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Vorrichtung zum Antreiben des Drehtellers einer Plattensprechmaschine
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Antreiben des Drehtellers einer Plattensprechmaschine
durch einen mit konstanter Drehzahl umlaufenden Motor mit einer -von dem von der
Nadel radial zur Schallplatte zurückgelegten Weg abhängigen Geschwindigkeit.
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Bei bekannten Vorrichtungen dieser Art wird ein mechanischer Fliehkraftbremsregler
benutzt, welcher direkt von der Drehtellerwelle angetrieben wird. Weil der Regelbereich
eines mechanischen Reglers ziemlich klein ist, "bietet es Schwierigkeiten, eine
konstante Rillengeschwindigkeit zu erhalten, weil das Verhältnis zwischen der 'Maximal-
und der Minimalgeschwindigkeit des Drehtellers sich in diesem Falle auf etwa 4:
r stellt.
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Die Erfindung besteht darin, daß der Motor ein Differentialgetriebe
treibt, dessen eine sekundäre Spindel mit der Drehtellerspindel und dessen andere
sekundäre Spindel mit einer Vorrichtung gekuppelt ist, die einem Bremsmoment, das
von dem Wege der Nadel abhängig ist, ausgesetzt ist. Hierbei erhält der Regler eine
gewisse Grundgeschwindigkeit vom Differentialgetriebe, die ihn in seinen günstigsten
Regelbereich versetzt, und der Unterschied der Drehzahl des Reglers ist gleich dem
Unterschied der Drehzahl des Drehtellers.
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Gemäß einem weiteren 1Ierkmal der Erfindung kann die Regelung derart
erhalten werden, daß die Versetzung des Tonabnehmerträgers die Bewegung eines Regelorgans
steuert, das sich radial über die gekrümmte Oberfläche einer Regelscheibe bewegt,
wobei die wirksame Oberfläche der Reglerscheibe derart gekrümmt ist, daß die Regelwirkung
in einer derartigen Weise geändert wird, daß die Winkelgeschwindigkeit des Drehtellers
sich in Abhängigkeit von bzw. im umgekehrten Verhältnis zu der jeweiligen radialen
Auswanderung
des Schneid- bzw. Abhörwerkzeuges ändert. D:e Verwendung von Steuerkurven zur Regelung
der Geschwindigkeit der Antriebsvorrichtung ist an sich bekannt.
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In der Zeichnung stellt Abb. i eine Seiten ansieht, teilweise im Schnitt,
Abb. 2 eine Draufsicht und-Abb. 3 eine Einzelheit dar. .
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Die Vorrichtung gemäß der Erfindung beruht auf dem Umstand, daß, je
nachdem der Tonabnehmer sich zur äußeren Kante der Platte bewegt, die Drehzahl des
Drehtellers gemäß dem sich ändernden Abstand vom Plattenmittelpunkt nach einer bestimmten
Kurve herabgesetzt werden muß.
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Der Antrieb der Vorrichtung geht mittels eines Elektromotors i genügender
Leistung und mit einer konstanten Drehzahl vor sich. Zu diesem Zweck eignet sich
ganz besonders ein Svncliron-Asvncliron- (Kurzäcliltiß-)i@Iotor mit Hilfswicklung
zum Anlassen. Der Motor i treibt über eine Schnecke 2 ein Schneckenrad 3, welches
das Gehäuse eines Differentialgetriebes .I bildet.
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Die Spindel 5 des Differentialgetriebes trägt die Zahnräder 6 und
7, welche mit Zahnrädern 8 und 9 der beiden Seitenspindeln io, i i gekuppelt sind.
Bei gleicher Belastung kann man das Differentialgetriebe als ein Ganzes betrachten,
die Spindeln io und i i werden also beide dieselbe Drehzahl haben wie das Differentialgehäuse.
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Dieses Differentialgetriebe ist auf dem Gestell in Kugellagern 12,
13 gelagert, während die Spindeln io und i i in Kugellagern 14, 15 bzw. 16. 17 gelagert
sind.
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Die beiden Seitenspindeln io, i i sind in der Nähe des freien Endes
mit einer Schnecke 18 bzw. i9 versehen, welche mit Schneckenrädern 20, 21 zusammenwirken.
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Das Schneckenrad 21 ist auf einer vertikalen Spindel 2.2 befestigt,
welche über eine steife Gummikupplung 23 mit der Spindel 24 des Drehtellers 25 gekuppelt
ist. Zur Unterstü tzung körnen Drucklager sowie ein nachstellbares Gleitlager -.I
angebracht sein, welche mit zur Regelung der Belastung dienen können. Diese Belastung
neigt fortwährend zu einer rascheren Abbreinsung des Drehtellers als gemäß der beabsichtigten
Kurve, während andererseits, obwohl die Auslaufzahl kurz gehalten wird, das große
Gewicht des Drehtellers einen geschmeidigen und vor allen Dingen ruhigen Lauf gewährleistet.
