorkommen, nicht verhindert.
Es behindert auch der zum oberen Messerende hochgehende Stützarm das Hantieren auf
dem Arbeitstisch, wenn das Gerät außer Benutzung ist.
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Die 'Erfindung vermeidet die erwähnten Übelstände und bietet auch
ein Mittel, Würste auf dem Tisch liegend unter alleinigem Gebrauch der beiden Hände
und mit großer Fadenersparnis abzubinden. Sie bringt das unhygienische Festhalten
des einen Fadenendes mit den Zähnen in Fortfall, das trotz des jährzehntealten Rufes
nach Abhilfe mangels einer brauchbaren Einrichtung in Anwendung geblieben ist.
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Die Erfindung ist in der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel veranschaulicht.
Abb. r zeigt ein gemäß der Erfindung eingerichtetes Gerät in Seitenansicht, Abb.
2 im Grundriß.
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Das Abteilen der Därme und Würstchen erfolgt mittels eines in leicht
nach hinten geneigter Rückenlage stehenden Messers in. Als Halter des Messers dient
eine runde Grundplatte a aus Eisen von etwa 30 cm Durchmesser hinreichender
Schwere mit einem als Einsteckscheide c für das untere Messerernde eingerichteten
Messerhalter b. Der Messerhalter b hat eine der Messerstellung entsprechende leichte
Neigung nach hinten; in seiner von vorn nach hinten gehenden Mittellinie liegt das
schmale Einsatzloch für das Messer. Nahe dem oberen Rande des
Messerhalters
t> befindet sich eine Klemmschraub., (1 mit einem Flügelkopf: die das Messer frei
stehend in der Halterscheide c feststellt. Seitliche Öffnungen e ermöglichet, ein
Durchspülen der Halterscheide c inW fließendem Wasser zwecks Reinigung.
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Die Grundplatte ist in ihrem vorderen "I'@il bogenförmig ausgespart,
um wechselnd in die Aussparung o eine Schale s für niedergehendes Darmwasser oder
für die Zeit des `@'ürstclienal)teilens eine andere Schale für abzulegende Wurstmasseklümpchen
zu stellen, die an den Abteilstellen nach dein DurchscIineiden der gefüllten Därme
beim Zusammendrehen der Würstchenenden frei werden. Eine leichte Einsenkung z, der
Grundplatte dient dazu, beim Abteilen der Würstchen am Messer leerunterlaufenden
Saft der Wurstmasse aufzufangen.
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Zum Abbinden von Würsten weist das Gerät gemäß der Erfindung vorn
am :Vlesserlialter b der Grundplatte einen Haken h. auf, all dem die zum
Abbinden dienenden Bindfaden befestigt werden, und hinten einen Haken oder eine
Öse zt, zum Festlegen des Gerätes an einer zur hinterliegenden Werkstattwand o.
dgl. führenden Kette. Diese Kette hält das Gerät an der ihm auf dem "fisch gegebenen
Standstelle selbst bei stärkstem Zug des Bindfadens. Der Abstand des Gerätes von
zier vorderer, Tischkante richtet sich nach .der Länge der jeweils verwendeten Bindfäden
und nach der Körpergröße und Armlänge des Fleischers.
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Die Arbeits- und Gebrauchsweise des Gerätes- beim Abbinden voll Würsten
ist folgende: Zum Abbinden der Schlauienenden der geraden Würste werden kurze Fäden
von etwa 38 cm Länge, zum Abbinden der N ichtschlau@fenenden der geraden Würste
sowie von Kranzwürsten werden lange Fäden` von etwa ; o cm Länge verwendet. Zweckmäßig
werden eine Anzahl Fäden von doppelter Länge in ihrer Mitte an den Haken lt angeschlungen:
so daß die einzelnen am Haken befestigten Gebrauchsfäden die Länge von 38 1)zw.
;oem haben. Die abzubindenden Würste liegen beim Abbinden auf dem Arbeitstisch,
und zwar hält der Fleischer mit der einen Hand das abzubindende Wurstende, bei Kranzwürsten
deren beide aneinandergehaltenen Wurstenden, fest, während er mit der andern Hand
den an seinem hinteren Ende vom Haken h gehaltenen Faden betätigt, die Fadenschlinge
mit doppeltem Knoten umlegt und den Faden darauf kräftig anzieht.
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Das Abbinden der Schlaufenenden der geraden Würste erfolgt mittels
der 38 cm langet, Fäden in der Mitte des Fadens, wälireild die \ ichtschlaufenenden
der geraden Würste und die Kranzwürste mit einer :großen Ersparnis an Bindfadeil
mittels der '7(),cin langen Fäden in der Weise abgebunden werden, daß nächst dem
Bindehaken -h die erste Wurst und- darauf nach dem freien Fadenende liiii vorgehend
weitere acht bis neun Würste in geringem Abstand voneinander abgebunden werden,
im ganzen also neun bis zehn eitlen Räucherspieß ausfüllende Würste. Beien Abbinden
von zehn Würsten mittels eines 70 cm langen Fadens entfällt auf die einzelne
Bindung ein Fadenstück von mir 7 Cm.
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Das Gerät gemäß der Erfindung gestattet rt:ben der eingangs erwähnten
zweckmäßigen Art des Abteilens von Würsten ein schnelleres Wurstbinden bei aufrechter
Körperhaltung unter alleiniger Benutzung der beiden Hände und bei Verwendung langer
Fäden für die Nichtschlaufenenden eine große Fadenersparnis. Der Erfindungsgegenstand
gestattet es ferner, den Faden so kräftig anzuziehen und dadurch so feste Knoten
zu erzeugen, daß ein Herausgleiten von Würsteil nach ihrem Aufhängen am Räucherspieß
nicht eintritt.
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Das Gerät läßt sich infolge der Zugänglichkeit a11 seiner Flächen
hygienisch saugerhalten und behindert während seines Nichtgebrauches nicht das Hantieren
auf dem Arbeitstisch, da es nach Herausnahme des Messers sehr niedrig ist.
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Gegenstand der Erfindung ist nur das Fleischerei.gerät nach der Kennzeichnung
des Patentanspruches als Ganzes, nicht seine Einzeleinrichtungen an sich.