DE712249C - Verfahren zur Entfernung von Alkohol aus alkoholhaltigen waessrigen Getraenken - Google Patents
Verfahren zur Entfernung von Alkohol aus alkoholhaltigen waessrigen GetraenkenInfo
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Description
- Verfahren zur Entfernung von Alkohol aus alkoholhaltigen wäßrigen Getränken Die vorliegende Erfindung hat den Zweck, den Alkoholgehalt in ,alkoholhaltigen wäßrigen Getränken, wie Bier, Wein u. dgl., zu reduzieren und auf diese Weise ;gleichzeitig große Mengen. Alkohol technischen und anderen Verwendungsgebieten zuzuführen. Durch Entfernung des überschüssigen Alkohols im Bier bis zu 0,3 und o,5 % oder im Wein bis zu etwa 4 % wird ohne merkliche Beeinträchtigung von Geschmack und Aro%m,a ein gesundes Volksgetränk gewonnen.
- Es wurde gefunden, . wenn man Bier bei Temperaturen zwischen o und i 5° C - am besten zwischen r und 5°C - in -einem mit Kieselgelen gefüllten Turm langsam herunterrieseln läßt unter Mitwirking eines Gases, das zu Alkohol eine größere Verwandtschaft besitzt als zu Wasser, z. B. Kohlensäure, daß dann Alkohol und Wasser des Getränkes von den Kieselgelen absorbiert werden, und zwar nicht proportional dem früheren prozentualen Gehalt im Bier, sondern daß der Alkohol bei Anwesenheit von z. B. Kohlensäure mehrfach so starkabsorbiert wird .als Wasser oder sonstige im Getränk @enthaltenen Stoffe. Der Grad . der Alkoholabsorption ist also abhängig von der Verwandtschaft des Alkohols zu dem zugeführten Gas. Es ist z. B. bekannt, daß der Alkohol fähig ist, 21/2mal mehr Kohlensäure zu absorbieren, als es Wasser vermag. Da nun die Kieselgele kohlensäurehaltigem Alkoholmehr als kohlensäurehaltiges Wasser absorbieren, ist die Absorption von Alkohol aus einem Bier, das einen Alkohol-Behalt von etwa 3,5 bis 4 0`o aufweist, um so größer, je größer die Absorptionsfähigkeit des Alkohols für Kohlensäure oder ein anderes Gas im Vergleich zu Wasser ist.
- Auf Grund des obigen physikalischen Grundgesetzes ist jes also möglich geworden, die Aufnahmekonzentration der Kieselgele für Alkohol zu. verstärken,- und, somit wird eine beliebig starke Verringerung des Alkoholgehaltes im Getränk ermöglicht, insbesondre wenn man das bereits in einem Kieselgelturm behandelte Bier (oder Wein) noch durch einen. zweiten Absorptionsturm leitet.
- In der Praxis verwendet man zwei parallel geschaltete Türme oder Turmgruppen, die mit einer genügend hohen Schicht Kieselgele angefüllt sind. Da hindurch rieselt das zu behandelnde Getränk entweder vorn oben nach unten oder es wird von unten nach oben durchgedrückt, wobei Alkohol und auch teilweise Wasser von den Kieselgelen absorbi:rt wird, und zwar, wie schon vorstehend ausgeführt, im Verhältnis ihrer Verwandtschaft zu dem zugefügten Gas.
- Nachdem die Kieselgele des einen Turmes gesättigt sind, wird durch Umschaltung ein frischer Absorptionsturm angeschlossen, während aus dem ersten, möglichst unter Hochvakuum, das Gemisch aus Alkohol, Gas und Wasser abgezogen und durch Kondensation zurückgewonnen wird. Den Kieselgelen wird durch Regeneration mit überhitztem Wasserdampf ihre ursprüngliche Adsorptionskraft wieder verliehen. Nun wird mit dem zweiten Adsorptiomsturmgearbeitet, wie bei dem ersten schon beschrieben wurde, usw. Auf diese Weise ist eine kontinuierliche Arbeit möglich, bis der Alkoholgehalt in dem betreffenden Getränk auf das gewünschte Maß reduziert ist.
- In besonderen Apparaten werden dann bei i ° C und etwa i o bis 12 mm Vakuum die mitabsorbierten Wasser- und Aromateilchen durch Destillatioli vom Alkohol getrennt und können dem Getränk wieder zugeführt oder bei Weineis als aromaverbessernder Zusatz bei der Weinbrennerei verwertet werden.