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Die an der rechten Seite angeordnete vertikale Spindel 26 ist
finit einem Regler finit Federn und Zentrifugalgewichten 27 versehen, der mit einer
Regelscheibe 28 ausgerüstet ist. Die wirksame obere Fläche dieser Scheibe hat eine
gebogene Form. deren Kurve derartig ist, daß sie den Verlauf der Geschwindigkeit
des Drehtellers bestimmt, d.li. eine konstante Schneide- und Wiedergabegeschwindigkeit
pro Sekunde über die ganze Schall-j ). ] a tt e erzielt bzw. die
1 Winkelgeschwindigkeit ;.Abhängigkeit des augenblicklichen Ab-°tdes des
Tonabnehmers von der Dreh-;telierspindel ändert, was untenstehend eingehender beschrieben
werden wird. Die Spindel 26 ist zugleich mit einem schweren Schwungrad .45
(io kg) versehen, welches einen geschmeidigen Lauf gewährleistet. Antrieb des Tonabnehmers
Die radiale Bewegung des Tonabnehmers soll sich in Abhängigkeit von der Geschwindigkeitsänderung
des Drehtellers ändern. Zu diesem Zwecke bedient man sich eines Tonabneliinerträgers
29, der an der unteren Seite mit einer nicht abgebildeten Stange versehen ist, auf
welcher der Tonabnehmer und der Wiedergeber angeordnet sind. Durch eine Drehung
dieser Stange um i8o° kann eines der beiden Geräte in die wirksäine Lage gebracht
@verden.
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Der Träger 29 läuft mit einem Block 30 über zwei parallele, am Gestell
angeordnete Stangen 31, 32, zwischen denen über einen Teil der Länge eine finit
Gewinde versehene Spindel 33 vorgesehen ist. Die Übertragung zwischen dem Block
30 und der Leitspindel 33 geschieht mittels einer unter Federwirkung stehenden
Klinke 34, die an einem Ende mit entsprechendem Teilgewinde versehen ist, das in
das Gewinde der Spindel 33 eingreift. Bei der Zurückbewegung des Blockes
30 mit dem Tonabnehmerträger läßt sich in dieser Weise die Kupplung
mit der Leitspindel 33
uijterbreclien.
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Die Leitspindel 33 wird von der Spindel 24. des Drehtellers Tiber
ein Schneckengetriebe 35, eine Spindel 36 und eine Spindel 37 mit dazwischen
angeordneten Zahnradübertragungen getrieben. Steuerung des Reglers Der Antrieb des
Reglers geht mittels einer Zahnstange 38 vor sich, die am Block 3o des Tonal>nehinertr:igers
29 befestigt und im Gestell bequem verschiebbar gelagert ist, so daß sie sich mit
dem Tonabnehmer bewegt. Die Zahnstange 38 treibt dabei ein Ritzel 39 mit einem Durchmesser
von etwa 6 cin an. Dieses Ritzel ist auf der vertikalen Spindel 4o befestigt, welche
am unteren Ende ein kleines Ritzel 41 (von etwa 2 cin) trägt, das niit einer Zahnstange
.I2 in Eingriff ist. Die Zahnstange.I2 ist an ihrem unterenEnde mit einem Regelorgand3,
beispielsweise einem Stäbchen aus Rohhaut, versehen, welches mit der gebogenen oberen
Fläche der Reglerscheibe 28 zusammenwirkt. Während die obere Zahnstange 38 einen
Weg von 15 cni zurückleger.
kann, versetzt sich die untere Zahnstange
42 über einen Abstand von 5 ein, wodurch die auf den Regler ausgeübte Kraft ungefähr
dreimal so groß wird und der Regler sehr langsam und gleichmäßig verstellt wird.
Die Vorrichtung wirkt folgendermaßen: Wenn ein Tonabnehmer sich während des Schneidens
oder des Wiedergebens nach der äußeren Seite der Schallplatte hin .bewegt, wobei
also die Winkelgeschwindigkeit sich zum Konstanthalten der Schneidegeschwindigkeit
verringern soll, versetzt sich die Zahnstange 38 mit dem Tonabnehmerträger gemäß
der Zeichnung nach rechts. Infolge der Übertragung 39, 40, 41 wird dann auch die
Zahnstange 42 mit einer dreimal kleineren Geschwindigkeit nach links versetzt, und
das Regelorgan 43, unter dem sich die obere Fläche der Reglerscheibe 28 dreht -Lind
das sich anfänglich in der Nähe des inneren Umfanges dieser Scheibe befand, versetzt
sich in größerem Maße nach dem äußeren Umfange der Scheibe 28 hin. Dadurch
wird- der Scheibe 28 Gelegenheit gegeben, immer rascher sich zu drehen, so daß.
die Federn mit den Gewichten 27 sich spreizen und die Zentrifugalkraft zunimmt.
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Dies hat zur Folge, daß die Spindel 26 mit der Masse 45 allmählich
rascher umläuft, und zwar in solch einem Verhältnis, daß infolge der Zunahme der
Drehzahl der Spindel io mit dem Kronrad 8 die Spindel i i, die den Drehteller 25
und die Leitspindel 38 antreibt, verhältnismäßig langsamer umläuft. Die Krümmung
der oberen Fläche der Scheibe 28 ist derartig, daß die Winkelgeschwindigkeit des
Drehtellers im umgekehrten Verhältnis zur Rillenlänge bzw. zum radialen Abstand
des Tonschneiders oder Tonabnehmers von der Drehtellerwelle steht. Wird die Schallplatte
von außen nach innen geschnitten bzw. abgehört, so muß diese Winkelgeschwindigkeit
im umgekehrten Verhältnis sich steigern.
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Die gezeichnete Ausführungsform soll nur als Beispiel gelten, da die
Änderung der Drehtellerdrehzahl als Funktion der augenblicklichen Lage des Tonabnehmers
sich mit Bezug auf den Drehteller auch in anderer Weise verwirklichen läßt. So kann
man z. B. den Regler durch einen Ferrarismotor mit einem auf der Scheibe wirkenden
Bremsmagrreten.ersetzen, der:eine radialeVersetzung in Abhängigkeit der radialen
Versetzung des Tonabnehmers erhält, so daß dabei dieBremswirkung geändert wird.