- Bei der Entalkoholisierung von Bier wird am besten Kohlensäure .als Gaszusatz angewendet, während bei der Behandlung von Weinen Luft, gegebenenfalls zusammen mit Kohlensäure, in Frage kommt.
- Die Fähigkeit der Kieselgele, Flüssigkeiten von Flüssigkeiten zu trennen oder, wie hier, gar aus wasserlöslichen Mischungen Alkohol abzutrennen, war bisher nicht bekannt. Mit vorliegender Erfindung wird unter Anwendung eines geeigneten Gaszusatzes diese Fähigkeit nun ausgenutzt, um ein Volksgetränk, d. h. Bier mit 0,3 bis 0,5 % und Wein mit etwa 4. oi'o Alkohol, zu schaffen, wodurch gleichzeitig große Mengen Alkohol für die Verwendung auf anderen Gebieten g°-wonnen werden. Wird z. B. die gesamte in - Großdeutschland hergestellte Bier- und Weinmenge um 3 % entalkoholisiert, so würde das die Gewinnung von etwa 2,.1 Millionen Hektolitern Alkohol jährlich bedeuten und dabei als einen großen Vorteil für das Volk unter Wahrung aller wertvollen Nähr-, Geschmack- und Aromastoffe ein wesentlich gesünderes Getränk .erhalten.
Claims (3)
- PA'I'ENTANSPRÜcHr: r. Verfahren zur Entfernung von Alkohol aus alkoholhaltigen wäßrigen Getränken, dadurch gekennzeichnet, daß die alkoholhaltigen wäßrigen Getränke bei Temperaturen zwischen o und 15.C, am besten zwischen i und 5`' C, über mit Kieselgelen gefüllte Türme geleitet werden, und zwar bei Anwesenheit eines solchen Gases, das gegenüber Alkohol eine größere Adsorptionsfähigkeit besitzt als gegenüber Wasser, und daß die Kondensation und Zurückgewinnung des von den Kieselgelen absorbierten konzentrierten Alkohol-Gas-Wasser-Gemisches durch Vakuum von i bis iomm und!oder Wärme erfolgt.
- 2. Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß zum Z,.vecke der Alkoholabsorption zwei Türme oder Turmgruppen mit Kieselgelen gefüllt parallel geschaltet sind, von denen der erste Turm oder Turmgruppe bei Anwendung von geeigneten Gasen, wie Kohlensäure, Luft, Stickstoff, Äthylen u. dgl., die Absorption des Alkohols -und Wassers bewirkt und im anderen Turm oder Turmgruppe in dieser Zeit die Zurückgewinnung des Alkohols wie die Regenerierung der Kieselgele mit überhitztem Wasserdampf vorgenommen wird.
- 3. Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Gewinnung von Alkohol aus Bier als Gaszusatz Kohlensäure verwendet wird. Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Entfernung von Alkohol aus Weinen Gase, wie Luft, gegebenenfalls zusammen mit Kohlensäure, verwendet werden.
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|---|---|---|---|
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| DE712249C true DE712249C (de) | 1941-10-15 |
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|---|---|---|---|
| DEP80431D Expired DE712249C (de) | 1940-03-01 | 1940-03-01 | Verfahren zur Entfernung von Alkohol aus alkoholhaltigen waessrigen Getraenken |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE712249C (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1016163B (de) * | 1955-08-31 | 1957-09-19 | Robert Huck Dipl Ing | Platzpatrone |
| EP0014340A1 (de) * | 1979-01-19 | 1980-08-20 | Adam Dr. Müller | Verfahren und Vorrichtung zum Vermindern des Alkoholgehaltes alkoholischer Getränke |
| DE3145812A1 (de) * | 1981-03-23 | 1982-10-07 | Hydrocarbon Research Inc., 08648 Lawrenceville, N.J. | Mehrstufiges adsorptionsverfahren zur abtrennung organischer fluessigkeiten von wasser |
-
1940
- 1940-03-01 DE DEP80431D patent/DE712249C/de not_active Expired
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1016163B (de) * | 1955-08-31 | 1957-09-19 | Robert Huck Dipl Ing | Platzpatrone |
| EP0014340A1 (de) * | 1979-01-19 | 1980-08-20 | Adam Dr. Müller | Verfahren und Vorrichtung zum Vermindern des Alkoholgehaltes alkoholischer Getränke |
| DE3145812A1 (de) * | 1981-03-23 | 1982-10-07 | Hydrocarbon Research Inc., 08648 Lawrenceville, N.J. | Mehrstufiges adsorptionsverfahren zur abtrennung organischer fluessigkeiten von wasser |
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